21.05.2013 11:12 Merkliste 0

Lohnsteuer: Kurz will Zweckwidmung per Steuererklärung

26.03.2012 | 07:45 |   (DiePresse.com)

Staatssekretär Sebastian Kurz schlägt vor, dass die Bürger bei der Verwendung von einem Zehntel der Lohnsteuer mitbestimmen können. SP-Kräuter fürchtet ein "Bürokratiemonster".

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Sollen die Bürger mitentscheiden dürfen, was mit ihrer Lohn- und Einkommenssteuer passieren soll? Staatssekretär Sebastian Kurz möchte ein Zehntel davon zweckwidmen, berichtete am Montag das "Ö1-Morgenjournal". Der Obmann der Jungen Volkspartei arbeitet im Auftrag seiner Partei an einem Paket für mehr direkte Demokratie.

Etwa 27 Milliarden Euro Lohn- und Einkommensteuer zahlen die Österreicher pro Jahr, berichtete das ORF-Radio. Über 2,7 Milliarden - oder zwei Prozent aller Staatsausgaben - sollen die Steuerzahler nach den Plänen von Kurz somit selbst entscheiden können. Die Zweckwidmung soll bei der Lohn- oder Einkommenssteuererklärung angegeben werden. Dafür sollen breit gefächerte Kategorien wie Bildung, Infrastruktur oder Sozialleistungen vorgegeben werden.

Vorbild für den Vorschlag des Staatssekretärs sind Schweizer Kommunen. Diese Kommunen hätten "eine bessere Wirtschaftsleistung, weniger Menschen, die Steuerhinterziehung begehen, weniger öffentliche Ausgaben pro Kopf und eine im Durchschnitt um 25 Prozent geringere Verschuldung", beruft sich Kurz im "Morgenjournal" auf eine Studie der Universität St. Gallen.

Die Zweckwidmung sei nicht nur ein Ausdruck direkter Demokratie, damit wäre auch den Politikern geholfen, meinte Kurz. Denn so wüssten sie, was die Steuerzahler eigentlich wollen und wo konkret Bedarf besteht.

SP-Kräuter sieht ein "Bürokratiemonster"

SP-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter bezeichnete den Vorstoß am Montag als "nicht ganz fertig gedacht". Er amüsierte sich über Kurz' Orientierung an Schweizer Regelungen auf Gemeinde- bzw. "Kantönli"-Ebene. Würde man darauf eingehen, wäre die Forderung nicht weit, gleich zehn Prozent weniger Steuern zu zahlen, sagte Kräuter.

Aus Sicht Kräuters würde eine solche Regelung zu überdotierten Budgets und ökologischen Fehlentwicklungen etwa beim Spritpreis führen. Außerdem schaffe man damit ein "Bürokratiemonster", so der SP-Bundesgeschäftsführer. Zurückhaltend reagierte vorerst SP-Finanzstaatssekretär Andreas Schieder. Die ÖVP solle den Vorschlag ihn in der "Steuerstrukturkommission" der Regierungskoalition zur Diskussion bringen.

Der grüne Budgetsprecher Werner Kogler kann dem Vorschlag Kurz nichts abgewinnen. Er kritisiert, dass dadurch Menschen von der Mitbestimmung ausgeschlossen würden, die keine Lohnsteuer, aber etwa Umsatzsteuer zahlten.

Michael Spindelegger (ÖVP) stellte sich hinter seinen Parteifreund. Es handle sich um einen "akkordierten Vorschlag" von Kurz, der nun in die "Steuerstrukturkommission" eingebracht werden soll, sagte Sprecher des Vizekanzlers. Erfreut zeigte sich der Generalsekretär der Industriellenvereinigung, Christoph Neumayer. Er ortete einen wichtigen Impuls für eine Debatte über die Verantwortung der Politik gegenüber ihren Bürgern. Der Obmann des Rings freiheitlicher Wirtschaftstreibender (RfW), Fritz Amann, vermutete dagegen ein Ablenkungsmanöver von den Belastungen durch das Sparpaket.

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

181 Kommentare
 
12 3 4 5
Gast: Be-obachter
27.03.2012 20:26
0 0

Der beste Vorschlag seit langem!

Allerdings zu wenig weitreichend - 90% Selbstbestimmung wären angemessen!

Wieviele Steuerzahler würden wohl fordern: "Schickt mein Geld nach Griechenland" ???

Gast: Blankenstein Husar
27.03.2012 15:29
0 0

Ob das Burscherl überhaupt weiß, was eine Prozentrechnung ist?

Ich denke, nein....

Re: Ob das Burscherl überhaupt weiß, was eine Prozentrechnung ist?

Rechnen Sie Kurz Bildungsstand nicht mit dem Bildungsstand aus Ihrem Bekanntenumfeld hoch ...;-)

Und die Bezeichnung "Burscherl" lässt Sie auch nicht intelligenter dastehen.

Gast: Pflichtfeld
27.03.2012 14:08
0 0

Naja,...

... der erste Vorschlag unserer Politiker seit langem, der einen nicht gleich k....n lassen könnte.
Ich finde den Herrn Kurz gar nicht mal so schlecht. Der hat wenigstens Ideen.

Herr Kurz!

lassen Sie sich von den ahnungslosen Neidhammeln nicht demotivieren.

Sie sind am richtigen Weg. Wenn erst mal der linke Sumpf, der nicht nur die Parteien betrifft, sondern

1) europäisch, wenn nicht weltweit vernetzt agiert

2) in Österreich weit über die linken Parteien hinaus Besitz ergriffen hat

trockengelegt ist, wird man ihren Vorschlag euphorisch unterstützen.

Österreich war immer schon eine Nation der verkannten Genies.

Wie sonst könnten Kreisky, Renner, Bauer, Vranitzky zu ihrem Ruhm gekommen sein;-)

Gast: Kurz für Zweckwidmung von zehn Prozent der Steuer
27.03.2012 11:14
0 0

Ist schon 1. April?


Gast: Eleonora K.
27.03.2012 10:45
0 0

Direkte Demokratie

Unter Ausübung der direkten Demokratie verstehe ich unter anderen, die Geschäftsgebarung seiner Gemeinde prüfen zu können. Man stelle sich eine derartige Prüfung der Gemeinde Wien oder der Wien-Holding durch Mitbürger vor, die von Buchhaltung etwas verstehen.

Gast: Breikommtschonwiederhoch
27.03.2012 10:42
0 0

Zweckwidmung

Ich möchte meine 10 % in einen neuen Kanditaten für die Politik zweckwidmen, der Hirn hat und menschlichkeit.

Man kann sich diese geölten Sprücheklopfer einfach nicht mehr ansehen!

Da hilft auch ein Geilomobil nichts!

Warum ist dieser

Kurz nicht bei den Chaoten?!

Super Idee!

Bitte meine 10% direkt an FRONTEX überweisen!

wer was gegen den unnützen beamten- und politikerversorgungsstaat tun will!

www.verwaltungsreform-jetzt.at

0 3

das ist wieder ein typischer schwarzer vorschlag!

die mit mehr geld haben mehr recht auf mitbestimmung - das ist das was die schwarzen schon immer wollen und auch schon immer mehr durchzusetzen versuchen!

die werden das nie kapieren, das mehr geld nicht mehr intelligentz bedeutet sondern nur mehr rücksichtslosigkeit bedeutet, oder mehr glück durch erbschaft....usw....

Re: das ist wieder ein typischer schwarzer vorschlag!

Es wär schon furchtbar, wenn diejenigen, die zahlen und alles finanzieren was mitreden dürften - nicht wahr?! Ich jedenfalls würd schon gerne mitbestimmen, was mit dem fünfstelligen Eurobetrag passiert, den ich jährlich ans Finanzamt überweisen.

Oder sind wir schon gänzlich in der "Diktatur des Proletariats" gelandet?

0 0

Re: Re: das ist wieder ein typischer schwarzer vorschlag!

nur keine aufregung, sie dürfen ja mitreden, alle 5 jahre wenn sie wählen....

aber in einer demokratie dürfen alle wählen, zumindest jetzt noch, ob das bei den schwarzen auch so bleiben würde weis ich nicht.

ach ja sie zahlen einen 5 stelligen betrag an steuern jährlich, na da sind sie aber nicht unbedingt ein leistungsträger, schon ab 4.000 brutto monatlich ist die zu zahlende steuer 5 stellig....


Re: das ist wieder ein typischer schwarzer vorschlag!

Ja ja,die gute alte Intelligentz Intelligentz Intelligentz.
Mit der stehen die Genossen schon seit Anfang ihrer Tage auf Kriegsfuß.

Schön ...

... dass man in einer (angeblichen) Demokratie diskutieren darf, ob 10% (!) der Steuerleistung den Wünschen der Bürger entsprechend verwendet werden.

Wo sind wir eigentlich gelandet?!

Steuern runter, damit diese Deppen nicht noch mehr in korruptester Weise "umverteilen" können. Der österreichische Staat arbeitet derzeit in sehr vielen Bereichen (Familienpolitik, Steueranreize, Sozialpolitik, etc) völlig gegen meine Interessen und so wie ich das aus meinem Bekanntenkreis erfahre auch gegen die Interessen zahlreicher anderer Menschen. Ich bin ja durchaus bereit einen gewissen Beitrag an "Schutzgeld" zu bezahlen, damit wir hier kein Sao Paulo werden ... aber irgendwann ist fertig!

0 1

als hätten wir nicht genug hirnlose Populisten in Österreich schon kommt der nächste und denkt laut... Aufregung im Wasserglas ist VORprogrammiert!


Gast: Krachmandel80
27.03.2012 08:00
3 2

Ich

bin dafür,dass ich meine 10% an Security Personal widmen darf welches dann aufpasst,dass die Politkermaden am Wochenende nicht dort aufkreuzen wo diejenigen welche den ganzen Saustall mit ihren Steuern am Leben erhalten ausspannen wollen.
Als am Samstag nämlich die liebe LauLauLaura am Naschmarkt antrabte ist mir gleich der Seeteufel im Hals stecken geblieben.
Des weiteren bin ich dafür,dass mein Steuergeld nicht dafür verwendet werden darf,dass die Spritzer und Rotweinpipeline im Rathaus ausgebaut wird.

1 2

Re: Ich

na leider ist der seeteufel nicht in ihrem hals geblieben!

Antworten Antworten Gast: Krachmandel80
27.03.2012 08:59
2 0

Re: Re: Ich

Na gehns dadada,jetzt seins doch nicht so gemein.
Ich wünsche ja das ihnen auch nicht wenn Sie in der Feinripp ihre Dose Nuri vorm Fernseher verspeisen.

Gast: Na und?
27.03.2012 07:51
1 0

Die Ungerechtigkeit:

Die AN zahlen prozentuell wesentlich mehr als die AG an Steuern.

Die AG nehmen prozentual wesentlich mehr Steuergeld als sie einzahlen.

Mit einem Wort: Es wird von unten nach oben verteilt: Mit Bankenrettungen, Prämien, Nachlassen von Steuerschulden, Steuersparmodellen....

Leider geht das europaweit so, und es wird nicht gutgehen. Während die Masse trotz Rekordarbeit dahinvegetiert, verschwindet "oben" das Geld wie in einem schwarzen Loch.

Von "oben" wird auch die Zuwanderung von Arbeitskräften statt eigenem Nachwuchs gefördert. Oder man lagert Betriebsteile aus und lässt sich im Ernstfall retten.

Das wird früher oder später zu Aufständen führen.

Gast: hemingway 2
27.03.2012 07:39
1 1

Aufmerksamkeit


kann man auch mit skurrilen Aussagen erregen; Hauptsache man bleibt im Gespräch.

Dieser Junge ist der gleiche Gewinn für die ÖVP, wie die Rudas für die SPÖ.

Gratulation !!!

ich bin dafür

dass man angeben kann, mit wieviel geld man den ORF subventionieren möchte. Das würde mein Demokratieverständnis sofort heben.

Gast: reki
27.03.2012 06:15
0 0

Wunschliste?

Ich bin für eine Liste, auf der man anführen kann, wofür die Steuern AUF KEINEN FALL ausgegeben werden dürfen, und zwar zu 100%!
Ich möchte keine Vereine subventionieren, keine Unternehmen, keine Parteiakademien, keine Modelleisenbahn im Maßstab 1:1, keine Verwaltungsausgaben die nicht direkt mit Verwaltungsaufgaben zu tun haben wie das In-die-Unleserlichkeit-Gendern amtlicher Texte oder die Inneren Kommissionen zur Bedarfserhebung des jährlichen Putzmittelbedarfs in der Stadtverwaltung...
Die Liste würde sicher lang genug, um alle in der Verwaltung arbeitslos Gewordenen auf Jahre mit der Auswertung zu beschäftigen. Zum Kollektivvertragsgehalt eines Hilfsarbeiters.

Gast: Marie Vekter....ich verdopple!
26.03.2012 23:52
0 0

Kurz für Zweckwidmung von zehn Prozent der Steuer.......

....ich wäre NICHT für eine Zeckwidmung von 1/10tel der Steuern, sondern für eine Zeckwidmung von 1/20stel der Steuern.........das wäre das Doppelte und somit für die öst. Steuerzahler ein Geschäft!

0 0

Re: Kurz für Zweckwidmung von zehn Prozent der Steuer.......

na, wie soviele ihres geistes haben sie offensichtlich ein kleines problem mit der mathematik......


 
12 3 4 5