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Vranitzky geißelt FPÖ: „Eine Art historische Unverschämtheit“

03.02.2012 | 18:22 |  REGINA PÖLL (Die Presse)

SPÖ-Altkanzler Vranitzky fühlt sich in seiner Anti-FPÖ-Haltung bestätigt: Der freiheitliche EU-Mandatar Obermayr habe mit seinem Pogrom-Sager „Geschichtsunkenntnis“ bewiesen, wie davor auch Strache.

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Wien. Nach vielen aktiven SPÖ-Politikern meldete sich am Freitag der langjährige Kanzler der SPÖ, Franz Vranitzky, zu heiklen Sagern aus der FPÖ zu Wort. „In Wien war Pogrom-Stimmung.“ Zu diesem Zitat des freiheitlichen EU-Abgeordneten Franz Obermayr, der damit offenbar die vorhergehenden Aussagen seines Parteichefs Heinz-Christian Strache stützen wollte, fiel dem Altkanzler im Gespräch mit der „Presse“ nur eines ein: Obermayr habe damit „entweder eine Art historische Unverschämtheit oder, ganz milde ausgedrückt, Geschichtsunkenntnis bewiesen“. Vranitzky: „Da sieht man, aus welchem Holz diese Partei geschnitzt ist.“

Nicht nur Obermayrs Aussage, sondern davor schon die Aussagen Straches beim Burschenschafter-Ball hätten ihn in seiner langjährigen Anti-FPÖ-Haltung bestätigt, so Vranitzky. „Für mich hat es auch vor diesem sogenannten Kristallnacht-Sager keine SPÖ-FPÖ-Option gegeben. Das hat mich in meiner Linie bestärkt. Ich nehme an, dass auch viele andere Menschen das so sehen.“ Er sei nur froh, dass die SPÖ „eh auf der Linie“ sei, dass mit der FPÖ kein Staat zu machen sei.

Strache hatte vergangenen Freitag auf dem Ball unter anderem gesagt, Angriffe auf Burschenschafter-Buden im Vorfeld des Balls seien „wie die Reichskristallnacht“ gewesen. Für Vranitzky eine nicht zu entschuldigende Aussage; ebenso wie der Strache-Sager „Wir sind die neuen Juden“. Vranitzky, SPÖ-Kanzler von 1986 bis 1997, war stets ein erbitterter Gegner des einstigen FPÖ-Chefs Jörg Haider und schloss eine Koalition seiner Partei mit der FPÖ kategorisch aus.

Während die Freiheitlichen für Vranitzky und zahlreiche weitere Sozialdemokraten auch heute nicht als Koalitionspartner infrage kommen, buhlt man dennoch um ihre Sympathisanten. Immerhin hat man speziell in den Arbeitern – vulgo: „kleiner Mann“ – eine beträchtliche gemeinsame Schnittmenge in der Wählerschaft. So erklärte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter am Freitag, „bisherige FPÖ-Wähler“ seien eingeladen, den Blauen – unter anderem – wegen des „rechtsradikalen Kurses“ den Rücken zu kehren und lieber (wieder) SPÖ zu wählen.

 

Gratwanderung der ÖVP

Nicht nur die FPÖ-Wähler, sondern offenbar auch die Freiheitlichen selbst bleiben demgegenüber für die ÖVP interessant. Zwar haben sich mehrere ÖVP-Politiker teils deutlich von Straches und auch Obermayrs Aussagen distanziert. Dennoch will man sich die Option Blau-Schwarz nach der nächsten Nationalratswahl (planmäßig 2013) offensichtlich nicht ganz vertun – als Alternative zur Junior-Position in einer rot-schwarzen Koalition. Bei ÖVP-Chef Vizekanzler Michael Spindelegger liest sich das in Richtung Strache so: Wer etwas vergleiche, was „unvergleichbar ist und was mich innerlich empört“, müsse wissen, dass er sich „außerhalb jeder Möglichkeiten“ zur Zusammenarbeit befinde; eine Entschuldigung in Richtung NS-Opfer könnte aber helfen. Was nach der Wahl sei, „weiß keiner“.

Andere ÖVP-Politiker, darunter Klubobmann Karlheinz Kopf und der steirische Landeshauptmann-Vize Hermann Schützenhöfer (der Schwarz-Blau gegenüber grundsätzlich nicht abgeneigt ist), wollten sich aktuell lieber nicht zur Koalitionsfrage äußern.

Die Grünen schon: Die FPÖ sei nicht koalitionsfähig. Das BZÖ legte sich bisher nicht fest. Eine „bürgerliche“ Allianz gilt bei der kleinsten Oppositionspartei aber als mögliches Ziel für 2013. Was sich ohne die FPÖ allerdings kaum ausgehen dürfte.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.02.2012)

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50 Kommentare
 
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Xtoff
11.02.2012 16:03
0 0

Es war progromstimmung und Drohung mit gewalt

Ihr gescheiterter altkanzler war an dem Abend nicht da, kann sich also über die Vergleichbarkeit der Gesinnung der nunmehrigen linksfaschisten mit der der damaligen nazis kein eigenes Urteil bilden. Soweit er es sich gleichwohl anmaßt, spielt er als Mitglied einer abgewirtschafteten Partei genau so ein übles verdummungsspiel mit der oeffentlichkeit, wie es teile der FPÖ auf ihrer Seite auch tun: Wahlkampf, ist ja ok, aber dann sollen sie es sagen und nicht so tun, als ginge es um die "Sache" . In der Sache hat Strache völlig recht mit seinem Vergleich, zum Glück noch nicht in den ausmassen der folgen ! Auch der damalige Test der nazis, was sie der Bevölkerung zumuten könne und wie weit diese mitgehe, etwa in der sog. Reichskristallnacht, welche unverschämte Bezeichnung für diese Mordnacht!, fing vergleichbar an. Damals stand die Polizei tatenlos dabei und applaudierte - wie jetzt wieder - die gleichgeschaltete Presse diesem schändlichen Tun. Der Verlierer bei diesem Versagen den offiziellen oesterreich , Stadtverwaltung, staatsspitze, Polizeiführung und Presse ist der Anstand: der 27. Jänner ist jetzt zusätzlich für Österreich auch noch ein Tag des Schaemens und der Peinlichkeit. Besonders sollte der Standard hier busse tun wegen seines interessegeleiteten Verrats an anständigem Journalismus.

mannimmond
07.02.2012 16:09
1 0

Erinnert sich Vranitzky auch an Fischers Rolle in der Causa Wiesenthal-Kreisky?

Damals ging UHBP Fischer nicht auf Distanz zu den Nazis, ganz im Gegenteil (entsprechend folgender Quelle: http://www.wno.org/newpages/com37b.html): Nachdem Kreisky Wiesenthal Mafia-Methoden, Kollaboration mit der Gestapo u.a. vorgeworfen hatte, drohte Fischer Wiesenthal mit einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss und beschimpfte Wiesenthal im Parlament “Sie Schwein, Sie!”

Nazis sind eben nur dann böse, wenn man sie gerade nicht als Mehrheitsbeschaffer benötigt.

Die beredsam schweigende "Unkenntnis" des Vranz...

z.B. inbezug auf seine Vorzimmertätigkeit für einen zweifach verurteilten Ex-Finanzminister ist aber auch immer wieder ein echter Brüller!

Besser wäre es aber, der Hr. Ex-Kanzler erinnerte sich an all die Versprechungen, mit denen er Österreich in diese Katastrophen-EU hineingeritten hat, so vom Ederer-1000er aufwärts, bitte!

Solange seine Geschichtskenntnis all dessen grobe Lücken und Verzerrungen aufweist, ist er als selbsternannter Historiker eine glatte Fehlbesetzung.

Gast: ausmaus
04.02.2012 18:08
3 0

Ein sehr aufschlußreiches Dokument:

Die Roten Heuchler...
http://www.dokumentationsarchiv.at/SPOE/Braune_Flecken_SPOE.htm

thotho
04.02.2012 17:29
3 0

oh nein,

kaum ein tag vergeht, wo nicht ein seniler privilegien-pensionist glaubt, den tugendwächter spielen zu können.
khol war sowieso der beste, der einfach urteilt, dass jemand unfähig für das amt des kanzler oder vizekanzlers sei - das muss man sich einmal auf der zunge zergehen lassen, arroganz pur.
aber vor allem ist das, so wie jetzt auch bei vranitschky, richtig unnötig, denn nach diesen alten maulhelden kräht kein hahn mehr!

Gast: Gast: Leser
04.02.2012 16:26
5 0

Abzocker

Gerade der Oberabzocker der Republik hat's notwendig! Millionenabfertigung samt Superpension von der bankrotten Länderbank, eine Million (na, immerhin "nur" Schilling) für zwei Telefonate mit dem bankrotten Flöttl von der bankrotten BAWAG - genau der Richtige, um sich als oberster Moralapostel zu gerieren!

Gast: Ah der schon wieder!
04.02.2012 15:58
6 0

Der feine Herr Vranz soll sich besser um seine Telefonberatungen kümmern ...


... oder zur Abwechslung mal die Christl fragen, warum das Golfen der Arbeiterjugend so gut täte! LOL

Gast: Der Troll
04.02.2012 15:36
5 0

Und wer hat den gefragt

Der alte Gierschlund ist wie da Lauda. Muß auch überall seinen Senf dazu geben.

Wa. Serro_
04.02.2012 15:19
5 0

Hätte Obermayr ihn vorher telefonisch um Erlaubnis bitten müssen?

Vranitzkys Telefonauskünfte sind

1. Schweineteuer! Die marode Bwag zahlte für ein einziges Telefonat € 70.000,-

2. Unsicher! Denn die Bawag ging danach in Konkurs.

Außerdem: Herr Vranitzky! Ihr Herr Kreisky hat sich den SS-Mann Peter als Steigbügelhalter genommen, damit er Kanzler werden konnte.

Gast: otsoma
04.02.2012 14:59
5 0

Vranitzky

Gerade er ein Abzocker, jemand der für ein 5 Minuten Telefongespräch 1 Million abkassierte.
Es muss schon sehr schlecht um die SPÖ stehen wenn sich selbst der "schöne " Vranz bemüßigt fühlt seinen Senf dazu zu geben.

Ilka
04.02.2012 14:29
5 0

Herr Vranitzky


Arbeiten Sie mal in Ruhe die Geschichte Ihrer Partei auf; u.a. können Sie sich mit Gusenbauer über Progom-sager sowie mit Fischer und Edlinger über HH-Rufe unterhalten.
Vergessen Sie auch nicht zu recherchieren, welchen Leuten Ihre Partei nach dem Krieg Unterschlupf gewährt sowie, wer mit Kreisky in der Regierung saß!

1 0

Überraschung

Ich hätte gedacht, dass Vranitzky Strache unterstützt.

Antworten Gast: Leidtragende Knecht
04.02.2012 14:59
0 1

Re: Überraschung gut so

der war auch der Letzte Kanzler in Österreich der mit leistung vorrangegangen ist in der SPÖ. Nach ihm Klima bis Feymann. Nur verschwender. Große projete wie Koralmtunnel nicht finazierbar die ÖBB und der Staat kein Geld. Es Steigen wenige auf dei Bahn um den Frächtern dauert das zu lange. Mit dem LKW ist er schneller und einfacher unterwegs. Was mich vor allem stört. Die Freunderlwirtschaft das eine Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie eine Handeschule und Zaharzt Assistentin. Was kann die von Technologie für eine Ahnung haben. Nur weil man gute Freunde ist bekommt man solche Jobs. Das ist Typisch SPÖ. Für was haben wir die ganzen Uni fürs Politikwissenschaft, Technologie und was da alles gibt. Das man nicht vom Fach welche entscheidungen treffen lässt, die sie nut nachplappern den entscheiden tun eh die anderen. Bei Vranitzy auf Bundesebene und bei Zilk auf Wien Bürgerneiester eben ist die rote Regierung für uns abgschlossen. Den sie ändern sich nicht. Androsch, Vranizky die gehören rein ins Parlament. Alle andern sind sogenannte weichei die für uns nichts tun und uns nichts bringen.

Gast: vinzenz12
04.02.2012 12:59
8 0

war des der exbanker und exsozikanzler der mit ana million im plastiksackerl nach hause gegangen is? und der banker-nadelstreifsozi hat ja nur die arbeitnehmer und asvgpensionisten ver... - und der will andere geißeln? de welt steht nimma lang.


Gast: Vratzbeobachter
04.02.2012 12:33
5 0

Der 300,000 Euro Vratz

300,000 euro sind 5,200,000.- Schilling, oder 14,246 schilling pro Tag, jeden Tag, und dann noch hinterbliebenenpension etc. Der Raecher der Luconaaufdeckung und Pretterebnervernichter kommt der produktiven Restminderheit dieser Republik sehr teuer. Und die SP"oe" steht genau fuer die Verteidigung solcher Privilegien.
P.S. Btox schadet mehr als es nutzt....

mannimmond
04.02.2012 12:20
5 0

Vranitzky hatte auch kein Problem,

als Karl Blecha (lt. Vranz "der beste Innenminister der zweiten Republik"), erklärte, dass "[...] die Welt sich dann im klaren geworden ist, daß Wortbrüche eine zionistische Tradition haben…" (siehe etwa: http://www.dokumentationsarchiv.at/SPOE/2000_Blecha_Zionisten.htm )
Aber wie ist das bei den Sozn? Nazis sind nur dann böse, wenn man sie nicht gerade selbst zur Mehrheitsbeschaffung benötigt.

Gast: Mikado 13
04.02.2012 11:09
12 0

Vranitzky war doch der SPÖ Kanzler, der alles was er wurde der Partei verdankte.


Als Ziehkind von Hannes Androsch (das war der Finanzminister, der rechtskräftig verurteilt wurde) schaffte er es mit Hilfe der SPÖ bis an die Spitze der Länderbank.

Wolfgang Flöttl (Bawag) zahlte ihm eine Million Schilling. Angeblich wegen Beratertätigkeit. Die vor allem durch Telefonate erfolgt sein soll.

Als jemand, der von der Republik für seine Verdiente für die Part…, meinte Österreich, mit diversen Orden beschmückt wurde, hat er sich natürlich darüber aufgeregt, dass er seinen Diplomatenpass abgeben soll. Weil als finanziell gut gepolsterter Pensionist wird man erst mit so einem Pass wirklich ernst genommen. Beim Check in in einem Hotel.

Durch seine großen Verdienste um unser Land, wird ihm jetzt seine Pension mit über 300 000 Euro Rente pro Jahr versüßt.

Mit einem Wort: die wahre moralische Instanz um über andere zu richten.

Antworten fefe
04.02.2012 13:24
0 0

Re: Vranitzky war doch der SPÖ Kanzler, der alles was er wurde der Partei verdankte.

Unsinn. Androsch und Vranitzky waren Freunde und sind etwa gleich alt. Ziehvater von beiden war Kreisky.

Luzius
04.02.2012 10:55
7 0

Vranitzky geißelt FPÖ: „Eine Art historische Unverschämtheit“

tja, scheinbar hat der "schöne Vranz" all die Niederlagen in sämtlichen Diskussionen gegen Haider, noch immer nicht verdaut ;-)

Zudem war er selbst am Untergang der Sozis sehr stark mitbeteiligt, und tut nun als wäre er ein echter Sozialdemokrat ?


Antworten fefe
04.02.2012 13:25
3 0

Re: Vranitzky geißelt FPÖ: „Eine Art historische Unverschämtheit“

Vranitzky hat mit seiner antidemokratischen Ausgrenzung der FPÖ diese erst so groß gemacht.

Gast: schlÄchter
04.02.2012 10:48
4 0

sg redakteurin pöll!

"Strache hatte vergangenen Freitag auf dem Ball unter anderem gesagt, Angriffe auf Burschenschafter-Buden im Vorfeld des Balls seien „wie die Reichskristallnacht“ gewesen."

das steht für sie also fest.

bezeichnend.

m verwunderten g
s.

Gast: werwirdmillionär
04.02.2012 10:23
5 0

ob das Holz aus dem die SPÖ geschnitzt ist, anders, das

inserieren vielleicht ihre Funktionäre, glaubens aber selbst nicht

Gast: Frohnatur
04.02.2012 09:36
11 0

Franz

der Österreichverräter will auch schon wieder mitreden.
Wird aber nichts nützen, beider der nächsten Wahl ist die SPÖ weg vom Fenster.
Strache wird mit seiner Partei der Sieger sein.

liber
04.02.2012 09:24
12 0

Franzens

Meinung interessiert uns nicht.

liber
04.02.2012 09:23
11 0

Franz

V. muß auch seinen Senf dazu geben.
Aber wen interessiert die Meinung dieses Roten?

Alpha17
04.02.2012 08:51
15 0

Der obergescheite Luxuspensionist........


 
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