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Gerade begonnen, schon vorbei: Die Obfrau-Debatte der Grünen

27.01.2012 | 18:43 |  von Ulrike weiser (Die Presse)

Lange war es bei den Grünen still. Jetzt forderte ein junger 28-jähriger Tiroler Landespolitiker die Ablöse von Klubobfrau Eva Glawischnig. Zumindest einen Tag lang. Die Entschuldigung erfolgte binnen 24 Stunden.

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Wien/Innsbruck. Die Entschuldigung erfolgte binnen 24 Stunden: „Ich entschuldige mich bei der Eva, es geht mir nicht um sie oder ihre Ablöse“, sagte Gebi Mair gestern, Freitag, der „Presse“.

In der „Tiroler Tageszeitung“-Ausgabe vom gleichen Tag las sich das noch anders: Im Interview ortete der 28-jährige Tiroler Landtagsabgeordnete eine evidente Führungsschwäche bei den Grünen und empfahl nachdrücklich den Tiroler Landesklubchef Georg Willi als Nachfolger von Eva Glawischnig.

Doch seit dem Erscheinen des Artikels ist viel passiert: Sowohl Willi, der als ein Förderer von Mair gilt, als auch Landessprecherin Ingrid Felipe distanzierten sich umgehend ausdrücklich von dem Artikel: „Weder können wir uns der Kritik anschließen noch haben wir uns im Vorfeld darüber ausgetauscht“, teilten sie in einer Aussendung mit. Glawischnig sei „eine ausgezeichnete Bundessprecherin und Klubobfrau“.

Auch andere Landesparteichefs – von Kärnten, über Niederösterreich, Salzburg, Steiermark bis Wien – sprachen Glawischnig in einem Rundruf der Austria Presseagentur ihr Lob aus. Insofern sei bloß von einer Einzelmeinung auszugehen, sagt Bundesgeschäftsführer Stefan Wallner der „Presse“: „Wir sehen keinen Handlungsbedarf.“ Und nachdrücklich: „Es gibt aktuell sicher keine Führungsdiskussion bei den Grünen.“

Zumindest keine laut geführte. Tatsächlich waren die Grünen schon lange nicht so still in der Führungsfrage – oder so rasch und effizient, wenn es um das Beenden einer möglichen Debatte darüber geht. Immerhin ist Mair in Tirol nicht unwichtig. Der Endzwanziger, der als ehrgeizig und robust gilt (der Ex-FPÖ-Nationalratsabgeordnete Werner Königshofer beschimpfte den bekennenden Homosexuellen einmal als „Landtagsschwuchtel“), wird als politisches Talent gehandelt. Und als Nachfolger von Klubchef Willi, der in den Nationalrat wechseln will.

 

„Parlamentarische Streber“

Als Profilierungsgeplänkel im nahenden Innsbrucker Gemeinderatswahlkampf (Frühjahr 2012) lässt sich die Kritik dennoch nicht abtun. Der Unmut bei den Grünen ist derzeit vielleicht leise, aber durchaus vorhanden – nicht nur, wenn über das von Glawischnig geforderte Verbot von Zigarettenautomaten gestritten wird. Die Klage, die man öfter hört, lautet: Die Grünen können aktuelle Ereignisse, die ihnen in die Hände spielen, nicht ausreichend für sich nutzen und der Bevölkerung kommunizieren. So habe man sich die Atomkraft-Debatte nach dem Reaktorunfall in Fukushima aus der Hand nehmen lassen.

Und auch aus der Tatsache, dass die Grünen als einzige Partei frei von Korruptionsvorwürfen seien, habe man noch nicht so wirklich Kapital schlagen können. Hier setzt Mair an: „Wir sind parlamentarische Streber. Wir glauben, dass uns angesichts von Faymann und Spindelegger die Wähler nachlaufen, aber das machen sie nicht von selbst.“ Es brauche eine andere, auch aktionistischere Politik, mit der man die Themen den Menschen lebensnäher vermitteln könne: „Ich glaube, wir sind in Tirol da mutiger als in Wien.“

„Natürlich geht immer mehr“, sagt Wallner, „man soll aber nicht so tun, als ob es keine Erfolge gibt, wie zum Beispiel das Ökostromgesetz“. „Man muss die Menschen emotional fesseln“, sagt Mair. Willi könne das eben. Und Glawischnig? „Die hat noch Potenzial, sie darf sich mehr trauen.“ An dieser Meinung hält Mair fest. Generell sei es schade, dass nur wenige grüne Politiker – etwa Glawischnig oder Peter Pilz – der Masse bekannt seien: „Wir haben viele lässige Leute, die man auch herzeigen könnte.“ Dass Mair, der sich gern in der Aufdeckerrolle sieht, damit auch sich selbst meint, ist kein Geheimnis.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.01.2012)

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46 Kommentare
 
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9 0

Also I find des supa

Ich weiss nicht was alle haben. Die Glawischnig ist doch doe beste Garantin dass die Grünen niemals nach vorne kommen. Solange die an der Macht ist wird gekuscht, Kaviar gegessen und die Grünen bleiben vernachlässigbar. Wer will die Chaoten schon an der Macht.

6 0

Weit hat sie es geabracht, die Eva...

Unter ihrer "Führung" sind die Grünen, man musste es gestern erleiden, endgültig zu einer linken Radau-Truppe verkommen.

Die Grünen bedingen ja geradezu die mitunter überschießenden Reaktionen von Rechts.

Gast: Oskar I
28.01.2012 10:30
14 1

Nach außen demokratisch, liberal und partnerschaftlich!

Im inneren eine knallhart autoritär geführte Diktatur.

Kritik verboten, schleimen erlaubt und gewünscht.

Pfui, könnte man sagen!

Doch es ist gut so!

So bleiben die Grünen eine unbedeutende Minderheit!

herrgott, jetzt fängt dieses löschen von kommentaren wieder an...

... die irgendeinem grün-affinen mitarbeiter nicht passen.

Gast: Francesco Schettino
27.01.2012 21:35
20 2

Ruhe ist erste Grünenpflicht

Ich bin dafür, diese Debatte beendet zu lassen.

Frau Glawischnig hat die Brücke nicht verlassen, schon lange nicht mehr. Deshalb kennt sie sich dort auch gut aus.

Der Kurs, den sie fährt, zeigt, dass das grüne Schiff bald festen Boden unter sich haben wird. Dann kann es sich zur Seite neigen und die verdiente Ruhe geniessen.

Das wird gut sein für das Land, deshalb soll KapitänIn Glawischnig auf der Brücke bleiben.

Antworten Gast: nuaibis
29.01.2012 10:02
0 0

Re: Ruhe ist erste Grünenpflicht

entweder bist du Blind oder gehörst zur der Partei ;-)

mako
27.01.2012 21:28
12 1

Geht uns genauso

Klare Konturen, irgendeine Kontur ausser der Kommunistischen, vermissen wir doch alle bei den Grünen.

Gast: Fromafar
27.01.2012 19:12
4 1

Dorfflucht

Da versuchen zwei sich gegenseitig aus der Dorfpolitik zu retten.

Gast: Wallin25
27.01.2012 17:53
31 0

Über die Grünen

Typische Grüne fahren mit dem 500 PS Suv zum Biosuppermarkt um die Ecke, und ihre Kinder in den Privatkindergarrten

Antworten Nattl
27.01.2012 19:06
1 0

Re: Über die Grünen

ah, man kennt den Hans...

4 0

Genau so geht es, Herr Gebi Mair!

Nur wenn Sie zurück rudern, holen Sie die Modepuppe aus Kärnten vielleicht noch ein...

Antworten Gast: Lilli
27.01.2012 18:00
5 0

Re: Genau so geht es, Herr Gebi Mair!

Modepuppe,die? Höchstens in Unterkärnten.

Antworten Antworten modestus
27.01.2012 18:19
6 0

Re: Re: Genau so geht es, Herr Gebi Mair!

modemumie

Gast: Plach2
27.01.2012 16:21
14 0

Edlich!

Spricht jemand aus was längst überfällig ist!

Mit dieser Grünen Parteispitze kann man keine Wahlen gewinnen!

11 0

Re: Edlich!

"Mit dieser Grünen Parteispitze kann man keine Wahlen gewinnen!" ... und das ist gut so für das Land ...

Gast: guteidee
27.01.2012 14:51
20 0

besser

wär 'Die Grünen räumen das parlament '

aso erst 2013

Gast: Attilas Yalcin Tülü
27.01.2012 14:27
6 1

WENN MAN NICHT WEISS, WAS MAN REDEN WIRD, WIRD MAN AUCH NACHER NICHT WISSEN, WAS MAN GEREDET HAT !


Gast: vipszene
27.01.2012 14:21
15 0

die heutigen szenevipgrünen vertreten ohnehin keine sozialen anliegen(asvgpensionen,arbeitnehmer) und keine echten naturschutzinteressen mehr. daher brauchen die österreicher diese neoliberale eliten-partei auch nicht mehr.

sogar sozialabbaumaßnahmen beim arbeitnehmervolk, bei den asvg arbeitnehmern und asvg hackler pensionen usw. befürworten die heutigen szene grünen. die kamen ins parlament,weil vor 30 jahren idealisten am werk waren. denen waren natu-,umweltschutz- und die sozialen anliegen der arbeitnehmer noch wichtig. die heutige grünen schickeria partie will nur noch schön und reich sein. und in mit allen mitteln in die regierung kommen. daher verlieren die österreichischen grünen nur mehr alle wahlen oder bleiben maximal eine kleinstpartei. die anbiederungen der grünen ist auch schon beschämend. nur mehr in einer regierung wollen sie sitzen und geben dafür alle soziale anliegen und naturschutzanliegen dafür auf.

Gast: gast_123
27.01.2012 13:46
4 3

Mair hat (fast) Recht

Es gehört ein andere Spitzenpolitiker an dir Front der Grünen - aber bitte vor den Wahlen - dann würde es ein besseres Ergebnis geben als mit Glawischnig.

Gast: Na und?
27.01.2012 13:36
30 0

Was mir an Glawi taugt:

Sie predigt neuen Partnerschaften, Homosexualität usw. das Wort. Ehe soll weg, an ihre Stelle gehören lt. grüner Ideologie Partnerschaftsverträge. Autobesitzer gehören an die Wand gestellt, Radfahrer mit dem Goldenen Ehrenzeichen der Republik honoriert.

Selber lebt sie aber ultraerzkonservativ, so richtig mit Mann, Kind, Haus und diversen KFZ. Sogar verheiratet ist sie!

Mit ein Grund, warum die Grünen unglaubwürdig sind.

Antworten Gast: Plach2
27.01.2012 13:43
27 0

Re: Was mir an Glawi taugt:

....... und fahren privat mit einem Porsche Geländewagen.

Re: Re: Was mir an Glawi taugt:

ich wüsste wirklich gerne, woher diese sache mit dem porsche stammt, so oft wie ich das schon gelesen habe...

Antworten Antworten Gast: Na und?
27.01.2012 13:51
19 0

Re: Re: Was mir an Glawi taugt:

...oder mit der Maschine...

Gast: Till aus dem Haus der Freude
27.01.2012 13:36
7 0

Vollkommen richtige Forderung!

Die Grünen haben so viele herausragende Persönlichkeiten (wie z.B. Stoisits, Langthaler, Pilz, Lunacek undundund...), die die Partei zur relativen Mehrheit, auf die Regierungsbank und an die Futtertröge führen können, dass man sich von der nervigen Eva schnellstens trennen soll.

Go, Eva, go...

Ein Basiswappler.
...zugegeben, das ist gelogen ;-)

27 0

Wer braucht noch die Grünen?


Antworten Gast: Plach2
27.01.2012 13:39
1 13

Re: Wer braucht noch die Grünen?

WIR! - (So wie HC und Bucher)

Mit dieser Grünen Führung ist nichts zu gewinnen! Die Idee war gut, nur was diese Typen daraus gemacht haben....

Sollen SPÖ+ÖVP noch weitere 50 Jahre so weiter machen? (Seit 1945 wählen wir immer wiederr SPÖ+ÖVP)

 
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