Inhaltlich recht unergiebig war die Befragung des ehemaligen Hochegger-Mitarbeiters Stefan Krenn im parlamentarischen Untersuchungsausschuss am Mittwoch. Auf zahlreiche Fragen konnte er wegen Erinnerungslücken keine Auskunft geben oder verwies auf seine ehemaligen Vorgesetzten. Dafür ging er recht scharf mit seinem ehemaligen Chef Peter Hochegger ins Gericht, dieser habe mehrmals die Unwahrheit gesagt, erklärte Krenn.
So könne er sich nicht erklären, warum Hochegger in einer Einvernahme behauptet hatte, dass er eine der wesentlichen Kontaktpersonen zur ÖVP gewesen sei, sagte der ehemalige parlamentarische Mitarbeiter (u.a. von Reinhold Lopatka, ÖVP). Unter anderem wegen dieser Aussage habe er Hochegger auch geklagt, sagte Krenn, der sich eher als kleiner Mitarbeiter denn als wichtiges Verbindungsglied zur ÖVP darstellte. Er sei auch froh, dass er nicht länger bei Hochegger geblieben sei, sagte Krenn zu seiner zwei Jahre dauernden Tätigkeit bei dem umstrittenen Lobbyisten.
Hochegger hat Krenn geklagt
Zu seiner offensichtlichen Verärgerung über seinen ehemaligen Arbeitgeber trug auch bei, dass dieser ihn nach seinem Abgang aus Hocheggers Firma geklagt hatte, wie Krenn ausführte: Grund dafür sei gewesen, dass er sich im selben Metier wie Hochegger selbstständig gemacht hatte - was einen Verstoß gegen eine Unvereinbarkeitsklausel in seinem Vertrag mit Hochegger dargestellt hatte. "Der schreckt überhaupt vor nichts zurück", sagte Krenn dazu - und bat die Abgeordneten um Unterstützung, sollte Hochegger ihn wegen Aussagen im Ausschuss erneut juristisch aufs Korn nehmen. Wie das Verfahren nach seinem Weggang von Hochegger ausgegangen ist, wollte Krenn nicht sagen.
Ebenfalls unrichtig sei die Behauptung Hocheggers, dass er den Kontakt zwischen Hochegger und dem ehemaligen VP-Innenminister Ernst Strasser hergestellt habe. Die Abgeordneten konfrontierten Krenn auch damit, dass Hochegger ihn bei einer Einvernahme als leitenden Mitarbeiter der Public Affairs Abteilung bei Hochegger.com bezeichnet habe. Krenn sagte darauf, diese Behauptung sei unrichtig. Die Leitung hätten Dietmar Trummer (Ex-Geschäftsführer der Agentur Hochegger.Com) bzw. Hochegger selbst gehabt. Er wisse nicht, warum Hochegger diese Behauptung aufstelle.
(APA)
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