Mandl neuer Chef der ÖVP-Denkschule: „Die Partei muss sich breiter aufstellen“

13.01.2012 | 18:38 |  REGINA PÖLL (Die Presse)

Der ÖAAB-Generalsekretär Lukas Mandl hat die Leitung des ÖVP-nahen Think-Tanks übernommen. Mandl soll in dieser Funktion für frischen Wind und neue Ideen sorgen. Er rät er der ÖVP zu mehr Breite und Grundsätzen.

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Wien. Die „Initiative Christdemokratie“ hat einen neuen Chef: Wie die „Presse“ erfuhr, steht dem ÖVP-nahen Think-Tank nun ÖAAB-Generalsekretär Lukas Mandl vor. Er hat die Führung von den beiden Wissenschaftlern Thomas Köhler und Christian Mertens übernommen. Im dreizehnten Jahr nach Gründung der ICD durch Köhler und Mertens, die an der Spitze der Initiative später auch von IV-General Christoph Neumayer unterstützt wurden, zogen sich die bisherigen Leiter in die zweite Reihe zurück. Jetzt soll ÖAAB-General Mandl für frischen Wind und neue Ideen sorgen – und auch für anhaltenden oder sogar steigenden Einfluss auf Michael Spindelegger, so heißt es.

Immerhin kennt Mandl den nunmehrigen ÖVP-Chef und Vizekanzler seit Jahren. Spindelegger hat den inzwischen 32-Jährigen stets gefördert, vor allem auch in seiner Zeit als ÖAAB-Obmann, der Spindelegger von 2009 bis 2011 war. 2010 wurde Mandl General des ÖVP-Arbeitnehmerbundes.

Was Mandl dem heutigen Parteichef und Vizekanzler in seiner neuen, zweiten Rolle als ICD-Leiter sagen wird? Um „weiter vorwärts“ zu kommen, müsse sich die ÖVP breiter aufstellen, sagt Mandl zur „Presse“. „Das programmatische Spektrum sollte mit jenem von CSU über CDU bis zur FDP vergleichbar sein.“ Entscheidende Themen könnten etwa die Freiheit und die Sicherheit sein – insofern, als diese „einander nicht ausschließen, sondern sogar bedingen können“.

 

„Vertane Chance“ Schwarz-Grün

Die Partei brauche auch eine länger- bis langfristige Perspektive; Visionen, aber auch Grundsätze müssten schwerer wiegen, sagt Mandl. Auf aktuelle politische Fragen – wie das Spar- und Steuerpaket – will er in seiner neuen Funktion vorerst nicht Bezug nehmen. Auch nicht auf eine mögliche Neuauflage von Schwarz-Blau nach Neuwahlen, über die zuletzt spekuliert wurde. Die ICD, zu der auch hohe Vertreter der Katholischen Aktion oder Personen aus dem Umfeld Kardinal Christoph Schönborns zählen, gilt freilich seit jeher eher als Sympathisantin von Schwarz-Grün. Auch Mandl meint, dass Schwarz-Grün – mit dem damaligen grünen Parteichef Alexander Van der Bellen – 2003 für die ÖVP eine „historische Chance“ war, die man leider verpasst habe.

War die Beziehung der ICD-Spitze zu früheren Parteichefs wie Wolfgang Schüssel mitunter getrübt, so hatte man zum christlichsozialen Spindelegger stets ein gutes Verhältnis. Köhler/Mertens haben auch ein Buch mit ihm herausgegeben („Stromaufwärts“, Böhlau Verlag 2003). Ein neues Buch des Duos widmet sich zwei Vorgängern Spindeleggers an der ÖVP-Spitze: „Charaktere in Divergenz. Die Reformer Josef Klaus und Erhard Busek“ (edition mezzogiorno).

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.01.2012)

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16 Kommentare

irgendwie

erinnert mich das an die Russen.

Gast: biersauer
16.01.2012 13:11
0

In der Breite werden die sich schwer tun,...

aber kein Problem, die wollen ja nur an die Spitze!

Vom ÖAAB ist nichts zu erwarten

Die Liste von Marktschreiern ohne Hintergrund ist endlos. Man nenne mir einen ÖAABler mit Format. Sie werden hauptsächlich von der Partei an die Front geschickt um Niederträchtigkeiten unters Volk zu bringen.

seit wann kann ein schwarzer politiker denken?

zur zeit denken der e.pröll und der bauernbank konrad für die övp!

Gast: Olach2
15.01.2012 14:38
0

Dieses "Parteibuberl" hat noch NIE frischen Wind erzeugt!

Viel warme Luft wäre richtiger!

Fr. Rudas und Niko Pelinka können ihm hilfreich beraten.

einst war die ÖVP

so etwas wie eine Wirtschaftspartei. Und jetzt kommt der frische Wind (hatten wir vor kurzem schon einmal) vom ÖAAB!

Antworten Gast: Franz88
15.01.2012 14:39
0

Re: einst war die ÖVP

Wo hat Mandl jemals "frischen Wind" erzeugt???

Re: denk zurück


Einst war die ÖVP


Dieses Land braucht keine

Taktischen Onanisten sondern Macher !!!!!

Denkschule????

Gibt es irgend einen zusammenhang oder eine Korrelation zwischen ÖVP und Denken? Ich wüßte nicht wo.

Gast: ROTFRONT
14.01.2012 10:08
0

Wurde auch höchste Zeit, dass die ÖVP eine Denkschule bekommt

Weil Denken wafr ja bis jetzt nicht im Programm.

Gast: Allerletztes Aufgebot
14.01.2012 08:30
2

Die besser nicht zu beantwortende Preisfrage ist, ob Mandl überhaupt denken kann


Mit Mandln wie Kurz besiegelt die ÖVP ihren Untergang, auf eher kurz als wie lang.

Wie verblendet muß Schwindelegger sein, mit Kurzschen Mandln das kommende Desaster nicht zu erkennen?

Wer Hirn & Herz hat, hat demnach die ÖVP längst verlassen. Alle Zukunftschancen verspielend setzt man auf Kurz und Mandl. Der blanke Irrsinn!

Maunna, es wird Zeit, eine ernstzunehmende bürgerliche Alternative zu gründen!

Diese Witzgestalten verscheuchen soeben unwiderbringlich die letzten Schwarzwähler!

ja der mandl

ein weiteres babyface der övp und ein hans dampf in allen gassen, als landtagsabgeordneter, öaab-chef, zwergerlmastermind der övp-gerasdorf, als schnittlauch auf jeder suppe also und nun als lichtgestalt im think- tank. ja die övp weiß wie sie die leute abschreckt, das muß man neidlos anerkennen.

Gast: pont9
13.01.2012 21:26
2

Mandl hat hier recht

Schwarz-Grün ist damals an verbohrten Schwarzen und verbohrten Grünen gescheitert. Sehr zum Schaden beider.

Antworten Gast: denker!!!
14.01.2012 08:59
2

Re: Mandl hat hier recht

ja, leider, damals waren die Grünen unter VdB noch eindeutig dem nicht neomarxistischen Lager zuzurechnen.

Jetzt steht der große neomarxistische Block (SPÖ, FPÖ und Grüne) einem kleinen Häufchen von BZÖ und ÖVP gegenüber.

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