Wien erstellt Regeln für das Zusammenleben

13.03.2012 | 14:13 |   (DiePresse.com)

Rot-Grün hat den Startschuss für die "Wiener Charta" gegeben. Die Bürger sollen sich an der Erarbeitung beteiligen.

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Im Wiener Rathaus ist am Dienstag der offizielle Startschuss für die Erarbeitung der "Wiener Charta" gefallen. Das rot-grüne Vorhaben soll wesentliche Grundsätze für ein gutes Zusammenleben in der Stadt festschreiben. Das Projekt soll im Herbst abgeschlossen sein.

Die "Charta" soll kurz und prägnant werden und eine Art Schutzwall gegen das "Auseinanderdividieren" unserer Gesellschaft darstellen. "Die Charta ist ein gemeinsames Einigen drauf, wie wir in der Stadt miteinander leben wollen", sagte SP-Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger. Vorschriften im engeren Sinn sind aber nicht geplant: Die Vereinbarung soll keine neuen Gesetze enthalten.

Charta nicht nur für Zuwanderer gedacht

SP-Bürgermeister Michael Häupl betonte, nun beginne ein schwieriger Prozess, der das Miteinander verbessern solle. Möglichst viele Menschen und Gruppierungen sollten gemeinsam über die Zielsetzungen diskutieren. Es handle sich um eines der größten Bürgerbeteiligungsprojekte Europas. "Und am Ende des Tages hoffe ich, dass wir ein Mehr an Zusammenleben und ein mehr an Solidarität haben werden." Wobei Häupl erklärend hinzufügte: "Es geht um Regeln des Zusammenlebens für alle, das kann nie einseitig passieren." Die Charta sei keinesfalls nur für Zuwanderer gedacht.

"Das Zusammenleben braucht einen gemeinsamen Boden, einen Grundkonsens, die eine oder andere Art von Spielregeln", befand auch Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne). Ein solcher Grundkonsens könne aber nicht "von oben" verordnet werden. Daher wird es unter anderem sogenannte Charta-Gespräche geben, an denen sich die Bevölkerung beteiligen kann. Zunächst werden Themen über eine Online-Plattform erfasst. Diese werden dann im Rahmen von Veranstaltungen diskutiert.

Einige Partner des Charta-Projekts sind bereits fix, wie Frauenberger erklärte. So hätten etwa bereits die Kinderfreunde, die Jungschar, die Caritas, Taxiunternehmen oder Sportvereine ihre Teilnahme zugesagt. Begleitet wird der Charta-Prozess von einem unabhängigen Beirat, der bei strittigen Fragen als Schiedsinstanz auftritt.

Opposition: Rot-grünes "Blabla"

Von der Rathaus-Opposition hagelte es am Dienstag Kritik an dem Projekt. Der Klubobmann der Wiener FPÖ, Johann Gudenus, ortete etwa viel rot-grünes "Blabla" um nichts. Hier werde Integrationsarbeit lediglich vorgegaukelt. "Dafür werden auch erneut eine Menge Pöstchen geschaffen und Steuergeld aus den Fenstern des Rathauses geschmissen".

ÖVP-Landeschef Manfred Juraczka zeigte sich prinzipiell erfreut über den Umstand, dass die Wiener Charta des Zusammenlebens nun kommen soll. Dies tue sie aber "reichlich spät". Wien erwache nun endlich aus dem "integrationspolitischen Winterschlaf". Dieser, so Juaczka, habe lange genug gedauert: Die Integrationsprobleme seien nicht weniger geworden, sondern hätten sich zuletzt verschärft.

(APA)

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43 Kommentare
 
12
Gast: Schurle
27.03.2012 20:56
0

Sparpaket

Kleiner Tip für unsere Politiker
2,7 mio fehlen, verzichtet auf die neuen Autos 60 000 € das Stück, kürzt eure Gehälter denn diese sind nicht leistungsorientiert und überzogen, schon ist das Loch gestopft. Die Wiener Wohnungs Kommission wäre auch eine Möglichkeit ein zu sparen, denn wenn man bei Wiener Wohnen abgelehnt wird , sagen sie nur wir haben unsere Richtlinien, super und sie sollten eigentlich dafür da sein das sie über die Richtlinien sich hinweg setzen sollten. z.B. bei Familienzuwachs wenn man dann noch keine 2 Jahre in der alten wohnung gemeldet war sondern nur 1 1/2. Also ist diese Einrichtung unnütze. Wofür ein großes Anlaufcenter im 3 . Bez. jeder Bez hat eh sein eigenes, so werden Steuergelder verpraßt hauptsache der Bürger hat mehr Aufwand ohne eigentlichen Nutzen.Es werden mehr Mrd für Griechenland zur Verfügung gestellt als wir in 4 jahren durchs Sparpaket einsparen sollen. Holt euch das Geld zurück und das Sparpaket hat sich dann eh erledigt, geht sowieso nur zu Lasten des kleinen, wie immer. Ihr Poliker habt ja den Karren an die Wand gefahren und der kleine darfs für euch richten, normalerweise sollte man ein Gesetz erlassen wo man euch dafür haftbar macht.

Gast: Schurle
27.03.2012 20:27
1

Soziales

Soziales Wien
statt Hilfe wird sich rausgeredet und eher Alleinerzieher delogiert. MA 40 zieht sich aus der Affaire und das obwohl die Kriterien erfüllt werden, redet sich auf Mindestsicherung raus und als Krönung bekommt man noch dazu geschrieben das man gegen Beschluß keinerlei Einspruchs Möglichkeiten hat.

Gast: Optimist
22.03.2012 11:59
0

Es ist nie zu spät!

Also ich bin für diesen Versuch, weil ich noch immer das Gute im Menschen sehe und suche. Was wäre, wenn jeder von uns sich ab sofort mit einer/m Migranten anfreunden würde? Vlt. auch dessen/deren Sprache lernt (ist gut für die Gehirnzellen - habe ich an mir selbst positiv bemerkt) und so einen Schritt auf die Einwanderer zugeht. Bis jetzt ist mir noch keine/r begegnet, die/der negativ darauf reagiert hätte! Immer neue Versuche gleich abwerten und als unnötig hinstellen bringt ganz bestimmt nichts! Wenn jeder Zweite von uns mitmacht, dann wird sich ganz bestimmt was ändern! Die Migranten sind zum Großteil nette, ehrliche Menschen, die glücklich sind, aus ihren ärmlichen Verhältnissen rausgekommen zu sein! Aber wenn ihnen überall nur Ablehnung und Hass entgegen gebracht wird, wie sollen Sie da reagieren? Wie ich in den Wald hineinrufe so kommt es zurück!! Dass unsere Kultur genauso geachtet werden muss wie umgekehrt versteht sich von selbst! Wenn jemand mit unserer - doch recht freizügigen Art - nicht umgehen mag oder kann, dann darf diese aber auch nicht schlecht gemacht werden! Es steht solchen Leuten frei wieder nach Hause zu gehen! Ob Allah, Gott oder sonst wer, würden die Gebote nicht töten, nicht stehlen, nicht lügen, etc. von jedem eingehalten werden, wäre ein friedliches Miteinander auf der ganzen Welt möglich!

Gast: Optimist
22.03.2012 11:57
0

Es ist nie zu spät!

Also ich bin für diesen Versuch, weil ich noch immer das Gute im Menschen sehe und suche. Was wäre, wenn jeder von uns sich ab sofort mit einer/m Migranten anfreunden würde? Vlt. auch dessen/deren Sprache lernt (ist gut für die Gehirnzellen - habe ich an mir selbst positiv bemerkt) und so einen Schritt auf die Einwanderer zugeht. Bis jetzt ist mir noch keine/r begegnet, die/der negativ darauf reagiert hätte! Immer neue Versuche gleich abwerten und als unnötig hinstellen bringt ganz bestimmt nichts! Wenn jeder Zweite von uns mitmacht, dann wird sich ganz bestimmt was ändern! Die Migranten sind zum Großteil nette, ehrliche Menschen, die glücklich sind, aus ihren ärmlichen Verhältnissen rausgekommen zu sein! Aber wenn ihnen überall nur Ablehnung und Hass entgegen gebracht wird, wie sollen Sie da reagieren? Wie ich in den Wald hineinrufe so kommt es zurück!! Dass unsere Kultur genauso geachtet werden muss wie umgekehrt versteht sich von selbst! Wenn jemand mit unserer - doch recht freizügigen Art - nicht umgehen mag oder kann, dann darf diese aber auch nicht schlecht gemacht werden! Es steht solchen Leuten frei wieder nach Hause zu gehen! Ob Allah, Gott oder sonst wer, würden die Gebote nicht töten, nicht stehlen, nicht lügen, etc. von jedem eingehalten werden, wäre ein friedliches Miteinander auf der ganzen Welt möglich!

Die Charta

ist ein Witz von unserem lieben Bgm Häupl. Wenn er schon auf der Suche nach neuen Regeln ist, sollte er doch zuerst einmal versuchen die alten zu befolgen!
http://wp.me/ppWn1-m
http://wp.me/ppWn1-I
http://wp.me/ppWn1-L

Mein Vorschlag für die Charta:

Wer nach Österreich kommen will, muss:

* Dieses Land reicher machen, nicht ärmer;
* Unsere Sprache sprechen;
* Unsere Gesetze einhalten;
* Unsere Kultur respektieren;
* Sich uns anpassen, und nicht umgekehrt;
* Wieder gehen, wenn nicht alle obigen Punkte eingehalten werden.

Auf dieser Basis können wir gerne diskutieren. Alles andere ist verschwendete Liebesmüh.

ein drama...

ist doch reine ablenkung von den wirklich wichtigen themen...!

Gast: Neverred
13.03.2012 18:54
8

Abgelehnt

ihr Roten sucht euch andere Dumme, die das für euch mittragen wollen. Wendet euch gezielt an die Bevölkerungsgruppe wegen derer ihr glaubt dieses ganze Charta Theater aufführen zu müssen.

Wie wenn Wien keine anderen Probleme hätte?

Irgendwie fürchte ich, dass diese Regulierungswut langsam wirklich zu den Dimensionen von "1984" kommt.

Gast: DerAl000
13.03.2012 18:30
3

Charta, kurz und prägnant

Wie wärs mit den Grundsätzen aus dem Cafe Rosa?

"basisdemokratisch, feministisch, antisexistisch, progressiv, antidiskriminierend, antirassistisch, emanzipatorisch, ökologisch-nachhaltig, antifaschistisch, antinationalistisch, antiklerikal, antipatriarchal, antiheteronormativ, antikapitalistisch und solidarisch." :-)

Re: Charta, kurz und prägnant

mit einem Wort: antik

Re: Charta, kurz und prägnant

antialkoholisch nicht zu vegessen *hicks* ich bin dabei!

Hat die Stadt zuviel Geld?

Es ist kein Geheimnis, dass es bei der Integration viele Probleme gibt. Aber ob diese Charta hier eben diese Probleme beseitigt, wage ich zu bezweifeln. Wenn jemand bereit ist, sich zu integrieren, dann bedarf solcher Aktionen nicht. Und jene, die nicht bereit sind, unsere Gesellschaft zu akzeptieren, werden auch nicht mit einer Charta "bekehrt". Integrationsbereite MigrantInnen sind willkommen, sofern sie nicht ihre Kultur und Religion als das Non plus ultra ansehen, sondern zwar ihre Kultur und Religion pflegen und doch akzeptieren, dass wir unsere Kultur bewahren. Wir sind nicht bereit, uns fremden Kulturen zu unterwerfen.

Lösungen sind Vorschriften, Vorschriften sind Lösungen, Lösungen sind ...

Bürokraten lösen die Probleme der Welt durch Vorschriften. Man könnte ja auch noch das eine oder andere Schild dem Schilderwald hinzufügen.

Antworten Gast: apfelmännchen
13.03.2012 18:32
0

Re: Lösungen sind Vorschriften, Vorschriften sind Lösungen, Lösungen sind ...

Bin auch gegen Verbürokratisierung und für Vereinfachung von Dingen.

Dennoch:

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“

Und dagegen hilft nur diese Medizin. Leider.


Re: Re: Lösungen sind Vorschriften, Vorschriften sind Lösungen, Lösungen sind ...

Wenn der Horizont tatsächlich Null ist, bleibt das aber ebenso aus dem Horizontbereich draußen.

Regeln für das Zusammenleben werden vor allem im Kindesalter, durch Erziehung, geschaffen. Der nachträgliche Versuch, fehlende bzw. falsche Erziehung durch Gesetze (und Chartas, Aufrufe, etc.) zu kompensieren, ist a) ein Armutszeugnis für Gesellschaft, inkl. Politik, und bringt b) wenig bis nichts. Ausgenommen unnötige Kosten.

Re: Re: Re: Lösungen sind Vorschriften, Vorschriften sind Lösungen, Lösungen sind ...

Erziehung, Motivation, Vorbilder, etc.

Schlagzeilen Politik

"Junge haben genug von diesen Waschlappen-Politikern"

da fehlt etwas!

Nämlich:
die Chart-Prozess-Beirats-Beauftragte mit einem grünen Dienstfahrrad....

Gast: Desillusionist
13.03.2012 15:47
17

Frechheit!

Gut! Ich beteilige mich: Ich hätte gerne als Spielregel Nr. 1, daß Gesetze eingehalten werden! Und die Politiker können gleich mal bei sich damit anfangen!

Antworten Gast: Schurle
27.03.2012 20:34
0

Re: Frechheit!

Das wirds nicht spielen , die Politiker haben Narrenfreiheit, dort wird dann solange gemauschelt bis alles zu ihrer Zufriedenheit sich in Luft auflöst.

Antworten Gast: apfelmännchen
13.03.2012 18:41
0

Re: Frechheit!

Und Du gehst und fährst derweil weiterhin bei "dunkelorange" über die Kreuzung, stimmts? ;)

Gast: Bank12
13.03.2012 15:42
16

gib es schon

das gibt es schon:
Österreichische Lebensart, Tradition, Gesetze, Normen und Wertvorstellungen.

Gast: joseph
13.03.2012 15:38
16

die vereinbarung

die vereinbarung soll keine neuen gesetze enthalten.

alleine diese aussage bestaetigt das scheitern der roten wiener stadtregierung !

na schau...

wieder ein auftrag für das echo mediahaus..

Gast: Podgorsky S
13.03.2012 15:25
21

Um Ein Jahrzehnt zu spät Herr Bgm.: Im übrigen Europa ist man schon weiter

Man spricht in intellektuellen Kreisen (Ist das was für die Roten?) nicht mehr von Parallelgesellschaften, sondern von GEGEN- GESELLSCHAFTEN.

Null Bock auf Integration: Deutsche Studie sorgt für Wirbel
01.03.2012 | 18:28 |  Von unserem Korrespondenten KARL GAULHOFER (Die Presse)
Ein Viertel aller nicht eingebürgerten jungen Muslime grenzt sich bewusst von der Mehrheitsgesellschaft ab. Eine große Mehrzahl der jungen Muslime will sich integrieren, ohne ihre Wurzeln zu verleugnen

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