Casinos Austria haben ÖVP-Veranstaltung gesponsert

06.03.2012 | 13:29 |   (DiePresse.com)

Das Unternehmen bestätigt, Wilhelm Molterer 2008 im Wahlkampf unterstützt zu haben. Die FPÖ ortet einen neuen "Parteifinanzierungsladen" und will die Causa vor den U-Ausschuss bringen.

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Die Casinos Austria haben im September 2008 eine ÖVP-Wahlkampfveranstaltung gesponsert. Wie die Casinos Austria am Dienstag bestätigten, floss Geld für ein Event des Personenkomitees des ehemaligen VP-Finanzministers Wilhelm Molterer.

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Die FPÖ glaubt, dass sich die Casinos Austria als weiterer "Parteifinanzierungsladen ähnlich der Telekom" herausstellen könnten, und will die Causa vor den Korruptions-Untersuchungsausschuss bringen. Die Liberalisierung des Glücksspiels stehe ohnehin bereits auf der Tagesordnung des U-Ausschusses, sagte Walter Rosenkranz, blauer Fraktionsführer im U-Ausschuss. Er vermutet zudem einen Gesetzeskauf im Zusammenhang mit dem Glücksspielgesetz und kündigte an, die Staatsanwaltschaft einzuschalten.

Im November 2008 hatte Molterer eine Novelle zum Glücksspielgesetz vorgelegt. Nach seinem Abgang als Finanzminister Anfang Dezember des Jahres wurde die Novelle auf Eis gelegt und das Glücksspielgesetz schließlich erst im Jahr 2010 geändert.

Bestätigung und Dementi

Die Casinos Austria weisen den Vorwurf des Gesetzeskaufs als "völlig haltlose Behauptung" zurück. Der Entwurf zur Liberalisierung des Marktes sei gar nicht nach Wunsch des Unternehmens gewesen. Sprecher Martin Himmelbauer bestätigte aber die Finanzierung der Wahl-Veranstaltung. Es "kommt immer wieder vor, dass wir Veranstaltungen sponsern", weil man dadurch einen "medialen Gegenwert" habe. Immerhin kämen bei solchen Events namhafte Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik. Das habe für die Casinos einen "Werbewert", sagte Himmelbauer.

Wie viel die Casinos genau bezahlt haben, wollte er aber nicht verraten. "Ich weiß, wie viel es ist. Das wollen wir aber nicht sagen", so Himmelbauer. Die FPÖ hat die Sache ins Rollen gebracht, sie rechnet mit rund 20.000 Euro.

Saalmiete und Catering gesponsert

"Wege zum Gipfelsieg. Ein Abend mit Vizekanzler Mag. Wilhelm Molterer" hieß die Veranstaltung im Casino Baden am 22. September 2008 - sechs Tage vor der Nationalratswahl. Eingeladen hatten der Generaldirektor der Agrana, Johann Marihart, und die Initiative "Qualität für Österreich", welche als Unterstützungskomitee für Spitzenkandidat Molterer fungierte. Die Begrüßung der mehr als 300 Gäste nahm Casinos-Austria-Chef Karl Stoss selbst vor.

Die Casinos könnten für die Saalmiete sowie das Catering, das rund 20.000 Euro gekostet hat, aufgekommen sein. Das 8.550-Euro-Angebot für das Catering ging direkt an Josef Leutgeb, den damaligen Chef der Casinos Austria International (CAI). Leutgeb wurde auch über die "erhöhten Kosten" informiert, als sich mehr Besucher als gedacht ankündigten. Das geht aus dem E-Mail-Verkehr hervor, welcher der Austria Presse Agentur vorliegt.

Als Vermittler für die finanzielle Unterstützung trat der Lobbyist Herbert Vytiska mit seiner Agentur "Vyt Consult" auf. Er stand in Kontakt mit Christian Gehrer vom Unterstützerkomitee. "Ich möchte dir im Namen der gesamten Initiative für Wilhelm Molterer sehr herzlich für die gestrige Veranstaltung danken", schrieb Gehrer in einem Mail an Vytiska. Über den Lobbyisten erhielt Gehrer im Vorfeld von Casinos-Chef Stoss auch das "OK" für die Veranstaltung.

 

(APA)

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18 Kommentare

wieviel sschaden richtet die övp noch an

wann wird der mittelstand bemerken das er nur zum abcashen für die övp benutzt wird...

seit, 2000, mit schüssel, was bleibt dir....
und die machen lustig weiter schulden... die övp zockt mit steuergeldern auf den cayman inseln und und und

wann bemerkst auch du wie die övp spö die bürger abzocken !!

Gast: Österarm
07.03.2012 22:40
0

Mr. Seriös

kann mich noch erinnern wie 3 Mrd Steuersenkung unveranwortlich waren.
das Problem war nur, das zu dieser Zeit 300 Mrd in den s.g. Zukunftsmärkten versenkt wurden.
da waren sie für die Finanzen in Österreich zuständig Hr. Molterer
ein Versagen auf ganzer Linie

Endlich kommt der Vorarbeiter...

...der Polit-Unsympathler in die Fänge des Rechtsstaats.
Ihm kommt jedoch zugute, dass dieser Staat bei Polit-Pomis zahnlos agiert.

Gast: Peter Langhammer
07.03.2012 17:20
1

sponsern ist der falsche ausdruck ...

gesponsert werden nämlich nur tüchtige, hoffnungsvolle.

im falle der övp - oder gar molterers - muß man von donating sprechen. da kann man nur was schenken, ein almosen.

denn eine (gegen)leistung ist von denen ja nicht zu erwarten.

Chapeau!

Luzide Betrachtung!

Gast: Eisbär 4711
07.03.2012 16:38
0

Naa wir doch nicht !

Wir haben nichts in unserer Buchhaltung, geh wir doch nicht die ÖVP ist doch eine saubere Partie geh was regts euch auf, so a blödsinn.......die anderen net wir.

Kinder statt Party (Family-Business)

Der im Beitrag genannte Christian Gehrer ist selbstverständlich der Bruder von Stefan Gehrer (ORF), beides Söhne von Elisabeth Gehrer, der ehem. Unterrichtsministerin, die 2003 mit "Kinder statt Party" unangenehm auffiel.

Tja, da hätten ihre Parteikollegen wohl besser auf sie hören sollen, als sich von den Casinos partymäßig anfüttern zu lassen!

Das Unternehmen bestätigt, Wilhelm Molterer 2008 im Wahlkampf unterstützt zu haben.

und nicht nur die CasinoAustria, sondern auch Novomatic waren sehr fleissig bei Parteispenden weil sie den Gio Hahn für sich zwecks Gesetzbeschlüsse erfolgreich einsetzen konnte.

Mal gespannt wie sich da diese Partei herausreden wird wollen, denn können geht nur noch bei Minderbemittelten wie Rauch und Co ltd.

Hoffentlich wird dieser Ausschuss nicht ebenso abgewürgt, wie beinahe alle anderen zuvor !!!

Womöglich findet der Herr Rauch


wieder nichts in der ÖVP Buchhaltung.

Telekomgeld war ja dort auch nicht zu finden gewesen, da es einen kleinen Umweg gemacht hat.

Gast: godesberg
06.03.2012 14:47
0

dass es mit der

" Zuwendung " beim Fussballverein nicht geblieben ist, war doch klar.

Täglich neue Skandale,

sollten wir uns daran etwa gewöhnen, od. haben wir uns sogar bereits daran gewöhnt? Fast schaut´s aus, als wären diese Gebaren mittlerweile Normalität, denn die Veruntreuung von Geld für Parteien scheint grenzenlos zu sein.

Nun, wir sind nicht ganz unschuldig daran, wir lassen ja offensichtlich alles mit uns machen und wählen diese Vergeuder letztendlich wieder. Wir nehmen auch all die Belastungen hin, die die Politiker uns gerade wieder aufbrummen, anstatt geeint vor´s Parlament zu ziehen und den Politikern zu signalisieren wer der Souverän ist.

Re: Täglich neue Skandale,sollten wir uns daran etwa gewöhnen,

den anschein hat es, aber auch nur wenn man all den sorgsam vorbereiteten Schuldzuweisungen (wie im Orf gern zu beobachten ist), Glauben schenkt, statt sich selbst kritisch zu hinterfragen.

Vor das Parlament zu ziehen hatte bisher leider keinen Erfolg, und es wird auch weiterhin keinerlei solche zulassen, wie man es ja bereits seitens des Transportwesen (Transitfrage) versucht hatte; da dort im allgemeinen Erkenntnissresistente Befürworter dieser Union sitzen welche alles was diktiert wird, ohne das Volk einzubeziehen, umsetzen !


Re: Re: Täglich neue Skandale,sollten wir uns daran etwa gewöhnen,

Dass der ORF lügt, dass sich die Balken biegen ist nicht neu - leider gehen dieser Zwangsgebührenanstalt mit seiner einseitigen Meinungsmacherei, statt Berichterstattung, zuviele Menschen auf den Leim.

Dennoch bin ich der Meinung, dass einige 100 000 Demonstranten vieles bewirken könnten, sie müßten sich allerdings dafür bewegen. Od. geht es uns etwa noch immer zu gut, weil wir dieses Instrument nicht benützen?

ES REICHT!


Gast: 1. Parteiloser
06.03.2012 13:50
7

Was Novomatic kann, das konnten die Casinos Austria schon lange!

Der Filz der ethisch degenerierten Parteibonzen und deren direkt, und indirekten, korrupten Geschäften, der hat Österreich schon lange überwuchert.

Der Molterer darf, als Belohnung, nun bei der EIB die Parteibonzenparaden in Europa finanzieren und so geraubte Zwangsabgaben umleiten. Der Hahn, der wurde für seine Leistungen gleich zum EU Kommissar gemacht und kann jetzt 100erte Milliarden an Fördergeldern nach Parteiwunsch an die anderen Parteibonzenparaden vergeben.

Das sind doch alles nur noch korrupte Kommunisten, die Farbe der Partei spielt bei der Betrachtung eher eine ungeordnete Rolle.

Re: Was Novomatic kann, das konnten die Casinos Austria schon lange!

nicht ganz, denn was ein ehemaliger 2-Mannbetrieb auf die Beine stellte und erreichte, ist heute in unserem Land beispielslos !

Heute könnte der Mitgründer Graf wohl nicht einmal einen Burenwurststand erfolgreich führen, da die Auflagen entgegen früher tausendfach strenger sind !

Zudem wäre dieses Imperium ganz ohne parteilichen Einfluss (beider), gar nicht denkbar in heutige Dimensionen mehr machbar, da schon allein die damals nicht vorhandenen bzw ignorierten Gesetze, heute wohl wenn auch nur margianal, strenger erkannt werden.

Nun ist aber die Firma N. in der Lage sogar und dank dieser Eu, das Glückspiel völlig "neu" zu verkaufen, was allerdings schon erneut Fragen aufwirft, welche sich leider aber auch mittels Kaufkraft und samt bisherigem Missbrauch in dem Bereich schwer beantworten lassen !

Ich kenne leider den Werdegang der Firma N., und da gab es unzählige Gesetzesverstösse, welche ohne sich in beide Parteien eingekauft, gar NIE hätte geben können !!!!

Ein Beispiel dazu sei erwähnt: maximaler Einsatz pro Spiel von damals Ats 5,- und die Aushebelung mittels fragwürdiger Würfel (zweifelhafter) Spiele, welche damals wie heute offiziell, schon 6.- betragen "durften" !

Re: Was Novomatic kann, das konnten die Casinos Austria schon lange!

yepp!
das nennt sich "Qualität für Österreich"
bitte verschont´s mich mit derartigen Initiativen

Re: das nennt sich "Qualität für Österreich" bitte verschont´s mich mit derartigen Initiativen

stimmt schon, denn besonders diese Novo trug sehr dazu bei das es heute eine derartige Armut gibt, allein aus der Gier und Bestechlichkeit unzählig daran verdienender !

Unter Gio Hahn schrieb man dann erstmal direkt Gesetze mit und entzog sich so erst aus der Grauzone in der man sich bis dahin ja ständig, wenn auch wegen der Magistratseinkünfte welche ein eigenes Kapitel (der Korruption) wert wären, befand !

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