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ÖVP mahnt Häupl: "Es geht nicht weiter in Saus und Braus"

22.02.2012 | 18:35 |  KARL ETTINGER (Die Presse)

Die Wiener Beamten gehen deutlich früher in Ruhestand als ihre Kollegen im Bund. Vizekanzler Spindelegger erhöht den Druck auf Länder und Gemeinden, speziell aber auf die rot-grüne Wiener Stadtregierung.

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Wien. Höhere Hürden für ungelernte Kräfte beim Zugang zur Invaliditätspension, strengere Regeln bei der Korridorfrühpension, keine volle Abgeltung für alle Pensionisten bei der Erhöhung 2013: Die Bundesregierung hat mit ihrem Sparpaket für mehr als zwei Millionen ASVG-Pensionisten, Bauern, Selbstständige und Bundesbeamte im Ruhestand eine Reihe von Verschärfungen vorgesehen.

Umso größer ist der Unmut bei Betroffenen, dass sich besonders Wien bisher standhaft weigerte, für seine insgesamt rund 65.000 Gemeindebediensteten, von denen rund ein Drittel Beamte sind, Reformen vorzunehmen, obwohl das durchschnittliche Pensionsantrittsalter 2010 nur bei knapp 57 Jahren und damit um 3,5 Jahre unter jenem der Bundesbeamten lag.

Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) erhöht im „Presse“-Gespräch den Druck auf Länder und Gemeinden, speziell aber auf die rot-grüne Wiener Stadtregierung. „In Saus und Braus kann es nirgends weitergehen“, so Spindelegger – angesprochen auf nach wie vor bestehende günstigere Bestimmungen in der Bundeshauptstadt. Nach Angaben des Rechnungshofes sind die Privilegien in Wien über Jahre gerechnet um einen dreistelligen Millionenbetrag teurer als das 2005 reformierte System für die Bundesbeamten.

Spindelegger erinnert daran, dass sich auch die Landespolitiker – und somit auch der Wiener Bürgermeister, Michael Häupl (SPÖ) – zu Einsparungen bekannt haben. Er gehe nun davon aus, dass für Landes- und Gemeindebeamte jene Bestimmungen nachvollzogen werden, die für die Bundesbediensteten vorgesehen sind.

Für diese sind etwa auch längere Versicherungszeiten für den Antritt der Korridorpension geplant. Er erwarte, nachdem sich ja alle Landeshauptleute verpflichtet haben, „dass das dort auch passiert“, sagte Spindelegger – und stellt säumigen Ländern damit die Rute ins Fenster. Kanzler Werner Faymann, der früher Stadtrat in Wien war und als SPÖ-Chef seit Jahren „soziale Gerechtigkeit“ als ein Hauptziel nennt, hat bisher in Richtung Wien geschwiegen.

 

Bund hat keine Handhabe

Eine unmittelbare gesetzliche Handhabe hat der Bund freilich nicht, um Veränderungen bei den Pensionen der Landesbeamten vorzunehmen. Während mittlerweile auch Kärnten Reformen vorgenommen hat, haben Häupl und Finanzstadträtin Renate Brauner (SPÖ) bis zuletzt bekräftigt, man wolle aus politischen Gründen die Reformmaßnahmen der schwarz-blauen Bundesregierung bei den Pensionen nicht übernehmen. Demnach hat Wien eine längere Übergangsfrist etwa beim Durchrechnungszeitraum, nämlich bis 2042 statt bis 2028 wie im Bund.

Häupls Regierung geriet zuletzt unter Druck. Die Wiener ÖVP deckte auf, dass in den ersten beiden Monaten dieses Jahres das durchschnittliche Pensionsantrittsalter im Gemeindedienst auf rund 52 Jahre gesunken ist und damit sogar um rund zwei Jahre unter jenem der Eisenbahner liegt.

Die ÖVP legt auch noch nach: Es stehe zu befürchten, dass Wien 2012 einen neuen Rekordwert bei den Frühpensionen erreichen werde. Einer Hochrechnung zufolge würden heuer 700 vorzeitige Versetzungen in den Ruhestand erfolgen. Die Stadt wollte sich auf keine Prognose festlegen: „Wir wissen nicht, wie viele Menschen krank werden“, betonte eine Sprecherin der zuständigen Stadträtin, Sandra Frauenberger (SPÖ).

Auf Seiten des Bundes hat Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ), der aus dem Wiener Rathaus kommt, mit den Verschärfungen für Millionen ASVG-Versicherte sowie Bauern und Gewerbetreibende Wien unter Zugzwang gebracht. Häupl ging am Mittwoch selbst in die Offensive: In der „Kronen Zeitung“ wurde angekündigt, der Bürgermeister werde nun durchgreifen. Tatsächlich spricht Häupl allerdings nur davon, dass er das durchschnittliche Antrittsalter von 56 auf 60 Jahre erhöhen will. Details und einen konkreten Zeitplan nannte er nicht.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.02.2012)

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32 Kommentare
 
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„In Saus und Braus kann es nirgends weitergehen“, so Spindelegger

Vielleicht könnte er das auch LH Pröll sagen ?

Antworten Gast: L.W.
23.02.2012 15:15
0 1

Es geht hier aber um Häupl.


Auch wenn Ihnen das nicht passt, Genosse !

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Re: Es geht hier aber um Häupl.

Das hätten Spindelegger und Sie gerne - dass es nicht auch um die Verschwendung und Korruption durch die ÖVP geht.

Als Österreicher geht es mir um die Ausmistung des GANZEN Saustalles - nicht nur in einer Ecke.

Antworten Antworten Antworten Luzius
24.02.2012 14:48
0 0

Re: Als Österreicher geht es mir um die Ausmistung des GANZEN Saustalles - nicht nur in einer Ecke.

ganz genau !

Wird aber leider weiterhin von den Landesfürstentum welche ihre Parteien ja eigentlich steuern, verhindert, da angeblich viele Arbeitsplätze verloren gehen könnten ...... !

Das aber die meisten Funktionäre beider Gruppen! zumeist auch mehrere zusätzliche Ämter bekleiden und so dem Staat insgesamt noch mehr Kosten verursachen, wird leider nirgendwo veröffentlicht !?


1 0

Re: Auch wenn Ihnen das nicht passt, Freund :-))

Es geht um Häupl UND Pröll (etc.)

Dieses ewige auf-den-anderen-zeigen-und-von-eigenen-Misständen-ablenken ist dermaßen kindisch, dass es nicht mehr zum aushalten ist.

Unsere politische Führung kann man bald zur Frühförderung anmelden, mit ihrem Kindergarten-Benehmen.

"Der Franzi war gemein." "Nein - der Maxi hat angefangen." "Bitte - der Horst ist SO böse."

Affentheater, blödsinniges !


Holy Ghost
23.02.2012 12:35
1 1

Im Glashaus

Liebe ÖVP. Bitte zuerst vor der eigenen Türe
kehren. Dort liegt Haifenweise Korruptions=
Müll herum.

0 0

Re: Im Glashaus

und bei SPÖ nicht?

Gast: international_
23.02.2012 11:30
1 0

grund für die gebührenerhöhung

dafür erhöht wien ja auch alle möglichen gebühren und steuern gleich um enorme beträge.

so kann man sich halt noch immer leisten, eine clique von magistratlern auf kosten der normalbürger mit sonderkonditionen zu verwöhnen.

besonders interessant fand ich ein orf-interview mit stadträtin fraunberger, indem sie darauf hinwies, dass ja nicht alle magistratsbeamten bürobeamte sind, sondern auch in andere berufe ausüben.
vielleicht könnte ihr einmal jemand sagen, dass auch nicht alle asvg-ler in büros sitzen und für diese trotzdem keine vergleichbaren pensionsprivilegien bestehen! sie sollte halt öfters aus ihrem elfenbeinturm herausschauen und ein wenig mit dem gemeinen volk kommunizieren.

Luzius
23.02.2012 10:50
2 0

man wolle aus politischen Gründen die Reformmaßnahmen der schwarz-blauen Bundesregierung bei den Pensionen nicht übernehmen.

solch Unsionn kommt von Politikern, statt wie gewohnt aus Kindermündern !?

Warum wird hier nicht auch beanstandet, was man scheinbar in allen anderen Blättern lesen kann:

http://www.krone.at/Oesterreich/Wiener_Beamte_haben_sich_Zulagen_erschlichen-Insider_zur_Krone_-Story-312452

?!

Wien wird wahrlich ma.fios regiert, wie ja auch all die Gebührenanhebungen beweisen, und der Bund kann NICHTS dagegen tun ?!
Geschähen derartige Dinge unter blau, gäbe wochenlang Schlagzeilen auf Seite eins und zudem Druck der sich gewaschen hat.

0 0

Re: man wolle aus politischen Gründen die Reformmaßnahmen der schwarz-blauen Bundesregierung bei den Pensionen nicht übernehmen.

wer Krone liest, hat Faymann verdient

Antworten Antworten Luzius
24.02.2012 14:41
0 0

Re:wer Krone liest, hat Faymann verdient

sehr interessante Analyse Deinerseits;

Ich denke aber das jemand der auch (vergleichsweise andere Blätter begutachtet) draufkommt, dass nicht alles im Lieblingsmedium immer neutral rüberkommt !

Keine Ahnung warum sich eine Krone und der Kurier solche Schlagzeilen getrauen zu veröffentlichen, während die ansonst ja auch mutige Presse leider darüber keine Silbe erwähnte !?

Gast: Beamter
23.02.2012 09:57
2 0

Die Wiener Beamten

Wenn ich mich recht entsinne, waren die Bundesländer bis ca. Ende der 90er Jahre an das Bundespensionsrecht gekoppelt und somit verpflichtet dieses nachzuvollziehen. Es hat dann ein kleiner Schwarzer - ein sogenannter Föderalismusfreak - diese Bindung gestrichen. Das haben wir nun davon. Wer glaubt, dass sich der Häupl vor Wortspenden eines Spindelegger oder Faymann fürchtet, der irrt gewaltig. Seine Wähler und Wahlhelfer sind im sicher wichtiger.
Die einzige Möglichkeit, die der Bund hätte, wäre, dem Land Wien beim Finanzausgleich entsprechend gegengerechnete Kürzungen zu verpassen. Hier fehlt es allerdings allseits an Mut. Denn, wer in den jeweiligen Partein das wirkliche Sagen hat, ist jedem wohl klar.
So wird diese himmelschreiende Ungerechtigkeit weiter bestehen bleiben und wir alle dürfen dafür blechen und blechen und blechen .......und immer länger schuften.

Wahltag ist (hoffentlich) Zahltag.

konseq
23.02.2012 09:52
4 0

Länderparlamente abschaffen ...

und das Problem erledigt sich von selber in Kürze.

Diese Bonzen gehen mit 52 und 80% Letzbezug in Pension - unglaublicher Sumpf in Wien!

Gast: Baur4
23.02.2012 09:46
1 1

Spindelegger zeigt sein wahres Gesicht als ÖAAB Obmann NÖ (Arbeitnehmervertreter)

Arbeitnehmer sollen länger arbeiten, werden noch höher abgezockt, damit Bauer weiterhin lediglich € 200.- Steuern im Jahr zahlen dürfen.

Österreich hat eine der höchsten Steuerquoten der Welt (Arbeit ist unterdessen einschließlich Arbeitgeberbeiträgen mit mehr als 60 Prozent durch Steuern und Abgaben belastet); immer wieder kommen Finanzminister mit ihren Steuereinnahmen ganz dramatisch nicht aus. (Anmerkung: Grasser, Molterer, Pröll und Fekter alle ÖVP)

Antworten Gast: international_
23.02.2012 11:34
2 0

Re: Spindelegger zeigt sein wahres Gesicht als ÖAAB Obmann NÖ (Arbeitnehmervertreter)

anmerkung: androsch, vranitzky, lacina und wie sie alle heißen sind aber merkwürdigerweise auch mit ihren steuereinnahmen ganz dramatisch nicht ausgekommen!

bei welcher partei waren die doch gleich?


TicTacToe
23.02.2012 09:20
9 0

rote

ma fia !
die spö ist der sargnagel österreichs ! andere parteien helfen zwar auch tatkräftig mit am niedergang dieses landes, aber die roten sind mit abstand die ärgsten !!!

bin gespannt wann die arbeitende bevölkerung aufwacht !

Antworten Mondkalb
23.02.2012 09:55
2 0

Re: rote

die heissen ja auch SargnagelPartei Österreichs

So Ren
23.02.2012 09:15
1 1

Moooment...

...Die BEAMTENPARTEI warnt Häupl davor BEAMTEN keine Privilegien zuzuschanzen.....Erkenne nur ich hier billige Polemik?

Antworten konseq
23.02.2012 09:50
2 0

Re: Moooment...

Hab gar nicht gewusst dass die Wr. Beamten schwarz sind?

Antworten Antworten So Ren
23.02.2012 10:53
2 0

Re: Re: Moooment...

uh da haben Sie recht. Denkfehler meinerseits

7 0

in Saus und Braus...

Nachdem WW von mir schriftlich Benachrichtigt worden war, warum ich den Zins einbehalte, ist bis heute von WW weiter nichts geschehen, außer dass ich die Räumungsklage erhalten habe. WW, vertreten durch Herrn Ludwig, seines zeichnes nach Wohnbaustadtrat und Vize-Bürgermeister, hat sich der gefährlichen Drohung mir gegenüber schuldig gemacht, ich fordere daher, dass Herr Ludwig nach §105 StGB bestraft wird.
(vom 28.5.)

Nachdem WW von mir schriftlich Benachrichtigt worden war, warum ich den Zins einbehalte, ist bis heute von WW weiter nichts geschehen, außer dass ich die Räumungsklage erhalten habe und genau dass ist ein Vergehen nach dem §302, denn WW hat sehr wohl gewusst um was es sich handelt, hat aber keine Schritte unternommen und somit verklage ich Frau Hojsa und Frau Hesse, beide Wiener Wohnen fü

Antworten dadada
23.02.2012 12:01
0 0

Re: in Saus und Braus...

genauso ist es richtig charlykappel.

motschkeranten, die noch dazu nicht zahlen, raus aus den gemeindewohnungen.


Antworten Fintofanto
23.02.2012 08:53
3 0

Re: in Saus und Braus...


Es ist mir persönlich völlig unklar, weshalb die Staatsanwaltschaft Wien nicht schon längst Vorerhebungen gegen "Wiener Wohnen" eingeleitet hat.

Da liegen doch Hunderte, wenn nicht sogar Tausende Indizien auf dem Tisch, die den Verdacht auf Korruption, Betrug, Nötigung, u.s.w. nahe legen. Schon ein einziger derartiger Verdacht MUSS von Amts wegen untersucht werden.

Ebenso ist es gänzlich unbegreiflich, weshalb nicht zumindest die EU Erhebungen wegen des Verdachtes der illegalen Kartellbildung gegen "Wiener Wohnen" durchführt.

Gast: sesselfurzer
23.02.2012 01:51
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Rund und gsund - der Neugebauer

Das muss ja Neugebauer freuen, er ist ja der Reformverweigerer der Beamten

Antworten Darabimo
23.02.2012 08:31
1 0

Re: Rund und gsund - der Neugebauer

Hier geht es um WIENER Beamte. Neugebauer ist für BUNDESbeamte zuständig. Die Landesbeamten haben eine eigene Gewerkschaft.

Antworten Antworten Gast: waltraudT
23.02.2012 11:45
1 0

Re: Re: Rund und gsund - der Neugebauer

Sie wissen genau, daß das nicht stimmt. Lenken Sie nicht von Neugebauer ab.

 
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