Telekom-Affäre: ÖVP-Politikerin Hakl unter Beschuss

07.03.2012 | 18:13 |   (Die Presse)

Peter Hochegger entwickelte Strategien bei der Ablöse des Telekom-Regulators Otruba. Er nennt in 138 Dateien die ÖVP-Telekom-Sprecherin Hakl. Mit ihrer Hilfe sollte Druck auf den Regulator ausgeübt werden.

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Wien/Red. Bei der Ablöse des einstigen Telekom-Regulators Heinrich Otruba dürften die ÖVP und Peter Hochegger – im Interesse der Telekom Austria – die Finger im Spiel gehabt haben. Diesen Verdacht legen 1955 Datensätze aus Hocheggers PR-Firma nahe, die „News“ veröffentlicht hat. Hochegger nennt in 138 Dateien die ÖVP-Telekom-Sprecherin Karin Hakl. Mit ihrer Hilfe sollte Druck auf den Regulator ausgeübt werden. Hakl bestreitet das: Sie habe nie für oder gegen einen Regulator gearbeitet. Wieso dies in den Hochegger-Mails so dargestellt werde, könne sie nicht erklären. In den Datensätzen taucht auch wiederholt der Name des SPÖ-Telekom-Sprechers Kurt Gartlehner auf. Zu Hocheggers Kunden zählten, wie aus den Mails hervorgeht, nicht nur die Telekom Austria, sondern auch die ÖBB, die Novomatic und die Pharmaindustrie.

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Auf die Frage im „Presse“-Chat, wer denn die „korrupteste Partei“ sei, antwortete U-Ausschuss-Vorsitzende Gabriela Moser (Grüne): „Wahrscheinlich hat bisher das BZÖ am meisten Geld bekommen. Wenn allerdings die Rumpold-Millionen von der EADS der FPÖ zugutegekommen sind, dann schießt Strache den Vogel ab.“ Strache selbst kündigte eine interne Prüfung der Finanzen an. Außerdem könnte die frühere FPÖ-Chefin Ursula Haubner angezeigt werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.03.2012)

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6 Kommentare
Gast: Sele
07.03.2012 22:59
1

NOVOMATIC ein Kriminalfall?

Wären wir froh wenn es nur um Korruption geht. Die organisierte Kriminalität in Österreich wird stark unterschätzt. Wenige wissen es und die großen Medien des Landes verweigern die Berichterstattung über die organisierte Kriminalität in Österreich. Politik und Behörden sind unterwandert. Aufklärung muss getan werden.

Lobbying ist offensichtlich

neben der Leistung aggressiver Zahlungen an Entscheidungsträger auch die Verhinderung eines unbequemen Kontrollors und Installierung eines genehmen.

Es ist einfach unerträglich, was da gelaufen ist und offensichtlich sind alle Parteien im Korruptionsboot gewesen, ausgenommen die Grünen.

"fantasieloses Schummelpaket"

wir Herr Strache feststellen, wenn die Rumpold-Millionen von der EADS der FPÖ zugutegekommen sind. Dann schießt Strache den Vogel ab.

Nicht mehr beim Paint-Ball und einer Bierbestellung für 3 Freunde.

Antworten Gast: Hubertus
07.03.2012 21:24
0

Re: "fantasieloses Schummelpaket"

Nicht der Strache FPÖ, sondern der Haider FPÖ, die später mit ihren"Eliten" Scheibner, Bucher,Haubner, Haupt und Hojac(vulgo Westenthaler) zum BZÖ gewechselt sind.

Re: Re: "fantasieloses Schummelpaket"

Für mich gibt es keine Peter-FPÖ., noch eine Haider-FPÖ oder eine Strache-FPÖ.

Es gibt eine Partei, die von verschiedenen Obleuten geführt wurde oder wird. Durchgängig ist die Partei.

Keine Taus-ÖVP, auch keine Spindlegger-ÖVP.
Wie auch keine Kreisky-SPÖ oder Gusenbauer-SPÖ.

Alles andere ist "Kindesweglegung".

Es ist zum Schämen!


Gibt es denn in der Politik überhaupt keine anständigen Führungskräfte mehr ?

Dass es keine saubere Partei gibt, daran haben wir uns schon gewöhnt.

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