Mindestsicherung: Großteil der Bezieher entfällt auf Wien

24.02.2012 | 06:45 |   (DiePresse.com)

Unterschiedliche Auswertungsmethoden machen eine exakten Überblick schwierig. Wien nimmt mit etwa 129.000 Beziehern Platz eins im Ranking ein.

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Die Mindestsicherung ist eindeutig ein Phänomen der Großstadt. Wiewohl die Daten aufgrund unterschiedlicher Auswertungsmethoden nicht zu 100 Prozent vergleichbar sind, ist Wien mit zuletzt gut 129.000 Beziehern klar an der Spitze im Bundesländer-Ranking. Der Abstand zu Platz zwei, den Tirol mit gut 14.000 Personen einnimmt, ist gewaltig. Das erstaunlichste ist freilich, dass derzeit keine österreichweiten Mindestsicherungsdaten vorliegen, nicht einmal das Sozialministerium verfügt über exakte Vergleichswerte.

Schon jüngst bei einer parlamentarischen Anfrage blieb Ressortchef Rudold Hundstorfer (SPÖ) Zahlen schuldig und auch jetzt bei einer Nachfrage konnte das Sozialministerium keine vergleichbaren Daten vorweisen. Aus dem Büro Hundstorfer hieß es, für eine aussagekräftige Vergleichszahl müsse die von den Ländern zu übermittelnde Statistik für das Jahr 2011 abgewartet werden, die erstmals in der zweiten Jahreshälfte 2012 zur Verfügung stehen werde. Diese offizielle Datenstatistik werde einmal jährlich - wie im 15 a-Pakt mit den Ländern vorgesehen - vom Ministerium veröffentlicht werden.

Großstadt als Anziehungspunkt

Da die Länder bei den der APA vorliegenden Zahlen unterschiedliche Auswertungsmethoden anwandten, ist es unmöglich, eine exakte Zahl der Gesamtbezieher anzugeben. Grob geschätzt könnten es bis zu 180.000 Personen sein.

Wien verzeichnete 2011 einen Anstieg der Bezieher um 21 Prozent auf 129.020 Personen. Die Zahl jener, die ausschließlich von der Mindestsicherung leben, sank hingegen um 16,6 Prozent auf 12.313. Eine relativ hohe Bezieherzahl gibt es auch in Tirol. Aktuell werden 14.045 angegeben. Vorarlberg zählte im Vorjahr 8.168 Personen, aufgeteilt auf 3.789 Fälle. In Salzburg spricht momentan von 1.300 Haushalten, die Mindestsicherung beziehen.

Ähnlich niedrige Werte verkündet das Burgenland mit 1733. Kärnten, das der Mindestsicherung lange skeptisch gegenübergestanden war, berichtet von im Schnitt nicht ganz 2000 Beziehern, die Hälfte davon dauerhaft.

In Oberösterreich gab es zum Stichtag 31. Dezember 2011 exakt 7155 Empfänger der bedarfsorientierten Mindestsicherung. Ein etwas höherer Zulauf wird aus der Steiermark gemeldet, im Durchschnitt 8900 Personen. Auf ähnlichem Niveau hält sich Niederösterreich, das aufgrund der ähnlichen Einwohnerzahl immer wieder mit Wien verglichen wird. Nach Informationen der Landesregierung haben mit Stand Dezember 9153 Personen Mindestsicherung bezogen.

Die Mindestsicherung hat derzeit eine Höhe von mindestens 773 Euro für Alleinstehende bzw. von knapp 580 Euro für Paare pro Person. Ausgezahlt wird sie zwölf Mal pro Jahr. Jedes Bundesland hat die Möglichkeit, über die Leistung hinaus weitere Zuschüsse zu gewähren, womit wie einst bei der Sozialhilfe keine hundertprozentige Einheitlichkeit gegeben ist.

 

(APA/Ag.)

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300 Kommentare
 
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Gast: Leidtragende Knecht
25.02.2012 18:57
0

Kein wunder die einen bekommen alles umsonst.

Die kleinen müssen für die großen alles bezhahlen. Im Internet bieten Internet Banken Gratis Konto an, Gratis BM-Karte, Gratis Kontoführung etc. Der Kleine Mindestverdiener der sich kein Internet leisten kann oder will, muss die teuren Kontogebühren bei den Banken bezahlen. Für die die sichs eh leisten können. Sind alles nur kleinigkeiten. Wer zahlt die Gratis Gebühren? Die Banken Selber?

Gast: Karl Schlosser
25.02.2012 16:05
5

Wer unfähig ist zu helfen, der muss zahlen ?

Zweck der Solidarität ist es "den Schwachen wieder auf die Beine zu helfen". Wer zu wenig fähig oder zu burokratisch ist, neigt dazu die Schmerzen mit Geld zu lindern, weil er sie nicht heilen kann. Das Ergebnis sind zuviele chronische Patienten und die Gemeinschaft "degeneriert". So wie in Wien !

Antworten Gast: TheoretischePraxis!
25.02.2012 18:00
1

Re: Wer unfähig ist zu helfen, der muss zahlen ?

Schön gesagt, nur das ist Theorie pur leider, dafür müßte man schon grundlegend das gesamte Wirtschaftssystem neu aufstellen, das passiert aber nicht, das wissen jene die damit reich wurden ganz genau zu verhindern - diese eben in allen Funktionen sitzen.

Der Katalog der notwendigen Änderungen übersteigt den Rahmen von 500 Zeichen um mehr als das 10 Fache, die Frage gibt es überhaupt etwas das nicht geändert werden müßte, mir fällt nichts ein.

Und das ist dann auch das Üble das die Leute nicht mehr auf die Beine kommen, die Wirtschaft ist auch bereit gerne dafür zu zahlen aber nur soviel das diese nicht Aufbegehren oder gar kriminell werden, und immer schön brav als Bittsteller, das man sich gleich schuldig fühlt - dafür, das man ihnen nicht in die heilige Suppe spuckt!

Gast: Anderer Grund
25.02.2012 12:17
3

Der Zugang...

Man sollte erst mal prüfen wie viele Leute unterhalb dieser Mindestsicherung in den Bundesländern leben, das dürfte wohl das größere Problem sein, und auch der Zugang dazu, Steiermark so wie ich es mitbekommen habe, hat auch die Sippenhaftung, sprich, Kinder, Eltern und Verwandte dürfen her halten, wenn die Tochter wegen Vergewaltigung schlicht nicht mehr arbeiten kann, das wird halt nicht dazugesagt bei dem "Erfolgs"model, das offensichtlich halt nur in Wien funktioniert.

Antworten Gast: Defender
25.02.2012 18:32
2

Re: Der Zugang...

In Wien funktioniert - neben der Korruption - das "Erfolgs"model Geldvernichtung und Stimmenkauf.
Sonst aber schon nix!

Antworten Antworten Gast: Anderer Grund
25.02.2012 21:18
0

Re: Re: Der Zugang...

Ist aber schon sehr weitsichtig jetzt, Untersuchungsausschüsse und Richter beschäftigen sich heute auch nur mit ehemaligen sozialistischen Regierungsmitgliedern, alles andere wäre jetzt rein zufällig und erwünscht, könnte ja das Weltbild zerbrechen...

Gast: No bitte
25.02.2012 11:37
8

eine multikulturelle Weltstadt

(war einmal eine sichere und sozial stabile europäische Großstadt ((vor Zilk, Häupl & Co.))

und Hundstorfer (SPÖ) bleibt Zahlen schuldig

wer hätte sich das gedacht!
http://karl56.wordpress.com/2009/01/

Gast: ma pauvre vienne
25.02.2012 00:44
7

tja

"Großstadt als Anziehungspunkt"

Auch viele Wiener freuen sich sicherlich über die in den letzten Jahren gestiegene Attraktivität ihrer Stadt, endlich wieder eine Weltstadt, mit all den vielfältigen sozialen Problemen wie sie andere internationale Metropolen schon lange aufweisen... und heißts nicht immer, dass das Wien der 1970er bis 1990er sooo furchtbar langweilig und spießig war?.....Zeit, dass sich endlich was tut in dieser Stadt! Wenn dann noch die tolle, von den Grünen iniitierte "Kulturwoche" im Herbst kommt, dann steht dem Wohlbefinden und Glück der BürgerInnen nichts mehr im Wege.

Und tuts mir ja nicht die Mercer-Studie vergessen!

I keiner Region Österreichs

ist der Unterschied zwischen Arm und Reich derart eklatant wie im dauer- sozialistischen Wien.

Warum wohl?

Die Bonzen dort frönen ein beschauliches Leben, indem sie immer mehr Stimmen "kaufen".

Jetzt werden die uns sofort erklären, dass es nour noch MEHR mverteilung benötigt, dass der Wohlstand in Wien wieder steigt. Hmm,...


Antworten Antworten Gast: Karl Huber
26.02.2012 12:45
2

Re: I keiner Region Österreichs

Das klappt auch. Durch die Alimentierung über den Haushaltsausgleich lebt Berlin schon seit Jahren mit über 50% (klar werden jedes Jahr a bisserl mehr :)) der Bevölkerung auf Sozialhilfe (obwohl die Bayern jetzt anfangen sich zu verweigern. A WITZ die Bayern!!).
Ich bin mir sogar recht sicher das die Zahlen aus Wien nicht korrekt sind. Die haben sicher noch "darfs a bisserl mehr sein" auf Lager.. ;D

Gast: johnbond
24.02.2012 23:09
15

einfach mal gegen 11h vormittags am brunnemarkt herumflanieren

und schon sieht man einen großteil dieser "bedürftigen"

Gast: nnnnn
24.02.2012 21:58
1

moi gonz wos neichs

na no na net - ein großteil der bevölkerung lebt ja in wien!

Antworten Gast: beschwerer
24.02.2012 23:09
1

Re: moi gonz wos neichs

na ja, es sind etwa 20 prozent der österreicher....

Gast: TOM22
24.02.2012 21:40
20

Danke!!!

alle kommen nach Wien weil hier mehr Beihilfen gezahlt werden! Dafür wird der Mittelstand geschröpft.

Re: Danke!!!

Die Mittelschicht wird da mit enormen Abgabenerhöhungen geschröpft, während die breite Masse in Wien über Beihilfen gestützt wird.

Das nennt man dann Gerechtigkeit. Es ist die Angleichung der Mittelschicht nach unten.

Antworten Gast: Senf-Geber
25.02.2012 18:27
0

Re: Danke!!!

und weil es für viele leichter ist in der Stadt unterzukommen,
als draussen am "Lande"

wer nichts besitzt im Dorf und dort "gibt es auch nicht viel Arbeitsmöglichkeiten" der ist schon besser dran er verzieht sich in städtische Lebensräume -......

wieviele davon sind in wien nur scheinhauptgemeldet?


Danke, Danke, Danke!

...dass ich als Mehrleister diese mafiöse Verschwendung finanzieren darf!

Antworten Gast: PÖHSE
26.10.2012 15:48
0

Re: Danke, Danke, Danke!

selber schuld, leistens halt nich soviel... wenns ihnen mehr nachteile als vorteile bringt!

da werden die jährlichen

pensionskürzungsreformen verständlich.

Gast: Exkoch
24.02.2012 19:17
15

Ich war mal Koch

bevor ich auch nur daran denke, je wieder ins Gastgewerbe zurück zu gehen, würde ich auch lieber die Mindestsicherung kassieren.
Einen Dreck verdienen, im Akkord arbeiten, um die Überstunden betrogen werden, mobben lassen, ausgenützt werden ec ist an der Tagesordnung.
Solange die Löhne nicht fair sind und die Arbeitsbedingungen sich nicht verbessern, verstehe ich wenn Personen lieber die Mindestsicherung kassieren!
Koch ist so ein toller Beruf, von meinen 30 Mitschülern sind noch 2 im Beruf, der Rest arbeitet in anderen Berufen! Nicht umsonst herrscht ein derartiger Fachkräftemangen im Gastgewerbe.
Die Poster die mich nun verurteilen, die sollen einmal als Koch in NÖ arbeiten gehen, dann reden wir weiter!!!

Antworten Gast: Sülle Eichbauer
24.02.2012 20:00
16

Re: Ich war mal Koch

Ich kann sie voll und ganz verstehen.

Machen sie es wie tausende unserer Familienzusammengeführten. Geniessen sie bei Bezug der Mindestsicherung im Sommer die Sonne und gehen sie im Winter eislaufen.
Bedürfnisse zurückschrauben und die Hackler bedauern, die um ein paar Euro mehr, ihre geschilderten Umstände ertragen müssen.
Sie haben wenigstens eine zeitlang für Österreich gearbeitet. Manche nie! Aber kassieren wie die Weltmeister dank unserer verückten Gesetze, gemacht von ver... Politikern.

129.00 Grundgesicherte

sind 129.000 Wähler. Bei rund 335.000 Stimmen für die Sozialisten bei den letzten Gemeinderatswahlen ist das deutlich mehr als ein Drittel.

Die Hand, die einen füttert, die beisst man nicht. Grundsicherung als politisches Instrument des Machterhalts.

Antworten Gast: very simple
24.02.2012 19:16
15

Re: 129.00 Grundgesicherte

Und wer Charakter und Selbstachtung hat, hält die Sozialisten nicht an der Macht.

also wirds in wien genug leute geben, die sie wählen.


 
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