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Strasser wehrt sich: Lobbyisten-Video "manipuliert"

06.02.2012 | 15:46 |   (DiePresse.com)

Ernst Strasser ficht in Linz einen Medienprozess aus. Die Videos in der Lobbying-Affäre seien "manipuliert" worden. Und die ÖVP bleibe seine Partei.

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Ernst Strasser wehrt sich. Der Ex-EU-Abgeordnete und -Innenminister hat am Montag die "Oberösterreichischen Nachrichten" (OÖN) wegen ihrer Berichterstattung über die Lobbying-Affäre vor Gericht gezerrt. Und er hat nach Monaten des Schweigens auch zur Lobbying-Affäre selbst Stellung genommen. Die Verhandlung wurde vertagt.

Strasser könnte demnächst von der Position des Klägers in die des Angeklagten wechseln. Gegen den Ex-EU-Parlamentarier wird wegen Korruptionsverdachts und Verdachts der Geldwäsche ermittelt.

Vorgebliche Lobbyisten hatten dem Ex-Innenminister 100.000 Euro geboten, wenn er in ihrem Sinne Einfluss auf die EU-Gesetzgebung ausübe. Die "Lobbyisten" stellten sich jedoch als Reporter der zum Murdoch-Imperium gehörenden britischen Zeitung "Sunday Times" heraus, die während der Treffen auch mit versteckter Kamera mitfilmten.

"Mundbewegungen passen nicht zum Text"

Strasser hat nun nach eigenen Angaben ein privates Gutachten zu dem Fall in Händen. Darin sei festgehalten, dass die "von den Murdoch-Leuten" aufgenommenen Videos "bewusst manipuliert worden sind", so Strasser in einem ATV-Interview. "Es gibt Mundbewegegungen, die nicht zum Text passen, es gibt Mundbewegungen, obwohl kein Text da ist." Dem Gutachten zufolge seien jedenfalls sinnentstellende Schnitte gemacht worden, behauptet der Ex-EU-Parlamentarier.

"Das zeigt sehr deutlich, dass diese Videos ein Murdoch-Produkt sind, wie wir das aus der Vergangenheit auch kennen", so Strasser in Anspielung auf den Abhör-Skandal der Murdoch-Zeitung "News of the World". Er habe auch keine Tätigkeit als Lobbyist ausgeübt. In einem der - laut Stasser - manipulierten Videos ist zu hören, wie Strasser sagt: "Of course, I am a lobbyist".

Im Zeugenstand während des Medienprozesses hatte Strasser zudem erneut erklärt, er habe Indizien und Beweise über die Hintermänner der "Lobbyisten" sammeln wollen, um diese dann den österreichischen Behörden vorzulegen. Er habe auch einen Beweis erhalten, nämlich dass das Unternehmen der beiden nicht im englischen Pendant des österreichischen Firmenbuchs eingetragen sei, aber zu spät.

"Wollte provozieren"

Einmal habe er gesagt, dass Kunden ihm 100.000 Euro im Jahr zahlen würden. Diese Kunden seien nicht vorhanden gewesen. Er habe die beiden provozieren wollen, um Beweise zu erhalten, erklärte er mehrmals auf Fragen des Rechtsvertreters der OÖN. Von den Unterredungen habe er keine Notizen gemacht. "Das ist nicht sinnvoll, wenn man das Gefühl hat, ein Geheimdienst ist im Spiel", so Strasser.

Die ehemalige Europaparlamentsabgeordnete Hella Ranner sagte aus, dass es ein E-Mail aus dem Büro Strassers an ihr Büro gegeben habe, aber kein Druck ausgeübt worden sei. Sie habe die Nachricht erst im Nachhinein gesehen.

Die Klage gegen die OÖN dreht sich um zwei Artikel, in denen sich Strasser eines  "unehrenhaften, sogar strafrechtlich relevanten Verhaltens geziehen" und als "schamlos", "korrumpierbar", "bestechlich" sowie als "moralischer Abgrund" beschimpft sieht. Damit sei der Tatbestand der üblen Nachrede nach Paragraf 6 Mediengesetz verwirklicht, so Strasser in seinem Antrag.

Die Zeitung habe die journalistische Sorgfalt nicht erfüllt und ihn in den betreffenden Artikeln bereits als "schuldig und nicht bloß verdächtig hingestellt". Damit sei auch die Unschuldsvermutung verletzt, heißt es in dem Antrag.

Strassers Rechtfertigung hanebüchen"

Die OÖN schrieben in ihrer Gegenäußerung, dass die Rechtfertigung Strassers für sein Verhalten als "geradezu hanebüchen" zu bezeichnen sei. Bei den betreffenden Artikeln handle es sich nicht um eine strafrechtliche, sondern um eine rein moralische Bewertung. Sie würden das auf Videos von britischen Journalisten festgehaltene Verhalten Strassers bewerten und das Empfinden des Verfassers "beim Betrachten dieses Videos" wiedergeben. Die OÖN beantragten, den neuen Vizepräsident des Europaparlaments und ÖVP-Delegationsleiter, Othmar Karas, und die im März zurückgetretene Europaparlamentarierin Hella Ranner als Zeugen zu vernehmen.

Karas und der ebenfalls als Zeuge geladene frühere ÖVP-Obmann, Finanzminister und Vizekanzler Josef Pröll (ÖVP), erschienen nicht. Sie waren entschuldigt. Die beiden britischen Undercover-Journalisten der "Sunday Times"  sollen ebenfalls aussagen. Sie waren zu Prozessbeginn aber nicht anwesend.

ÖVP bleibt "meine Partei"

Strasser hatte seine Mitgliedschaft in der ÖVP nach Bekanntwerden  der Lobbying-Affäre ruhend gestellt. "Die Volkspartei wird aber immer meine Partei bleiben", so Strasser in dem ATV-Interview. Das ändere sich auch nicht, "weil manche mich nicht gut behandelt haben".

(APA/Red.)

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100 Kommentare
 
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Die Dummdreistigkeit hat durch Strasser ein Gesicht bekommen!

Den gehört auch die Ministerpension "wegmanipuliert"! Im Knast wo er hingehört kriegt er was er braucht!

0 0

Polit - Clown

mit solchen Argumenten avanciert er sich zum Polit - Clown....aber er ist ja nicht der einzige...so z.b. rechtfertigte sich der FA Landesrat Dobernig im HYPO UA...er war gerade im STall und konnte daher nicht via mobilphone alles genau mitbekommen....etc..etc.....

Gast: geoopster Heike
08.02.2012 18:14
16 0

Wenn man ein bisserl derangiert ist,

kann das schon passieren, dass man nicht mehr synchron läuft und "Mundbewegungen nicht zum Text passen ".

Die Feinmotorik ist das erste, was auslässt.

:-)

Wa. Serro_
08.02.2012 10:38
0 3

Abwarten und Tee trinken ....

Was aber, wenn Strasser wirklich recht hat und das Gutachten oder ein weiteres Gutachten vor Gericht besteht?

Ersichtlich ist jedenfalls, dass die Unterredung zwischen den beiden Journalisten und Grasser in Bierzeltatmosphäre zur vorgerückter Stunde, bei feuchtfröhlicher Stimmung stattfand.

We'll see;-)

Gast: fritzfritzl
08.02.2012 09:55
2 0

ÖVP - die Heimat des Korrupten

Eh klar, das seine Heimat immer die ÖVP bleibt.

Es ja auch die Partei, der Korruption, Amtsmissbrauch und des Lobbys.


Gast: ottoM
08.02.2012 09:51
2 0

Strasser - ein unehrenhafter Mann

Nochmals zum Klagen:

Strasser ist unehrenhaft, korrumpiert, schamlos und ist im moralischen Abgrund.

Herr Strasser, bitte klagen

Antworten Gast: geoopster Heike
08.02.2012 11:35
3 0

mich gleich mit,

ich schließe mich vollinhaltlich an
:-)

Antworten Antworten Wa. Serro_
08.02.2012 12:06
1 1

Re: mich gleich mit,

Strasser Büro's sowohl in Brüssel, als auch Österreich wurden "gefilzt", wie der Spint eines Rekruten: Was kam eigentlich dabei heraus?

Gast: werbistdu
08.02.2012 00:38
0 0

Mundbewegungen...

passt nicht zum Text.
Das kenn ich aus ganz alten Filmen.
Schaut immer sehr lustig aus.

Holy Ghost
07.02.2012 20:44
2 1

Abstieg

Was regt ihr euch auf. Schüssel hatte noch mehr solcher "GIGANTEN" auf seiner Ministerliste. Traurig nur daß die ÖVP noch
immer dem Schüssel Schlamassel nachtrauert.
Seit 2006 steht in der Partei die Zeit still. Und
alle warten auf den Messias.

Antworten Gast: SOKO Schüssel
07.02.2012 23:05
2 0

Re: Abstieg

Die ÖVP trauert nicht, sie hat nur vegessen ihren letzten Messias
zu kreuzigen.

Luzius
07.02.2012 20:13
1 1

was unterscheidet den Ernstl Strasser vom Joschi Prokopil ?


Luzius
07.02.2012 20:02
2 1

Strasser wehrt sich: Lobbyisten-Video "manipuliert"na freilichm, den ndei Erde ist wie vor viele nJahren auch heute noch ein Scheibe, wenn das ein Strasser behauptet !


pivo1
07.02.2012 20:01
2 0

dünne Suppe

auweh Herr Strasser...was Besseres ist ihnen nicht eingefallen..dünn die Suppe, sehr dünn....

Gast: LebüIeps
07.02.2012 15:18
3 0

Kabinett der besten (Schüssel)Köpfe

mit intelligenz ist der typ eh noch nie aufgefallen.
ist halt auch einer der ganz superguten.
Schüsselkopf!

Erich Bahn
07.02.2012 14:50
2 0

Auch ein Politiker kann tief fallen

im freien Fall, so wie Strasser, ist selten anzutreffen.

Antworten Luzius
07.02.2012 20:04
2 0

Re: Auch ein Politiker kann tief fallen

könnte, würde die Partei und Justiz vor allem, überzeugende Arbeit zu Gunsten des Landes samt Gerechtigkeit leisten statt auf Schadensbegrenzung achten zu müssen wie man dies ja lange schon beobachten kann und muss !


Antworten Antworten erxxich
08.02.2012 20:06
2 0

Selbst in Italien gibt es eine unabhängige, funktionierende Justiz !!!


Gast: hellas14
07.02.2012 14:15
3 0

wida ana. wo war mei leistung?- der sozialabbau und die arbeitnehmer und pensionskürzungen haben ursachen- die lobbyisten und casionbanker haben viele politiker und die staaten(Steuerzahler) in ihrer hand. man wollte es so.- Griechenland ist nur ein vorspiel der finanz- und militärindustrie.


19dino61
07.02.2012 14:00
2 0

Wahrnehmungsstoerungen?

Mit kommt vor er hat in bestimmten Bereichen auch keine Wahrnehmung!

sirgerald
07.02.2012 13:49
1 0

Ach so!

Das verändert natürlich alles.

Gast: international_
07.02.2012 13:26
2 0

sehr intelligente theorie!

schon komisch, dass er da nicht früher draufgekommen ist, dass das eine fälschung ist.
da hätte er doch nicht so schnell zurücktreten und in der versenkung verschwinden müssen!

es gilt natürlich trotzdem die unschuldsvermutung und die intelligenzvermutung auch noch dazu.

er soll bitte trotzdem den mund halten und in der öffentlichkeit nur noch im hoffentlich bald kommenden prozess gegen ihn selbst auftreten.

2 1

und er kommt durch damit...


sein erstes Verfahren wurde verschleppt bis es verjährt war.

Auch nun braucht er keine Angst haben.
Jeder Richter und Staatsanwalt der an seine Zukunft denkt, muss diesen Herren mit einer Bagatellstrafe davonkommen lassen.

3 0

Immerhin ...

... redet er sich nicht auf die Schwiegermutter aus :-))

Gast: KHG
07.02.2012 13:02
2 0

Und wieder diese medienhetze von links

Ich glaube selbstverständlich dem Herrn Dr. Strasser. Er ist ein durch und durch integrer Mann!

Antworten erxxich
08.02.2012 20:09
1 0

Ja, ja; lauter integre, korruptionsunanfällig Burschen waren in den Schüsselregierungen !!!


 
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