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Telekom: Neue Vorwürfe gegen SPÖ-Abgeordneten

23.02.2012 | 08:22 |  REGINA PÖLL (Die Presse)

Sowohl Gusenbauers Joggingpartner Parnigoni als auch der Neo-ÖIAG-Chef sollen von der TA belohnt worden sein. Beide dementieren und drängen auf Aufklärung.

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[Wien] „Immer wieder" sei man gemeinsam joggen gegangen, bis heute: „Als sportbegeisterte Fast-Nachbarn, das ist doch logisch." Sagt Rudolf Parnigoni, Sicherheitssprecher der SPÖ bis 2008, zur „Presse". Wenn sein Joggingpartner damals wie heute nur nicht Alfred Gusenbauer, von 2007 bis 2008 SPÖ-Kanzler dieser Republik, gewesen wäre. Dann wäre das Lauf-Duo Gusenbauer/Parnigoni nun nicht ins Straucheln geraten. Konkret: Dann würde ein E-Mail aus der Telekom, Absender: „Alois S.", vom 8. November 2007 an den damaligen Telekom-Austria-Manager Gernot Schieszler nicht für Aufregung sorgen oder vielmehr gar nicht existieren.

In diesem Mail, zitiert in der heutigen Ausgabe von „News", heißt es sinngemäß: Parnigoni bekommt für „seinen" Heimatverein, den FC Gmünd in Niederösterreich, eine Telekom-Spende von 8000 Euro im Jahr 2008. Und Parnigoni bringt dafür seinem langjährigen Joggingpartner und Freund, dem Kanzler, die politischen Anliegen des Telekommunikationskonzerns nahe.

„Rudi Parnigoni kann uns in unseren Anliegen Richtung Bundeskanzler gut unterstützen. Sobald wir das Signal (die Spende, Anm.) geben, wird Rudi den nächsten Joggingtermin mit Alfred Gusenbauer vereinbaren", heißt es wörtlich in dem Mail, das „News" nun publik gemacht hat. Geschrieben von S. an den damaligen Telekom-Manager Gernot Schieszler, der sich der Justiz heute als Kronzeuge in der Telekom-Affäre anbietet - die wiederum seit Ende 2011 Thema im parlamentarischen Korruptions-U-Ausschuss ist. Bisherige Verdächtige waren und sind vor allem (Ex-)BZÖ-Politiker wie der frühere Infrastrukturminister Hubert Gorbach sowie mögliche „Mittler" wie der Lobbyist Peter Hochegger, außerdem im Verdacht stehen einige (Ex-)FPÖ-Politiker ebenso wie ÖVP-Politiker oder ihnen nahestehende Personen.

Und jetzt also die SPÖ. Parnigoni wehrt allerdings im „Presse"-Gespräch entschieden ab: Er habe zwar einmal einen Telekom-Mitarbeiter („ich weiß gar nicht mehr, wen") um Geld für den FC Gmünd „angehaut". Dass es dafür aber „irgendeine Gegenleistung politischer Art gegeben hat, das ist lächerlich". Sponsoring sei im Sportbereich ja gang und gäbe, auch mit viel höheren Summen. Ebenfalls „keinen Hintergrund" gebe es zu den jeweils rund 3000 Euro, mit denen die Telekom in den Vorjahren den „Löwenherzpreis" von Parnigonis Verein „PRO Niederösterreich" - ein Verein für Landesentwicklung - unterstützt hat. Parnigoni: „Da geht es um einen Sozialpreis. Und sonst nichts."

Gusenbauer: „Braver Kunde der Telekom"

Auch Gusenbauer gibt sich verwundert. „Ich bin seit Jahren mit Rudi Parnigoni in Kontakt, nicht wegen der Telekom, sondern weil er ein alter Freund von mir in Niederösterreich war", sagt er der „Presse": „Ich habe mit der Telekom nichts anderes zu tun, außer, dass ich braver Kunde bin." Er, Gusenbauer, sei auch nie für den Telekommunikationskonzern zuständig gewesen - weder als Parlamentarier noch als Kanzler. „Das waren bekanntlich der zuständige Minister Wilhelm Molterer und, was Regulierungsfragen betrifft, der damalige Infrastrukturminister Werner Faymann." Und die hätten sich nicht in ihre Arbeit dreinreden lassen: „Da ist jeder auf seinen Kompetenzen gesessen."

Außer gegen (Ex-)Politiker richten sich jüngere Vorwürfe aber auch gegen den nunmehrigen Chef der Staatsholding ÖIAG, Markus Beyrer: Er soll einst als Generalsekretär der Industriellenvereinigung „Informant" für das Management der Telekom gewesen sein, wie das Magazin „News" aus weiteren E-Mails zitiert: So soll Beyrer unter anderem Protest-Mails von Telekom-Personalvertretern, die 2008 an die IV gegangen sind, an die Führungsriege des Unternehmens weitergeleitet haben. Sein „Lohn" dafür? Beyrer wurde - so viel ist sicher - von der Telekom immer wieder zu exklusiven Veranstaltungen eingeladen: von Jagden mit dem Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly bis zu Abendessen mit Starkoch Reinhard Gerer.

Ein ÖIAG-Sprecher dazu: „Die Telekom ist eines der größten Mitgliedsunternehmen der IV. Und die Teilnahme an Veranstaltungen von Mitgliedsunternehmen war Teil von Herrn Beyrers früherer Arbeit." Sämtliche Vorwürfe mit politischem Bezug weise man entschieden zurück, Beyrer selbst wolle eine „lückenlose Aufklärung" der Causa Telekom.

Die ÖIAG hält 28,42 Prozent an der TA, Beyer ist Aufsichtsratschef des Konzerns. Speziell die Oppositionsparteien zweifeln an, dass er nun als „Aufklärer" tauge. Das BZÖ will Beyrer in den U-Ausschuss laden.

--> Die bisherigen Mails im Wortlaut

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.02.2012)

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39 Kommentare
 
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Gast: TINA-TEN-CENTROPE
06.03.2012 15:50
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Bahn-Lobby - Schmiere ÖBB

Wieviel "Abfütterung" hat der Ex-NR Parnigoni von der Bahn-Lobby bekommen, dafür dass er als Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Parlament die durch seinen Heimatort GMÜND führende Franz-Josefs-Bahn faktisch verraten, ja sogar verkauft hat. Er erteilte die Zustimmung für die Verlegung des Paradezug VINDOBONA. Seit nunmehr 20 Jahren ist die FJ-Bahn nur mehr eine "bessere Nebenbahn", anstatt dass man die Gunst der Stunde despolitischen Umbruchs genützt hätte, die FJ-Bahn als bisweilen kürzeste Strecke zwischen Wien und Prag auf HL-Niveau auszubauen.
Somit wäre durchgehnd zweigleisig, elektrisch und begradigt - wie derzeitiger Ausbau in CZ - eine Fahrzeit Wien Zentralbahnhof-Prag Hbf. von 2.40 Std. (Pendolino[200 km/h]) und 3.10 Std. (konventinelle Züge[160 km/h]) möglich.

Ab in den Knast !!!


Gast: Pips
23.02.2012 17:57
1 0

Ich

bin nix und weiß nix und war nix und wußte nix. Bin eigentlich ein ganzes nix. Das ist fix. Ohne einmal mit der Beugehaft-Keule zu winken, wird es nix werden mit ersehnten Neuigkeiten.

richtig lustig

Richtig interessant wirds dann wohl werden wenn der Grasser singen wird - darauf freu ich mich schon. Die Jagd auf das linke Feindbild Grasser wird wohl zum größten Eigentor in der langen Sumpfgeschichte der SPÖ werden.

Antworten Gast: Pips
23.02.2012 18:06
1 0

Re: richtig lustig

Richtig. Gerüchten zufolge übt er mit dem Grafen Ali fleißig im Kirchenchor zu Güssing ein Duett. Die Gräfin Mitzi bringt den Sopran dazu.

Gast: erstjetzt
23.02.2012 13:45
4 0

Ahnungsloser Failmann

Failmann hat von allem natürlich nichts gewusst. Ein Glück, dass man auf Anhieb glaubt, dass er von NICHTS ein Ahnung hat, nicht wahr, werte Genossen?

Gast: gast 66546754
23.02.2012 13:42
1 0

Die armen Unschuldsengel!


Die roten Lamperln sind natürlich alle völlig unschuldig. Die reinsten Unschuldsengel gewissermaßen..

Und weil ihnen jetzt ungerechte Vorverurteilung droht MÜSSEN DIE VORWÜRFE RESTLOS, aber schon wirklich RESTLOS AUFGEKLÄRT WERDEN!

Dann (und nur dann, nicht schon vorher, ihr Genossen!) wird sich ja zeigen, ob was dran ist (bzw. was).

6 0

der damalige Infrastrukturminister Werner Faymann.

kam und kommt immer öfter irgendwo als Beteiligter vor, um ihn wird seltsamerweise aber medial kein derartiger Wirbel gemacht wie um blaue verdächtigte ?!

Warum ist das eigentlich so in einem angeblichen Rechtsstaat ???

Antworten Gast: Pips
23.02.2012 18:03
3 0

Re: der damalige Infrastrukturminister Werner Faymann.

In einem Rechtsstaat wär´s nicht so. Aber wo ist der? Das Ösiland scheint bei weitem keiner zu sein. Ausser bei den Parksündern und Hendldieben. Da schwingt sich der Arm des Gesetzes wie seinerzeit beim Hansi Orsolic. Der würde übrigens mit seinem Intellekt perfekt ins Parlament auf die Linke Bank passen.

Re: der damalige Infrastrukturminister Werner Faymann.

in einem rechtsstaat vom zuschnitt des nordkoreaheinzi sind alle gleich, nur manche sind noch gleicher.

Antworten Gast: gast 443
23.02.2012 13:48
2 0

Re: der damalige Infrastrukturminister Werner Faymann.

Ja, wissen Sie denn nciht, dass der gewesene Infrastrukturminister Werner Faymann ein Genosse ist, das heißt von vornherein als unschuldig zu gelten hat? Wissen Sie das nicht? Wo das doch die wichtigste Doktrin der österreichiscehn Innenpolitik und so mancher Zeitung ist?

Gast: Stefan Grauermann
23.02.2012 08:54
1 0

Seltsam ...

... daß die Argumentation der Förderer des Sports immer gleich ist - nur die Beträge unterscheiden die Causa Kartnig von der Causa Gmünd!

Gast: empörterSchreiber
23.02.2012 07:50
1 2

keine smoking guns mehr?

Wenn Kuch jetzt schon mit solchen Lappalien daherkommt, dann wars das wohl.

Wobei das nicht heißen soll, dass das bisher aufgedeckte nicht schon genug ist. Insbesondere die 100.000 Euro an die ÖVP... der Rest ist... naja... unschön, aber mehr auch nicht...

Parteien - Hick - Hack

Pickst Du mir das linke Auge aus, pick ich dir das rechte aus. Jede Partei, egal welcher Farbe und Ausrichtung, hat Dreck am Stecken. Die Frage ist nur, wie dick die Dreckschicht ist. Ist eine Partei am Futtertrog, sprich Regierung, angelangt, wird die Dreckschicht schnell dicker.

Warum

spricht man bei einer negativen Bilanz von roten und bei einer positiven von schwarzen Zahlen?

Gast: Molterer bene
23.02.2012 01:42
0 1

Es hängt vom Fußballklub ab

Als ÖVP-Molterer von der Telekom für seinen Fußballklub SV Flexopack Sierning 20.000 Euro abgeholt hat, war das in der ÖVP normal.

Jetzt hat SPÖ-Parnigoni für seine Klub FC Gmünd 8000 Euro von der Telekom erhalten, jetzt schreit die ÖVP laut auf.

Tja, Sierning ist halt ein ÖVP-naher Klub, die dürfen das.

Hier sieht man wie die Maßstab der ÖVP angelegt ist.

Gast: Rechtesrechter Schlechtmensch
22.02.2012 22:18
14 0

Sehr seltsam

Kaum erhärten sich Vorwürfe gegen die SPÖ, wandern die Telekom-Artikel von der Titelschlagzeile in eine Randnotiz. Sehr seltsam.

Antworten Gast: kana da
23.02.2012 08:56
9 0

erinnert auch ...

... etwas an die eurofighter. kaum entdeckt man dass 5 Meuronen von EADS an rapid zum edlinger wandern ist der u-ausschuss gestorben.

Re: Sehr seltsam

Eben, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

Gast: Kontinuität schafft Sicherheit
22.02.2012 21:46
11 0

Bei einem kann man immer sicher sein: wo KORRUPTION draufsteht, ist auch SPÖ drinnen.


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Re: Bei einem kann man immer sicher sein: wo KORRUPTION draufsteht, ist auch SPÖ drinnen.

und Strasser, Gasser, .........

So richtig losgegangen ists unter der Koalition ÖVP/FPÖ.

In dieser Zeit brachen alle Dämme und das Land versank.

Re: Re: Bei einem kann man immer sicher sein: wo KORRUPTION draufsteht, ist auch SPÖ drinnen.

Ich finds immer wieder belustigend bis peinlich wie die Parteischreiberlinge die Wahrheit und Geschichte ausblenden. Schon mal was von Noricum gehört? Konsum-Pleite? Lucona - hach, da sind ja sogar Menschen getötet worden, aber das ist natürlich nix gegen diese üblen Schwerstverbrecher wie Grasser und Co? Die Liste liesse sich beliebig fortsetzen... schon mal mit dem neuesten AKH-Skandal beschäftigt? Aber klar doch... die wahren Verbrecher, die gabs nur unter Schwarz-Blau. Logo. Viel Spaß in Ihrer Troglodytenwelt!

Antworten Antworten Antworten Gast: ...in Ihrer Troglodytenwelt /
23.02.2012 02:15
4 0

Re: Re: Re: Bei einem kann man immer sicher sein: wo KORRUPTION draufsteht, ist auch SPÖ drinnen.

/ zum besseren Verständnis: Troglodyt (gr.-lat.) Höhlenmensch (veraltete Bezeichnung für den Eiszeitmenschen, der angeblich in Höhlen gewohnt hatte)

Re: ...ned NUR...


Natürlich, liebe Genossen, das ist gaaaanz normales

Joggen gewesen.

Na klar, Genossen, das war normales Sportsponsoring und normales Sozialsponsoring eines privaten Vereins!

Selten so viel Wahnsinn des Abschaums gehört.

En plus, dafür war ja der Failman oder der Molterer zuständig ... klar!

Klastellen

sollte man mal das auch die Telekomm als schmierer sich strafbar macht.
Wenn nachdem es rauskommt das sie schmieren, scheinheilig Schmiermittel zurückzufordern, das schlägt dem Fass den Boden aus.
Denke mal das mit öffizellem Geld kein Anfüttern möhlich ist - somit muss es Schwarzgeld sein.
Wenn Schwarzgeld - dann STEUERHINTERZIEHUNG:
Wie schauts denn bei der Asfinag aus, die haben auch MILLIARDEN rote Zahlen.
Unterschied zwischen Balkan und Österreich ?
Gibt keinen .
Unterschied zu Bananrepupliken ?
Gibt keinen.

 
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