Die schwarze Regierungsspitze hat knapp ein Jahr nach ihrem Umbau etliches an Vertrauen in der Bevölkerung verloren. Parteichef Michael Spindelegger stürzte im aktuellen APA/OGM-Vertrauensindex vom einst zweiten Platz auf den elften unter den abgefragten ÖVP-Politikern ab. Mit 16 Vertrauenspunkten war Spindelegger im Juli 2011 - wenige Monate nachdem er Josef Pröll an der Parteispitze abgelöst hatte - noch deutlich im Plus. Nun landete er bei minus acht Vertrauenspunkten.
Auch Finanzministerin Maria Fekter hat deutlich verloren.Sie lag zwar schon im vergangenen Jahr mit sieben Punkten im Minus, verschlechterte sich aber noch um 15 Zähler auf minus 22.
Gute Werte für Pühringer und Töchterle
Das größte Vertrauen unter den ÖVP-Granden genießt mit 14 Pluspunkten der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer. Unter den Bundesregierungsmitgliedern liegt derzeit Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle mit zehn Pluspunkten voran. Ihm folgt Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (acht Pluspunkte). Am stärksten zugelegt hat Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (von minus elf auf plus fünf).
Erstmals abgefragt wurde auch der neue Wiener ÖVP-Chef Manfred Juraczka, der auf Anhieb mit zehn Punkten im negativen Bereich landete. Von allen schwarzen Länderchefs am meisten verlor der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter, der sich derzeit politisch wegen diverser Jagdeinladungen rechtfertigen muss. Er stürzte um 18 Punkte auf insgesamt minus 21 ab.
Die Diskussion über Ermittlungen gegen Werner Amon, der gleichzeitig ÖVP-Fraktionsführer im U-Ausschuss ist, dürften diesem wenig Vertrauen in der Bevölkerung eingebracht haben. Erstmals abgefragt landete er mit minus 32 Punkten auf dem letzten Platz. Klubchef Karlheinz Kopf, der für ihn Partei ergriffen hatte, befindet sich mit minus 30 Punkten nur knapp davor. Was wiederum den ehemaligen Letzten im Ranking, den Dritten Nationalratspräsidenten Fritz Neugebauer, freuen dürfte: Er liegt nun mit nur mehr minus 24 Punkten vor den beiden.
Der Index bildet ein Saldo aus Vertrauen und kein Vertrauen ab und ergibt sich aus 500 Online-Interviews von Österreicherinnen und Österreichern ab 16 Jahren am 10. April.
(Ag.)
Spindelegger-ÖVP: Ein Jahr voller Pleiten und Pannen




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