Raiffeisen Centrobank widerspricht Hochegger

18.03.2012 | 18:03 |   (DiePresse.com)

Weder Meischberger noch der nunmehrige EU-Kommissar Hahn seien in die Geschäftsbeziehung zwischen Hochegger und Raiffeisen involviert gewesen.

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Die Raiffeisen Centrobank (RCB) hat am Sonntag den Ausführungen des Lobbyisten Peter Hochegger über frühere Geschäftsverbindungen widersprochen. Zwar sei Hochegger sehr wohl von 2003 bis 2008 auf Basis eines Rahmenvertrags als Kommunikationsberater für das Unternehmen tätig gewesen, schrieb die RCB in einer Aussendung. Unrichtig sei aber, dass es Hocheggers Job gewesen sein soll, "direktes Lobbying beim damaligen Finanzminister zu betreiben".

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"Keine Aufträge an Meischberger vergeben"

Zudem hielt die RCB fest, dass in der Geschäftsbeziehung mit Hochegger - "dem Eigentümer einer der damals größten und renommiertesten PR- und Public Affairs Agenturen des Landes mit internationaler Ausrichtung" weder der Lobbyist Walter Meischberger noch der frühere Wiener ÖVP-Chef und heutige EU-Kommissar Johannes Hahn (ÖVP) involviert gewesen sei. Hochegger sei "der zentrale Ansprechpartner für die Bank" gewesen, wird betont. Meischberger habe "auf Initiative von Peter Hochegger wenige Male an den regelmäßigen Jour-Fixes" teilgenommen, in der Betreuung aber "keine weitere Rolle" gespielt. "Es wurden zu keinem Zeitpunkt Aufträge an Meischberger vergeben", betont die RCB.

350.000 Euro Erfolgsprovision

Mit ihrer Stellungnahme reagiert die Bank auf einen Bericht des Nachrichtenmagazins "profil" inklusive Hochegger-Interview. Darin behauptet er, Meischberger sei für die Beratung der Bank zuständig gewesen, er selbst sei lediglich "hineingezogen" worden. Aufhänger der Geschichte ist der Post-Börsegang im Jahr 2006: Die Centrobank war da von der ÖIAG als eine von fünf Investmentbanken mit der Abwicklung betraut worden, und Hochegger habe für die erfolgreiche Positionierung seines Kunden eine Erfolgsprovision in Höhe von 350.000 Euro lukriert, schreibt das Magazin.

Dieser Betrag wurde von einer RCB-Sprecherin auf bestätigt. Insgesamt habe Hochegger eine "branchenübliche Monatspauschale" erhalten sowie anlassbezogen ein Erfolgshonorar von 15 Prozent, später zehn Prozent. Insgesamt habe man in den fünf Jahren der Zusammenarbeit fünfmal eine solche Erfolgsprovision ausbezahlt. Alles in allem, so rechnete die Bank vor, habe man an Hochegger "exkl. Umsatzsteuer 891.000 Euro" bezahlt.

(APA)

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1 Kommentare
Gast: Holmes
20.03.2012 14:52
0

Ich lese nichts mehr

über die 100.000 Euro, welche angeblich von Hochegger an den früheren Bundeskanzler Gusenbauer geflossen sein sollen. Hat der Gusi jetzt den Hochegger wegen Verleumdung geklagt; wird Gusi auch vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss vorgeladen? Oder wird hier wegen der "falschen" politischen Ausrichtung der Mantel des Schweigens ausgebreitet?

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