Dementis und Klagsdrohungen: Heftige Polit-Reaktionen

16.02.2012 | 18:21 |   (Die Presse)

Die vom PR-Mann Peter Hochegger genannten Politiker und Funktionäre wollen nicht für die Telekom gearbeitet haben. Hochegger benennt unter seinen langjährigen „Mitarbeitern“, 28 Vertreter aller Parteien.

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Wien/Red. „Ich weise das aufs Schärfste zurück“: Diese Formulierung hagelte es von vielen Seiten, nachdem der Lobbyist Peter Hochegger seine langjährigen „Mitarbeiter“ – 28 Vertreter aller Parteien – genannt hatte. Die Liste zählt allein fünf Spitzenpolitiker auf: Alfred Gusenbauer und Karl Blecha (beide SPÖ), Ernst Strasser (ÖVP) sowie Hubert Gorbach und Matthias Reichhold (FPÖ/BZÖ).

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„Ich habe zu keiner Zeit, weder direkt noch indirekt, für Herrn Peter Hochegger gearbeitet und auch nicht mit der Telekom zusammengearbeitet“, ließ Exkanzler Gusenbauer über seinen Anwalt wissen. Er kündigte rechtliche Schritte an. Auch Langthaler und Christian Nohel (Grüne), beide Geschäftsführer der Agentur Brainbows, wiesen „alle Unterstellungen rund um die Telekom auf das Schärfste zurück“.

 

Schüssel schützt seine Tochter

Exbundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) will gegen das Magazin „News“ vorgehen, das die E-Mails veröffentlicht hat. Schüssel geht es konkret um ein Mail, bei dem es um ein Sponsoring für ein Theaterprojekt seiner Tochter Nina Blum gehen soll. „Herr Dr. Wolfgang Schüssel wird gegen den Versuch von ,News‘, seine Tochter mit einer vermeintlichen Aufdeckergeschichte in die Telekom-Affäre hineinzuziehen, rechtliche Schritte ergreifen“, heißt es in einem Schreiben von Schüssels Anwalt Werner Suppan.

Die Junge Wirtschaft (JW) betonte, dass sie nie Geld von Hochegger bzw. dessen Firma bekommen habe. 2007 habe es Sponsoring-Verträge mit der Telekom und der Mobilkom über je 50.000 Euro gegeben, denen „klar definierte und dokumentierte Gegenleistungen“ gegenübergestanden seien. Beide Beträge seien von den Firmen direkt an die JW überwiesen und von dieser an keine Partei oder Vorfeldorganisation weitergegeben worden. Das Geld habe die „überparteiliche Jungunternehmer-Organisation der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ)“ bekommen, so Bundesgeschäftsführerin Elisabeth Zehetner. Die JW bezieht sich auf ein Mail, in dem Telekom-Vorstand Rudolf Fischer „100.000 Euro via Hochegger an die ÖVP-Bundespartei für 2007“ zugesagt hat. Die ÖVP hatte betont, eine derartige Zahlung nicht in den Büchern zu haben.

Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner hält Fragen nach einer parteiinternen Untersuchung möglicher Zahlungen an die ÖVP für verfrüht. Noch sei nicht bewiesen, ob der Inhalt der Mails richtig sei. Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl, Mitglied im ÖVP-Vorstand, verwahrt sich gegen den Ausdruck „Bananenrepublik“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.02.2012)

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27 Kommentare
 
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Niemand aus der Polit-Heini-Gesellschaft

hat jemals fremdes Geld von irgend jemanden für irgend etwas erhalten.

Würden wir von einer Einladung zum Abendessen um 50 Euro sprechen, gehört sich zwar auch nicht, aber sagen wir o.k.

Wenn es sich aber um sechstellige Eurobeträge handelt und niemand will den Empfang bestätigen, dann kann ich nur sagen:

ihr verlogene Politiker-Kaste!

Gast: ehrenwerte Gesellschaft
17.02.2012 21:50
0

Parade der Unschuldsvermutungen, dank der hilfreich konstruierten Gesetze(slücken)

Wer viel stiehlt, kann sich die brillantesten, bestvernetzten Rechtsanwaltskanzleien leisten.

Auf den weißen Westen glitzern dann beim Opernball viele pompöse Orden zur gesellschaftlichen Legitimierung des tolldreisten Tuns.

Gast: entillusioniert
17.02.2012 15:00
0

Jaja, lauter Unschuldslämmer - dank der von ihnen sorgfältig gemachten Gesetze,

damit diese nicht ihre Selbstbereicherungsinteressen etwa durch Sanktionen stören.

Eines lernt jedes Kind aus dieser Show:
Durch Können, Eingagement, Leistung etwas in Österreich erreichen und sich schaffen zu können, ist ein zynisches Märchen.
Im Nahbereich zur Politik braucht man all dies nicht, und man wird schwupsdiwups auf wundersame Weise sehr reich.

Wozu muß dann der Steuerzahler noch Schulen und Universitäten finanzieren?
Alles nur zur Ablenkung von der echten Goldmine?

Alles nur zur Ablenkung, damit wir das Netzwerk ungestört arbeiten lassen?

Während das hart arbeitende Bildungsbürgertum von der Politik verarmt wird (Steuerextrembelastung + Kostenüberwälzung), stopfen sich die Nichtskönner die Taschen voll.


wie immer wird alles bestritten, da diese Personen allesamt keinerlei Charakter besitzen

Interessant wäre eien Gesamtliste auf der auch all jene draufstehen welche indirekt beteiligt waren und ebenso profitierten !!!

Fiedler hatte es vorgestern in der Zib2 erneut auf den Punkt gebracht; "es wird nicht ohne ein hartes Gesetz welches man zwar 2009 beschlossen hatte und es wieder besonders auf Druck der Wirtschaft ? aufhob", gehen !

Das ein Schüssel sich derart billig am vollen Trog mitbediente, ist mit seinem Gehalt doch irgendwie seltsam.

Formel

bezüglich der betroffenen Personen und Parteien hat also offensichtlich die Formel die Gültigkeit: je größer desto Schuld, was nun wiederum umgeformt werden kann in je lauter desto Schuld (Einwände nach Hocheggers Aussage).

Gast: Pol e Mik
17.02.2012 09:55
1

Die Parteien stehlen das Geld der Bürger....

....dafür sollte man die jeweiligen Vertreter am nächsten Laternenpfahl aufhängen.

Von jeder Partei einen....und am nächsten Tag wieder....

Re: Die Parteien stehlen das Geld der Bürger....

welches erneut der einfache Bürger bezahlen muss, und kommen LEIDER erneut unbeschadet davon !

Ohne ein wirklich wirksames Antikorruptigesetz, wird auch künftig alles so weitergehen wie nun erst von einer einzigen teilstaatlichen Firma bekannt wurde.

Man sollte ALLE Betriebe in denen der Staat und/oder Länder die Finger drinn haben ebenso durchleuchten, denn da wird man sicher auch sehr schnell und ergiebig fündig werden !

Gast: F.Rage
17.02.2012 08:58
2

Rückzug

Der Staat hat in privatwirtschaftlichen Unternehmen nichts zu suchen! Deshalb Rückzug auf die Kernaufgaben. Bildung, Sicherheit, Infrastrukutr. Alles andere führt zu Misallokationen und Korruption.

Gast: Argl
17.02.2012 07:55
0

Gruml

Jetzt geht ihnen der Reis! HA!

Erinnert so an die deutsche Flickaffäre

Flick hatte auch alle bedacht, natürlich nie die "Grünen" oder die Kommunisten, die es damals noch gab.
Und hatte alles sauber notieren lassen. So wird es sicher H. auch gemacht haben!

Und - die "Grünen" - Das die nicht bedacht wurden weist schon darauf hin, dass da nur zweckgerichtet, also mit Erwartungshaltung, bezahlt, Verzeihung eingestellt wurde!

Gast: Nicht vergessen
17.02.2012 00:31
2

Steuerquote


Bitte nicht vergessen, diese Leute / diese Parteien legen die Steuerquote der arbeitenden Bevölkerung fest - zumindest bis zur Wahl 2013 !

republica de las bananas

Ist der obige Begriff dem Herrn Leitl genehmer als "Bananenrepublik"?

und zu
"Die ÖVP hatte betont, eine derartige Zahlung nicht in den Büchern zu haben."

was nun wirklich nicht die Frage beantwortet, ob sie die Zahlung bekommen hat....

Gast: Von wegen Gusenbauer
16.02.2012 22:10
3

DIE ZEIT v. 9.02 2012 N° 7 Gusenbauers Connection Die Geschäftsbeziehungen des Ex-Kanzlers in Osteuropa werfen immer mehr Fagen auf /v.Herwig Höller

Nach diesem Artikel sollten unsere (schreibt ein Parteimitglied) Sozialdemokraten den gusenbauer (nur mehr kleingeschrieben) schleunigst!!! aus der Partei entfernen.

Heimat großer Töchter und Söhne ???

Es gilt natürlich wieder einmal die Unschuldsvermutung. Hat wirklich jemand ernsthaft geglaubt, dass nur die orange Unscheinbar-Partei bei der TA abkassiert haben. Hochegger hat sie alle bedient, so wie immer alle bei den großen Firmen abkassiert haben und auch weiter abkassieren. Und je lauter sie dementieren, umso unglaubwürdiger sind sie.

Re: Heimat großer Töchter und Söhne ???

Ist das nicht die eigentliche Arbeit vom Hohenegger diese schmutzigen Gelder möglichst unauffällig zu verteilen. Was kann er denn sonst.

Re: Heimat großer Töchter und Söhne ???

Heimat gut geförderter Töchter und Söhne

Unrechtsbewusstsein kann von Xindl nicht erwartet werden!


Das wird einfach in Grund und Boden getrampelt - auf dem Tanzparkett, und auch abseits davon.

Gast: Obmann, Friends Economie
16.02.2012 20:11
1

Hochegger, ich meld mich freiwillig.

Ohne jeden Verdacht auf Bestechung können sie mir gerne 100.000,- oder gerne auch mehr Schmiergeld überweisen.

Gast: strenger Mann
16.02.2012 20:08
3

Da wirft ein durchtriebener Gauner, Hochegger, mit Anschuldigungen um sich.


Dass FPÖ, BZÖ und ÖVP unserem Land nur Schaden, weiß jeder gebildete Mensch.

Hoppala irgendwer/was wurde da doch in der Aufzählung vergessen......

Naja, zumindest ist es interessant zu wissen, dass die Leserbriefschreiber aus der Löwelstrasse sich selbst als gebildet einschätzen. Nach den beeindruckenden Erfolgen Ihrer diversen Campagnen ist dieser Erkenntnis wahrlich nichts mehr hinzuzufügen.

Antworten Gast: gastinger
16.02.2012 21:13
7

Re: Da wirft ein durchtriebener Gauner, Hochegger, mit Anschuldigungen um sich.

die spö hams aber jetzt nonchalant unter den tisch fallen lassen.
oder wollens uns allen ernstes weis machen, die ehemalige arbeiterpartei hat keinen dreck am stecken?

Die Polit-Gauner und abgehalfterte Parteiwursteln hat Hochegger fürstlich dafür bezahlt

damit sie das tun was sie am besten können - nix.
Und das allein war Millionen wert.
Wo ist da seine strafbare Handlung?
So was nennt man professionelles Lobbying.

Gast: pk2
16.02.2012 19:52
8

ja, sehr unwahrscheinlich

die Gaunereien. Geisteskinder wie Gusenbauer oder der Joschka Fischer werden nach Havard bestellt, kein mensch will sie hören, aber sie kriegen auf die Art gewaschenes Geld. Wos war mei Leistung? Niemand kann dagegen etwas sagen. Ein Semester, zwei Semester... Die US lawmakers sind ja noch ärger. Insider trade, Gesetze werden gebaut für den Meistbietenden, unser Tschapperl Grasser hat ja auch so etwas versucht. Gorbach hat es innerösterreichisch durchgezogen. Faktum: je mehr Politiker ein Land finanziert, desto kostspieliger sind sie.
Raus aus der repräsentativen Demokratie. Die ist der Hort von Korruption. Ein Saustall.

Gast: tempa
16.02.2012 19:35
4

Leitl sollte öfters das Wort ergreifen...

Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl, Mitglied im ÖVP-Vorstand, verwahrt sich gegen den Ausdruck „Bananenrepublik“.

Noch zu Gadaffi`s Zeiten:
'Schließlich ist es nicht lange her, als der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich in Tripolis vom „europäischen“ Libyen schwärmte. „Ich sehe die Grenzen unseres Kontinents nicht im Mittelmeer, sondern in der Wüste Afrikas. Libyen ist ein Teil Europas“, wie Christoph Leitl wörtlich meinte.'


Gast: Bürger01
16.02.2012 19:30
2

Beweise und Unrechtsmoral

Untersuchen erst , wenns bewiesen ist - aber dann bitte aus dem Häfn ,
jnd schon sehr erstaunlich , wie das getürkte Rechtssystem den whistle blowern zu Leibe rücken will !

Gast: Rating Agent 007
16.02.2012 19:22
2

Österreich das korrupteste Land der Welt.

Nun wird weiter herabgestuft werden. Bin schon neugierig, welches Rating die A1 Telekom nun ausfasst?

 
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