Schon öfters wurde die Forderung laut, das Frauenpensionsalter früher als geplant von 60 auf 65 Jahre anzuheben. Besonders radikal ging nun aber die Generalsekretärin der Wirtschaftskammer (WKÖ), Anna-Maria Hochhauser, das Thema an. Sie will schon in zwei Jahren mit dem Angleichen beginnen, sagte sie im „Ö1-Mittagsjournal" am Donnerstag. Derzeit ist der Start der Anhebung ab 2024 vorgesehen.
Eine vorgezogene Anhebung sei nicht nur im Interesse des Staatshaushalts, sondern auch in dem der Frauen selbst. Laut Hochhauser habe eine Frau umso mehr Nachteile, je früher sie in Pension gehe. Immerhin sei dann ihr Lebenseinkommen geringer sowie ihre Pension. Würde mit der Angleichung des Pensionsantrittsalter schon 2014 begonnen werden, könnte diese außerdem bis 2024 abgeschlossen sein. Dieser Zeitraum müsste auch ausreichen, um den Vertrauensschutz zu wahren und die Lebensplanung Betroffener darauf einzustellen, meinte Hochhauser im Interview.
Immerhin hätte sich seit dem Jahr 1992 - als die Regelung erlassen wurde - vieles verändert. So seien die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf heute völlig andere, als in den 90ern. Hinsichtlich der derzeit auf dem Arbeitsmarkt herrschenden Bedingungen machte sich Hochhauser "keine Sorgen". Es kämen in den nächsten Jahren weniger junge Leute auf den Arbeitsmarkt, zudem klage die Wirtschaft ständig über Facharbeitermangel.
ÖGB-Bundesfrauen: "Absurde" Idee
Das BZÖ signalisierte am Donnerstag seine Zustimmung zu Hochhausers Vorschlag. "Endlich kommt Bewegung in die Diskussion", sagte BZÖ-Frauensprecherin Martina Schenk.
Auf taube Ohren stößt die WKÖ-Generalsekretärin dagegen bei den ÖGB-Bundesfrauen. Deren Vorsitzende, Brigitte Ruprecht, nannte eine vorgezogene Angleichung am Donnerstag „absurd". Frauen sollten zuerst darauf vertrauen können, dass sie genauso viel verdienen wie ihre männlichen Kollegen. Dafür müssten die Betriebe ihrer Pflicht zur Einkommenstransparenz nachkommen, Frauen echte Karrierechancen einräumen und mehr Vollzeitarbeitsplätze für Frauen schaffen, so Ruprecht.
(Ag./hell)
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