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Kärntner ÖVP-Chef muss vor Gericht

22.03.2012 | 18:29 |   (Die Presse)

Die Justiz erhebt Anklage gegen den Kärntner ÖVP-Obmann Josef Martinz. Es geht um ein Sechs-Millionen-Euro-Honorar für ein sechs Seiten schlankes Hypo-Gutachten. Martinz ist im Jänner als Landesrat zurückgetreten.

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Wien/Höll. Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt hat die Ermittlungen in der Causa Birnbacher abgeschlossen: Seit Donnerstag steht fest, dass gegen den Kärntner ÖVP-Obmann Josef Martinz Anklage erhoben wird. Auch der Villacher Steuerberater Dietrich Birnbacher und die Vorstände der Kärntner Landesholding, Hans-Jörg Megymorez und Gert Xander, müssen sich vor Gericht verantworten. Die Justiz wirft den vier Angeklagten Untreue vor. Die Betroffenen bestreiten dies. Es gilt die Unschuldsvermutung. Martinz ist bereits im Jänner als Landesrat zurückgetreten, er bleibt aber Kärntner ÖVP-Obmann.

Die Bundes-ÖVP mischt sich hier nicht ein. „Die Kärntner ÖVP ist gut aufgestellt und braucht mit Sicherheit keine Zurufe aus Wien“, heißt es dort.

 

Brief wurde rückdatiert

Martinz war lange Zeit Aufsichtsratspräsident der Kärntner Landesholding, die 2007 die Hypo Alpe Adria an die BayernLB verkaufte. Normalerweise werden bei Deals in dieser Größenordnung hochkarätige Investmentbanken eingeschaltet. Diese erstellen dann umfangreiche Bewertungsgutachten. Martinz und der inzwischen verstorbene Landeshauptmann Jörg Haider beauftragten dagegen mündlich Birnbacher, den früheren Steuerberater des ÖVP-Chefs. Dieser schrieb ein Gutachten von sechs Seiten und kassierte dafür sechs Mio. Euro. Gerüchte, dass ein Teil des Geldes an Kärntner Parteien geflossen sein sollen, werden dementiert.

Bezahlt wurden die Millionen von der Kärntner Landesholding, die nachträglich in die Vereinbarung von Martinz und Haider mit Birnbacher eintrat. Ein entsprechendes Schreiben wurde einfach um ein Jahr rückdatiert.

„Die Tätigkeiten von Dr. Birnbacher entsprachen nicht den typischen Tätigkeiten einer Investmentbank“, schreibt der von der Justiz beauftragte deutsche Kapitalmarktexperte Frank Schäfer. Seiner Ansicht nach hätte Birnbacher maximal 200.000 Euro bekommen sollen. Der „Presse“ liegt das Birnbacher-Gutachten vor. Es enthält peinliche Fehler. So wurden Namen falsch geschrieben.

Da es sich bei Martinz und Birnbacher um einen „Prominentenfall“ handelt, musste die Staatsanwaltschaft Klagenfurt alle wesentlichen Schritte mit Justizministerin Beatrix Karl (ÖVP) abstimmen. Die Ministerin gab auch grünes Licht für die Anklage gegen den Kärntner ÖVP-Obmann.

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft zweimal die Ermittlungen in der Causa Birnbacher eingestellt. Nach einer Anzeige der Grünen wurden sie erneut aufgenommen.

 

Hypo klagt 50 Millionen ein

Auch die Hypo legt bei der Aufarbeitung der Vergangenheit einen Zahn zu. Sie klagt die früheren Eigentümer auf 50 Mio. Euro. Betroffen sind die Kärntner Landesholding, die Bank Burgenland (eine Tochter der Grazer Wechselseitigen), die Hypo-Mitarbeiterstiftung und die Berlin & Co. Capital. Diese sollen eine für 2007 bezogene Sonderdividende von 50 Mio. Euro zurückzahlen. Begründet wurde diese mit dem Verkauf der Consultants-Sparte. Laut Hypo wurde die Bank dadurch jedoch geschädigt.

In diesem Zusammenhang geht die Hypo auch gegen frühere Vorstände und Aufsichtsräte vor. Geklagt wurden unter anderem Ex-Hypo-Chef Wolfgang Kulterer, der Investor Tilo Berlin, Grazer-Wechselseitige-Chef Othmar Ederer (damals Hypo-Aufsichtsrat) und GraWe-Vizechef Siegfried Grigg. In der Klagschrift heißt es, dass die Bilanzierungsvorschriften verletzt wurden. Der Jahresabschluss 2007 sei unrichtig. „Die mitbeklagten Ex-Vorstände und Aufsichtsratsmitglieder haben all dies in rechtswidriger und schuldhafter Weise zu verantworten.“

Alle Betroffenen weisen dies zurück. „Die Vorwürfe treffen nicht zu“, so GraWe-Chef Ederer.

Indes bekam die Hypo über 16 Millionen Euro vom früheren kroatischen General Vladimir Zagorec zurück. Das Geld war in Liechtenstein geparkt gewesen, Zagorec selbst veranlasste die Freigabe.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.03.2012)

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32 Kommentare
 
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Gast: Kärntner WÜTEND
24.03.2012 19:02
0 0

Wann gehts weiter mit den Scheuch Buben?

Es wird Zeit für eine politische Hygiene in Kärnten.
Dann soll noch der Dörfler, Ragger, Dobernig sich schleichen!
Wir Kärntner und Kärntnerinnen müssen uns für diese Politaffen schämen!

Antworten Gast: La Lunea
26.03.2012 06:46
0 0

Re: Wann gehts weiter mit den Scheuch Buben?

Ob das dem Strache passt wenn der Dörfler im jetzt auch Auslandsreisen macht?
http://kaernten.orf.at/news/stories/2526353/
Besuch in Sarajevo? Hat Kärnten nicht schon genug Geld in den Balkan getragen (HYPO)?
Zur Belebung der Kärntner Wirtschaft????

Gast: Dunkles Salatöl
23.03.2012 18:37
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Irgendwie ist Kärnten eine Bananerepublik, oder täusche ich mich?

Hat dort nicht der ehrliche, anständige, ordentliche, fleißige, heimatbewusste und zur FPÖ gehörender Jörgi gewohnt und gearbeitet?
Es scheint als wurden die Bürger von der FPÖ/FPK/BZÖ ständig belogen!

Gast: Daniel II
23.03.2012 17:56
0 0

Jetzt wissen wir es warum sich der Jörgi verabschiedet hat!

Sonst tät er auch dort dabeisitzen!
Der Saubermann Jörgi mit seinen FPÖ/BZÖ Buberl und der ÖVP war eben sehr heimatbewusst! Nach dem Motto unser Geld für unsere Leut!
Man braucht nicht über Süditalien schimpfen sondern schauen wir nur nach Kärnten!

Gast: Erwin S, Klgft
23.03.2012 17:53
0 0

Typisch Kärnten

Haider, Scheuch, FPK, Rumpold, Reichhold, HYPO; Birnbacher, FPÖ, BZÖ, Grasser...
Alles anständige, ehrliche, ordentliche, saubere, heimatbewusste... Leute und Parteien!

Wo ist das, das in Kärnten die Millionen Schulden verursacht hat? Wo ist das Geld, den getan wurde nichts in dem Bundesland!!!!!!

Antworten Gast: Erni aus Wolfsberg
23.03.2012 18:34
0 0

Re: Typisch Kärnten

Schaut Euch die vielen Nachtklubs an, wo keine Autos davor parken und doch leben sie!
Kann das jemand verstehen?

Antworten Antworten Gast: Neugier
26.03.2012 07:13
0 0

Re: Re: Typisch Kärnten

Was ist da mit den Nachtklubs? Wird da etwas "REIN" gemacht?
Wo ist das Geld? Meint ihr etwa was damit geschehen ist, dass so viele Schulden vorhanden sind in Kärnten? Glaubt ihr das Geld wird irgendwo zwischengebunkert?

Wo sind die Grünen zum aufklären?

Antworten Antworten Gast: Roland vom Lovntol
23.03.2012 18:44
0 0

Re: Re: Typisch Kärnten

Bei manchen Aktivitäten brauchst keine Zuseher!
Aber Sie haben recht, was tun die da? Waschen aber was?????
Vorallem so viele Nachtlokale auf so einem kleinen Fleck?

Gast: HildeK
23.03.2012 10:20
0 0

Kurz: Schwarze Korruption ist geil

Überall wo Schwarz draufsteht, ist Korruption drin.

Da wird wohl auch kein "Verhaltenskodex" nützen.

Einmal kriminell, immer kriminell

Gast: fj
23.03.2012 05:44
2 0

Distanz

Ui, da wird schon wieder ein Leistungsträger vor Gericht gezerrt. Wie lange wird es wohl dauern, bis Karlheinz Kopf sich im Namen der ÖVP auch von diesem Subjekt distanziert?
http://gedaunknsplitta.blog.de

3 0

Hei, dös wird a Gaude..!

Da Uwe, da Pepi, da Birni, da KHG und da Strasser! Alle zam in gleichen Häfn. Da könnens um Geld schnapsen, welches sie nicht haben...

Und das Volk kann derweil ruhig schlafen..

Lei lei!

Gast: KrawutziKabutzi
22.03.2012 20:38
2 0

Darf man eigentlich noch ÖVP Mitglied werden, ohne dass die Staatsanwaltschaft gegen einen ermittelt?


Gast: almöhi
22.03.2012 19:58
5 1

das fügt sich

prächtig in das ÖVP - Sittenbild der ungehemmten Korruptionsorgien.

Re: das fügt sich

Ja, genau. Die sauberen SPler haben natürlich nichts dergleichen zu verbergen.

Schon aufgefallen, dass wenn Bonzen aus mehreren Parteien in was verstrickt sind, die SP-Mitglieder immer wieder aus der Medienlandschaft verschwinden?

Vranitzky in den Häfen! 1 Million Schilling für ein Beratungshonorar *lach*

Re: Re: das fügt sich

Tschuldigung - aber schauen sie sich mal die Summen an die zu schwarz/blau verschoben werden - da sind Galaxien zwischen heute und den paar SP-Skandalen in der Vergangenheit... alleine bei diesem Fall wurden 82Mil Schilling für ein max. 1.4Mil. Schilling teures Gutachten "bezahlt"... da waren alle Skandale der 70er/80er von wahren Waserln...
Man siehts auch daran, dass all die dumpfen Haider-Buberln plötzlich alle Millionäre sind... was für eine Bananenrepublik!

Re: Re: Re: das fügt sich

Das mit Vranitzky war nur ein BEISPIEL.

Glauben Sie wirklich, der hat sonst nichts dergleichen gedreht?

2 0

Re: Re: Re: das fügt sich

Haben wir die "paar Millionen für den Werner" schon vergessen? Die korrupten roten Verschwender gehören genauso vor Gericht wie die schwarzen.

Antworten Antworten Gast: almöhi
22.03.2012 21:45
2 0

Re: Re: das fügt sich

das nimmt der Molterer doch locker aus der Telekom für seinen Fussballverein, von der anderen Geschichte gar nicht zu reden.

Gast: schüsselfekter
22.03.2012 19:00
1 0

ehrlich

man hat sich vielleicht das honorar ehrlich geteilt? es gilt natürlich die unschuldsvermutung, die arg gequälte. und ab heute lese, höre, rieche, schmecke und taste ich keine nachrichten mehr, denn jeden tag ein anderer böser schwarzer ist mir jetzt entgültig zu fad.

Re: ehrlich

die partei kostet ja auch geld, mit der staatlichen förderung kommens net weit

und täglich grüßt das övp-murmeltier ...

es handelt sich aber eher um den iltis, das stinktier, seit die övp im korruptionssumpf versinkt.

Gast: b754
22.03.2012 18:06
6 0

wieder ein supersauberes geschäft

also die övp ist eine echte wirtschaftspartei wie die mit geld umgehen können bravo

So schlecht kann das Gutachten nicht gewesen sein ...

... denn die Bayern beißen sich heute noch in den Hintern und das Land Kärnten "sahnte satt" ab.

Den Gutachter sollte man mal erklären, dass es nicht auf die Seiten, sondern auf die empfohlene Strategie ankommt, die in Gutachten steht.

Außerdem, wer war der Gutachter der über das Gutachten Birnbachers befand?

Etwa ein Mitbewerber, der damals gegen Birnbacher zurückstecken musste?

Re: So schlecht kann das Gutachten nicht gewesen sein ...

DA keine Aussschreibung bezüglich des Gutachtens Birnbachers stattfand konnte auch kein Gutachter gegen Birnbacher zurückstecken. Merke, ohne Ausschreibung gibt es keinen Konkurrenten, sondern nur einen Beauftragten.
Der Gutachter über das Birnbacher Gutachten war daher unvoreingenommen, auch wenn es der ÖVP nicht gefällt.

Re: So schlecht kann das Gutachten nicht gewesen sein ...

diese "experten" nannte man rosstäuscher, für manche anscheinend heute noch vorbild

Gast: gast1111
22.03.2012 17:08
6 0

Martinz: "Zum Wohle des Landes gehandelt"

Hoffentlich handelt der Richter "zum Wohle der Steuerzahler"

 
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