Hochegger legt sein Netzwerk offen

16.02.2012 | 20:01 |  von MANFRED SEEH (Die Presse)

Der Lobbyist Peter Hochegger erklärte im parlamentarischen U-Ausschuss, dass Politiker aller Parteien mit ihm zusammengearbeitet hätten.

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Wien. Da saß er nun. Ganz entspannt, leicht zurückgelehnt. Peter Hochegger (62), gleichsam das leibhaftige Zentralorgan eines Lobbyismus Marke „Republik Österreich“, war am Donnerstag als Zeuge im parlamentarischen Korruptions-U-Ausschuss geladen. Sein Bekenntnis fiel dramatisch aus: 28 Politiker bzw. Expolitiker aller Parteien seien von 2000 bis 2010 auf seiner Payroll gestanden. So etwa Ex-SPÖ-Kanzler Alfred Gusenbauer, Ex-Innenminister Karl Blecha (SPÖ), Ex-Innenminister Ernst Strasser (ÖVP), die Ex-Verkehrsminister Mathias Reichhold (FPÖ) und Hubert Gorbach (FPÖ/BZÖ) bis hin zur Ex-Grünen-Abgeordneten Monika Langthaler.

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Gusenbauer soll laut Hochegger 100.000 Euro für ein nicht näher erläutertes Umweltprojekt bekommen haben. Gusenbauers Reaktion, inklusive Ankündigung „rechtlicher Schritte“, kam prompt: Der Exkanzler ließ durch eine Anwaltskanzlei ausrichten, er habe nie für Hochegger gearbeitet. Und: „Das von Herrn Peter Hochegger behauptete Jahresgehalt von 100.000 Euro ist frei erfunden.“ Wahr sei vielmehr, dass er, Gusenbauer, von Juli 2010 bis Februar 2011 für das auf Windenergie spezialisierte Unternehmen Sicon Energy als Berater tätig gewesen sei.

Bei Strasser bezog sich Hochegger auf Beratertätigkeiten. Kunde sei sozusagen die Regierung Bulgariens gewesen, es sei um den EU-Beitritt des Landes gegangen. Blecha habe – ebenso wie der Ex-SPÖ-Abgeordnete Peter Schieder – 4000 Euro für „Beratungen zum Thema Bulgarien“ bekommen.

 

Bestechung? Nein, nie!

Besonders intensive Aktivitäten hat Hochegger selbst – gegen ihn wird unter anderem wegen des Verdachts der Beihilfe zur Untreue ermittelt – ab 1997 für die Telekom Austria entwickelt. Ob über seine Agentur „Bestechungsgelder abgerechnet“ worden seien, wollte der Ausschuss wissen. Hier antwortete Hochegger (er gab übrigens an, Freimaurer zu sein, aber: „Ich habe mich 2009 wegen der Buwog-Sache beurlauben lassen“) mit einem schlichten Nein. Er sei strafrechtlich gesehen schuldlos. „Aus moralischer Sicht“ sei einiges „nicht richtig“ gewesen. Aber: „Das Leben ist ein Lernprozess.“

Wie also lief das System „Hochegger“? Die Bilanz des vierstündigen Auftritts des Lobbyisten ergibt eine simple Formel: Hocheggers Job war es unter anderem, das Feld für die Telekom so zu bestellen, dass das Unternehmen von der jeweiligen politischen Führung möglichst lukrative gesetzliche Rahmenbedingungen bekam. Diesem abstrakten Konzept hauchte Hochegger auch gleich Leben ein. Zwei Beispiele: So seien etwa der frühere FPÖ-Mann Walter Meischberger („Wo woa mei' Leistung?“) und der ehemalige SPÖ-Kommunikationschef Heinz Lederer als „Subunternehmer“ in seinen Diensten gestanden. Die beiden seien durch „Pauschalvereinbarungen“ entlohnt worden: 140.000 Euro pro Jahr für Meischberger, 90.000 für Lederer.

Und ja, Hochegger konnte die berühmte Frage nach Meischbergers Leistung beantworten: „Er öffnete für uns die Tür zum Finanzministerium.“ Finanzminister war zu jener Zeit Karl-Heinz Grasser. Und Lederer, mit dem Hochegger von 2002 bis 2006 zusammengearbeitet haben will? „Hier galt es, die guten Beziehungen zur SPÖ auszubauen. Seine Aufgabe war es, Kontakte zu Schlüsselpositionen in der SPÖ zu halten. Und die Zustimmung bei Gesetzesänderungen zu bekommen.“

(c) DiePresse

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„Herbeizaubern“ von 500.000 €

Nicht immer waren die Positionen so klar abgesteckt. So habe die Telekom 2004 exakt 500.000 Euro in ein Ostprojekt stecken wollen, diese Summe sollte aber nicht als Ausgang in den Büchern des Unternehmens aufscheinen. Die schließlich gewählte Vorgangsweise, die laut Hochegger mit dem gesamten Telekom-Vorstand abgesprochen war: Die Telekom ließ einer Hochegger-Firma nach Ausstellen einer Scheinrechnung 1,1 Millionen Euro für eine angeblich durchgeführte Studie zukommen. Hochegger versteuerte dieses Geld und überwies einen Teil des Gesamtbetrags, genau 500.000 Euro, an die Telekom zurück. Auch eine Variante des Systems „Hochegger“.

Die nächsten Zeugen
Der parlamentarische U-Ausschuss zu diversen Korruptionsaffären hat Donnerstagabend noch die Zeugenladungen für die nächste Sitzung am 27. Februar beschlossen. Vor den Ausschuss treten sollen laut der Vorsitzenden Gabriela Moser Ex-ÖIAG-Chef Peter Michaelis und der Vorstand der Finanzmarktaufsicht Kurt Pribil. Ebenso erscheinen sollen Andreas Krenn von der Telekom und der ehemalige BZÖ-Politiker Klaus Wittauer.

Auf einen Blick

Lobbyist Peter Hochegger sorgte im Korruptions-U-Ausschuss für Turbulenzen: Politiker bzw. Expolitiker aller Parteien seien auf seiner Payroll gestanden. Hochegger nannte etwa Ex-SP-Kanzler Alfred Gusenbauer. Dieser bestreitet jegliche Kooperation mit Hochegger vehement und droht dem Lobbyisten rechtliche Schritte an. Auch Ex-Innenminister Ernst Strasser (VP) soll demnach mit Hochegger zusammengearbeitet haben. Ex-FPÖ-Minister Hubert Gorbach wurde ebenso genannt wie die Ex-Grünen-Abgeordnete Monika Langthaler, die aber diese „Unterstellungen“ zurückweist. Dies tun indessen auch andere der Genannten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.02.2012)

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434 Kommentare
 
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Gast: GAst124
18.02.2012 14:51
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wie seinerzeit Floettl

Hochegger agiert nach dem Muster Floettl - und versucht sich durch "Kooperation" ebenfalls Straffeiheit zu erkaufen

Die Warnung

Hochegger interagiert mit unseren Politikern auf einfachste Weise - ihr habt Geld genommen, ich spreche darüber, aber nur von den legalen Geldgeschenken.
Ich werde geschlagen - ach da fällt mir ein, es gab auch Geldgeschenke, aber die Unterlagen hatte ich vergessen.
Immerhin ist der Herr Hochegger so klug, daß er alle Fraktionen warnt. Dieses Spiel wird er nur als parteiloser "Charaktermensch" überleben.
Geld und Sachspenden (zB Langthalers Gratisnutzen des ORF ZiB Studios) sind für unsere "Politelite" nur die Belohnung für den "schwersten" Job aller Zeiten.

Gast: einer aus dem inneren Kreis screibt persönlich:
17.02.2012 19:16
0

Die Insider wundern sich nun alle, wen er

nicht genannt hat.

Antworten Gast: Erdbeben
17.02.2012 19:31
0

Re: Die Insider wundern sich nun alle, wen er

Die echte Namensliste darf zugunsten der inneren Sicherheit nicht veröffentlicht werden.

Gast: aufgedeckt durch dort urlaubende Schauspielerin Hanna Schygulla
17.02.2012 18:04
1

Fehlt nur noch, daß Lobbyist Hochegger nach Brasilien entschwindet

Im Nordosten, in einem kleinen Fischerdorf namens Parajuru, hat er eine Luxusvilla direkt am Meer plus mehr als 40 Hektar Bauland – und er ist beteiligt am Luxushotelresort „Paraiso do Sol“ (Paradies an der Sonne). Dort entsteht auf einem riesigen Areal eine Anlage mit zig Chalets, Villen und Appartements.
http://www.oe24.at/oesterreich/politik/Lobbyist-Hochegger-Millionen-fuer-Luxus-Villen/39585175

Als Strohfrau soll Hocheggers Cousine Gisela Wisniewski (Kinderhotel Appelhof in Mürzsteg) fungieren, die nebenan eine weitere Bungalow-Anlage betreibt. In Hocheggers Luxus-Immobilienprojekt sollen inzwischen auch andere Österreicher durch Ferien-Domizilkauf in dieses Millionenparadies investiert haben.

Wisniewski kaufte vor einigen Jahren unter dem Titel „für ein Sozialprojekt“ in diesem Tropenparadies alle verfügbaren Grundstücke um 0,50 Euro/m2 auf (Entwicklungspotential wenn erschlossenes Tourismusprojekt: bis 100 Euro/m2).

Dieser einzige nennenswerte Wirtschaftsfaktor im ansonsten armen Fischerort untergräbt das Sozialgefüge; es handelt sich um als Alibi- Sozialprojekte getarnte Immobilienspekulation = Kolonialisierung, so die brasilianischen Luxusprojektkritiker.
Ein herrlicher Fluchtort, denn Brasilien hat meines Wissens kein Auslieferungsabkommen mit Ö? (zumindest keines, welches das Papier wert ist, auf dem es gedruckt ist) Außerdem seien die brasilianische Polizei und Justiz käuflich.

Antworten Gast: „Estrela do Mar“ (Meerstern) genannt
17.02.2012 20:10
0

Re: Fehlt nur noch, daß Lobbyist Hochegger nach Brasilien entschwindet

Inzwischen hat sich Hocheggers Brasilieninvestition von 2004 auch dort zu einem wilde Wogen schlagenden Immobilienskandal ausgeweitet, was sich rufschädigend für Österreich auswirkt:

http://gentedemidia.blogspot.com/2010/09/censura-o-documentario-proibido-no.html
(die KiteSurf-Schule wurde nicht geschlossen)

http://www.cartacapital.com.br/sociedade/um-paraiso-para-os-estrangeiros/

Ein kritischer Film “Une semaine à Parajuru” thematisiert die drohende Zerstörung des örtlichen Sozialgefüges und des Naturparadieses aus Gründen der Profitgier:

http://www.vagalume.fr/campagneparajuru/Accueil.html

Brasilianischen Medienberichten zufolge hätte Hochegger dort 45 Hektar Land um 0,5 Euro/m2 gekauft, um daraus mit den (lt. brasilianischen Medienberichten angeblich unversteuerten) Buwog-Provisionen eine Tourismus-Bonanza zu entwickeln; wegen des Skandals sei inzwischen seine Cousine zur Eigentümerin mutiert:

http://www.portaldomar.org.br/blog/portaldomar-blog/categoria/noticias/euros-em-parajuru-terra-bonita-e-barata

Bemerkenswert: Hochegger zahle Steuern in 7 Ländern (Bulgária, Holanda, Romênia, República Tcheca, Hungria, Brasil e Áustria).

Dieser Skandal in Brasilien beweist, daß das Rechtsempfinden in diesem bei uns als Bananenrepublik geltenden Tropenparadies doch um einiges entwickelter ist als im großkoalitionär heruntergewirtschafteten Österreich. Außerdem beweisen die brasilianischen Medien erstaunliches Insiderwissen über die Malversationen in Österreich: Hut ab!

Antworten Antworten Gast: Erhöhung der Telekomgebühren
19.02.2012 10:16
0

Paläste für die Skrupellosen, Glasperlen für das Volk mit Rechtsempfinden, das wird vom politisch etablierten „System Hochegger“ als Soziale Gerechtigkeit vermarktet

Hier die deutsche Fassung des sehenswerten Filmes "Eine Woche in Parajuru" (“Une semaine à Parajuru”) über die Problematik um Hocheggers & Co. umstrittenes brasilianisches Immobilienprojekt:

http://www.dailymotion.com/video/xd6ypz_brasil-eine-woche-in-parajuru_news?ralg=meta2-only#from=embed-playreloff-2
(Hochegger mit rotem Leiberl im Hintergrund bzw. von hinten gefilmt: ca. ab Minute 31:35' sowie 32:15'-32:28')

Thematisiert wird der sich dort wie hier schleichend etablierende NeoFeudalismus, wodurch meiner Beurteilung nach Umwelt und Sozialgefüge hinter einer Fassade von hinterfragenswürdigem Fortschritt und in Relation zum erzielten Profit nur in homöopathischer Dosis als Alibiaktionen wirkenden Sozialprojekten zerstört, und die Bevölkerung zur Profitmaximierung einiger weniger, bald alle und alles beherrschenden Superreichen für deren Zwecke instrumentalisiert wird. Wie ein Tropenparadies kommerziell zum Nutzen einer durch Geld sich überfallsartig als Machtelite etablierenden Minderheit umfunktioniert wird, erkennen Sie aus diesem Film.

Dieser sollte Sie zum Nachdenken anregen.

Während die armen, durch die Gelddominanz entrechteten Brasilianer protestieren, lassen wir uns hingegen auf ziemlich ähnliche Weise widerstandslos abkassieren.

Wie verrottet unser politisches System ist, dokumentiert die Tatsache, daß das, was das gesunde Volksempfinden als Korruption betrachtet, vom Gesetzgeber her legitimiert ist. Damit wer Zugriff hat, uns skrupellos ausplündern darf.

Hochegger ist nicht das Problem ...

Der hat nur das jahrzehntealte System gemolken. Solange wir uns vor diesen Gaunern verbeugen wird sich das nicht ändern. Wir sind halt ein Volk von Suderanten.

Gast: Argesauge
17.02.2012 17:12
0

was ist mit Veruntreuung ?

wie geht es, dass Mitarbeiter eines halbstaatlichen konzerns millionen an freunderln verschieben ?

Gast: Argesauge
17.02.2012 16:51
1

Warnhinweis

der Hochegger verarscht alle

dieser Typ gehoert zu den grauslichsten Erscheinungen der letzten Jahre !

soziale Ächtung - Ausschluß aus allen sozialen Netzwerken !

Antworten Gast: Lillisuppe
17.02.2012 16:58
0

Re: Warnhinweis

Aha, wieder ein Linker, der es nicht verkraftet, dass auch "seine" Leute auf der Liste stehen.

Wie früher, wo man auch den Überbringer der schlechten Nachricht aufknüpfte.

Armselig!

Antworten Antworten Gast: Argesauge
17.02.2012 17:16
0

Nachtrag


Die Erkenntnis, dass sich bei diesen Geldbeträgen die Freundschaften und erst recht die Ideale aufhören sollte sich herumgesprochen haben !

Kann es daher sein, dass aufgekärte Bürger immer noch in Farben denken ???

wie naiv !

Antworten Antworten Gast: Argesauge
17.02.2012 17:13
1

Re: Re: Warnhinweis

Du Wicht Du !

kapierst nicht, dass es nicht um links noch rechts geht !

wie armselig !

Gast: Schlendrian in Korruptistan
17.02.2012 16:09
1

Nützen wir die Macht von uns Wählern


Besinnen wir uns unserer Macht als Wähler und gründen mit neuen, integeren bewährten Leuten eine neue, die Interessen der Mittelschicht vertretende Partei.

Das Erfolgsrezept:

http://www.youtube.com/watch?v=nXEeF2BrBM8 Die Macht der Wähler

Andernfalls dürfen wir 2013 zur Belohnung die selben Visagen wieder zur Sicherung ihrer Pfründe "wählen", damit sie uns noch länger noch unverfrorener aussackeln können. Und dann noch zynisch von "Leistung" und ihrer Honorierung reden, denn ihrer manipulativen Gehirnwäsche gemäß werden nur Tüchtige reich... und tüchtig seien nur sie, nicht wir.

Gast: Bürgerprotest JETZT!
17.02.2012 15:13
1

Solange wir uns nicht "Stuttgart 21" (siehe YouTube!) zum Vorbild nehmen und Protest-Volksfeste inszenieren, so lange werden sie uns ausplündern und mit weiteren Belastungspaketen ruinieren

Die einst bürgerlich-braven Schwaben haben sich in den letzten Jahren mit viel Spaß zu effizienten Widerstandskämpfern entwickelt, um der korrupten Obrigkeit das Fürchten zu lehren, was uns natürlich unsere gleichgeschalteten Medien weitestgehend verschwiegen haben, um uns nicht auf für die Abkassierer ungünstige Ideen zu bringen. Doch auf YouTube gibt es hunderte Videos über den phantasiereich-kreativen Widerstand der Stuttgarter gegen den Parteienfilz. Der Frühling naht, die Luft wird wärmer, ideal für Ringstraßenfeste, Zeltstadt am Heldenplatz, Politikerbesuche, Musik und Tanz, um die Ratten von ihren Pfründen zu treiben.

Demokratische Grundrechte müssen gegen den abcashenden Parteienfilz wieder erkämpft werden:

http://www.youtube.com/watch?v=ebtsmpyyEVY&feature=related

http://www.youtube.com/watch?v=B7MwGlrKFh4&feature=related

http://www.youtube.com/watch?v=jZ1vwMun12k&feature=related

http://www.youtube.com/watch?feature=endscreen&NR=1&v=UgNIu5yZAEg

http://www.youtube.com/watch?v=ALGQWq-jASE&feature=related

Die einst friedlichen Schwaben verwandeln seit Jahren Stuttgart in einen Hexenkessel im Kampf der Bürger gegen die unverschämte Abzocke durch den Parteienfilz, doch diese Notwehr verschweigen uns unsere Medien konsequent. Nützen Sie daher das noch freie Internet: YouTube!

Denn: WIR SIND DAS VOLK UND DAS GELD -
SIE HINGEGEN SIND NUR UNSERE ANGESTELLTEN,
DENN WER ZAHLT, DER SCHAFFT AN!

Ohne Massendemos wird es keine Veränderung geben, nur Belastungspakete.

Die Verluderung der österreichischen Politik

Genieren sollten sie sich, der Faymann und der Spindelegger, die einander noch schnell vor dem Opernball mit Unterstützung des Herrn Bundespräsidenten das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich zugeschanzt haben, damit sie wie Gockel am Opernball herumstolzieren können. So wären diese Ehrenzeichen spätestens jetzt zu Schandmalen geworden, wenn sie nicht Schüssel und Grasser bereits hätten.
Denn mit diesen beiden fing die österreichische Tragödie erst richtig an, wurden Korruption und Freunderlwirtschaft österreichische Normalität und zur Selbstverständlichkeit. Die Hand aufzuhalten, wo immer es geht, ist so in den politischen Kreisen Österreichs fortan üblich geworden. Ihr Anteil daran ist daher recht groß, dass wir Österreicher/innen heute in aller Welt als ein Volk von Schlawinern gelten, schließlich waren sie es ja auch.
Obwohl es die Spatzen schon von den Dächern pfeifen, dass Österreich eine Korruptionsoase in Europa ist, haben auch Faymann und Spindelegger es bisher verabsäumt, wirksame Gesetze dagegen zu schaffen. Ob mit Absicht, um so politische Freunde zu schützen, oder ganz einfach, weil sie zu schwach dazu waren, ist noch offen.

Dem vernunftbegabten Österreicher sind alle wählbaren Parteien abhanden gekommen

Daher ist es heute schon wirklich so, dass niemand mehr, der noch Herr seiner Sinne ist, eine für ihn wählbare Partei findet. Die Wahlbeteiligung bei der nächsten Wahl wird deshalb so gering sein wie noch nie zuvor.
Viel größer ist also die Gefahr, dass die Demokratie bleibenden Schaden erleidet, weil man keinen Politiker mehr traut, als es der wirtschaftliche Schaden ist, den diese Pülcher angerichtet haben. Der lässt sich viel leichter ausgleichen, auch wenn er riesengroß ist.

Antworten Gast: bankrottakis
17.02.2012 17:13
1

Re: Dem vernunftbegabten Österreicher sind alle wählbaren Parteien abhanden gekommen

@kalathos, griechischer Freund ;-)

so schaut`s aus!

Die Wahlbeteiligung könnte theoretisch auf 0,05 % sinken. Dann wählt sich das Gesindel halt selbst und gut is.

"Demokratie" geht langsam verloren. Ich würde sogar behaupten, wir befinden uns bereits in einer "Soft-Diktatur". Alle Indikatoren sprechen dafür:

- Abschaffung der Wehrpflicht
- Entwaffnung der Zivilbevölkerung
- Einschränkung des Kapitalverkehrs
- Erfinden von "Gesinnungsdelikten"
- Zensur und Internetkontrolle
...

Was können wird denn noch beeinflussen?

Wenn Brüssel entscheidet, dass wir ab morgen nur noch kalt duschen dürfen und das eine EU-Polizei überwacht, wo willst dich beschweren?


Gast: Drei Äffchen als Karriereturbo: nichts SehenHörenSagen
17.02.2012 14:42
1

Jetzt ist bewiesen: die "ehrenwerte" Gesellschaft macht sich ihre zahnlosen Gesetze, um ungestört der Selbstbereicherung frönen zu können

Zugriffsmöglichkeit ist alles, nicht (störende) Kompetenz

Die Nichtmitglieder der sich zur Legitiomation ihrer Schandtaten gegenseitig mit Orden behängenden "guten Gesellschaft" sind dafür zum unfreiwilligen Workaholicdasein zur Steuergeldgenerierung verdammt. Mit dem von den unverbesserlich leistungsorientierten Bürgern abgepreßten Steuergeld wird der "Sozialstaat" genannte Proleten- und Migrantenstimmenkauf finanziert, wodurch sich die Kleptokratie an der Macht hält.

Gut, daß endlich Langthaler geoutet wurde. Van der Bellen war schon cleverer, und wird soeben für sein opportunistisches Stillhalten wärend der Ära Schüssel-KHG, an der auch die Roten wie man soeben entdeckt kräftig verdienten, als Häupls (unnützer) "Unibeauftragter" mit einem ihm zustehenden Budget von angeblichen 250.000 Euro honoriert.

Als gelerntem Wiener wundert einen die aufgedeckte Malaise keinesfalls. Die "gute Gesellschaft" Wiens prosperierte schon seit Kaisers Zeiten nicht durchs Arbeiten sondern durchs heimlichtuerische Mittun. Die mit viel Insider-Knowhow geschaffene Infrastruktur in Korruptistan ist ja hervorragend geeignet dafür: null Sanktion garantiert. Schlimmer ist da schon das Schicksal etwaiger Whistleblower, mit dem Effekt, daß es keine gibt, was den Rückschluß zuläßt, daß die drohenden, aber kaum nachzuweisenden (Zufälle gibt es...) Sanktionen des Imperiums existenzvernichtend hoch sein müssen.

So lange wir diese Sitten ungestört weiterexistieren lassen, solange werden wir abgezockt.

Gast: Politspast
17.02.2012 14:39
1

ein Blick zur "Konkurrenz"

zeigt, dass die Poster im "Standard" ganz desorientiert sind, dass auch "ihre" Leute auf der Gehaltsliste standen.

Denen, und da vor allen den GrünInnen bricht gerade ein Teil ihres Weltbildes weg.

Deshalb verlangen sie jetzt eine "amtliche Prüfung" der Aussagen Hocheggers, denn es kann nicht sein was nicht sein darf.

:-))

Gast: TT1
17.02.2012 14:33
2

Danke Bandion Ortner

Unter BO wurde der Grundstein für die rechtliche Nichtverfolgung dieser Gauner aus Politik richtiggehend einzementiert. Super-Gesetz!!!! Wahrscheinlich hat das Kleine Mascherl noch ordentlich Druck gemacht. Oder der Gusenbauer. Oder Strasser. Oder weiß ich wer von der korrupten Bande. Und was macht BO heute: arbeitet für die Anti-Korruptionsakademie IACA!!!!!!!
Der Bock wurde zum Gärtner gemacht. Ich pack es nicht!!!!

Gast: Rolle der Freimaurer?
17.02.2012 14:10
1

Eigentlich müßten die ehrenwerten Freimaurer als Moralinfreaks Hochegger jetzt hinuswerfen

oder ihn zum Austritt zwingen. Tun sie es nicht, was anscheinend der Fall ist, ist dies ein Beweis, daß die Logenbrüder und neuerdings auch Logenschwestern von den Machenschaften des „Systems Hochegger“ und den in Österreich schon seit langem etablierten eigenartigen Parallelstrukturen profitieren.

Deshalb wäre es wichtig, die Rolle der Freimaurer zu durchleuchten.

Im Geheimen agierende Netzwerke von Logenbrüdern und Logenschwestern plündern möglicherweise zielstrebig das Land, ohne daß endlich Maßnahmen dies konterkarieren.

Würden unsere Volksvertreter die Interessen der Bevölkerung vertreten, müßten sie endlich effiziente Gegenmaßnahmen lancieren. Doch da sie nur ihren Eigennutz optimieren, wird wieder nichts passieren - und alles profitabel wie bisher so weitergehen.

Nur eine Revolution könnte uns kurz- bis mittelfristig retten, bevor die neue Machtelite wieder mit dem alten Trott beginnt.
Aber die Österreicher sind zu lax und obrigkeitshörig, um endlich selbst aktiv zu werden.
Also dürfen sie sich über ihr Schicksal als Arbeitssklaven für das Ausplünderungssystem nicht zu wundern.

Antworten Gast: Argesauge
17.02.2012 17:32
0

Re: Eigentlich müßten die ehrenwerten Freimaurer als Moralinfreaks Hochegger jetzt hinuswerfen

habens dennicht eh schon rausgeschmissen ???

Antworten Antworten Gast: Humanisten in der Rauhensteingasse
17.02.2012 20:47
0

Re: Re: Eigentlich müßten die ehrenwerten Freimaurer als Moralinfreaks Hochegger jetzt hinuswerfen

nein, aus humanitären Gründen offensichtlich nicht, denn er outete sich im gestrigen U-Ausschuß als Freimaurer

Gast: Gregori
17.02.2012 14:08
0

Armes, hilfloses Österreich

In der Österreichischen Verfassung fehlt ein Instrument, welches bestimmte Gesetze erzwingen kann. Gegenstand der Volksabstimmung ( an das ja/nein Ergebnis hat sich das Parlament zu halten) kann nur ein vom Parlament beschlossenes Gesetz sein. Also die Parteienmehrheit gibt vor worüber abzustimmen ist.Wir können nicht vorgeben wie etwas zu sein hat, das darf nur die Regierung. Also bleibt uns nur die typisch österreichischen Lösung zur Kenntnis zu nehmen, eine Lösung welche den Machthabern nicht wirklich wehtut und genug Schlupflöcher offen lässt. Und die ÖVP/SPÖ werden es als bestmögliche Lösung hochjubeln. Es lebe Österreich, das Österreich des Walzers und der Korruption.

Gast: DI
17.02.2012 13:54
0

Wie lange noch????

Jedem aufrichtigen Menschen muss sich der Magen umdrehen, zum Kotzen. Es ist nur zu hoffen, dass irgend ein Exil-Österreicher kommt und mit der Oberschicht (Politiker) aufräumt, Vergleich Lenin und Stalin.

 
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