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Einfache Schuldenbremse für Länder "nicht bindend"

05.12.2011 | 12:55 |   (DiePresse.com)

Die Schuldenbremse wird nun doch nur als einfaches Gesetz beschlossen. Für Verfassungsrechtler Funk hat sie damit nur noch "Symbolcharakter".

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Eine einfachgesetzliche Schuldenbremse hätte reinen "Symbolcharakter". Wie der Verfassungsrechtler Bernd-Christian Funk am Montag sagte, wäre ein Beschluss der Sparvorschriften ohne Verfassungsrang zwar "nicht ganz sinnlos, weil es immerhin ein Signal nach außen ist". Allerdings könnten die Länder dadurch nicht zur Einhaltung des Defizitlimits verpflichtet werden und auch künftige Bundesregierungen könnten die Schuldenbremse ohne weiteres umgehen. Wegen der fehlenden Zweidrittel-Mehrheit soll die Schuldenbremse am Mittwoch nur als einfaches Gesetz geboten werden.

Die Regierung wird die Schuldenbremse mangels Verfassungsmehrheit voraussichtlich als einfaches Gesetz beschließen. "Die Schuldenbremse wäre als gesetzliche Regelung nur mehr eine reine Absichtserklärung", sagt Funk. Wenn künftige Regierungen das Defizitlimit überschreiten wollten, dann müssten sie die einfachgesetzliche Schuldenbremse nicht einmal außer Kraft setzen, erklärt Funk. Sie müssten dazu einfach nur im jährlichen Budgetgesetz ein höheres Defizit beschließen, das dann gleichrangig neben dem einfachgesetzlichen Schuldenlimit stehen würde.

Nicht möglich wäre es aus Sicht des Verfassungsjuristen auch, die Länder per einfachem Gesetz zur Einhaltung des Defizitlimits zu verpflichten. "Ich kann mir nicht vorstellen, wie in einem einfachgesetzlichen Beschluss eine Regelung betreffend die Länder anders aussehen könnte als eine unverbindliche Absichtserklärung", betont Funk. Der Versuch einer einfachgesetzlichen Verpflichtung der Länder wäre wohl verfassungswidrig, denn: "Da wäre der Bund nicht zuständig." Allenfalls könne man die Länder über den Finanzausgleich unter Druck setzen.

Allerdings hätte sich laut Funk auch bei einer verfassungsrechtlichen Schuldenbremse das Problem der Durchsetzbarkeit ergeben. "Es weiß niemand, welche Sanktionen man vorsehen könnte", so der Verfassungsjurist. Die mögliche Aufhebung des Budgets durch den Verfassungsgerichtshof bringe ja "keine substanzielle Verbesserung" des Defizits, gibt Funk zu bedenken. Nötig wäre hier eine andere Art der Rechtskultur in Österreich - nämlich, dass rechtliche Vorgaben auch ohne Sanktionen einzuhalten sind. Vorbild könne die Schweiz sein: "Da steht außer Zweifel, dass das, was festgelegt ist, verbindlich ist."

(APA)

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239 Kommentare
 
1 2 3 4 5 6
Gast: kibitz
06.12.2011 08:56
0 1

Augenauswischerei


Der Verfassungsrang würde wohl nichts bewirken, da es eine Bestimmung gibt, dass Belastungen für die Länder NUR mit deren ZUSTIMMUNG erfolgen können.

Gast: Na und?
06.12.2011 08:28
2 1

Ganz ehrlich:

Wenn sich eine Regierung nicht von ökonomischen Zwängen beeindrucken lässt, warum sollte dann ein Gesetz was bringen?!

Pröll hat vor genau einem Jahr auch ein Verfassungsgesetz gebrochen, schon vergessen?!

Das mit dem Verfassungsgesetz war von Anfang an ein Gag. Die Opposition hat das durchschaut, jetzt soll SPÖVP schauen, wie es weitergeht.

Nachdem in den letzten zwei Jahren subversiv Wahlkampf für 2013 geführt worden ist, ist der Ofen aus. Die nächste Wahl wird ein Denkzettel, der sich gewaschen hat!


Gast: astray
05.12.2011 22:09
4 2

kein wunder

der herr kopf braucht sich nicht über diese ablehnung des bzö mokieren.denn nicht einmal gespräche führen zu wollen über durchaus vernünftige forderungen wie steuer-obergrenze ist präpotent und provoziert ja geradezu eine ablehnung.
diese regierung hats wieder einmal verschissen.

Gast: wahnwelt
05.12.2011 19:14
9 2

Wozu eine Schuldenbremse?

Die Regierung hatte gerade die Chance, den Beamten die Gehälter um 7 Prozent zu kürzen können, wenn sie sparen wollte. Das haben die Spanier schon vor Jahren gemacht. Stattdessen 3 Prozent mehr ist gleich 10 Prozent Minus, mit dem man die Ratingagenturen zu reizen beliebt. Die Ratingagenturen mit Druckerschwärze auf Verfassungspapier zu papierln, das kann nur schlecht ausgehen. Daher scheitert diese Schwindeleggersche Betrugsaktion zu recht und gottseidank. Wir Österreicher mögen ja dumm genug sein, um uns von Faymann und Co pflanzen zu lassen. Die Ratingagenturen erkennen diesen Schwachsinn im Ansatz. Und werden sich auch dementsprechend bald melden. Herr Schwindelegger möge dann vereint mit seinem kongenialen Freund Failman vor uns hintreten und zugeben, dass er zu blöd war, um die Staatsgläubiger erfolgreich zu täuschen.

Gast: rudi234
05.12.2011 19:07
2 2

super

sehr gute nachricht !!!!

Gast: newpete
05.12.2011 18:58
3 4

Schuldenbremse ist Unsinn

So wie es sich die Regierung vorstellt, ist die Schuldenbremse in der Verfassung einfach Unsinn. Denen BEIDEN geht es einzig darum, nach den nächsten Wahlen einer anderen Koalition das Leben so schwer wie möglich zu machen. Deshalb brauchen sie das Verfassungsgesetz.

Grundsätzlich ist es aber sehr dringend notwendig, den Staatshaushalt auszugleichen. Und zwar je zur Hälfte durch Sparen und die höhere Einnahmen.

Sparen kann man vor allem bei Subventionen für Firmen und Landwirtschaft. Auch so manche Kunstsubvention (Oper, Salzburger Festspiele etc) die vor allem "den Reichen" zugute kommt ist abzustellen.

Bei den Einnahmen brauchen wir dringend eine Vermögenssteuer. ALLE Einkommen müssen in die Einkommenssteuer (Abschaffung der KEST). Damit auch Erbschafts- und Schenkungssteuer, denn auch Erben und Geschenkannahme ist Einkommen. Und die unsägliche Gruppenbesteuerung ist auch abzuschaffen. Gleichzeitig könnte bei einem Einbeziehen ALLER Einkommen die Tarife kräftig gesenkt werden (vor allem der Eingangsteuersatz).

Das wäre der richtige Weg und nicht neue Blockaden für die Zukunft.

Antworten Boris
06.12.2011 03:08
0 1

Wenigsten einer hat den Durchblick


Chapeau!

starclimb
05.12.2011 18:52
9 1

Eine Schuldenbremse ohne Sanktionen ist für nichts

Da hat das BZÖ/Bucher vollkommen recht.

Wie viel die Regierung unter Aufsicht des Bundespräsidenten sonst von der Verfassung hält hat man ja beim letzten Budget gesehen. (Und Maastrich ingnorieren sie auch)

Gast: v. Faltin
05.12.2011 18:48
1 1

Selbstbetrug bei der Schuldenbremse

Der durch nichts mehr gerechtfertigte Sozialstaat, der Lügen und Betrügen belohnt und die arbeitende Bevölkerung brutal ausnimmt, läßt das System zusammenbrechen. Die Politiker, die das erkennen, werden aber nicht gewählt oder sogar bedroht.
Also kommt jeden Tag der Abgrund etwas näher.
Die Demokratie schafft sich dann selbst ab.
Bitte dann aber nicht wieder jammern.

Gast: Gast 2011
05.12.2011 18:44
1 1

vielleicht bekommt Österreich irgendwann verantwortungsvolle Politiker

denen es selbstverständlich ist einen ausgeglichenen Haushalt zu führen. Bei den geistigen Kapazitäten, die uns jetzt "regieren" ist das zweifellos nicht zu erwarten. Es ist ja auch viel einfacher über seine Verhältnisse zu leben und seine Kinder die Schulden zurückzahlen lassen. Nur was machen wir dann mit Griechenland & Co....?

Gast: Stefan P
05.12.2011 18:43
2 12

Wenn der Bucher nicht immer auf der Bremsen stehen würde....

... hätten wir schon mehr eingespart! Aber so mit seinen Aussagen wird nicht viel werden!

Gast: Ernst Holt
05.12.2011 18:40
6 3

Sieg der Vernunft

Der Dank geht an das BZÖ! Aus welchen Gründen immer hat das BZÖ der Vernunft zum Durchbruch verholfen.
Eine Negrenzung der Schulden ist sache der Tagespolitik und nicht der Verfassung. Es wäre nur das Abschieben der Verantwortung auf das Abstraktum Verfassung gewesen. In die Verfassung gehört vieles, aber nicht die Frage ob man Schulden macht oder nicht.
Das ganze mit der Schuldenbremse ist nicht als das Eingeständnis der Regierungsparteien, dass sie völlig unfähig sind und keine Idiotie auslassen, um sich in Szene zu setzen.

2 10

schade!

das bzö wäre für mich so eine echte alternative gewesen bei den nächsten wahlen!

aber diese verantwortungslosigkeit gegenüber unserem heimatland lässt mich diesen gedanken schnell wieder verwerfen!

Antworten Gast: Lukas
05.12.2011 18:48
5 2

Re: schade!

verantwortungslos und dumm wäre es gewesen wenn sich das BZÖ von einer zum Sparen unfähigen und unwilligen Regierung verarschen ließe!

Antworten Antworten Gast: Karl Huber
05.12.2011 20:22
2 0

Re: Re: schade!

Solangs Wähler wie diesen "Sichel vom Adler" gibt haben die Genossen und die GrünenInnen leichtes Spiel.
Weil es muß jemand schon recht wenig in der Birn haben um diesen Faymann oder gar diese "Griechische Anleihe" zu wählen. Oder wie sehen Sie das?

Gast: Sepp
05.12.2011 18:28
1 1

Sg Herr Bucher

Ich würde die Abstimmung im Klub freigeben und informell eine Zustimmung empfehlen. Schuldenbremse in der Verfassung gibt Ihnen und uns allemal ein besseres Arg gegen rotgrüne Steuererhöhungsorgien als keine.

50% sind schon genug, CH und Dt als Benchmark sind viel niedriger


Antworten hw007
05.12.2011 19:15
1 1

Re: Sg Herr Bucher

Sie verwechseln da was

Florianus
05.12.2011 18:27
8 1

Um Österreich zu retten sind folgende Maßnahmen zu treffen:

-Beamtengehälter einfrieren -->Nulllohnrunde bis mindestens 2015!

-40 Stunden Anwesenheit für Lehrer in der Schule

-Streichung sämtlicher Agrarförderungen.

-Streichung sämtlicher Förderungen für die ÖBB

-Abschaffung der Pauschalierung der Landwirtschaft

-Gemeinden unter 2000 Einwohnern mit anderen Gemeinden fusionieren.

-Anzahl der Bezirke halbieren

-Bundesrat abschaffen

-Landeslehrer, Spitäler und sämtliche Gesetzgebende Gewalt zum Bund

-Fusion aller Sozialversicherungsanstalten zu EINEM Institut bei dem ALLE versichert sind.


Antworten captain
05.12.2011 19:10
2 0

Re: Um Österreich zu retten sind folgende Maßnahmen zu treffen:

ist viel auf einmal, aber alles in allem: DAUMEN HOCH!


Antworten Antworten hw007
05.12.2011 19:19
1 0

Re: Re: Um Österreich zu retten sind folgende Maßnahmen zu treffen:

Ich möchte die schülerfreifahrt und außerdem möchte ich mir die Krankenversicherung wie in DE aussuchen können. Beim Auto darf ich ja das auch.
Ein versicherungsmonopolist ist mit Sicherheit teurer.
Wer hat in AT damit begonnen einem Monopolisten zu fordern? Denken tut eh keiner mehr?

Antworten at.spam
05.12.2011 18:59
0 1

kurzsichtig und falsch

unter die "Beamten" fallen auch VB und mit solchen 0-Runden trifft man nur diese. Für "echte" Beamte und Ruhegenussbezieher 0 Runde bis zur Grabsteinlegung, für alle anderen mind. Inflationsageltung!

- Agrar, Nein, aber herabsetzen des Freibetrages wieder auf 50.000EUR

- ÖBB, Ja inkl. VIA

Was fehlt:

Reduktion der Nationalräte auf max. 100, direkt abhängig von gültigen Stimmen. Was heißt: 100% Wahlbeteilung, 0% ungültig = 100 Nationalräte!

12 2

Hallo? Was für einen Sinn hätte dieses Gesetz ohne Sanktionen bei Nichteinhaltung?

Das ist der Grund, warum das BZÖ nicht zustimmte! Und recht hat es.

Gast: nina blum
05.12.2011 18:20
1 12

Das hat uns alles der Schüssel mit seiner Abzockregierung eingebrockt. Der hat das Geld beim Fenster rausgeworfen.

Und obwohl er die Steuern massiv erhöht hat, sind unter ihm die Schulden weiterexplodiert; Jahr für Jahr.
Und zu verantworten haben es die Beamten, denn die verwalten ja unser Steuergeld. Wer denn sonst bitteschön?

Re: Das hat uns alles der Schüssel mit seiner Abzockregierung eingebrockt. Der hat das Geld beim Fenster rausgeworfen.

So einfach ist die "Antwort" aus der Löwelgasse - es war wieder einmal "der Schüssel".
Sein einziges - wenngleich unverzeihliches -Vergehen bestand allerdings nur darin, die Genossen vorderhand von der Macht zu entfernen.
Ich würde vorschlagen, umgehend den Herrn Häupl - der hat ja nicht weit in die Löwelgasse - zum "Nachfolger" des gnadenlosen Abzockers" zu machen - seine Kompetenz beweist er ja gerade!

Antworten Gast: Karl Huber
05.12.2011 20:31
1 1

Re: Das hat uns alles der Schüssel mit seiner Abzockregierung eingebrockt. Der hat das Geld beim Fenster rausgeworfen.

Sie Sie es Frl. Rudas?

Antworten Gast123
05.12.2011 19:00
0 1

Bucher hat mitgemacht

Zur Erinnerung: Josef Bucher sitzt seit 2002 in der Regierung und war somit bis 2006 auch Abgeordneter einer Regierungspartei und ab 2005 sogar Bereichsprecher für Finanzen und Budget für das BZÖ. In dieser Funktion hat er gar keine Probleme mit dem Schulden machen.

Die Recherche in den stenographischen Protokollen des Parlaments fördert Witziges zu Tage. Das genaue Gegenteil von dem was er jetzt fordert. In sämtlichen Debatten zu den Bundesrechnungsabschlüssen lobt er die klugen Budgets inkl. Wachstumsprogramme und Budgetdefizite sind eben das unweigerliche Resultat des Konjunkturzykluses.

 
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