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Jeder Wähler zahlt pro Jahr 30 Euro an die Parteien

21.02.2012 | 18:23 |  PHILIPP AICHINGER (Die Presse)

Die Summe des Bundes für Parteien sinkt. Das ändert nichts daran, dass Österreich international bei den Ausgaben führend ist. Ein Problem sind die laschen Vorschriften.

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Wien. Das Sparpaket sorgt dafür, dass die Parteiakademien heuer um 550.000 Euro weniger erhalten als geplant. Dazu kommt, dass die Regierung bereits im Jahr 2010 bei ihrer Klausur in Loipersdorf die Parteiförderung für die folgenden Jahre gesenkt hat. Damals wurde beschlossen, dass die Ausgaben für die Parteien und ihre Akademien ab 2011 kontinuierlich sinken – und zwar auf bis zu minus 7,2 Prozent im Jahr 2014.

Aber es gibt neben dem Geld für Parteien und Parteiakademien noch eine dritte Finanzierungsschiene, die Förderung für die Parlamentsklubs. Diese steigt weiterhin jedes Jahr um jene Summe, um die auch Beamtengehälter im Schnitt angehoben werden. Das sind heuer 2,95 Prozent. Im nächsten Jahr droht den Beamten und damit auch den Parlamentsklubs eine Nulllohnrunde. Bereits heuer sinkt die Summe, die die Parteien aus allen drei Förderungen zusammen erhalten, auf 45,43 Millionen (2011 waren es noch 45,86 Millionen gewesen).

Muss man sich also Sorgen um die Parteien machen? Wohl kaum. Denn jeder Wahlberechtigte zahle an sie rund 30 Euro pro Jahr, erklärt im Gespräch mit der „Presse“ Experte Hubert Sickinger. In vielen Staaten betrage diese Summe „ein Drittel oder nur die Hälfte“, berichtet der Politologe. Und selbst andere Länder mit besonders hoher Parteienförderung würden nicht die Summe erreichen, die in Österreich fällig wird. Neben den 45,9 Millionen Euro, die die Parteien vom Bund erhielten, gab es im Vorjahr zusätzlich noch 123,4 Mio. Euro von den Bundesländern. Im Schnitt sind das 26,7 Euro pro Wahlberechtigtem. Dazu kommt noch das Geld, das die Parteien auf Gemeindeebene erhalten. Dieses variiert je nach Größe der Gemeinde, im Schnitt seien es aber rund vier Euro pro Wahlberechtigtem, sagt Sickinger. Damit ergibt sich, dass jeder der rund 6,3 Millionen stimmbefugten Österreicher etwa 30 Euro an die Parteien zahlt, pro Jahr. Nicht eingerechnet sind da noch die Kosten für die Wahlkämpfe, die Parteien nach Urnengängen rückerstattet erhalten.

Ein Problem sind die laschen Vorschriften. So ist das Geld für die Klubs etwa zwingend für die Arbeit im Parlament zu verwenden. Wer die Regel umgeht, hat keine Folgen zu fürchten. Ein ähnliches Problem gibt es bei Spenden, die Parteien zusätzlich von privaten Gönnern erhalten. Auch wer sich hier nicht an die (ohnedies kargen) Regeln hält, muss mit keinen Sanktionen rechnen.

 

Transparenz bei Spenden

Franz Fiedler, Beiratspräsident von Transparency International, fordert daher mehr Transparenz, auch von den Landessektionen und Teilorganisationen der Parteien. Sanktionen seien nötig, Fiedler spricht sich aber für Geldstrafen aus. Die Grünen hatten zuletzt Haftstrafen bei illegaler Parteienfinanzierung gefordert. Auch bei führenden Juristen wie Heinz Mayer, Bernd-Christian Funk oder Helmut Fuchs stieß der grüne Vorschlag auf Skepsis.

Die Koalition hat schon länger eine Neuregelung der Vorschriften zur Parteifinanzierung versprochen, geschehen ist aber noch nichts. Kanzler Werner Faymann erklärte am Dienstag nach dem Ministerrat, das Parlament solle in dieser Causa „ruhig ein bisschen das Tempo erhöhen“. Vizekanzler Michael Spindelegger sprach sich für einen breiten Konsens aus. Die Klubobleute treffen sich in dieser Woche, um die Causa zu beraten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.02.2012)

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31 Kommentare
 
1 2
fireone
23.02.2012 07:24
1 0

Ich

will sofort meine € 30.-- zurück. Für die Leistungen aller Parteien ist jeder Cent verschwendet.

Antworten erxxich
23.02.2012 15:33
0 0

Jegliche Parteien- / Parteiakademienförderung und Parlamentsklubförderunggehört sofort ersatzlos gestrichen !!!!

Dafür sollte jede in Österreich registrierte Partei, egal ob in Regierung oder nicht, mit € 2 Millionen gefördert werden !!!

Antworten DerMike
23.02.2012 11:33
0 1

Re: Ich

Schwachsinn. Erläutern Sie vorher eine Alternative, bevor Sie einfach nur Müll verzapfen!

Antworten Antworten fireone
23.02.2012 17:45
0 0

Re: Re: Ich

Was ist daran schwachsinnig, wenn ich feststelle, dass jeder Cent rausgeschmissenes Geld ist? Besser lesen, vor allem sinnerfassend lesen. Sind sie ein Apparatschik, dem ich zu nahe getreten bin, weil sie sich so aufregen?

Gast: Ungeschmierter
22.02.2012 21:15
1 0

Parteienfinanzierung

Das große Problem der Politikerkorruption ist, wie der frühere RH-Präsident Fiedler letzte Woche treffend bemerkte, die enge Verbundenheit zwischen Wirtschaft, vor allem der INDUSTRIELLENVEREINIGUNG, und Politikern, insbesondere die verborgenen Zuwendungen. Die angekündigte Offenlegung von Geldspenden ab € 5.000,- (wer’s glaubt, wird selig) wird dieser verfilzten Allianz nicht weh tun. Denn was ist Realität ? Sog. finanzierte Trainée-Programme – nichts anderes als das Sponsoring von Sekretariatsarbeitsplätzen in politischen Stäben oder bei politischen Mandataren – belaufen sich auf ein Vielfaches dieser Beträge, werden aber, da kein nomineller Geldbetrag, im angekündigten Gesetz nicht erfasst werden. Selbst in der gegenwärtigen medialen Diskussion fragt niemand, welcher heimische Politiker in Österreich und in Brüssel/Straßburg wieviele Trainées, Assistenten – wie immer man diese Arbeitskräfte bezeichnen will – von welcher Interessenvertretung aus “purer Nächstenliebe“ und natürlich, ohne eine Gegenleistung dafür zu erwarten, unentgeltlich zugeteilt erhält, was das eigene Börsel gewaltig schonen kann. Dies wäre doch ein lohnendes Thema für Recherchen durch engagierte Journalisten – oder bedarf es wieder eines Reporters vom Ausland, z.B. der britischen Sun, um ein weiteres Puzzleteil im heimischen Polit-Sumpf aufzudecken ?

Gast: africano
22.02.2012 17:34
1 0

Spenden Gelder sind immer mit Eigennutz verbunden.

Als man mit Gelder des Staates die Parteien unterstütze hatte man sich sehr wohl etwas dabei gedacht. Nicht jede Partei hat zum z. B . einen Haselsteiner bei der Hand ,welcher natürlich auch weidlich seinen Macht dann ausspielt.Z.B. Obama in den USA wird wie ein Ochs mit Nasenring von seinen Geldgebern durch die Gassen gezogen.

Gast: Lukas
22.02.2012 09:19
3 0

Parteiakademien auf Steuerkosten abschaffen!

Es ist offensichtlich, daß Parteiakademien eingespart werden können. Unsere beamteten Spitzenpolitiker präsentieren sich ja ohnedies als ob sie nicht einmal die Volksschule geschafft hätten!

Gast: total crash
22.02.2012 06:32
4 0

550.000 €

weniger erhalten die Östrr.Parteien ?

Diese,die Bevölkerung für dump haltende korrumpierbaren Politiker aller Parteien ,sind keinen Pfifferling wert,deshalb wäre es folgerichtig
das diese Gehirninkontinenten Politkasperln nichts aber schon gar nix an Parteienförderung,Zuschüssen,Wahl-Kosten-Rückerstattung usw usf erhalten.

Dieses Geld von dem diese Hansl`n leben ist durch unser aller ehrlicher Arbeit & Steuerabgaben zusammen gekommen,und jetzt sollen wir diese Korrupten Damen und Herren am Leben erhalten,die wissen ja gar nicht wie man Arbeiten schreibt,geschweige welch tatsächliche Anstrengungen hinter solch einer Tätigkeit steckt
Man sollte sie mit an nass`n stinkat`n Fetz`n davonjagen.Schnell [°µ°] Q S

Antworten Zeitgeist1
22.02.2012 12:22
0 0

Re: 550.000 €

Da in der Überschrift von Wählern die Rede war. Ich gehe nächstes mal nicht wählen. denn diese Hanseln und Hanselinnen können mir ab jetzt alle miteinander gestohlen bleiben. Also möchte ich auch die 30 Euro zurück.

2 3

Und wieviele Euro

zahlen wir für die Privilegien der Katholischen Kirche in Österreich?

Antworten Gast: aaronslehrer
23.02.2012 06:07
0 1

Re: Und wieviele Euro

themenverfehlung, aaron. nicht genügend - setzen!

3 0

Muss man sich also Sorgen um die Parteien machen ?

Keine Sorge - Hr. Ackerl hat ohnehin schon vorgeschlagen, die Parteienförderung zu erhöhen. Mit der "ganz neuen" Begründung, Parteien von Spenden unabhängig zu machen ...

---

PS.: Hier fehlen wohl noch etliche Quellen der Parteienfinanzierung aus öffentlichen Mitteln. ZB. die Parteiabgabe der Abgeordneten (die ja wohl vorher draufgeschlagen wird, damit die Abgeordneten nicht zu kurz kommen), Inserate und Presseförderung für "parteinahe Medien", Aufträge für "parteinahe PR - und sonstige Firmen. etc. etc.

Die Parteien - die Blutsauger der Republik.

Antworten erxxich
23.02.2012 15:39
0 0

Nocch alles beisammen Hr. Ackerl !!??????

Sofortige Streichung jeglicher Parteien-, Parteiakademien- und Parlamentsklubförderungen !!!!
-
Dazu die Gönnerspenden wie in Deutschland veröffentlichen und bei Vergehen hohe Strafen !!!!

Gast: Derzeit noch Mausland, bald aber Ausland!
21.02.2012 22:40
2 1

Jeder Wähler zahlt pro Jahr 30 Euro an die Parteien...

30 Euro.....TIEFGESTAPELTER GEHTS NICHT MEHR???
http://www.youtube.com/watch?v=nXEeF2BrBM8

Gast: pächter der wahrweit
21.02.2012 22:02
2 0

Naja - 30 EUR zahl ich immer

gerne für a guates Kabarett.

Und wahrhaft lachhaft ist unser System ja wirklich.

Antworten fireone
23.02.2012 07:26
1 0

Re: Naja - 30 EUR zahl ich immer

Für gutes Kabarett gerne, aber nicht für Schmierentheater.

eumlinger
21.02.2012 21:51
1 0

Macht nur weiter so

irgend wann gehet der Bevölkerung die Luft aus, dann wirds heiss auf den Strassen Wiens.

0 1

Re: Macht nur weiter so

schuld ist nur der klimawndel und hoss cartwright

Gast: foobaro
21.02.2012 21:46
2 0

Das eigentliche Problem sind nicht die 30 Euro

sondern die zahnlosen Vorschriften. Gerade in der Politik gehören harte Strafen. Härtere Strafen, als für die Privatwirtschaft. Wo bleibt die Vorbildfunktion?

Ich kann nicht verstehen, warum es Gesetze gibt, die nicht sanktionierbar sind. In der Schule habe ich mal gelernt, dass ein Gesetz sanktionierbar sein muss, damit es eines ist. Das hat perfekten Sinn ergeben. Warum etwas verbieten, was man nicht bestraft? Kann man da vlt. noch auf Unterlassung klagen, was sonst nicht ginge?

Gast: gasti
21.02.2012 21:36
2 2

nur 30 euros???

völlig falsch!!

rechnet man die ganzen khgs, meischbergers und co. und die übermäßige steuerschröpfung zusammen dürften es wohl eher 4000-5000euros pro jahr sein

Lupus.67
21.02.2012 21:20
2 1

eine tatsache ist halt

dass eine krähe der anderen kein auge aushackt.
und solange die "demokratie" in österreich so ausschaut wie sie ist, ist es "den parteien" völlig wurscht, was die bevölkerung denkt oder will.

dass parteien, die "die bevölkerung" repräsentieren sollen durch diese bevölkerung finanziert werden, ist ok. aber nur durch den teil, FÜR den sie arbeiten, und nicht pauschal den rüssel nur in den steuergeld-topf strecken.... zusätzlich zu den absprachen mit raiffeisen, deutsche bank, RWE und co über "pensionsvorsorge", sprich deren bestechung mit "späteter bezahlung" in form von aufsichtsratpöstchen.

erxxich
21.02.2012 20:56
1 0

Steurgelzugriff für Parteien ist eine bodenlose Frechheit !!! Parteien sollen sich privat und Transparent finanzieren !!!!


Antworten Gast: gegenparteispenden
22.02.2012 09:14
0 1

Re: Steurgelzugriff für Parteien ist eine bodenlose Frechheit !!! Parteien sollen sich privat und Transparent finanzieren !!!!

na dann wird aus spö die siemens partei österreichs

private spenden gehören überhaupt verboten, weil eine firma, person zahlt nicht an parteien aus jux und tollerei, die wollen was für ihr geld

durch eine rein privat finanzierte parteienlandschaft sitzen nur noch lobbyisten im parlament und keine volksvertreter und die stimme eines bürgers hat eine unterschiedliche gewichtung, eine stimme eines reichen ist mehr wert, als die eines armen - das ist nicht demokratisch - abgesehen von den altgriechischen zuständen hat auch demokratie geheißen, wählen duften aber nur privilegierte reiche

gambler
21.02.2012 20:12
2 0

Und das ist noch nicht alles......

......denn die ganzen Zwangsbeiträge erhendenen Interessensvertretungen (AK, WK, etc.) sind ebenfalls in Händen der politischen Parteien, Leitl, Tumpel und Konsorten sind reine Parteisoldaten und agieren mit den jeweiligen Kammern als reine Vorfeldorganisationen ihrer politischen "Heimat".

Gast: apfelmännchen
21.02.2012 19:59
1 1

also meine €30,-

haben sich bereits mehrfach bezahlt gemacht. Keine Ahnung wie es bei anderen ausschaut, aber ich bin mit meinem ROI doch ziemlich zufrieden. ;)

Antworten Gast: Gödels friend
21.02.2012 20:29
3 0

Re: also meine €30,-

Lieber Apfelmann,

vollkommen klar dass es zigtausende
Profiteure gibt, die ohne die Partei im
wahrsten Sinne des Wortes "NICHTS"
wären. Den Profiteuren steht aber eine
größere Zahl an Verlierern gegenüber,
die an einer der weltweit teuersten
und uneffizientesten Verwaltung leiden.
Wir haben eine Staatsquote wie Schweden
ohne aber auch nur annähernd vergleichbare Qualität bei Kinderbetreuung
oder Universitäten aufzuweisen.

 
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