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Korrupte Politik? "Eine ganze Herde schwarzer Schafe"

23.02.2012 | 09:23 |   (DiePresse.com)

In der Diskussionssendung "ATV Am Punkt“ schoben sich die Parteien gegenseitig den schwarzen Peter zu. Einig war man sich nur darüber, dass es Reformbedarf bei der Parteienfinanzierung gibt.

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„Wie korrupt ist die österreichische Politik?" Diese Frage stellte „ATV" am Mittwochabend in seiner Diskussionssendung „Am Punkt". Für Franz Fiedler von Transparency International ist die Antwort darauf klar: sehr. Es gebe „nicht nur einzelne schwarze Schafe, sondern eine ganze Herde", urteilte der Ex-Rechnungshofpräsident.

Die Diskussions-Teilnehmer aus der Politik orteten diese Schafe wenig überraschend jeweils in den Reihen der Konkurrenz. Unter Schwarz-Blau sei die Korruption in die Höhe geschnellt, meinten unisono der Grüne Abgeordnete Peter Pilz und SP-Justizsprecher Hannes Jarolim. Eine Gruppe um den Lobbyisten Peter Hochegger habe sich in dieser Zeit „in einer generalstabsmäßigen Plünderungsaktion an diesem Land vergangen", sagte Jarolim. Zwar gebe es auch in der SPÖ „Entwicklungen, die unerfreulich sind". Mit der Dimension der Korruption unter Schwarz-Blau sei das aber nicht zu vergleichen.

Pilz sagte, die Telekom habe nicht nur „wahrscheinlich mehrere Gesetze gekauft", sondern auch systematisch Parteien und Politiker geschmiert, um sie sich günstig zu stimmen.

"Keine Telekom-Zahlung an ÖVP"

Der VP-Abgeordnete Werner Amon wies die jüngsten Vorwürfe gegen seine Partei in der Telekom-Affäre zurück. Anders als es vom Magazin „News" veröffentlichte Mails nahelegen, habe die Bundespartei nie eine Zahlung über 100.000 Euro von der Telekom erhalten. Sollte sich im U-Ausschuss allerdings herausstellen, dass VP-Mitglieder von den Korruptionsskandalen betroffen seien, müssten diese die Partei verlassen.

--> Die Mails im Wortlaut

„Aber auch andere Parteien müssen durch diesen Selbstreinigungsprozess gehen", betonte Amon und warf vor allem den Grünen vor, sich zu Unrecht mit einer weißen Weste zu schmücken. Pilz konterte, er werde am kommenden Montag im U-Ausschuss ein Dokument vorlegen, das Zahlungen der Telekom an die schwarze Arbeitnehmervertretung ÖAAB belege.

Von diesem Parteien-Hickhack zeigte sich Fiedler genervt: Er drängte vor allem auf gesetzgeberische Konsequenzen. Die Parteienfinanzierung müsse dringend neu geregelt werden, der bisherigen Regelung mangele es an Transparenz, Kontrolle und Sanktionsmöglichkeiten. Darin stimmten auch Jarolim, Amon und Pilz überein. Inhaltlich gab es aber noch Differenzen - so betonte Amon im Gegensatz zu den beiden anderen Abgeordneten, dass man auch den Wunsch von Spendern auf Anonymität berücksichtigen müsse.

Pilz forderte eine Neuregelung der Parteienfinanzierung bis zum Sommer. Er hat ja bereits für den Fall, dass das nicht passiert, ein Volksbegehren angedroht. Zwar bekundeten auch Jarolim und Amon als Vertreter der Koalitionsparteien ihren Willen, die Verhandlungen bis zum Sommer abzuschließen - auf einen Termin für einen Beschluss festlegen wollten sie sich aber nicht. Was Pilz wiederum zu einer düsteren Prognose veranlasste. Zur Wirtschafts- und Finanzkrise komme derzeit eine Vertrauenskrise der Politik dazu - daher „steuern wir auf eine demokratiepolitisch gefährliche Situation zu".

(kron)

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14 Kommentare
Gast: smilefile
27.02.2012 15:28
1 0

Wenn wir uns



derzeit das Sittenbild der Politik betrachten fallt mir nur mehr Staatsverrat dazu ein,- und die Justiz sieht zu, sieht zu, sieht zu und schaut weg,....

Unglaublich,... Das Einzige was noch die Justiz vollbringt, ist die Aktenlage wegen
"Verjährung" zu schließen. Es gilt überdies natürlich für "Alles" die "Unschuldsvermutung,...

Gast: 1. Parteiloser
23.02.2012 13:52
5 0

Systemimmanente Korruption!

Es betrifft alle Parteien und alle Parteibonzenhochburgen, also auch die Gebietskörperschaften und die Staatsunternehmen.

Das gilt besonders dann, wenn man, wie in einer reifen Gesellschaft, den grausigen Posterl- und Amterlschacher auch als korrupte Vorgänge anerkennt.

Ein besonderes Wunder ist es aber nicht. Österreich hat ein Parteienwahlrecht (außer dem unwichtigen BP) und nur restlos degenerierte Parteien zur Auswahl. Die Parteien bewerben sich doch nur um Wählerstimmen um die Österreicher ausrauben zu können und an die gewaltigen öff. Gelder zu kommen (158.000 Mio. Staatsausgaben 2012 geplant). Die Parteien bewerben sich aber nicht um die Verantwortung für Österreich und die Österreicher.

Es steht doch außer Zweifel, dass die Motivation der Parteien schon fehlgeleitet ist und die Korruption und die grausige Freunderlwirtschaft, zum Nachteil von Österreich, nur eine der logischen Folgen ist.

Dass diese Regierung von einem korrupten Inseratenkanzler geführt wird, das passt dann doch genauso herrlich dazu, wie auch weniger als 1% der Korrupten gefangen wird, oder auch weniger als 1% der Korruptionsgelder sichergestellt werden.

Wie die Parteien die Demokratie verstehen, das zeigen auch die Parlamentarier, also die Verantwortlichen für die Gesetzgebung, deutlich auf. Da hocken, mit einer dominanten Mehrheit die grausigen Typen aus den geschützten Bereichen (Lobbyisten) und machen sich die Gesetze in eigener Sache. Natürlich ohne zu lesen und per Klubzwang!

3 0

so betonte Amon im Gegensatz zu den beiden anderen Abgeordneten, dass man auch den Wunsch von Spendern auf Anonymität berücksichtigen müsse.

wie kann es ein tranparentes Parteispendengesetz geben, wenn zuvor schon die "Anonymen" (VP nah wohl besonders die Raffaisen, SP nah Siemens bspw) dafür sprechen ?!

Besonders wenn man weiterhin alles versucht um von sich abzulenken versuchen, kann und wird sich daran leider weiterhin nichts ändern, was auch einen Fiedler seit Jahren schon neben der völlig zahnlosen Institution RH welche gar nicht einmal nachhacken darf ?, sichtlich schwer auf die Nerven geht.

Wir befinden uns sichtlich weder in einer Bananen- geschweige Beeren- oder sonstigen, sondern eher wohl in einer Flechten- oder Pilzrepublik in der der sichtbare Schimmel den Beteiligten aus allen Poren wächst, solange jedenfalls, als man zulässt dass (feuchtfreundschalftliceh) Bedinungen dafür herrschen dürfen.

Ein besonders gutes Beispiel ist dafür bspw Skylink ...

ein Volksbegehren angedroht

ja, ja
die große Angst vorm Willen des Volkes
den fürchten diese Beuteltiere am meisten

Re: ein Volksbegehren angedroht

ja leider sind VB nur "instrumete" um uns die schein-demokratir zu suggerieren. nur bindende volksbefragungen haben einen sinn, aber vor dem hat die "macht-elite" ja angst weil das volk ja meist anders entscheiden würde als sie selbst.

Gast: Parteimitglied
23.02.2012 12:43
0 3

Daas Aales paasierte in der ZEIT

von SCHWARZ-BLAU !!!!!

also hat mein OPbmann Wolfi
entweder Dreck an Stecken,
oder er ist ein UnschuldsLAMM....???

und ich wähle trotzdem ÖVP,

weil Schuld sind die Roten und die BLAUEN

Der VP-Abgeordnete Werner Amon wies die jüngsten Vorwürfe gegen seine Partei in der Telekom-Affäre zurück.

Der Witz des Tages!

Sie sind ALLE

korrupt. OHNE dieses Attribut konnte man schon lange kein öffentliches Amt mehr beleiden.

Gast: ThomasD
23.02.2012 11:01
13 0

Appell an Amon

Monika Langthaler hat für 28 Seiten 2.200 Euro bekommen.

Der Kärntner ÖVP-Chef Martinz gab einem Steuerberater für 6 Seiten 6 Millionen Euro.

Herr Amon, bitte bei der Wahrheit bleiben und zurücktreten.

1 0

Re: Monika Langthaler hat für 28 Seiten 2.200 Euro bekommen.

anhand der Grössenverhältnisse wohl gleichwertig zum Schaden, den Beide unter anderem angerichtet haben !

Man sieht ja in Wien, wie die Grünen zu ihrer Verantwortung stehen, zuvor angeprangertes nun mitzutragen .... !


Ist erst mal der Ruf ruiniert,

lebt es sich ganz ungeniert.

Wobei, das sich unter den Nagel reißen von Volkseigentum, wie z.B. Staatsbetriebe wie den ORF wie ein Parteieigentum zu betrachten, wird hier nicht einmal mehr als Teil der Korruption verstanden.

Gibt es denn weisse Schafe in der Politik?

Mir fällt keines ein.

Re: Gibt es denn weisse Schafe in der Politik?

Peter Pilz zum Beispiel

Re: Re: Gibt es denn weisse Schafe in der Politik?

Nur dumm, dass der Unmengen von Wahlberechtigten ins Land lassen möchte, die mit dem Rechtsstaat nichts am Hut haben.

Was nützt mir ein weisses Schaf, das Heerscharen von schwarzen Schafen importiert, die, einmal in der Mehrheit, unsere schlimmsten Albträume Gesetz werden lassen könnten?