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Korruptionsvorwurf: Landesrat Switak tritt zurück

24.02.2012 | 18:53 |  IRIS BONAVIDA (Die Presse)

Nach Jagdeinladungen und Mietbegünstigungen gibt Platter-Vertrauter Christian Switak sein Amt ab. Switaks Amt übernimmt nun der Haller Bürgermeister Johannes Tratter.

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Wien/Innsbruck. „Nehmen Sie keine Einladungen von Freunden an.“ Diesen Rat erteilte der mittlerweile ehemalige Tiroler Finanzlandesrat Christian Switak (ÖVP) am Freitag vor Journalisten bei seiner Rücktrittsrede nach mehreren Korruptionsvorwürfen.

Bereits Mitte November war Switak in die Kritik geraten, weil er in einem Penthouse des Seilbahnbetreibers Heinz Schultz vor drei Jahren zu äußerst günstigen Konditionen residiert hatte: „Für die 157 Quadratmeter große Wohnung in bester Lage soll Switak nur 720 Euro bezahlt haben“, sagt Gebi Mair, Landtagsabgeordneter der Grünen zur „Presse“. „Normalerweise würde man in Innsbruck nicht unter 2000 Euro darin wohnen können. Und eigentlich weiß niemand, ob er das Geld nicht auch noch später zurückerhalten hat.“ Das Problem: Switak war als Landesrat auch für Raumordnung und Seilbahngrundsätze verantwortlich. „Außerdem war sein Hauptwohnsitz immer noch im Wohnhaus seiner Eltern gemeldet“, sagt Mair. Laut Switak hätte es aber keine Bevorzugung vom Liftunternehmer Schultz gegeben.

Mit Schieszler zur Jagd?

Damit aber nicht genug: Wie vom Landesrat selbst bestätigt, hat Schultz ihn auch öfter zur Jagd eingeladen. Und auch von Gernot Schieszler, Finanzvorstand der Telekom, soll Switak im Jahr 2007 zur Jagd ins Burgenland eingeladen worden sein. In diesem Jahr war Switak noch Kabinettschef beim damaligen Innenminister Günther Platter – dem heutigen Tiroler Landeshauptmann, der Switak nach den Landtagswahlen im Jahr 2008 von Wien nach Tirol mitgenommen hatte. Die Jagd im Burgenland gehört dem Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly, der in die Telekom-Affäre verstrickt ist. Außerdem ist Mensdorff-Pouilly der Gatte von Ex-ÖVP-Ministerin Maria Rauch-Kallat, die mit Switak jahrelang zusammengearbeitet hat.

Rückblickend hätte Switak „vieles anders gemacht“, trotzdem habe er „zu jedem Zeitpunkt rechtlich und moralisch einwandfrei agiert“. Offiziell tritt der Landesrat freiwillig zurück. Switak sei allerdings von seinen Parteimitgliedern dazu gezwungen worden, behauptet Mair: „Es ist nur die Spitze des Eisberges – der Beginn einer Reihe von Rücktritten.“ Und auch Fritz Dinkhauser, Chef des Bürgerforums Tirol, sieht Günther Platters Position „wanken“: „Switak war seine rechte Hand“, sagte Dinkhauser im Gespräch mit der „Presse“.

Bürgermeister von Hall wird Nachfolger

Switaks Amt übernimmt nun der Haller Bürgermeister Johannes Tratter. Landeshauptmann Platter präsentierte den studierten Juristen nach einem kurzfristig einberufenen Landesparteivorstand am Freitag.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.02.2012)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.02.2012)

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113 Kommentare
 
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es werden jetzt

denunzianten gesucht:... das wort hat einen unangenehmen nchgeschmack für mich, dürfte aber in kürze bald als zivilcourage gelten..

Switak und die Jagd

feststeht jedenfalls:

Switaks Jagd hat so viel mit Naturschutz zu tun, wie ein gemeinsamer Bordellbesuch mit Sozialhygiene.

Gast: Tomb
25.02.2012 10:20
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Fritz

Weckt Erinnerungen an Hr. Verzetnitsch.
Der hat sein Wiener Innenstadt 250m² Penthouse von der Bawag um damals 1000 Schilling = 70 € monatlich gemietet.
Als guter Sozialist ist er natürlich deshalb nicht zurückgetreten, ist ihm ja zugestanden so ein kleines Privileg,ausserdem schimpft es sich leichter auf die bösen Miethaie wenn man selber wenig Miete zahlt.

Gast: Gast 2012
25.02.2012 09:16
2 0

hat ein Politiker Anstand entdeckt?

man hält es kaum für möglich, daß im Korruptionssumpf von SPÖVP jemand aus diesem Grund zurücktritt. Wer ist der Nächste?

Re: hat ein Politiker Anstand entdeckt?

Nicht wirklich. Wenn man sein statement gesehen hat und er dieses ernst gemeint hat dann hält er sich für ein Opfer des U-Ausschusses.

Ebenso der SP-Mandatar welcher nicht ohne einer leicht provokanten Aussage richtung U-Ausschuss zurück getreten ist.

Gast: Pacemaker3
25.02.2012 09:06
3 1

Es gibt nur zwei Möglichkeiten:

a) man profitiert von der ÖVP-Klientelpolitik
b) wer ansonsten diese Unpartei wählt, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen.

hach gott -

sieht wirklich gut gefüttert aus, der junge.
das foto sagt eigentlich alles, der text ist fast überflüssig.

"Moralisch einwandfrei"

Unglaublich, die Stützen der Gesellschaft.

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Re: "Moralisch einwandfrei"

ein aufrechter schwarzer!!

4 0

Vernetzung und Seilschaften

Urlaub mit und bei "Freunden".

Gast: Mefistofelesnix
24.02.2012 21:42
4 1

Warum nur warum

erinnert mich diese Geschichte frappant an die Penthäuser von Verzingewerkschafterix und Elsnix. Es hält sich doch in einschlägigen Kreisen äußerst vehemment die Meinung man könne mit Wohnungen ebensowenig bestechen, wie mit Einladungen ins Puff. Schließlich eignen sich Tickets für Faust im Burgtheater viel besser. Kann man doch dabei ein wenig Schliff für den öffentlichen Auftritt bekommen. ---- Die Beschwerde des LR über die bösen ehemaligen guten Korrumpierer wäre fast lustig , müsste der Steúerzahler nicht dessen Suppe auslöffeln.

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"isep kontol lo sendiri!"

baba - auf Nimmerwiedersehen!

Gast: almöhi
24.02.2012 20:56
5 0

was ist eigentlich

so spannend am Abmurksen von Viechern, ist das eine spezielle Politikerkrankheit, der die hinterherrennen ? Ist dies ,weil heute ohnehin schon jeder Prolet dem Golfball hinterherstolpert ?

Man(n) sieht sich immer zweimal ...

Ja, so ist das mit dem ehemaligen Tiroler Tanzschullehrer, der seinen damaligen BMfLV und nunmehrigen LH nach Wien begleitet hat und dort als Kabinettschef einen veritablen Beweis abgelegt hat, wie man die "Puppen" (Soldaten) tanzen lässt. Mit ihm begann der Aufstieg von ahnungslosen und willfährigen Politikgünstlingen, die sich an IN-Kompetenz übertreffen. Den Vogel schießt nun ein Miliz-Unteroffizier, seines Zeichens freigestellter ÖBB-Lokführer als Kabinettschef ab. Aber Switak sei Dank ist eines wieder einmal bewiesen: Jene, die den Kropf nicht voll bekommen, können fallen - sehr tief! Daher sei ihnen ins Stammbuch geschrieben: Man sieht sich immer zweimal, meine Herren; einmal bei Aufstieg und einmal beim tiefen Fall ...

Re: Man(n) sieht sich immer zweimal ...

100% Zustimmung zu ihrem Kommentar. Er war einer derjenigen der die Ära der Politgünstlinge, natürlich ohne fachlichen Hintergrund in der Sache, eingeläutet hat. Aber der Ex-Polizist als LH wird schon ein gut abgesichertes Platzerl für ihn finden. Die TIWAG ist ein heisser Tip, Achleitner ist auch nicht zu verachten. Eine Tanzschule, die seiner Ausbildung entspricht, wird er wohl nicht mehr eröffnen.

Antworten Gast: Laura meint...
25.02.2012 11:04
2 0

Re: Man(n) sieht sich immer zweimal ...

Ich stimme Ihnen vollkommen zu...

Nur bei Einem nicht:
Tief fallen wird er sicher nicht; dazu weiß er zu viel...

Ein gutbezahlter "Job" bei der Tiwag, oder irgendwo im Vorstand oder Aufsichtsrat (IKB, Hypo, etc...) hat er sich sicher herausbedungen...

So einer fällt immer "weich"!


Der ORF sieht diese Sache doch ein bisschen entspannter

Noch Fragen?

Re: Der ORF sieht diese Sache doch ein bisschen entspannter

Landesstudio Tirol?

Die totale Integrität - odrrr nit?

Der nach Tirol geflohene Ex-Minister Platter, dem in Wien wohl die Schuhe zu groß waren, bestätigt seinem Ex-Sekretär, Ex-Kabinettchef und nunmehrigem Ex-Landesrat im ORF, ein absoluter Fachmann GEWESEN (sic!) zu sein und hat keinerlei Zweifel an dessen Integrität. Na vielleicht ihm (Platter) gegenüber, denn mit der Switakschen Formalqualifikation wird man sonst noch lediglich unter Darabos Kabinettchef.

Zur Erinnerung: Im Internet sind diverse parlamentarische Anfragen zu diesem integren Herrn nachvollziehbar. Demnach scheint er auch im Beschaffen preisgünstiger Elektronikartikel entsprechendes Fachwissen bewiesen zu haben. Zu seinem Pech allerdings videoüberwacht.

Und der ehemalige Gendarm Platter scheint wohl ein besonderer Rekrutierungsprofi zu sein, wenn er seinem ehemaligen Tanzlehrer "gewesene Fachkenntnis" attestiert, zumal der Zurückgetretene ja einen besonderen Riecher in finanziellen Belangen zu haben scheint.

Wenn es im privaten Bereich günstige Wohnungsmieten oder jagdliche Abschüsse waren, fragt man sich, wo im politischen Umfeld "die Leichen liegen mögen". In Zeiten wie diesen bedarf dies vermutlich keiner besonderen kreativen Kraftanstrengung.

Wenn das in der in der Platterschen Wahrnehmung Integrität ist, wirft dies auf den Landeshäuptling ein besonderes Licht. Und wenn's seine Landsleute auch noch glauben, dann ist in Tirol wohl vieles eben Vertrauenssache. Schließlich "sein mir ja keine Falotten nit - odrrr?


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Null Einsicht

So wie der Herr LR heute vor der Kamera aufgetreten ist und seinen Rücktritt bekanntgegeben hat, war ganz offensichtlich, dass er null Einsicht und kein Gspür dafür hat, was geht und was nicht geht. Mit dem Seitenhieb auf Schulz war erkennbar, dass ihn dieser zum Schluss nicht mehr gedeckt hat.

8 0

Gerade gab´s bei Tirol Heute ein Interview mit Herrn LH PLatter

Unser Herr LH Platter verteidigt nach wie vor Herrn Switak und wirft der Opposition vor, mit Schmutz zu werfen.
Herr LH PLatter, Sie sind in Ihrer selbstgefälligen Art noch unerträglicher als Herr Switak!
Daher, Politik und Po lizei, leckts mich am A... alle zwei!

Antworten Gast: Schuhplattler
24.02.2012 20:20
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Re: Gerade gab´s bei Tirol Heute ein Interview mit Herrn LH PLatter

Liebe trudi, was wollens von dem Dorfschandi erwarten? Einer, der die eigene Familie betrügt hat sicher keine Skrupel die Landsleut zu betrügen. Den Platter hat kein Tiroler gewählt, der wurde uns aufgedrängt. Aber die nächsten Wahlen werden hoffentlich ein eindeutiges Ergebnis bringen, hohe Verluste für diese Haderlumpen.

Mein Freund lässt

mich auch in seiner Wohnung wohnen, einfach so. Ist doch ganz normal. Macht doch jeder so in Österreich. Er erwartet auch keinerlei Gegenleistungen, das wäre ja auch unmoralisch.

Antworten Gast: Ehrlich währt am längsten
24.02.2012 20:26
2 0

Re: Mein Freund lässt

Bist du ein Landesrat und ist dein Freund ein Wirtschaftsmagnat oder Waffenlobbyist? Glaubst du, dass der feiste Switak beliebt ist? Wenn das alles mit ja beantworten kannst, dann solltest auch zurücktreten.

Gast: Hilda
24.02.2012 19:13
3 0

Jetzt ist der Switsak zum Glück weg

Nachtreten bringt nichts mehr, man sollte sich jetzt auf die konzentrieren, die auch korrupt sind aber nicht zurücktreten.

Gast: wiffzack1anwiffzack2
24.02.2012 18:52
8 0

"wos wor mei leistung?", das ist hier die frage

"Er begann ein Psychologiestudium an der Leopold-Franzens-Universität, das er abbrach, als er im Jahr 1997 nach Wien zog, um in der ÖVP-Bundespartei zu arbeiten.

"Im selben Jahr begann Switak in der ÖVP-Bundespartei in der Abteilung Politik und befasste sich mit der Position der ÖVP zur Sportpolitik. Nach der für die ÖVP erfolgreichen Nationalratswahl 2002 wechselte er in das Kabinett des Bundesministers für Landesverteidigung Günther Platter und wurde Kabinettchef. 2007 folgte er Innenminister Günther Platter in das Bundesministerium für Inneres, wiederum als Kabinettschef"

..ohne jede qualifikation, günstling und almosenempfänger... ein verpatztes leben, aber die partei wirds schon richten, gell herr LH.
es ist zum kotzen...


 
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