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Austro-Piraten beinahe gekentert

01.04.2012 | 18:39 |  OLIVER PINK (Die Presse)

Die Piraten trafen sich zur Generalversammlung: eine leicht chaotische Veranstaltung mit kabarettistischen Zügen, vielen Männern, wenigen Frauen und ausländischen Gaststars.

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Wien. Es erinnerte an eine TU- oder Boku-Studenten-Party – Veteranentreffen inklusive: viele Männer, wenige Frauen, sehr verraucht, viel Alternativ-Look, zwei Trachtenjanker mittendrin. Und immerhin: eine russische Gastdelegierte in Burberry-Gummistiefeln.

Mit über einstündiger Verspätung begann am Sonntag die Bundesgeneralversammlung, kurz BGV, der Piratenpartei Österreichs (PPÖ) im „Werk“, einem Kulturzentrum in Wien Ottakring. Mit Fabio Reinhardt war auch einer der Berliner Piraten, der dort im Stadtparlament sitzt, gekommen. Und auch ein Abgesandter der luxemburgischen Polit-Freibeuter.

„Jene, die das letzte Mal da waren, wissen, was es bedeutet, dass heute so viel los ist“, begrüßte Sylvester Heller, Nickname „hellboy“, als einer der PPÖ-Vorstände die Delegierten. Doch es waren auch diesmal – anscheinend – nicht viele genug. Und so wären die Piraten gleich zu Beginn beinahe gekentert. Denn laut den vom Moderator vorgegebenen Statuten müssen zehn Prozent der Mitglieder als Delegierte anwesend sein, damit die BGV beschlussfähig ist. Nach einigen Minuten gelang es immerhin, die Mitgliederzahl – 794 – ausfindig zu machen. Die Delegierten bei der Akkreditierung zu zählen, hatte man leider vergessen. Das wurde nun per Handzeichen nachgeholt. Und siehe da: Es waren nur 51 Delegierte – das Quorum von zehn Prozent wurde also verfehlt.

Doch plötzlich hieß es, es würden auch fünf Prozent reichen – wenn diese länger als eine Stunde anwesend seien – plus ein Mitglied der Bundesgeschäftsführung. Ein anderer Statutenexperte meinte, für das Quorum sei nicht die Anzahl aller Mitglieder, sondern nur die der zahlenden entscheidend. Wie auch immer: Die Piraten erklärten sich für beschlussfähig.

Ein chaotischer Auftakt eines Parteitags mit kabarettistischen Zügen. So wurde von der russischen Gastdelegierten eine Grußbotschaft an die russische Piratenpartei abgesetzt. Am anderen Ende der Skype-Leitung saß ein Cola-trinkender Mann, der dem Regisseur Peter Kern zum Verwechseln ähnlich sah. Später gab es dann einen Ausschlussantrag gegen Sylvester „hellboy“ Heller von Tom „mitom2“ Krumpschmied. Schriftliche Begründung: „Logik ist (wie man bei Spock sehen kann) relativ emotionslos. Dinge werden getan, weil sie getan werden müssen.“

 

„Post-Gender-Politik“

Die Beweggründe, bei der Piratenpartei mitzumachen, sind mannigfaltig. „Es braucht in der Politik andere Strukturen, einen frischen Wind. Was es bisher gibt, ist alles 20. Jahrhundert“, sagt Gertrude Hamader, eine der wenigen Frauen in der PPÖ. Ihre Anliegen sind ein bedingungsloses Grundeinkommen und „Post-Gender-Politik“. Ein anderer Pirat meint: „Die anderen Parteien sind intellektuell ausgedünnt. Wer kann, hat sich in die Wirtschaft vertschüsst.“

Die Programmdebatte wurde von den Delegierten dann auf den nächsten Parteitag verschoben. Und die Funktion des Parteichefs, den es bisher nur auf dem Papier gab, abgeschafft. Und ja: „hellboy“ Heller bleibt in der Partei.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.04.2012)

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47 Kommentare
 
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Gast: Wünschenswert...
03.04.2012 00:40
1 0

Recherchefreudigkeit der Redaktion

Mr. Pink hätte er sehr leicht erfahren können wie die "Ordnung" aussieht und müsste nicht glauben das die Piraten sich ihre Quoren ad-hoc selbst erfinden. Tatsache ist das bei der aktuellen Mitgliederanzahl sehr viele Leute aufgetaucht sind. Bei der SPÖ müssten mind. 3000-4000 bei einem Parteitag auftauchen. Er kann aber auch - zum Üben - versuchen Satzungen der anderen Parteien schnell im Internet zu finden und sich zu informieren wie das bei anderen Parteien so ablaufen soll. Vü Spaß.

Das is ja wie bei den Grünen!

Wird sich auch noch ändern, so schlimm wie bei den Menstruationshintergründlern in Wien kanns net werden!

haben schon genug chaos


Gast: Effizienz statt Chaos
02.04.2012 19:44
1 0

Diese Chaostruppe soll Protestwählerstimmen neutralisieren, damit das SPÖVP-Zwangsregime weiterhin den Ruin Österreichs vorantreiben kann

Österreich bräuchte statt weiterer Chaoten dringend eine neue Partei kompetenter, filzunabhängiger Leute, welche mit Know-how effizient die Interessen der ausgepressten Mittelschicht vertreten gegen die unzumutbare Ausbeutung durch das sozialleistungenscheffelnde Proletariat (SPÖ+Grüne) und gierige Neureiche (zB Schlaff&Co, Gusi, Flöttl) sowie durch ÖVP (Industriellenvereinigung), FPÖ (Barbara Kolm vom Hayek-Institut als Lobbyistin der Milliardärsinteressen) und BZÖ (Stronach+ebenfalls Barbara Kolm im Beirat) und deren gemeinsam vorangetriebene Diktatur der Milliardäre mit ihrer durch weit unterpreisige Privatisierungen, Deregulierung und Liberalisierung sowie ihrer durch Demontage der staatlichen Sozial- und Pensionsversicherung forcierten Umverteilung von unten nach oben und damit der Verarmung der entmachteten Mittelschicht.

Eine zwar vielleicht schicke aber wegen dem zu erwartenden diffusen Chaos inhaltlich unnötige Splittergruppenpartei mehr, die mangels sinnvoller Inhalte und Durchsetzungskompetenz nur dem Wertlosmachen der Proteststimmen der erbosten Bürger dient, ermöglicht nur das cäsarische "Teilen und Herrschen" zum Machterhalt des für die Mittelschicht ruinösen SPÖVP-Zwangsregimes und seiner leicht korrumpierbaren Günstlinge, was überdies nur die Interessendurchsetzung der abgezockten Bürger weiter schwächt.

Für berechtigtes Mißtrauen Anlaß gibt das mediale Hätscheln der demokratiepolitisch unnötigen Chaostruppe. Eine echt widerständige Partei wäre sinnvoller.

Antworten Gast: Eine widerständige Bürgerpartei müßte her
03.04.2012 01:40
0 0

Re: Diese Chaostruppe soll Protestwählerstimmen neutralisieren, damit das SPÖVP-Zwangsregime weiterhin den Ruin Österreichs vorantreiben kann

Die beiden Großparteien, welche schon zu lange inhaltslos dahintorkeln und nurmehr als Spezialisten fürs Abzocken der Mittelschicht sowie als Brutstätten der Korruption und Freunderlwirtschaft negativst auffallen, und ihre gekauften Medien müßten endlich die Kandidatur einer echt unabhängigen Mittelschichtpartei zulassen. Ansonsten wird von zu vielen nicht oder ungültig gewählt und der Braindrain ins beruflich und finanziell weitaus attraktivere Ausland finanziert, aber das will man ja. Intelligenz, vor allem kritische - und insbesondere nicht käufliche - wird durch vielerlei Benachteiligungen aus dem Land gedrängt, während man die deutlich wenig Intelligenten hätscherlt, sponsert und hinaufnivelliert.

Ihr Mißtrauen gegenüber allen Parteien,

kann auch zu keiner Veränderung des Wahlverhaltens der Österreicher führen. Von der alten Einheitspartei SPÖVP sind keine Veränderungen mehr zu erwarten!
Da die Grünen auch zum sozialleistungsscheffelnden Proletariat gehören, können die Veränderungen nur vom BZÖ und vielleicht auch ein wenig von der FPÖ kommen. Mehr hätten Sie nicht schreiben sollen, denn auch alle Piraten wollen nciht arbeiten sondern nur von der Arbeit und den Ersparnissen der Mittelschicht leben!

Ergänzung zu Geldfux,


Ihr Mißtrauen gegenüber allen Parteien,
kann auch zu keiner Veränderung des Wahlverhaltens der Österreicher führen. Von der alten Einheitspartei SPÖVP sind keine Veränderungen mehr zu erwarten!
Ihr Mißtrauen gegenüber allen Parteien,
und da die Grünen auch zum sozialleistungsscheffelnden Proletariat gehören, können die Veränderungen nur vom BZÖ und vielleicht auch ein wenig von der FPÖ kommen. Mehr hätten Sie nicht schreiben sollen, denn auch alle Piraten wollen nicht arbeiten sondern nur von der Arbeit und den Ersparnissen der Mittelschicht leben. Selbst nichts arbeiten um zum Bruttosozialprodukt etwas beizutragen zu können, aber davon Sozialleistungen zu schmarotzen, führt zum Untergang jeder Demokratie!


Super, witzig,zukunftsträchtig!

Gibt sicher genug Schlaupetzen, die sich in so einer Gruppe wohl und wichtig fühlen-was für eine Gefahr für die heimischen Politiker!

Gast: gast235
02.04.2012 17:03
1 0

peinlich


was soll

den bitte eine "Post-Gender-Politik" sein ???

Gast: Blankenstein Husar
02.04.2012 14:42
6 0

Könnte fast eine grüne Parteiversammlung gewesen sein,

wenn da nicht die "zwei Trachtenjanker" mittendrin gewesen wären.

Das ist für die Grünen nämlich ein absolutes "No-Go".

Aber sonst...

Gast: Johann S
02.04.2012 14:21
2 0

Piraten

Irgendwie unterschwellig,scheint diesesPhänomen auch ein gewisser "Modetrend zu sein.

Gast: spectralis
02.04.2012 13:35
7 1

Hat jemand was anderes erwartet von einer Ansammlung von Schwachköpfen?


Der Schärdinger

Tretet nur an, Piraten. Ihr werdet sicherlich auf über 10 % kommen.
Die werden Strache und der ÖVP abgehen, und das ist gut so.
Dann geht sich nämlich schwarz blau nicht aus, denn die ÖVP würde nämlich auch mit dem Teufel zusammengehen, nur um regieren zu können um ihre Interessen durchzubringen.

Antworten Gast: Der Herzmayr
02.04.2012 15:31
2 0

Re: Der Schärdinger

Lieber Käsemann, du wirst dich täuschen. Der linksradikale Flügel der Grünen wird hier Morgenluft wittern, nun mit neuen Genossen Krawall machen zu können. Die ÖVP ist gegen so etwas gefeit und die FPÖ wird aus der Proszeniumsloge zuschauen, wie das Grüne Chaos weiter steigt und auch die Ökofreaks anwidert.

Mitglieder werben und bei Lokalwahlen antreten

Die Piratenpartei hat JETZT die Chance in die Parteienlandschaft Österreichs einzudringen!

Um dieses Ziel zu erreichen, muss diese Partei JETZT Mitglieder anwerben und bei sämtlichen Kommunalwahlen antreten -->besonders in großen Städten wie Innsbruck oder Graz.


Antworten Gast: opizub
02.04.2012 19:03
1 0

Re: Mitglieder werben und bei Lokalwahlen antreten

Na dann fang halt an...
http://www.piratenpartei.at/

Bisher garantierte Peter Pelinka für Qualität!

Wenn bisher die Sonntags Abenddiskussion im ORF noch ein bischen interessant war, dann unter Peter Pelika´s Leitung. Doch gestern war es ein Flop! Nur ein ernst zu nehmender Pollitiker, der zum einfachen Nationalrat abgehalfterte ehemalige Staatssekretär Reinhold Lopatka sprach da für die ÖVP, dann gab es noch die Glawischnik Minuten, doch dann kam ein Komiker und dann ein Vertreter der Österreichischen Piratenpartei, Peter Stadlmaier! Kaum sprach der drei Minuten, habe ich den ORF abgeschalten. Dabei bin ich doch neugierig. Doch der ORF am Sonntag ist für nichts mehr gut genug, nicht einmal für meine Neugierde, denn wo waren die anderen drei Parteien, SPÖ, FPÖ und BZÖ ??

Antworten Gast: Totalverlust
02.04.2012 14:48
2 0

Schlusswort an G.

Rührend der Versuch des Wutbürgers den Protest zugunsten der Grünen zu verbiegen. Und dann das Schlusswort von G. Ein Papagei ratschte die auswendig gelernten Parolen. Es fehlt bei den NEUEN schlicht am Esprit und Intellekt. G´s Klimawandel, Autofeindlichkeit und Populismuskeule blieb ungestraft. SO WIRD DAS NICHTS.

Gast: biobauer
02.04.2012 11:29
6 1

beschränkt

Ist das österreichische Kreativpotential der jungen Leute so beschränkt ,daß man wieder einmal den Preussen alles nachmachen muss;

Gast: Bri L-Rieder
02.04.2012 11:16
3 2

vor 30 Jahren Gründungsmitklita (*g*) der ALÖ

und vorher BegründerIN der Basisgehaltdiskussion...!

...Also miteinberechnet, dass solche Kurz-Artikerln über die junge Piratenpartei in Medien, die bislang anderen Herren dienten, sährrr mit Vorsicht zu verstehen sind, ist diese Herausstellung der -angeblichen- Gegensätzlichkeit von echter `Genderpolitik`und -AUSGERECHNET !!!- der Forderung nach einem BEDINGUNGSLOSEN GRUNDEINKOMMEN wohl der größte Schwachsinn, der denkbar ist.

Andererseits zeigt genau DIESE veröffentlichte Thematik den größten Knack-Bereich des Systems auf; DIE ERLANGUNG ECHTER EXISTENZFREIHEIT !

Also; ahoi, Piraten! Nicht beirren lassen...

Denn; teile(n) & HERRschen war und ist schon immer die Devise der NOCH Mächtigeren, gell...

Chaotisch waren wir damals übrigens auch...das haben NEUE Bewegungen und größere Gruppenbildungen so an sich, alles ganz normal ;-)


Antworten Gast: Gar(s)t
02.04.2012 12:31
2 0

Re: vor 30 Jahren Gründungsmitklita (*g*) der ALÖ

Liebes Lottchen!

Diese Flut an Satzzeichen und die unnuetz haeufige Hervorhebung durch GROSZSCHREIBUNG erschwert das Lesen dieses grenzwertigen Kommentares immens.

Gast: UQ
02.04.2012 11:14
3 1

Wenn die so weiter machen...

...produzieren sie auch nur innhaltsleeres Gebrabbel - und davon gibt es schon genug.

7 0

Piratenboot gekentert?

Würde eher meinen, dass Boot ist verspätet aus dem Hafen ausgelaufen.

PS: Ohne Kapitän wird es schwierig.
Manchmal haben die Passagiere das bessere Gefühl, als der Kapitän (zB Costa Concordia). Die Kapitäne von SPÖ-ÖVP haben eine schöne Anzugs-Uniform, sind aber m.E. auch Untergangskapitäne und daher eine Fehlbesetzung.

Gast: fM
02.04.2012 10:54
3 1

Beschlussfähigkeit ...

Das mit der Beschlussfähigkeit ist wohl nicht wirklich was neues. Unser Elternverein hält das auch so, weil er sonst nie beschlussfähig wäre ... ;-)

Der Unterschied zum Elternverein:
Bei den Piraten handelt es sich um eine partei, deren Wurzeln im Internet liegen. Man kann bei den Sitzungen wenigstens online dabei sein und sich auch als "einfaches Mitglied" in die Programmgestaltung einbringen und mitbestimmen.

wem werden die piraten am meisten schaden?

ich schätze den grünen.
das kannden grünen locker 2% punkte kosten wenn nicht mehr.
die piraten sind das für die grünen was das bzö für die fpö ist.

 
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