Wien. Auf Facebook erfreut sich seit Montag die „Wurstbürger“-Gruppe, als Analogie zum Wutbürger, über regen Zulauf. Der Grund dafür: In der Nacht auf Sonntag wurde Heinz-Christian Strache bei einem Clubbing mit einer Wurstsemmel beworfen, nach FPÖ-Aussagen von einem „bereits von früheren Veranstaltungen bekannten Provokateur“. Zusätzlich sei der „Wurstbürger“ – es soll sich um einen 40-jährigen Banker und Familienvater handeln – stark alkoholisiert und aggressiv gewesen. Ein Bodyguard Straches – der FPÖ-Chef besucht Veranstaltungen nur mehr mit einem Security-Team – soll nach dem Semmelwurf laut mehreren Zeugen die Nerven verloren haben und dem „Wurstbürger“ einen Schlag ins Gesicht verpasst haben.
Die Sicherheitsleute des Veranstalters, es handelte sich um das „Friends for Friends“-Clubbing in der ehemaligen Ankerbrot-Fabrik in Favoriten, verständigten sofort Polizei und Rettung. Der Wurstsemmelwerfer wurde im AKH wegen einer Verletzung am Auge ambulant behandelt. Gegen den Strache-Bodyguard wurde eine Anzeige wegen Körperverletzung eingebracht. Die FPÖ verteidigt das Vorgehen ihres Personenschützers, er habe nur „das gelindeste Mittel angewendet, um den betreffenden Herrn von weiteren Attacken abzuhalten“. Sie wird nun ihrerseits eine Anzeige wegen gefährlicher Drohung gegen den „Wurstbürger“ einbringen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.12.2011)
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