Wien/Ala/Ag. Das BZÖ brachte gestern, Dienstag, im Nationalrat einen Misstrauensantrag gegen ÖVP-Finanzministerin Maria Fekter ein, der aber nur von der FPÖ unterstützt wurde und daher keine Mehrheit fand. ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopf war dennoch erbost und warf dem BZÖ eine „hooliganartige Vorgehensweise“ vor.
Bei der Debatte über das Budgetbegleitgesetz warf die Opposition der Regierung einhellig vor, dass das Gesetz keine großen Sparmaßnahmen vorsehe. Es sei die „verdammte Pflicht“ der Regierung, die Schulden zu bekämpfen, sagte der Budgetsprecher der Grünen, Werner Kogler. Eine Schuldenbremse in den Verfassungsrang zu stellen, reiche nicht aus. Mit Besteuerung der Superreichen solle die „Gerechtigkeitslücke“ geschlossen werden, so der Grüne.
Der freiheitliche Budgetsprecher Alois Gradauer sprach sich grundsätzlich für eine Schuldenbremse aus, forderte aber einen Zahlungsstopp für den Eurorettungsschirm. Gradauers Parteiobmann Heinz-Christian Strache betonte hingegen, das „unehrliche Spiel der Regierung nicht mitspielen“ zu wollen.
SPÖ-Staatssekretär Ostermayer forderte, damit aufzuhören, das Land schlechtzureden. Das Budgetbegleitgesetz wurde mit den Stimmen von SPÖ und ÖVP beschlossen. Am Freitag wird die Debatte mit dem Beschluss des Voranschlages für das Budget 2012 beendet.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.11.2011)
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