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Schuldenbremse im Verfassungsausschuss beschlossen

01.12.2011 | 17:34 |   (DiePresse.com)

SPÖ und ÖVP haben die Schuldenbremse im Verfassungsausschuss mit einfacher Mehrheit beschlossen. Fekter glaubt, dass die Opposition der Schuldenbremse noch zustimmt. Das BZÖ sendet positive Signale.

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Die Regierungsfraktionen haben im Verfassungsausschuss die Schuldenbremse beschlossen. Die Opposition war dagegen. Im Ausschuss reichte für den Beschluss die einfache Mehrheit, im Nationalrat braucht die Regierung, um die Schuldenbremse in der Verfassung zu verankern, die Zustimmung mindestens einer Oppositionspartei. Da diese Zustimmung aber noch ziemlich unsicher ist, haben SPÖ und ÖVP im Verfassungsausschuss zwei Anträge zur Schuldenbremse beschlossen: Einen für ein einfaches Gesetz und einen für ein Verfassungsgesetz.

Die Schuldenbremse kann ja auch als einfaches Gesetz beschlossen werden und muss nicht unbedingt in der Verfassung verankert werden, auch wenn das das ursprüngliche Ziel der Regierung war.

Grüne, FPÖ und BZÖ zeigten sich ablehnend oder stellten aus Regierungs-Sicht kaum zu erfüllende Bedingungen. Zumindest das BZÖ schlug am Donnerstag aber wieder sanftere Töne an: Sie fordern Sanktionen bei Nichteinhaltung der Budgetvorgaben sowie die Einführung einer fixen Steuern- und Abgabenquote und einen genauen Fahrplan für die Haushaltssanierung. Am Montag wird sich zeigen, ob das BZÖ mit der Regierung mitstimmt.

BZÖ-Chef Josef Bucher zeigte sich "gesprächsbereit" und weniger ablehnend als in den vergangenen Tagen. Man sei eine "konstruktive" Oppositionspartei, erklärte Bucher. Ob seine Partei der Schuldenbremse zustimme, werde sich "zeigen". Zuletzt hatten die Orangen als Bedingung das Einfrieren der Steuer- und Abgabenquote gestellt. Der Vorschlag gefiel zwar Fekter, missfiel aber dem Koalitionspartner.

Werner Kogler von den Grünen bezeichnete die Verankerung einer Schuldenbremse in der Verfassung dagegen erneut als "unnötig". Er drohte mit einer 15-stündigen Filibusterrede im Ausschuss - für den Fall, dass sich die Regierung weiter zu den Auswirkungen der Schuldenbremse auf Steuern und Kürzungen ausschweigt. Kogler hat im Dezember des Vorjahres mit einer zwölfstündigen Filibusterrede im Budgetausschuss von sich reden gemacht.

Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) appellierte am Donnerstag an BZÖ, Grüne und FPÖ "sich zu besinnen". Wenn man das Gesetz nicht beschließe, drohe ein Anstieg der Zinszahlungen. Damit würde die Opposition "den Bürgern keinen guten Dienst erweisen", so Fekter.

Fekter und Schieder "optimistisch"

Die Schuldenbremse nur als einfaches Gesetz zu beschließen und damit nicht auf die Zustimmung der Opposition angewiesen zu sein, lehnte Fekter neuerlich ab. Es sei wichtig, eine langfristige Stabilität zu gewährleisten. Die Finanzministerin zeigte sich aber wie ihr Staatssekretär Andreas Schieder (SPÖ) "optimistisch", die erforderliche Zweidrittelmehrheit zusammenzubringen.

(APA)

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7 Kommentare
Gast: What-was-my-achievement
01.12.2011 23:25
2 0

Reformen?

Wo bleiben die Reformen?

Gesundheits, Steuer, Verwaltungs, Staats, Bundesheer, Gemeindegebiets-Reform.
ÖBB und ORF sowie ASFINAG-Privatisierung?

Nichts davon passiert.
Und am Ende zahlt wer? Wir die Steuerzahler.

Placebo...

Eine Schuldenbremse ohne Sanktionsmöglichkeit verhält wie die 10 Gebote. Es gibt sie, aber wenn man sich daran nicht hält, passiert auch nichts.

"...sich die Regierung weiter zu den Auswirkungen der Schuldenbremse auf Steuern und Kürzungen ausschweigt...."

Die übliche Taktik. Wie beim letzten Belastungspaket unmittelbar nach den Steirischen und Wiener Landtagswahlen, für das man aus wahltaktischen Gründen sogar die Verfassung gebrochen hat, hält man jetzt mit der Wahrheit hinter dem Berg. Es fragt sich, was diese Parteien eigentlich daran hindert, klar und deutlich zu sagen, was an Belastungen auf die Bürger zukommt und dann das gemeinsam mit der "Schuldenbremse" zu beschließen. So geht es in der Salamitaktik, erst beschließt man die Schuldenbremse und dann sagt man, weil es die gäbe müsse man diese und jene Belastungen auf die Bürger abladen. Das das letztlich alles wieder zu Lasten des Sozialsystems gehen wird ist bereits jetzt vordergründig klar.

Gast: Plach2
01.12.2011 20:56
1 0

Seit 1945 benötigte kein Finanzminister eine Schuldenbremse in der Verfassung!

Bis 2015 machen SPÖ+ÖVP 35 Mrd. neue, noch höhere Staatschulden; das nennen sie "sparen"!

Zwischen 2016 und 2020 sollen davon lediglich 8 Mrd. wieder eingespart werden, das nennen sie dann "Schuldenbremse".

Die halten uns wohl für besonders blöd! Obwohl die Regierung 2 Mrd. einsparen will, wollen sie gleichzeitig 900 Mio neue Steuern einheben.

27.10.2011: Die Kernprobleme sind gelöst; (Fekter nach dem EU Gipfel)

23.11.2011: ÖAAB warnt vor Schuldenbremse

25.11.2011: Spindelegger ist über die SPÖ erschüttert weil sie die Schuldenbremse aufweichen will

26.11.2011: Die Regierung braucht zusätzlich 900 Mio (Spindelegger)

29.11.2011: "Am Ende des Tages wird jeder in Österreich seinen Beitrag leisten müssen ... es wird niemand auskommen", sagte der ÖVP-Vizekanzler in der "ZIB 2"

30.11.2011 Die ÖVP will 2 Mrd. einsparen (Spindelegger)


Gast: Luzifer
01.12.2011 18:37
1 0

Daß man die "Schuldenbremse" als Verfassungsbestimmung

beschließen muß, um bei der laufenden Überprüfung durch die Ratingsargenturen das Triple A nicht zu verlieren, liegt auf der Hand. So und ähnlich hat sogar Italiens Ex-Ministerpräs. Berlusconi agiert .... Die Linke hat es verhindert.

Auch den Schüssel ließ die Linke aus wahltaktischen Gründen bei div. Reform- u. Sanierungsmaßnahmen "auf die Seife steigen"!

Eine Parallele findet sich auch zeitgeschichtlich, als Österreichs nach dem 1.W. "aus dem letzten Loch pflff" und BK Seipel die Währung mithilfe der Völkerbundleihe sanieren wollte: damals war die "große Stunde" der Austrofaschisten, Seipel als "gnadenlos, unsozial" etc. aus parteitakischen Gründen hinzustellen.

Seit wann hält sich diese SPÖVP-Regierung in Budgetangelegenheiten an die Verfassung?

Das ist reine Augenauswischerei! Die Opposition soll hat bleiben und auf ihren Forderungen dazu beharren!

Antworten Gast: Plach2
01.12.2011 20:57
1 0

Re: Seit wann hält sich diese SPÖVP-Regierung in Budgetangelegenheiten an die Verfassung?

Ich denke dazu fehlt Bucher das nötige Rückgrat.

Vielleicht bekommt er nach der nächsten Wahl einen hochbezahlten Vorstandsjob beim Staat, falls er nicht mehr ins Parlament gewählt wird.