19.06.2013 04:35 Merkliste 0

Schuldenbremse: Fischer mahnt Opposition

06.12.2011 | 15:41 |   (DiePresse.com)

Eine Schuldenbremse im Verfassungsrang wäre ein "wichtiges und richtiges Signal", sagt der Bundespräsident. Der Opposition legt er eine indirekte Zustimmung nahe.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Bundespräsident Heinz Fischer macht sich für die Verankerung der Schuldenbremse in der Verfassung stark. Er wandte sich am Dienstag mit einem ungewöhnlichen Appell an alle Parteien. "Tatsache ist, dass sowohl die Regierungsparteien wie auch die Oppositionsparteien Verantwortungsbewusstsein an den Tag legen und für ihre Entscheidungen in einer schwierigen Phase der Finanz- und Kreditpolitik gegenüber der österreichischen Bevölkerung Rechenschaft ablegen müssen", erklärte Fischer in einer Aussendung.

Angesichts der drohenden Herabstufung durch die Ratingagentur Standard & Poor's brauche Österreich mehr denn je "gemeinsame Anstrengungen in Richtung einer stabilen und rationalen Entwicklung". Eine Schuldenbremse im Verfassungsrang wäre ein "wichtiges und richtiges Signal zum richtigen Zeitpunkt", betonte Fischer.

Der Opposition legte der Bundespräsident eine Zustimmung zur Verfassungsregelung auf indirektem Weg nahe: Er wies darauf hin, dass Abgeordnete, die dem Gedanken einer Schuldenbremse im Verfassungsrang grundsätzlich positiv gegenüberstehen, aber der Regierung keinen ausdrücklichen Vertrauensvorschuss geben wollen, sich der Stimme enthalten bzw. an der Abstimmung nicht teilnehmen könnten.

Hintergrund: Um ein Verfassungsgesetz erfolgreich zu beschließen, müssen zwei Drittel der im Plenum anwesenden Abgeordneten zustimmen. Anwesend sein muss nur die Hälfte der Abgeordneten. Die Opposition könnte das Gesetz also durch Auszug aus dem Nationalrat ermöglichen.

Opposition lehnt Fischer-Vorschlag ab

Die Opposition erteilte dem Vorschlag Fischers prompt eine Absage. Das sei "demokratiepolitisch bedenklich, vor allem aus dem Munde eines amtierenden Bundespräsidenten", sagte Parteichef Heinz-Christian Strache. Offenbar wolle man sich von Seiten der Regierung der lästigen Opposition entledigen. Die Äußerungen des Bundespräsidenten seien in dieser Hinsicht ausgesprochen bedauerlich, so Strache.

Der FPÖ-Chef forderte Fischer auf, einen Runden Tisch der Parteichefs einzuberufen, wenn ihm die Schuldenbremse im Verfassungsrang so wichtig sei. Mit der FPÖ hätten nämlich weder Kanzler noch Vizekanzler das Gespräch gesucht. Dafür finde Fischer aber keine mahnenden Worte, kritisierte Strache.

BZÖ-Chef Josef Bucher richtete Fischer aus, dieser hätte genug Zeit gehabt, sich in die Verhandlungen über eine Verankerung der Schuldenbremse in der Verfassung einzubringen. Die Grünen erklärten, man werde im Saal bleiben und gegen die Bremse stimmen.

Das BZÖ hatte am Montag als letzte der drei Oppositionsparteien ihre Zustimmung zur Verfassungsregelung verweigert. SPÖ und ÖVP werden daher die Schuldenbremse am Mittwoch im Nationalrat wohl nur einfachgesetzlich beschließen.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

410 Kommentare
 
12 3 4 5 6 7 8 9
Gast: Advent
07.12.2011 14:19
4 0

Besinnung im Advent

Wer gestern die Nationalratsdebatte verfolgte und den Bericht des Herrn Rechnungshofpräsidenten am Beispiel Wetterdienste in Österreich genoss, kann nicht dafür sein, diesem Staat auch nur 1 Cent mehr Steuergeld zur Verfügung zu stellen.


Re: steuern

Fakt ist, dass es auch bei uns dringendst einer steuerlichen Entlastung des Faktors Arbeit bedarf.

Speziell die Mittelschicht wird über die Maßen abgezockt. Der Anteil derer, die überhaupt keine (Lohn)Steuer zahlen (gegenwärtig ca 2,7 Mill. Österr) sowie jener, die vom Staat alimentiert werden müssen, ist im Steigen begriffen.

Daher ist auch klar, wer zuvorderst als Zahler wird auftreten müssen, wenn es heißt (wie der Vizekanzler bei uns auch gesagt hat), dass "alle ihren Beitrag leisten müssen".

0 0

Re: Re: steuern

nunja, er meint das sicher so (nicht meine meinung):

jeder muss seinen betrag leisten. die bereits den höchsten beitrag leisten, bekommen natürlich keine vorschusslorbeeren, logisch.
nun, denen die eh schon nix haben, kann man nichts wegennehmen.
die reichen wird man nicht erwischen, bzw. wirds nicht ausreichen.

zählen 1+1 und sie wissen wer zahlt!

PS: bei der letzten steuerreform wurde gesagt: jetzt muss man mal die wenigverdiener entlasten, aber bei der nächsten großen steuerreform (is mittlerweile vergessen) kommt mittelstand an die reihe.

Re: Re: Re: steuern

Nun, ich seh es so, dass das Problem die Wähler sind. Jene, welche noch wählen und zu ihrer Partei halten, wollen die Poltiker nicht verlieren. Daher die Angst vor Entscheidungen. Zudem gibts auch zunehmend auseinanderdriftende Gesellschaftsschichten. Ist es doch nur noch ein knappes Drittel der Arbeitnehmer, welche als Netto-Steuerzahler fungieren, während die Anzahl jener, die vom Staat alimentiert werden (müssen) im Steigen begriffen ist.

Dabei ginge es relativ einfach: Die VP müsste sich der Besteuerung von (leistungslosem) Vermögen anschließen. Es gibt genügend durchdachte Vorschläge. Erstens müsste bei Grund und Boden angesetzt werden (hier will die SP nicht so richtig mitmachen, wegen Häupl als größtem Grundbesitzer in Wien) und dann Erben und Schenken (mit Freibeträgen).
In erster Linie müssten Einnahmen daraus zur Entlastung der Lohnnebenkosten (arbeitgeber- und arbeitnehmerseitig) dienen.
Der wichtigste Schritt kann freilich nur in effizienten, mutigen Schritten zur Eindämmung der strukturbedingten Schuldenspirale liegen.
Dass solch erforderliche Maßnahmen auf keine ungeteilte Zustimmung der Bevölkerung stossen, ist auch klar.....Die Postings hier etwa sind das beste Beispiel dafür.....Mein Fazit: wir haben die Politiker, die wir verdienen.

0 0

Re: Re: Re: Re: steuern

Nun, ich finde es menschenverachtend, ja menschenrechtsverletztend, wenn man als Mittelstand 40jahre zum Großteil für andere arbeiten muss. Man ist ja gerade zu dumm, wenn man Freizeit und Geld für die Weiterbildung investiert.

Sozialer mindestschutz ist IO, aber wenn netto das gleiche rauskommt, egal was man brutto erwirtschaftet, dann ist das moderne Sklaverei!

Re: Re: Re: Re: Re: steuern

Das kann man sicherlich so sehen, va auch wenn man sich den Dschungel mit den Transferzahlungen anschaut (Stichwort Familieneinkommen)......leistungsfeindlich ist ein schwacher Ausdruck dafür...
Das mit den 40 Jahren stimmt doch leider auch nicht, da kann man nur mit großen Abschlägen in Pension gehen...und diese (die Abschläge) sollen weiter erhöht werden....von einer Art Einheitspension sind wir nicht mehr weit weg....
Da hilft nur eines: zu schauen, dass man gesund bleibt wobei natürlich die Frage ist, ob nicht jemand der früher in Pension geht und dadurch weniger Geld zur Verfügung hat, letztlich nicht der Gescheitere ist....

0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: steuern

35-40 deswegen, da man ja anfangs nicht soviel verdient.

frühpension: natürlich ist der/die gescheiter. und dann a bisserl ein "zuverdienst".
da haben sie schnell mehr in der tasche als ein arbeiter, legal.

z.b. sie am flohmarkt, er tut einwenig tischlern.
ich habe absolut nichts gegen diese tätigkeiten. aber es stimmt nachdenklich, dass man da schnell mehr in der tasche hat, als mit legaler arbeit.

man darf ja nicht vergessen, es entfällt die steuer/sozialversicherung und kürzend auf sozialleistungen wirkt der "nebenverdienst" auch nicht. und glauben sie mir ich weiß von was ich spreche.

Gast: franz josef 2
07.12.2011 11:27
5 0

Lügenpartei

Als "Mogelpackung", bezeichnete der freiheitliche Bundesrat Mag. Reinhard Pisec das kolportierte Bruttoinlandsprodukt (BIP), da hier massiv getrickst werde, um international besser da zu stehen. So setze die Regierungspolitik alles daran das BIP hoch ausfallen zu lassen, damit die fixen Größen (also die Ausgaben in absoluten Zahlen) in Prozentzahlen zum BIP geringer ausfielen und so die Schuldenbremsenkriterien optisch erfüllt werden könnten, so Pisec. .

Dafür werde sogar die öffentliche Verwaltung in Höhe von mehr als 15 Mrd. Euro in die Wirtschaftsleistung und damit ins BIP eingerechnet, kritisierte Pisec, der hier auch einen möglichen Grund für die Verschleppung der Verwaltungsreform sieht. Denn mit einer schlanken und somit billigeren Verwaltung würde das BIP sinken und die Verhältniszahl (= Neuverschuldungsgrad) steigen, zeigte Pisec auf. Ehrlicher wäre es, die Verschuldung an fixen Größen und nicht in variablen Größen (Abhängigkeit zum BIP) zu messen, so Pisec.


Gast: diddlddldd
07.12.2011 11:11
4 0

Diese Politiker sind eine Bedrohung

für den Staat und jeden Steuerzahler! Die Fahren den Karren mit offenen Augen frontal an die Wand.

0 0

Re: Diese Politiker sind eine Bedrohung

Wenn man Anstand, Moral, Zivilcourage und Rückgrat als die 4 Federbeine beim Anforderungsprofils eine(r)s Politiker(in)s betrachten würde, so müsste einem sofort klar werden, dass unser politischer Karren ungefedert, als Schrott im Graben liegt. Schrott gehört entsorgt - aber umweltgerecht! Sprich; nicht wie bisher praktiziert - auf einen feinen Sessel mit einem dicken Geldpolster!
Nein! Umweltgerecht! Auf nicht mehr Wieder sehn auf dem politischen Parkett!
ES IST HÖCHSTE ZEIT ZUM POLITISCHEN PROTEST!

2 0

Re: Diese Politiker sind eine Bedrohung

ist aber für die politiker selbst die angenehmste lösung.

daraus folgt: die derzeitigen westlichen demokratien haben da einen massiven systemfehler.

Antworten Gast: Pepi88
07.12.2011 11:18
0 0

Re: Diese Politiker sind eine Bedrohung

Die Regierung macht bis 2015
53 Mrd. neue, noch höhere Schulden (Rechnungshofpräsident Moser in der ORF Pressestunde)

Heute: Die ÖVP ist für neue Steuern bereit (Miterlehner)

Gestern: VP-Finanzministerin Fekter wendet sich vehement gegen neue Steuern. Der Staat greife den Österreichern ohnehin "schon sehr tief in die Geldbörsen". Das Problem sei nicht, dass es zu wenig Steuern gebe, sondern "dass wir zu viel ausgeben". Der Staat greife den Österreichern - mit einer Steuerquote von 42,8 Prozent - "schon sehr tief in die Geldbörsen". Unser AAA ist nichtgefährdet (Parlament)

Schuldenbremse durch Ausgabenbremse

Die Debatten um eine Schuldenbremse sind einfach lächerlich. Die Regierung tut zuweilen so, als ob eine Schuldenbremse nur im Verfassungsrang wirken würde.
Damit entmündigen diese Politiker erstens sich selbst und in weiterer Folge die Wähler.

Wie wäre es mit einem Verfassungsbeschluss, wonach die Budgetausgaben für einzelne Aufgabengebiete begrenzt werden?

Die Verwaltungsausgaben (Hoheitsverwaltung, z.B. Ministerien und oberste Organe) verschlingen beinahe 12% der jährlichen Haushaltsetats. Damit sind wir weltweit Spitzenreiter!
Eine sofortige Reduktion solcher Aufwendungen ist daher im Verfassungsrang zu beschließen!


Antworten Gast: Baur4
07.12.2011 11:07
2 0

Re: Schuldenbremse durch Ausgabenbremse

Die Regierung macht bis 2015
53 Mrd. neue, noch höhere Schulden (Rechnungshofpräsident Moser in der ORF Pressestunde)

Gast: Sanierung
07.12.2011 11:02
6 0

Offensichtlich ist die SPÖ nicht bereit unsere Schulden abzubauen

Das ist verantwortungslos und völlig unakzeptabel für eine Partei die Staatsverantwortung trägt!

Die Verschwendungssucht geht soweit, dass selbst in Griechenland die linken Vorfeldorganisationen immer noch gegen die längst notwendige Sanierung und Rettung des Staates vor der Pleite kämpfen.

2 0

Re: Offensichtlich ist die SPÖ nicht bereit unsere Schulden abzubauen

naja, der nächste schritt ist der aufruf zur plünderung. die AT-innenministerin ist da dicht auf den fersen.

Antworten Gast: Baur4
07.12.2011 11:19
1 0

Re: Offensichtlich ist die SPÖ nicht bereit unsere Schulden abzubauen

Bund und Länder einigen sich, weiterhin wir KEINE politische Funktion eingespart!

Österreich hat 94 Regierungsmitglieder und 770 Abgeordnete. Das EU Parlament als Vertretungsorgan für 500 Mio Menschen nur 736 Abgeordnete. Hätte Deutschland bei 80 Mio Einwohner eine solche Politikerdichte wie wir, gäbe es 90 Bundesländer; tatsächlich haben sie nur 16.


1 1

noch mehr als schwache front men

ärgern mich wadelbeißende Hinterbänkler in der Politik die selbst keine Verantwortung tragen aber populistisch und verhindernd nur ihre Eigeninteressen bzw. das ihres Klientels verfolgen.
Einen schwachen Frontman sieht man und kann ihn messen, dieser Filz ist wie eine Pilzkrankheit, man merkt erst die Auswirkungen.

Gast: derGärntner
07.12.2011 10:16
0 0

der Staat soll an die Österreicher mit Bitte ...

Liebe Forenschreiber!
In den 70iger Jahren förderte der Staat
mit folgenter Maßnahme(gilt nur für Ö-Steuerzahler):
Ankauf von Anleihen,Pfandbriefe (ich glaube bis 100000.-- ATS) mit einem 15%Ankaufsrabbat
der Vorteil liegt heute, die Wertpapiere sind mit der Kest belastet. Das heißt, die Zinsenlast ist eigentlichlich nicht 100% sondern 75%, weiters wird das Wertpapier zurückbezahlt, gibt wahrscheinlich der Inhaber, das erhaltene Vermögen in Österreich wieder aus (Mehrwertsteuer,...).
Auch sollte der Staat wieder daran denken, Österreicher sollen Aktien Ö-Unternehmen kaufen und behalten, Dividenten sich auch mit der 25%Kest belastet, der länger Besitz soll steuerlich gefördert werden und nicht wie jetzt mit der neuen Wertpapiersteuer bestraft werden.

2 0

Re: der Staat soll an die Österreicher mit Bitte ...

wertpapiere?

welcher österreicher kauft den staatsanleihen?
kaufens welche, sind spekulant, kaufens keine sinds auch einer.

die volksvertrottelung ist der politik bestens gelungen. bravo. mehr aber auch nicht.

Wieso Sozialstaat?

Die einen bekommen für´s Nichtstun klar zu viel und die anderen für´s (Vollzeit)Arbeiten ebenso klar zu wenig. Was bitte schön ist daran "sozial"? Ungerecht ist das und die Herrschaften verteidigen da mit Zähnen und Klauen wohl einen Ungerechtigkeitsstaat... ;-)

Antworten Gast: idiotenaufdecker
07.12.2011 10:52
1 5

Re: Wieso Sozialstaat?

wer bekommt fürs nichtszutun zu viel? 55 % arbeitslosengeld (maximum von ca. 1300) ist im vergleich zu anderen ländern verdammt wenig. außerdem werden 6 % vom bruttogehalt als arbeitslosenversicherung fällig. erst informieren und dann schreiben.

Re: Re: Wieso Sozialstaat?

Die (ehrlich) Arbeitssuchenden gehören bei mir zu den Arbeitenden. Mit "Nichtstun" sind die berufsmäßig Arbeitslosen (arbeitsscheu darf man pc ja nicht sagen). Denen geht´s klar zu gut, denn sonst würden sie wohl ihen Hintern auch in Bewegung setzen...

Re: Re: Re: Wieso Sozialstaat?

Sie vergessen aber dabei, dass diejenigen, die Sie als berufsmäßig arbeitslos bezeichnen, sowieso kein Chef im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte einstellen würde.

Entweder sind diese Personen süchtig, obdachlos, haben eine psychische Erkrankung, keine oder mangelhafte Ausbildung, schlechtes Benehmen oder es mangelt ihnen an Sozialkompetenz. Solche Menschen finden keine Arbeit.

Re: Re: Re: Re: Wieso Sozialstaat?

Das mag ja alles stimmen, aber dass man solche Personen gleich "entlohnt" (gar nicht so wenige schaffen es sogar, unterm Strich noch mehr stehen zu haben), wie andere, die sich bemühen und 40 Stunden die Woche niedere Arbeiten verrichten, kann sicher auch nicht der Weisheit letzter Schluss sein...

 
12 3 4 5 6 7 8 9