Wien/Apa. Die Mitte des vergangenen Jahres eingeführte Rot-Weiß-Rot-Card beginnt Wirkung zu entfalten. Laut neuester Statistik des Sozialministeriums wurden bereits mehr als 1000 Anträge gestellt. Mit Ende letzter Woche haben sich exakt 1118 Zuwanderungswillige beworben, nur 241 davon wurden abgelehnt. Der größte Teil der Karten ging an Schlüsselkräfte, erst 54 Anträge von Hochqualifizierten wurden bewilligt.
Die Rot-Weiß-Rot-Card berechtigt zur Niederlassung und zur Beschäftigung in Österreich. Um diese Bewilligung zu erhalten, gibt es unterschiedliche Punkte-Tabellen für Schlüsselkräfte und Hochqualifizierte. Bei ersteren kann man maximal auf 75Punkte kommen, 50 reichen für eine positive Bewilligung. Die meisten Punkte kann man über die Qualifikation holen, maximal 30 bei Abschluss eines mindestens dreijährigen Studiums. 15Punkte gibt es für Deutsch- und Englischkenntnisse.
Bei den besonders hoch qualifizierten Arbeitskräften benötigt man 70 von 100Punkten, wobei auch hier über die Ausbildung der höchste Bonus zu lukrieren ist. Größter Vorteil für diese Gruppe: Die Antragsteller müssen im Gegensatz zu den Schlüsselkräften keinen fixen Arbeitgeber vorweisen, sondern können sich ein halbes Jahr frei nach einer adäquaten Beschäftigung in Österreich umsehen.
Elektrotechniker beliebt
Am häufigsten – nämlich 181-mal – wurde im Bereich Warenherstellung eine Arbeitsbewilligung erteilt, etwa an Elektrotechniker. Was die Nationalität anlangt, wurden die meisten Karten an Russen vergeben – nämlich 102. Knapp dahinter liegt Bosnien-Herzegowina (101), auf den Plätzen drei und vier folgen die USA (93) und Kroatien (87). Auch die Ukraine, Kanada, Indien und China zählen zu den Top Ten.
An Schlüsselkräfte wurde mit 645 Rot-Weiß-Rot-Cards der größte Anteil vergeben. Außerdem bekamen 115 Studienabsolventen Karten, und 63 erhielten die sogenannte Blue Card, die gemäß EU-Vorgaben zu vergeben ist.
Architekten, Bautechniker und Unternehmensberater stellen mit dem Bereich wissenschaftliche und technische Dienstleistungen hinter den Warenherstellern die zweithäufigste Branche. Auch Softwareentwickler und Programmierer sind gefragt, der Sektor Information und Kommunikation liegt auf Platz drei.
Die Zahl der Kartenbesitzer dürfte ab Mai noch einmal deutlich steigen, weil dann auch Bewilligungen für Mangelberufe erteilt werden.