Armin Wolf zur "Twitteria": "Ich grüße mein Volk"

30.03.2012 | 15:39 |  GÜNTER FELBERMAYER (DiePresse.com)

Podiumsdiskussion im Rahmen der Studie zur "Twitterpolitik". Von Trollen, politischen Autounfällen, Rankings und dem rüden Umgang auf dem Micro-Blogging-Dienst.

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"Traumbesetzung eines Twitterpodiums" wurde in einem Tweet vermerkt: Und diese Feststellung wird wohl für die Wiener Twitteria wirklich gelten. Pünktlich zum Erscheinen der Studie an der Uni Wien zum Thema "Twitterpolitik"  wurde eine hochgradig besetzte Podiumsdiskussion auf die Beine gestellt.

Die Diskutanten, alle fest in der "Twitteria" verankert:  Armin Wolf, ZiB2-Moderator und unangefochten meistverfolgter Österreicher auf Twitter. Stefan Petzner, BZÖ-Politiker, der auch mal ins Twitter-Fettnäpfchen tritt. Michel Reimon, grüner Landtagsabgeordneter und einer der aktivsten Politiker auf dem Micro-Blogging-Dienst. Und Corinna Milborn, stellvertretende Chefredakteurin bei "News" und Moderatorin des Club 2.

Kurz zur Studie: Die Autoren Julian Ausserhofer, Axel Kittenberger und Axel Maireder analysierten zwischen Oktober 2011 und Jänner 2012 fast 150.000 Tweets (Kurznachrichten) von 374 Usern, die sich in den drei Monaten davor mehrfach zu politischen Themen geäußert hatten. (mehr dazu...)

Vor dem Podium im Desingcenter des Museumsquartiers in Wien wurde netzgewerkt - doch weniger im herkömmlichen Sinn durch Gespräche, sondern ganz auf das Smarthone konzentriert. Hin und wieder sprachen sich die Menschen im Publikum dann aber trotzdem an - "Bist du nicht XXX auf Twitter?" konnte man dann hören. So wurden also zarte Offline-Bande aus dem Online-Leben gelegt.

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"Und dann gibt es noch diese Trolle..."

Die Diskussion selbst wurde von Armin Wolf sehr selbstbewusst mit den Worten "ich grüße mein Volk" eröffnet. Der Führende in allen Twitter-Österreich-Rankings sieht den Mikro-Blog-Dienst als eine Art personalisierte Nachrichtenagentur. Doch: "Ich antworte aber auch sehr gern auf Anfragen. Und dann gibt es noch diese Trolle - wenn ich Zeit habe, diskutiere ich auch zum Beispiel mit Vilimsky von der FPÖ auf Twitter."

Stefan Petzner erzählte von seinen User-Gewohnheiten, die im Publikum bestätigendes Kopfnicken ernteten: "Gleich nach dem Aufstehen rauche ich eine und dann poste ich, wie gut ich geschlafen habe."

Petzner Twitter-Auftritt stand über weite Zeit der Diskussion im Mittelpunkt: So findet Wolf, seine Tweets hätten "die Faszination eines politischen Autounfalls". Und Corinna Milborn meinte, es gebe einfach "einen ungebremsten Petzner im Netz - sehr authentisch."

Twitter wird "in rüder Art verwendet"

Doch gibt es Unterschiede in der Kommunikation zum realen Leben? Reimon bejahte und meinte, Twitter werde "von manchen Menschen in rüder Art verwendet. In einer Bar werde man nicht so nachdrücklich angeredet." Auch Petzner schlug in dieselbe Kerbe: "Man kommt auf Twitter mit Leuten in Kontakt, dich ich vielleicht auf der Straße sonst nichtmal gegrüßt hätte."

Übrigens: Armin Wolf richtete einen Aufruf an alle (nicht anwesenden) Journalisten: "Ein Redakteur, der keinen Twitter-Account hat und das nicht zumindest als Recherche-Quelle benutzt ist so wie ein Journalist ohne Handy."

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  • Das Netzwerk der „Twitterpolitik“

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16 Kommentare

Redakteur, der keinen Twitter-Account hat IST WIE EIN FISCH OHNE FAHRRAD.

"Ein Redakteur, der keinen Twitter-Account hat und das nicht zumindest als Recherche-Quelle benutzt ist so wie ein Journalist ohne Handy."


sein Volk ?

Größenwahn

Gast: superbo
30.03.2012 21:02
5

wolfs verdienst neben seinem job?

wurde eigentlich schon mal öffentlich thematisiert, was wolf für seine moderationen außer orf für firmenauftritte und ähnliche venues abgreift. wäre das nicht eine notwendige trennung für einen selbsternannten qualitätsjournalisten?
der wolf streift mehr an als so mancher druckkostenzuschuss, über den die journalisten sich so ereifern.
hat der armin vielleicht das splitter balken problem nie erkannt?

Was passiert eigentlich, wenn Petzer "Ich grüße mein Volk" twittert?


Re: Was passiert eigentlich, wenn Petzer "Ich grüße mein Volk" twittert?

jo mei...

der verwechselt halt "follow button"
mit "volk schnattern". soll nix ägeres passieren. verwechselt sich auch franzi hellers left boy mit justin bieber ;-)

muss man die alle kennen?
nein! :-)


Antworten Gast: antwortet
30.03.2012 20:23
0

Re: Was passiert eigentlich, wenn Petzer "Ich grüße mein Volk" twittert?

Zumindest wird er da keine Antwort bekommen.

So, so Herr Petzner kommt also durch Twitter mit Leuten in Kontakt, die er auf der Straße nicht einmal gegrüßt hätte…


Und wer sagt ihm jetzt, dass das wohl eher umgekehrt ist?

Ich glaube Herr Petzner ist in Wahrheit nicht so wählerisch und für jeden Bürger, der ihn erkennt und grüßt dankbar – und Beschimpfungen gehen da bei ihm höchstwahrscheinlich auch schon als Begrüßung durch. Leider habe ich mir auch noch die Mühe gemacht seinen Tweet zu verfolgen: Unglaublich wie viel Datenmüll eine Person alleine produzieren kann.

Gast: Holmes
30.03.2012 19:04
6

Nicht zu unrecht

ist Armin Wolf der "unangefochten meistverfolgte Österreicher auf Twitter". Seine einseitig rot-grünen ZiB-Moderationen sind nicht mehr zum Anschauen und Anhören.

Antworten Gast: FunkelfelsG
31.03.2012 12:12
0

Re: Nicht zu unrecht

Das er bei der JVP war, ist schon wieder vergessen? Armin ist eher konservativ. Dass er als Journalist für Transparenz und gegen Korruption ist, tritt er nunmal der momentanen Schwarzen, Blauen und Orangen am öfftesten auf die Füße.

Gast: dsafsdf
30.03.2012 18:31
2

Wie groß ist Wolf eigentlich? Mich interessiert ja die Frage wie hoch man Ideologie stapeln kann.


Gast: eute
30.03.2012 18:01
6

GRÖSSENWAHN

sonst nix.

Wolf hat durch seinen ORF-Job die Publizität und missbraucht sie für private politische Tätigkeit.

"Ein Redakteur, der keinen Twitter-Account hat und das nicht zumindest als Recherche-Quelle benutzt ist so wie ein Journalist ohne Handy"

Twitter als Quelle. Ein incest-Verein österr. "Journalisten", die voneinader abschreiben,
ANSTATT zu recherchieren!

Gast: beschwerer
30.03.2012 16:57
7

wolf ist ein

übler wichtigtuer, wen interessiert sein mundgack zu allem und jedem?

Antworten Gast: hihiiii
14.06.2012 19:56
0

Re: wolf ist ein

Da ist einer sehr neidisch...

"Ein Redakteur, der keinen Twitter-Account hat und das nicht zumindest als Recherche-Quelle benutzt ist so wie ein Journalist ohne Handy."

Ich bin kein Redakteur, aber dieses "Erfordernis" erscheint mir völlig überzogen.
Ich denke eigentlich, dass es unwichtig ist, was die Qualität einer Recherche anlangt.....denn Meinungen auf Twitter zu lesen, erfordert wohl nicht viel Zeitaufwand, sehr wohl aber die Recherche von Detailinformationen.

11

"Und dann gibt es noch diese Trolle"

Soviel zur Unvoreingenommenheit von Armin Wolf.

Re: "Und dann gibt es noch diese Trolle"

Und diese Unvoreingenommenheit kann er bei unserem öff. rechtl. Sender so richtig ausleben und darf uns damit fast jeden Tag via ZIB 2 beglücken....

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