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Wir mieten uns Grassers Wörthersee-Villa

26.12.2011 | 17:18 |   (Die Presse)

Subtext vom 14. 1. Der ehemalige österreichische Finanzminister Karl-Heinz Grasser erklärt, dass jeder - so wie seine Frau - seine Villa am Wörthersee mieten könne. In der Praxis gestaltet sich das schwierig, wie wir erfahren mussten.

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Kann man eine solche Einladung ausschlagen? Eine Villa am Wörthersee mit Seezugang, 250 Quadratmeter Wohnfläche, gerade erst renoviert und vor allem mit dem ultimativen Angeber-Faktor (zumindest in manchen Kreisen), im Bett des Karl-Heinz Grasser geschlafen zu haben. „Wenn Sie ein Interesse haben“, meinte Grasser am Mittwochabend in der „Zeit im Bild 2“ zur Vermietung seines Hauses in Maria Wörth an seine eigene Frau, „bitte sich bei der Stiftung zu erkundigen. Ich bin mir sicher, man freut sich über zusätzliche Mieter.“ Also erkundigen wir uns.

Nun unterstellen ja bösmeinende Menschen, dass es dem einst beliebtesten Politiker Österreichs beim ZiB-Auftritt gar nicht um Werbung für neue Mieter gegangen sei, sondern um eine volkstümlich-populistische Erklärung für ein eher kompliziertes Konstrukt: Die Villa gehört nämlich offiziell nicht Grasser, sondern einer Firma in Wien, die ihrerseits einer Stiftung in Liechtenstein gehört, die wiederum Karl-Heinz Grasser gehört. Der frühere Finanzminister lege damit sein Vermögen steuerschonend an, sagen die bösmeinenden Menschen.

So zynisch sind wir nicht, ein Supersauberer wird ja nicht lügen. Also nehmen wir KHG beim Wort und suchen den Kontakt zum Besitzer der Villa, der Firma SMW OG, die Grasser gemeinsam mit Burckhard Graf gegründet hat. Leider hat die SMW OG keine Telefonnummer. Der Firmensitz in Wiens 14. Bezirk ist ein Wohnhaus mit acht Parteien, kein einziges Türschild lautet auf SMW OG. Dafür wohnt Herr Graf hier, der die Villa aber offenbar nicht vermieten will: Weder reagiert er auf Läuten noch auf Anrufe.

Villa hat „einige Minuspunkte“. So leicht geben wir freilich nicht auf. Zumal die Villa eigentlich recht günstig zu mieten sein müsste, weil es „einige Minuspunkte“ gibt, wie Doris Sophie Scarpatetti-Matheis sagt – und die muss es wissen. Erstens bot sie die Villa einst zum Kauf an (Verhandlungspreis waren 1,1 bis 1,3 Millionen Euro), zweitens ist sie die Immobilienmaklerin der Reichen, Wichtigen und Schönen am Wörthersee – und zumindest zu Letzteren gehört Karl-Heinz Grasser.

„Das Seegrundstück ist recht schmal“, gibt Scarpatetti-Matheis zu. Außerdem kann man nicht direkt vom Haus zum See gehen, sondern muss über einen öffentlichen Weg. Dann liegt das Haus im Zentrum des Orts, nicht einsam abgelegen. Conclusio: „Den ultimativen Mietpreis wird man nicht bekommen.“ Ultimativ sind am Wörthersee 50.000 Euro Miete pro Jahr und mehr.

Für Karl-Heinz Grassers Domizil, glaubt Scarpatetti-Matheis nach einigem Rechnen, könnte man eine Nettomiete von um die 3000 Euro pro Monat verlangen, „natürlich abhängig von der Einrichtung“. Sei das Haus nur ein „Edelrohbau“ ohne entsprechend schöne Sofas, ohne Tische und Sessel, dann ist's weniger. Das dürfte aber nicht der Fall sein, schließlich vermietet Grassers Stiftung das Haus ja an seine Ehefrau Fiona. Und die hat dem Vernehmen nach gewisse Ansprüche.

Vielleicht kann ja der Anwalt weiterhelfen. Doch Manfred Ainedter ist ausnahmsweise sprachlos: „Mieten?“, fragt er. „Wenden Sie sich an die SMW OG.“ Womit wir wieder am Anfang wären.

Aber, gibt Ainedter zu bedenken, in seinem Mandanten schwinge immer noch ein Politiker mit. „Er wollte in der ,Zeit im Bild‘ überspitzt zum Ausdruck bringen, dass es sich bei der Villa um ein Mietobjekt handelt.“

Muss man am Ende doch an Karl-Heinz Grassers Worten zweifeln?

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.12.2011)

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6 Kommentare
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Wenn einer Erfolg hat, das verzeihen wir ihm nie!

Dieser Artikel erschien wortgleich bereits einmal in der Presse, nämlich am 13. Jänner d.J.

Heute wird schlicht noch einmal veröffentlicht im Rahmen des Jahresrückblickes 2011.

Und jetzt rätsle ich seit ich die Printausgabe in Händen habe.

Ist der gescheiterte Versuch, sich in eine Wörthersee-Villa einzumieten von solcher weltpolitischen Bedeutung, daß er an hervorragender Stelle eines Jahresrückblickes aufscheinen muß, weil sonst der geschockten Öffentlichkeit ein so wichtiges Ereignis entgeht?

Oder mußte die Qualitätszeitung Die Presse – was durchaus überraschen würde – nur Seiten füllen, weil sie sonst nichts zu vermelden hat?

Beides gleich schlecht!

Daher komme ich zu einer dritten Variante.

Bei dem Chefredakteur, der ständig mit der Blattlinie – was sich leicht beweisen läßt – auf Kriegsfuß steht, geht die Quotensteigerung, von der er lebt, eben über üble Nachrede.

Begründung, da muß ich etwas ausholen: Jetzt an Weihnachten bekam ich als Geschenk von meiner Prager Freundin – ich sage, wie immer gleich dazu, die Dame ist eine tägliche Freundin und keine nächtliche – also meine Prager Freundin schenke mir ein Buch, Jiři Gruša / „Gebrauchsanweisung für Tschechien und Prag“.

Dort kann ich lesen, die Tschechen sagen, „wenn einer Erfolg hat, das verzeihen wir ihm nie“!

Meine Schlußfolgerung, wir müssen mit den Tschechen eng verwandt sein, denn auch für uns gilt, „Wenn einer Erfolg hat, das verzeihen wir ihm nie“!

Grasser, gemessen an seinen roten Vorgängern hatte eben Erfolg!

Re: Wenn einer Erfolg hat, das verzeihen wir ihm nie!

grasser hatte großem erfolg im unterwandern von vergabeverfahren, im verschleudern von steuergeld, vorzugsweise an seine freunde und im aufbau von korrupten netzwerken.

aber wem erzähl ich das. du hast ja bestimmt auch alle "sie sind zu schön zu reich zu intelligent" - "leserbriefe" geschrieben.

arm.

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Wenn man auf einen anderen eindrischt, sollte man wenigstens wissen, wovon man redet

„schilehrer“, wer einen Fremden per „Du“ anredet, hat keine Manieren, ist daher ein Flegel. Ganz abgesehen davon, daß er die Würde des anderen verletzt, indem er ihn abwertend anspricht. Neu ist, daß Schilehrer so sein müssen.

Frage, welches Vergabeverfahren hat Grasser wie unterwandert?

Frage, welches Steuergeld hat Grasser wie verschleudert?

Frage, welches Steuergeld hat Grasser vorzugsweise an seine Freunde verschleudert?

Frage, welche korrupten Netzwerke hat er mit wem aufgebaut?

Kleinschreiber, die ihre mangelnden Rechtschreibkenntnisse verschleiern müssen sind in aller Regel auch Kleindenker. Sie aber, kleingeschriebener „schilehrer“ können nicht einmal die Vorwürfe gegen Grasser, die in der widerlichen Menschenhatz gegen ihn vorgebracht werden, korrekt wiedergeben.

Grasser hat die Buwog-Vergabe zweimal ausgeschrieben, weil das erste Mal die Angebote zu niedrig waren. Ist das unterwandern?

Graser hat den Körperschaftsteuersatz vermindert, dadurch aber das Steueraufkommen massiv erhöht, weil Firmen nach Österreich zu- statt abgewandert sind.

Maischberger hat von der Immofinanz als Beraterhonorar Millionen kassiert, von derselben Immofinanz, die 2,4 Mrd. Euro für Buwog auf den Tisch gelegt hat. Wo ist das Steuergeld?

Die korrupten Netzwerke sind überhaupt eine dubiose Erfindung.

Also bitte, erklären Sie Ihre Vorwürfe! Grasser klagt Sie nicht wegen Übler Nachrede. Wahrscheinlich sind Sie für ihn zu dumm, als daß er sich hinstellt.

Und mich reden Sie bitte künftig per „Sie“ an!

Gast: Josef, W
27.12.2011 06:32
1 0

Hat der nicht andere Sorgen?

Der Herr soll einmal mit dem Kasperl aufhören und sein Justitzangelegenheit aufklären!

Es ist ein Frechheit wie der Herr auf den Nasen der Österreicher umhertanzt!
Weiters ist es für den Wirtschaftsstandort schlecht wie er sich aufführt!
Haider war kein guter Lehrmeister.

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Na, ich möchte Ihre Sorgen haben!

Grasser soll also seine Justizangelegenheit aufklären. Wie recht Sie doch haben!

Nur, das macht Grasser die ganze Zeit schon. Er sagt wieder und wieder, daß er nichts verbrochen hat. Und seit Jahren ist es niemand gelungen, ihm der Unwahrheit zu überführen. Keiner konnte seine ihm angedichtete Schuld beweisen, niemand konnte plausible Indizien beibringen. Na ja, und Sie, trotz Ihrer Sorgen, können das offensichtlich auch nicht, denn sonst täten Sie es ja.

Sie sagen, Grasser tanzt auf den Nasen der Österreicher umher. Ich bin Österreicher, auf meiner Nase tanzt er nicht umher, kann ich Ihnen verbindlich zusichern. Wenn Sie auch Österreicher sind, was ich annehme, dann werden Sie mir jetzt gleich sagen können, wie sich das anfühlt, wenn Grasser auf Ihrer Nase umhertanzt. Das müssen Sie können, natürlich wirklich nur wenn Sie Österreicher sind und kein Zulu aus einem afrikanischen Kral, denen Grasser laut Ihrer Aussage offenbar nicht auf der Nase herumtanzt.

Nun, was den Wirtschaftsstandort betrifft, das wird Sie am ärgsten treffen. Grasser hat durch seine Steuerpolitik dem Wirtschaftsstandort Österreich massiv zu jener hervorragenden Entwicklung verholfen, mit der die Regierungen Schüssel weltweit anerkannt wurden.

Nur zwei Beispielen hierfür: Senkung der Körperschaftsteuer und dadurch Steigerung des Steueraufkommens, weil Firmen nach Österreich strömten. Einführung der Gruppenbesteuerung und damit massive Ausweitung der österreichischen Exporte.

Gerne höre ich von Ihnen!

Re: Na, ich möchte Ihre Sorgen haben!

dein geschreibsl ist unfreiwillig komisch. man könnte deinen postings echten humor, bissige satiere und nahezu zynischen sarkasmus unterstellen, aber offenbar meinst du das wirklich ernst. das ist nochmal lustig.

spaßvogel.

oder armutscherl.