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Sparpaket: Pensionsalter "unbedingt" anheben

08.02.2012 | 13:59 |   (DiePresse.com)

Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl und Pensionsexperte Bernd Marin fordern eine längerfristige Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters.

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Das derzeit verhandelte Sparpaket soll vor allem Einsparungen bei den Pensionen bringen. Konkret geht es um über sieben Milliarden Euro, die die Staatskassen füllen sollen. Um dies zu erreichen soll laut SPÖ und ÖVP das faktische Pensionsalter angehoben werden. Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl schlägt dagegen vor, das gesetzliche Pensionsalter parallel zur steigenden Lebenserwartung anzuheben. In zehn Jahren sollte es auf 67, in 20 Jahren auf 69 Jahre ansteigen, sagte er im Interview mit den "Vorarlberger Nachrichten" (Mittwoch-Ausgabe).

Auch der Pensionsexperte Bernd Marin hält diesen Schritt für "unbedingt" erforderlich. Durch die steigende Lebenserwartung und die nicht gleichzeitig erfolgende Anpassung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters würden pro Jahr Kosten in der Höhe von 239 Millionen Euro entstehen, so die Berechnung des Experten. Ein solcher Automatismus sei etwa in der Mehrheit der OECD-Länder "gang und gäbe", sagte er.

Pensionsantritt mit 70 Jahren

IHS-Chef Bernhard Felderer schloss sich am Mittwoch ebenfalls der Forderung nach einer (längerfristigen) Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters an. Eine derartige Maßnahme wäre "gut", sagte Felderer. Für noch wichtiger hält er aber eine Heranführung des faktischen an das derzeit geltende Pensionsalter. Weiters verwies der IHS darauf, dass Männer momentan mit durchschnittlich 59 Jahren in Pension gehen würden - ihr gesetzliche Pensionsantrittsalter liegt dagegen bei 65 Jahren.

Grund zur Eile bestehe aber nicht: Bis 2025 sei - rein demografisch gesehen - eine gesetzliche Anhebung nicht notwendig, so Marin. Auch er sieht es als dringlicher an, das faktische an das gesetzliche Antrittsalter heranzuführen. Bis ins Jahr 2050 sei dann aber eine Anhebung des gesetzlichen Pensionsalters auf 70 Jahre notwendig, sagte er. Und dies solle man den Bürgern schon heute klarmachen.

Vorsicht bei Steuereinnahmen

Wenig hält Felderer davon, dass das Sparpaket - laut bisher vorliegenden Informationen - zu rund einem Drittel durch neue Steuern finanziert werden soll. Dieser Anteil sollte kleiner sein, sagte er. Aufgrund der in Österreich herrschenden hohen Abgabenquote seien neue Steuereinnahmen "sehr vorsichtig zu betrachten", sagte er.

Auch Leitl betonte am Mittwoch, er bleibe bei seiner Forderung, dass es keine neuen Steuern zur Finanzierung der Konsolidierung geben dürfe. Einmal mehr erklärte er, dass mit einer Reduzierung der Staatsausgaben in den kommenden Jahren um fünf Prozent (bei Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen) der Sparbedarf ohne Steuererhöhungen zu erfüllen sei.

Finanzreferenten beraten nächste Woche

Die Länder wollen 5,2 Milliarden Euro zum Sparpaket beitragen. Am nächsten Mittwoch werden die neun Finanzlandesreferenten über dieses Sparziel beraten.  Dies heiße aber nicht, dass das Sparpaket dadurch zwingend erst danach von der Regierung beschlossen werden könnte. Denn die Grundsatzentscheidung für ein Ja oder Nein der Länder zu den vom Bund verlangten Einsparungen würde auf Ebene der Landeshauptleute gefällt, sagte sie. Bei der Finanzreferententagung gehe es dann nur mehr um Details.

Gegen Ende der Arbeitswoche sollen "formelle Konsultationen" über das gesamte Sparpaket stattfinden. An dieser Verhandlungsrunde sollen nicht nur die Seniorenvertreter sondern auch die Sozialpartner teilnehmen, hieß es in den Verhandlungskreisen.

 

Sparen und Steuern: Eckpunkte des Pakets

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(APA/Red.)

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144 Kommentare
 
1 2 3 4
Gast: zeitgeist11
09.02.2012 16:08
0 0

Vorbildwirkung ist eine Katastrophe

Solange wir uns die tw. unverschämt hohen Beamten und Politikerpensionen leisten können, gibt es keinen Grund irgendwo einzusparen. Und schon gar nicht bei den produktiv tätigen, alten oder kranken Menschen!!!!!!!!!!!!!!!!!

Zeitgeist1
09.02.2012 12:39
0 0

das Pensionssystem durch ein anderes ersetzen

Man sollte den Generationenvertrag überhaupt abschaffen, weil der eh nicht mehr aufrechtzuerhalten ist. Stattdessen sollte man netto mehr im Monat bekommen (eben die Pensionen für die anderen nicht mehr zahlen), und jeder soll selbst sparen oder vorsorgen. Härtefälle wie Pflegefälle müssen natürlich weiterhin abgefangen werden, aber die "normale" Pension sollte sich anders finanzieren.

Und wenn man hört, wieviel Geld überall lockergemacht wird (wie bei den Griechen), dann fragt man sich schon, sollen "wir" alles zweifach oder dreifach zahlen?

Beschämend ist zugleich, dass die "Bettlerbriefe" in letzter Zeit wieder zunehmen. Für diese Institutionen ist vom Staat kein Geld da (da sollen wieder einmal die Arbeiter und Angestellten aushelfen), wenn gleichzeitig Mrd. von Euros verschwinden.

Zeitgeist1
09.02.2012 12:32
0 0

Danke, liebe obergescheite Elite

Interessiert mich gar nicht, länger als die vorige Generation zu arbeiten. Warum? Nur weil ich die schwächeren Geburtenjahrgänge ausgleichen soll? Ich finde das höchst ungerecht und werde sicher nicht so lange arbeiten (bis 70 oder so). Ich möchte auch mit 60 gehen. Das werden sich aber auch andere Leute auch denken.

Warum sollen wir die Versäumnisse, die die Politiker in den letzten 20 Jahren machten (und natürlich nichts dagegen taten), ausbaden?

Gast: parteil
09.02.2012 12:14
1 0

ihr sollt nicht das Pensionsalter anheben sonder die Luxuspensionen endlich abschaffen


Enrico II
09.02.2012 11:31
1 0

Die Wahrheit ist doch...


.....daß die Sozial-Transferleistungen, Bankenrettungs-Mrd, Eurorettungs-Mrd, etc. nur durch Pensionskürzungen und Steuererhöhungen finanziert werden.

Im Grunde wird in Ö dasselbe Sanierungskonzept wie in Griechenland angewendet. Zu echten Strukturreformen ist die Politikerkaste zu feig oder zu unfähig.

Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, daß sich die Politiker-Kaste vor direkter Demokratie fürchtet.


Gast: Unbeeindruckt
09.02.2012 11:21
0 0

Na wartet mal die Arbeitslosenzahlen ab die da kommen!

Experten sind wie Eunuchen - sie wissen zwar wies geht, aber sie können nicht!

Antworten Enrico II
09.02.2012 11:35
0 0

Experten sind doch auch nur Lobbyisten


Gast: Rettungsschirm
09.02.2012 10:39
0 0

Ist die Zeit

jetzt gekommen Sie zu stiefeln?

gamikoe
09.02.2012 09:45
1 0

Pensionsalter auf 70 anheben ???

Man hat doch schon ab ca. 50 keine Chance mehr auf einen Job! - - -
Ab 50 ist man für ALLES überqualifiziert.....

Da müsste sich vorerst mal der Arbeitsmarkt ändern und erkennen dass die ü50 mit ihrer "Überqualifikation" für die Wirtschaft wichtig sind....

Und wenn "Überqualifikation" mit "zu teuer" gleichzusetzen ist, hat eine Diskussion um die Anhebung des Antrittsalters auf 70 keinen Sinn....

Gast: Stimme aus dem Volk
09.02.2012 09:30
1 0

Über ein halbes Jahrundert regiert...

...einen Schuldenberg von 218.676.182.261 Euro angehäuft.
Immer mehr aus dem Volk fragen: "Woas woar die Leistung?"

Antworten Gast: Antwort
09.02.2012 11:23
0 0

Re: Über ein halbes Jahrundert regiert...

Die Reichen sind reich geworden - ist das nix?

myzypresse
09.02.2012 09:06
1 0

Multimillionäre wie Leitl sorgen sich um unsere Pensionen

und Theorethiker, die zwar gut rechnen können, aber nicht wissen was die Leute überhaupt produzieren sollen.
Es stimmt, es gibt Bereiche, die nicht einmal Arbeitslose annehmen, obwohl Sie eigenltlich ein leicht verdientes Geld wären.
Es fehlt an echten WIRTSCHAFTSPÄDAGOGEN.
Was wir haben sind sture Kämmerer, mit unsinnigen Gesetzen und Zugangsbeschränkungen da und dort.
Wenn man die X fach Parallel Kaiserzeit Bürokratie, die wie ich meine viele Leute genausooft ärgert wie nützt einer gesunden Kur unterzeihen würde, dann wären in diesem Sektor sicher 50 Prozent weg und könnten zu Korruptionsbekämpung oder sagen wir begleitenenden Kontrolle von Betrieben, die zu 25 Prozent im österreichischen Besitz sind , genützt werden.
Es tut mir Leid, aber Millionär Leitl und Thoretiker Marin lösen nicht die Probleme der 'Arbeitslosen ab 45 Jahre.
Schade, dass die Wirtschaftuniversitäten auch keine fundierte praktische Meinung kundtun.
Eine echte Schande, dass Theoretiker nichts zustande bringen und nur ihre Füllfeder bedienen können und Industrielle wie hr Leitl macht ja nocht Millionennebengeschäfte während seiner Wirtschaftskammerdienstreisen.


Feevchen
09.02.2012 08:56
2 0

Da kommt freude auf!

Einer kinderlosen Witwe eines Nationarates,Oberschulrates.... die selbst NIE ins Pensionssystem einbezahlt hat, werden vom Väterchen Staat monatlich ein paar Tausend Euro aufs Konto überwiesen - und das seit einigen JAHRZEHNTEN!
Wir sollen jetzt bis zum Umfallen hackeln (nebenbei noch ein paar Kinder großziehen) undundund sind von einem gesicherten Lebensabend weit entfernt!
Da kommt Freude auf ;-)

Gast: TEST TEST TEST
09.02.2012 08:34
2 0

Die Medizin muss bitter schmecken

Der Club von gestern war zum zerkugeln. Nicht nur, dass die Runde offenbar von Niko ausgesucht worden war, profilierten sich einzelne Diskutanten ganz besonders. Marin, der die sauren Drops in süße Linksmarmelade schmierte. Die SJdlerin die ihrem Genderwahn frönte. Der Wirtschaftskammer-Unternehmer, der überfordert schwieg. Der lustige Pensionist, der offenbar durch die Paddei zuerst zum Werksleiter, dann in die Frühpension und nun zum Paddeifunktionär befördert worden ist. Charlie, kein Wort zu ihm. Einzig die Volxstheaterdirektorin, die resch mit Hausverstand versehen war. Eine lustige Runde.

Gast: ökonomie
09.02.2012 08:19
0 0

Vertrauenschutz wird mit Füssen getreten

Wenn man Leitl liest dann dann sind es immer die Arbeiter und Angestellten und ie Klein- und Mittelbetriebe die die Zeche zahlen. Großunternehmer und Multis genießen alle Privilegien. Der Vertrauenschutz und die Zusagen, dass Hacklerpension und Korridorpension und auch die Anpassung des Frauenalters bis 2014 bleiben gilt bei ihm ohnedies nichts, vielleicht aber beim VfGH. Man wird sehen was die Zusagen der Granden der SPÖ wert sind, dass für Korridor- und Hacklerpension die Regelungen bis zumindest 2014 bestehen bleiben. Statt bei den erforderlichen Jahren für die Korridorpension anzuknüpfen werden alle quer Beet bestraft. Absurde Konstruktionen.

Gast: twv
09.02.2012 07:26
0 0

nicht wir sind das Problem...

sondern die haben angst dass es nicht genug Geld für IHRE Pension gibt!
Wieso sollten POlitiker für ein paar Jahre POlitik-Arbeit für immer kassieren?

Harmonica
09.02.2012 07:23
1 0

Pensinsalter gleichstellen

Es ist eine Frechheit von einem Pensionsalter von 70 zu reden und 50% der Bevölkerung dürfen mit 60 Pension gehen. Dieses hat sofort gleich gestellt zu werden und nicht erst in vielen Jahren.
Abschaffung aller Pensionsprivilegien im Poltitnahen Bereich (nicht nur ÖBB)!
Wer die gestrige Fernsehdiskussion mit Blecha (verurteilter Spitzenpensionist) und dem roten Nachwuchsmäderl ("also so kann man das nicht sehen, hihihi") erkennt, daß es gar keinen Willen gibt in diesem Land gerecht zu sein.
Egal ob Männer kürzer leben, arbeitet länger!
Egal, ob Wien für seine Beamten das Pensionsrecht umsetzt - selber Schuld kein Wiener Beamter zu sein!
Egal ob die "Hacklerpension" für Schwerarbeiter gemacht wurde - wir nützen das im politnahen Sektor auch so!
Und das ginge lange so weiter!
Unsere Politiker sollen diese Mißstände abstellen und zwar gleich und dann reden wir über Pensionsantritt mit 70 und für Politiker führen wir eine Pönale ein für Versagen - zB Entzug aller Bezüge inklusive Pensionsanspruch.

Antworten Harmonica
09.02.2012 07:25
1 0

Re: Pensinsalter gleichstellen

und das o im Pensionsalter habe ich gefunden, es hat sich versteckt und behauptet unter die "Hacklerregelung" zu fallen, da es viel öfter benutzt wird, als die anderen Buchstaben.

Gast: gast12345
09.02.2012 06:45
3 1

Warum geben die Politiker nicht zu

dass Sie mit eintritt in die EU das österreichische Sozialsystem zerstört haben.
Da dieses System nur dazu da war um Österreicher zu versorgen und nicht die halbe EU und Flüchtlinge aus der ganzen Welt.

Vielleicht sollte man beim Pensionssytem ganz andere Wege gehen.
Nämlich 20 Jahre eingezahlt, 20 Jahre Pension , 30 Jahre, 30 Jahre Pension.

Ich sehe nicht ein wenn ich mit 65-70 in Pension gehe(falls ich dass erlebe) und 50 Jahre eingezahlt habe, dann vielleicht nur noch 20 Jahre Pension erhalte.

Antworten Gast: toro
09.02.2012 09:24
0 0

Re: Warum geben die Politiker nicht zu

Naiverl.

20 Jahre einzahlen - 6 Jahre Pension.

Das etwa ist die finanzierbare Relation.
Schauen Sie sich einfach an, was Sie überhaupt einzahlen pro Monat...

Gast: wansuk
09.02.2012 04:27
1 0

na servas

ich zahl zurzeit im Monat 960 euro pensionsversicherung.
wenn ich dann mit 70 in Pension gehen würde dann müssten die mir mindestens 5000 euro netto geben
damit sich das versicherungsmathematisch ausgeht.
mfg

Antworten Gast: toro
09.02.2012 09:26
0 0

Re: na servas

Das kann nur falsch sein.
Der SV-Beitrag ist gedeckelt - selbst wenn Sie 25.000 pro Monat verdienen, zahlen sie keine 960 für die Pension.

Antworten Gast: rprox
09.02.2012 07:07
1 0

Re: na servas

Endlich jemand der Rechnet!
Ist der AG Anteil berücksichtigt?
Wenn man die übrigen SV Abzüge berücksichtigt und ein bisschen verzinst, könnte man als Multimillionär in die Schatulle fallen.

bula sagt
09.02.2012 00:46
1 0

peter rabl hat im gestrigen club 2

dargelegt, dass 1970 die pensionisten nach 41 arbeitsjahren 11 jahre in pension waren.
2011 nach 38 arbeitsjahren 23 jahre in pension.
das problem daran ist vielmehr, dass bei den mindestpensionen diese durchschnittszahlen schwerer erreichbar sind, als bei den gutdotierten pensionsbeziehern.
dass bei 2,2 mill. pensionisten was zu holen ist, ist klar. aber es sollte nicht die ärmsten unter ihnen treffen.

Steininger
09.02.2012 00:22
2 0

War ja klar daß man das Kind mit dem Bade ausschüttet!

Das Budget wird vornehmlich über geringere Pensionszahlungen saniert. Das ist das Endergebnis der Neiddebatte!
Warum die Sozialdemokratie da mitmacht ist unerfindlich.
Von der ehedem christlichsozialen Partei ÖVP gar nicht zu reden. Sie hat sich zum Instrument neoliberaler Finanzinstitute gewandelt.

Feevchen
08.02.2012 23:56
4 1

Witwenpension


Warum wird eigentlich über Witwenpensioenen nicht diskutiert?
Warum ist dies in "Sparzeiten" noch immer kein Thema?
Während berufstätige Frauen NEBEN Kindererziehung 40-50 Jahre arbeiten und fleißig in die Pensionskassen einzahlen, um irgendwann eine mickrige Pension erhalten möchten, gibt es Witwen (z.B. von Beamten- Politikern) die keinen einizigen Euro selbst in die Pensionskasse eingezahlt haben, trotzdem oft jahrzehntelang Pensionen kasieren, von denen der Durchschnittspensonist nach jahrzehntelanger ARBEIT nur träumen kann!

 
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