Nicht nur in der SPÖ, auch in der ÖVP regt sich interne Kritik an der geplanten Schuldenbremse. Der ÖVP-Arbeitnehmerflügel ÖAAB hat bei der Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer (AK) am Mittwoch eine Resolution mit eingebracht und beschlossen, wonach man der Schuldenbremse "ablehnend bis skeptisch" gegenüber stehe. Jede verfassungsrechtliche Festschreibung einer Schuldengrenze, auch in Prozent des BIP, wird abgelehnt.
Die roten Gewerkschafter hatten ja bereits zu Wochenanfang ihre skeptische Haltung zur Schuldenbremse deponiert. Am Mittwoch stimmten auch die schwarzen Arbeitnehmervertreter in den Chor der Kritiker ein. AK-Präsident Herbert Tumpel und sein Vize Erwin Zangerl, Präsident der AK Tirol und ÖAAB-Fraktionschef, warnten in einer gemeinsamen Aussendung vor "überengagiertem Sparen", vor Kürzungen im Sozialsystem und vor fehlenden Gestaltungsspielräumen durch eine Schuldenbremse.
Vermögenssteuer gefordert
Die AK-Fraktionen wenden sich gegen einseitiges Sparen und fordern "Regeln für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben zur Begrenzung von Verschuldung". Im Klartext: Eine Vermögenssteuer müsse her, eine Finanztransaktionssteuer auch, zudem sollten Steuerschulden eingetrieben und Steuerhinterziehung bekämpft werden.
"Gerade in der ersten Konsolidierungsphase soll bei den Krisenverursachern angesetzt werden", heißt es weiter. Zu bekämpfen gelte es "die wahren Schuldentreiber", als da wären: ein "krisenanfälliges Finanzsystem", steigende Arbeitslosigkeit und fehlendes Wachstum sowie "unzureichende Beiträge von Reichen bzw. Unternehmen und Bauern".
(APA)
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