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Schuldenbremse: Grüne bieten Regierung "Reformpartnerschaft"

16.01.2012 | 18:25 |   (Die Presse)

Für die FPÖ ist die Schuldenbremse nun nicht mehr dringlich. Parlamentschefin Barbara Prammer mahnt die Regierung zu Gesprächen mit der Opposition. Es brauche jetzt „ernsthafte Verhandlungen“ aller Parteien.

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Mauerbach/Wien/Uw/Pö. „Die Schuld lassen wir uns nicht umhängen“: Dass die Grünen einer Schuldenbremse in der Verfassung nicht zugestimmt hätten, habe – auch laut dem Standard-&-Poor's-Bericht vom Wochenende – mit dem Verlust des Triple A nichts zu tun. Das betonte Werner Kogler, Vizeklubchef der Grünen, beim Auftakt der grünen Klubklausur am Montag im niederösterreichischen Mauerbach, die – wenig überraschend – im Zeichen der niedrigeren Bonität Österreichs stand.

Man sei ja nicht „aus Trotz“ – oder weil man die Regierung erpressen wolle – skeptisch gegenüber der Schuldenbremse, sagte Kogler. Sondern weil man sie für ökonomisch und verfassungsrechtlich problematisch halte. Zustimmen will er nur, wenn sich der Mechanismus der Schuldenbremse ändert (z.B. wenn Einmalmaßnahmen bei einem Konjunkturabschwung möglich werden) und die Regierung auf die grünen Vorschläge zum Sparpaket eingeht. „Einen Blankoscheck zu unterschreiben, für wie blöd hält man uns?“ Die Grünen wünschen sich einen „Privilegienstopp“ für Reiche (z.B. bei Stiftungen) und einen „Verschwendungsstopp“ (z.B. Förderungen) in der Verwaltung. Für sinnvolle Verhandlungen, fordert Kogler, müssten die Regierungsparteien aber eine gemeinsame Linie finden und mit den Grünen nicht mehr nur bilateral verhandeln. Derzeit habe er den Eindruck, dass SPÖ und ÖVP einander nicht trauten.

Die Grünen wollen der Regierung auch eine „Reformpartnerschaft“ anbieten – und zwar gegen die „Blockade-Elite“, sprich: die Landeshauptleute. Mit einer Zweidrittelmehrheit könne man das Kompetenzwirrwarr etwa im Schul- und Verwaltungswesen bereinigen. Wenn es dann trotz der Grünen nicht zu Reformen komme, „sieht man wenigstens, woran es scheitert“, so Kogler zur „Presse“.

Strache: Referendum zu Sparpaket

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ließ unterdessen mit der Aussage aufhorchen, eine Volksabstimmung über das geplante Spar- und Steuerpaket von Rot und Schwarz wäre sinnvoll. Zur Schuldenbremse erklärte er hingegen, diese wäre nun nicht mehr dringlich und überhaupt von Anfang an ein „Placebo“ gewesen. Zu Vorwürfen von Regierungsseite, die Opposition sei mitverantwortlich für das Downgrading durch S&P, weil sie die Schuldenbremse nicht mittrage, sagte Strache, das wären „geheuchelte Schuldzuweisungen“. Die Herabstufung sei schon seit Monaten zu erwarten gewesen.

Während die FPÖ keine Dringlichkeit mehr sieht und die Grünen (wie davor die Freiheitlichen) Forderungen stellen, mahnte Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) am Montag mehr Kooperationsbereitschaft der Regierungsfraktionen zur Schuldenbremse ein: Diese sollten – statt Gesetze bereits zu einem Drittel allein zu beschließen – wieder öfter Angebote an die Oppositionsparteien machen. Es wäre sinnvoll, dass die Schuldenbremse doch noch in die Verfassung kommt – auch wenn dies die EU nicht verlangt und die Sparziele nicht eingeklagt werden können. Prammer: Es brauche jetzt „ernsthafte Verhandlungen“ aller Parteien. Die Schuldenbremse solle mehr Gewicht erhalten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.01.2012)

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24 Kommentare

eh klar....

... erst sche***e bauen und dann großzügig wem die hand reichen!

Gast: Denkmodern
16.01.2012 23:34
2 1

Grüne sind schuld am Verlust des AAA!

Da hilft auch kein Wischi-Waschi Gerede im Nachhinein.

"Epizentrum der Reformverweigerung" und "Blockadeelite": Landeshauptleute, Grüne, FPÖ und BZÖ

Mit 52:6 Stimmen wollen die Österreicher in http://das.will.oesterreich.at.tf ganz klar eine Verankerung von Schuldenlimits in der Verfassung aller Euroländer. Die Bevölkerung beweist damit mehr Sachverstand als die Oppositionsparteien.
Jede Oppositionspartei, welche nicht als ersten Schritt ohne Vorbedingungen eine Schuldenbremse in der Verfassung unterstützt, beweist, dass ihr das bei der Bevölkerung so ungewünschte Taktieren wichtiger ist als verantwortungsbewusst für Österreich zu handeln. Derartige Verantwortungslosigkeit wird bei der nächsten Wahl abgestraft werden. Liebe Leser, bitte nehmt an der Abstimmung über notwendige Sofortmaßnahmen in Österreich teil, damit die Taktierungs-Oppositionsparteien endlich begreifen, dass die Bevölkerung von dieser Art von Politik genug hat. Hier geht es zur Abstimmung: http://abstimmung.fuer.austria.at.tf . Und hier werden die Maßnahmen beschrieben und mit Quellen belegt.
Das heißt nicht, dass ich ich die Grünen insgesamt ablehne. Folgende Formulierung von Kogler trifft den Nagel auf den Kopf: "Unterstützen wollen die Grünen die Koalitionsparteien bei der Entmachtung der Landeshauptleute-Konferenz, die Kogler als "Epizentrum der Reformverweigerung" und "Blockadeelite" bezeichnete. Dann könnten Hunderte Millionen Euro an "herausgeschmissenen" Förderungen gestrichen werden."
Doch solange die Grünen die Schuldenbremse in der Verfassung nicht bedingungslos unterschreiben, sind sie für mich genauso "Epizentrum der Reformverweigerung".

Streichen aller Förderungen einschließlich Parteienförderung...

.....und das Budget ist schlagartig saniert!

Die meisten Förderungen stören ausschließlich den Wettbewerb und führen regelmäßig zu Verteuerungen für die Konsumenten, weil sie kartellähnliche Zustände hervorrufen.

Dumm nur, daß man am Beispiel Wien sieht, wie Grün funktioniert.

Nicht, daß es diesen für die Wiener schmerzlichen Beweis gebraucht hätte, aber so gibt es wenigstens keine Ausreden mehr.

Re: Dumm nur, daß man am Beispiel Wien sieht, wie Grün funktioniert.

genau....nämlich gar nicht !

1 3

STMK

Es gibt eine wunderbare "Reformpartnerschaft" in der Steiermark, aber niemand will es kapieren, dass auf diese Weise die Rotschwarzen sich ihre Futtertröge sichern, ohne dass irgend eine andere Meinung zählt- Diktatur des Sparens. Haben es die Grünen noch nicht überlauert, dass sie dann gar nichts mehr zu sagen haben? Die Steiermark als Vorreiter! Wenn es nicht so traurig wäre, müßte man lachen. Fragen sie einmal all die Leidtragenden dieser "Partnerschaft".

kann mir schon denken worauf die grünen "reformen" rauslaufen werden

neue steuern, neue gebühren, neue abgaben

von dieser partei sowie von den sozis kommen ja seit monaten keine anderen vorschläge

ständig wird gegen die "reichen" gehetzt

beiträge für eine verwaltungsreform erwarte ich mir von den grünen nicht, denn sie haben ja in wien schon gezeigt, was hinter ihren reformen steckt, 2 wucherhafte gebührenerhöhungen innerhalb eines jahres anstatt dass sie die zig rechnungshofvorschläge zur sanierung des stadtbudget umgesetzte hätten zocken diese enteignungsfans den bürger nur noch weiter ab

Gast: gast1984
16.01.2012 17:20
6 1

Zuerst einmal "vor der eigenen Tür" in Wien kehren!


3 0

wir brauchten eine andere Politik und Politiker

. . . besser machen und nicht anders machen!

Gast: Defender
16.01.2012 16:19
9 1

Die Grünen sind für Privilegienstopp?

Dann sollen sie zeigen, was sie als Koalitionspartner der SPÖ, bzw. des Herrn Häupl in Wien zustandebringen!
Auf konkrete Ergebnisse kann man gespannt sein, Herr Kogler!

Re: Die Grünen sind für Privilegienstopp?

Den GrünossInnen war in Wien nur wichtg, in die Stadtregierung zu kommen. Dass sie sich mit ihren "Reformen" bei der nächsten Wahl ihr Grab geschaufelt haben, haben sie noch nicht begriffen. Bevor ich diese Partei wählen würde, wähl ich lieber die Kommunisten. Damit schenke ich meine Stimme nicht her und richte den wenigsten Schaden an.

Gast: Marie K.
16.01.2012 16:09
5 3

Grüne haben Verlust des AAA-Ratings verschuldet

aus kleinkarierter Parteipolitik haben sie einer Schuldenbremse im Verfassungsrang nicht zugestimmt. Bravo Grüne, und ich schäme mich, euch einmal gewählt zu haben.

Antworten Gast: Gvgvvfct
16.01.2012 17:18
2 2

Re: Grüne haben Verlust des AAA-Ratings verschuldet

Als ehem. Grünwählerin bist du im Fremdschämen eh gestählt.

Gast: genaujo
16.01.2012 15:50
10 2

grüne

ab mit euch zusammen mit der SPÖ nach Nordkorea

auf nimmerwiedersehen

Stopp

Für unnötige Parteienförderungen !!!!

wachen die grünen etwa auf?

sind die grünen bislang nur im öko- und sozialbereich aufgefallen, wäre ein schwenk in richtung verwaltungseffizienz oder förderprivilegienabbau eine fast schon unglaubliche öffnung des grünen spektrums.

wenn sie diese punkte gemeinsam mit transparenz und korruptionsbekämpfung auch noch an die erste stelle der eigenen agenda setzen und die regenbogenthemen mal ein paar jahre nach hinten reihen würden, dann wäre vielleicht auch mal ein höheres zweistelliges ergebnis drin.

angesichts der alternativen wäre das DRINGEND zu begrüßen.

Die paar Grünen....

...sollten sich lieber in die Au begeben und den Bäumen unter die Arme greifen. Die handelnden Personen der Regierungsparteien sind völlig inkompetent aber die Grünen als sehr weit links stehende diesqualifizieren sich durch ihr Sehrweitlinksstehen.
Falls sie schon was Positives tun wollen sollten sie die CO2 - Milliarde zahlen. Allerdings nicht aus den Sozialleistungen, von welchen die meisten von ihnen leben....

die Grünen

einst die größten Gegner der Wirtschafts-EU, haben sich zu einer begeisterten neoliberalen Handlangerpartei entwickelt.

Gast: ojosicha
16.01.2012 14:01
8 1

grüne

raus aus parlament und politik

auf nimmerwiedersehen

11 1

Aber klar doch: Müslirigel kostenlos für alle ...

... und hohe Haftstrafen für Autofahrer.

Wobei ich die Aussage zur "richtungslosen Null" im Verfassungsrang nicht ganz verstehe. Besser kann man als grüne Partei (gilt aber eigentlich für alle Parteien in Österreich) seine eigene Daseinsberechtigung gesetzlich nicht absichern.

Glawischnig und Kogler sind die gegenderde Version von Stan und Ollie im 21. Jahrhundert. Der einzige Unterschied besteht darin, dass die Neuauflage für die Zuseher sicher nicht mehr zum lachen ist.

Verschwendungs-Stopp

auch für Förderungen

unwirtschaftlicher grüner Energie-Projekte

oder doch,Mister Kogler?

Re: Verschwendungs-Stopp

Ganz richtig !
hier eine kleine Kostprobe :
http://dagarser.wordpress.com/2012/01/04/sparen/

Ob der Mister Kogler wohl damit einverstanden sein wird?

Gast: Grünspecht...
16.01.2012 13:02
9 1

Peinlicher Zickzack-Kurs der Emanzenpartei