"Pfuscher": Tiroler Piraten attackieren Bundespartei

16.04.2012 | 16:24 |   (DiePresse.com)

Österreichs Piratenpartei will sich den Innsbrucker Piraten annähern - zuvor hatten sie deren Spitzenkandidaten aus der Partei ausgeschlossen. Die Tiroler wehren ab und sprechen von "Wahnsinnigen".

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Die Bundesorganisation der österreichischen Piratenpartei (PPÖ) hat sich am Montag über die erste Enterung eines Gemeinderats erfreut gezeigt. Die PPÖ nehme "mit Freude wahr", dass mit 1884 Menschen ein grundsätzliches Potenzial vorhanden sei, erklärte Bundesmediensprecher Christoph Trunk. In Richtung der Tiroler Piraten signalisierte er "Gesprächsbereitschaft". Der Disput, der im Jänner in einem Ausschluss des Innsbrucker Spitzenkandidaten Alexander Ofer mündete, sei auf mangelnde Kommunikation zurückzuführen gewesen.

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Die Tiroler Piratenpartei will von den Annäherungen der Bundes-Piraten aber offenbar nichts wissen. "Wir wollen mit der Piratenpartei Österreichs nichts zu tun haben, das sind Pfuscher. Das sind ein paar Wahnsinnige und meinen sie können österreichweit die Piratengeschicke lenken", sagte Ofer am Montag gegenüber "DerStandard.at". Die Tiroler Piraten befürworteten stattdessen "eigenständige, kleine Organisationen auf Landesebene, die selbstständig agieren können".

PPÖ gibt sich "zuversichtlich"

Die PPÖ will aber die Hoffnung nicht aufgeben. Man werde sich an einen Tisch setzen und versuchen, die Differenzen aus der Welt zu schaffen, sagte Trunk am Montag. Bei der Bundesgeneralversammlung am 1. April seien ohnedies viele Tiroler anwesend gewesen. Trunk kündigte zudem an, auch Gespräche über ein gemeinsames Antreten bei der Tiroler Landtagswahl im kommenden Jahr führen zu wollen. Zwischenzeitlich stellte die PPÖ eine eigene Liste für den Urnengang in Tirol in Aussicht.

Die PPÖ war "zuversichtlich", dass dem Innsbrucker Beispiel auch andere Bundesländer folgen würden. Auch die Nationalratswahl 2013 werde "erfolgreich" verlaufen. Angesichts der niedrigen Wahlbeteiligung in Innsbruck werde deutlich, wie gering das Interesse der Bürger an der derzeit herrschenden Politik sei. "Liquid Democracy" und andere direkte Werkzeuge würden die Wahlbeteiligung künftig wieder steigen lassen.

Tirol als Vorbild

Die Tiroler Piraten verbuchten am Sonntag 3,8 Prozent der Stimmen und ein Mandat. Der 38-jährige Alexander Ofer schaffte es somit als erster politischer Freibeuter in eine österreichische Körperschaft. Auch die Tiroler treten für typische Piraten-Themen wie Transparenz in der Politik, freien Zugang zu Kultur und Wissen und Datenschutz ein. Im Innsbrucker Gemeinderats-Wahlkampf hatte Ofer ein Antreten bei der Tiroler Landtagswahl 2013 nicht ausgeschlossen.

(APA/Red.)

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17 Kommentare

Warum nur?

Warum, warum nur müssen alle neuen aufstrebenden Parteien, die sich gegen den festgefahrenen, perspektivenlosen, verkrusteten SPÖVP-Schmarrn zur Wehr setzen, immer so peinlich sein?

Dabei gäbe es ca. 50% der Stimmen an frustrierten, desillusionierten Wählern von allen Schichten zu ernten.

das wird nix...

Typisch Tiroler... mit der üblichen Sturheit und "Andreas Hoferischen - wir sind wir" Mentalität, speziell wenn es um Wien geht (nur zur Klarstellung: Das Innsbruck-zentrische Weltbild gibt es nicht...), wird hier eine gute Idee bereits im Ansatz wieder kaputtgemacht. Noch nicht einmal gescheit gewählt und im Amt wird in der Öffentlichkeit gestritten. BRAVO! Ein Lehrstück in Sachen Selbstvernichtung...
SO wird das nix....

Antworten Gast: Andreas Hofer
19.04.2012 02:48
0

Re: das wird nix...

Die Wiener wollen von oben alle anderen diktieren und der Tiroler eine Graswurzelbewegung.

Bei der Graswurzelbewegung kann jeder der will ein eigenes Piratenschiff in Bewegung setzen. Das war der erfolgreiche Start der Ursprungspiraten. Die Wiener wollen wieder alles zentralisieren und alle anderen diktieren.

Hallo, das ist genau das alle anderen Parteien machen.

Die Graswurzelbewegung ist näher beim Menschen. Ob Tiroler oder nicht, der Hausverstand sagt mir, was mehr Eigeninitiative bringt.

Die Gesamtlösung kann ohne Wurzeln nicht funktionieren.

Das Problem sind die Wasserköpfe, davon gibt es genug in jeder Partei. Die Piraten Österreichs verraten die demokratische Idee der Piraten.

Gast: justerix
16.04.2012 22:25
1

Pfuscher

Hört sich ja nach eine "Seeschlacht unter Piraten" an; auf diese Weise kommen sie nie in den Nationalrat.

Solange sie den Grünen schaden,

nicht übel! Bedingungsloses Grundeinkommen für den Balkan und Teschetschenien und und und ...

... furchtbar!

Bin da..

.. voll Ihrer Meinung. Eine Partei die Grundeinkommen fordert ist unwählbar (bzw. haben wir davon schon genug).
Leider gibt es noch immer keine Partei in Österreich, die den Mittelstand vertritt, Leistung gebührt und das Leben in Österreich lebenswert macht, auch wenn man etwas weiterbringen möchte. Schade ums Land!

Gast: Orange-in-Wien
16.04.2012 20:06
3

Ich gratuliere Neo-GR Alexander Ofer

und gut, dass er sich den Schneid nicht abkaufen lässt von seiner Ex-Partei.

Dennoch, eine Partei die für ein "bedingungsloses Grundeinkommen" stehen ist wirtschaftlich total destruktiv!

Wir brauchen Steuersenkungen um die Wirtschaft durch steigende Kaufkraft anzukurbeln, große Reformen und Privatisierungen in Bereichen die wirklich mehr als Last als Nutzen bringen (Beispielsweise der ORF).
Wenn wir die Staatsschulden nicht abbauen und rot-schwarz weiterhin an der Macht bleiben, die Steuern steigen, kann man sich eines Tages nicht einmal mehr das Internet leisten.

Der Kampf gegen neue Steuern, den ESM, sowie Staatsschulden sind also wirklich was zählt!

Gast: nicholasblarney
16.04.2012 20:04
0

Und was soll...

...das konkret heißen?
"...freien Zugang zu Kultur und Wissen und Datenschutz..."

Maria Fekters Kampf gegen die Landeshauptleute

Ein Match das die Finanzministerin wohl nicht gewinnen kann. Ablösegerüchte halten sich hartnäckig.

http://bit.ly/HIHrJz

Eine echte Alternative muss her!

Kaum zu glauben, wie tief heute Mandate hängen! Kein Programm, dafür Streitereien, die an die basisdemokratischen Anfänge der Grünen erinnern ... Wenn auch Sie genug haben von unseren Politikern und Parteien,
wenn auch Sie nicht wollen, dass Österrreich in der Geiselhaft von unfähigen und korrupten Politikern, Kronenzeitung, Landesfürsten und Interessensvertretungen erstarrt,
wenn auch Sie nicht verstehen, warum trotz höchster Abgabenquote weiter Schulden gemacht werden und trotzdem für wichtige Bereiche wie Bildung, Gesundheit und Pflege zuwenig Geld da ist,
wenn auch Sie bei der nächsten Wahl WIRKLICH WÄHLEN wollen und Ihre berechtige Proteststimme nicht alternativenlos den Nachfahren des größten Lügners, den die österreichische Politik je hervorgebracht hat, oder anderen obskuren Figuren wie den Piraten geben wollen, dann gründen Sie mit mir eine neue politische Bewegung: Österreich 21.
Zuschriften und Programmanfragen bitte an: helmhof@tele2.at

Helmut Hofer, 2500 Baden


Kaum Erfolg und schon zerstritten - dies soll eine Alternative sein?

Realistischer Weise kann eine Partei mit 4 %-Punkten nichts bewirken. Wenn überhaupt, dann muss man einen zumindest 2-stelligen %-satz erreichen und die Machtverhältnisse so verteilt sein, dass man sich seine Zustimmung für eine Sache durch eine Zustimmung in eigener Angelegenheit (z. B. Bürgermitbestimmung) abkaufen lässt.

Die Piratenpartei kann somit den Bürgern nicht zu mehr Mitbestimmung verhelfen, sondern diese müssen selbst für diese überparteilich ein Zeichen setzen.

http://www.wienerzeitung.at/meinungen/gastkommentare/446198_Macht-bzw.-Ohnmacht-der-Waehler.html

Antworten Gast: mmm
16.04.2012 18:35
0

Re: Kaum Erfolg und schon zerstritten - dies soll eine Alternative sein?

'Piratenpartei' durch 'ÖVP' ersetzen, dann trifft die Aussage voll ins Schwarze!

Antworten Gast: yoshi1
16.04.2012 17:38
0

Re: Kaum Erfolg und schon zerstritten - dies soll eine Alternative sein?

wow!

Was für ein offensichtliches Werbeposting für S/ÖVP. Ihr habts gehört, Leute, Kleinparteien wählen bringt nix!

Re: Re: Kaum Erfolg und schon zerstritten - dies soll eine Alternative sein?

Es ist ein rechtliches Faktum, dass man Bürgermitbestimmung nicht mit einem Wähleranteil von z. B. 4 % (Piraten in Innsbruck) durchsetzen kann, sondern dass eine solche Idee von der Mehrheit getragen werden muss. Nur um z. B. Bürgermitbestimmung in unserer Verfassung zu verankern bedarf es einer 2/3 Mehrheit und 4 % sind davon weit entfernt.

Ich sage nicht, dass das Wählen von Kleinparteien keinen Sinn hat, nur zur Verankerung der Bürgermitbestimmung als verbrieftes Recht halte ich es als nicht zweckmäßig. Es müssten schon eine große Anzahl der Wähler ein Zeichen setzen damit die Altparteien auf die Forderung von Bürgermitbestimmung reagieren müssen.

Gast: KEN
16.04.2012 17:04
4

Hüftschüsse werden nun also als "mangelnde Kommunikation" bezeichnet

Liebe Piraten, ihr fangt schon sehr dursichtig undurchsichtig an euer Spiel zu spielen und habt damit bereits sehr viele Sympathisanten verkrault. Denn: Wer ausgrenzt, denkt nicht frei. Wer ausgrenzt ist für Kontrolle. Und das spricht gegen euch.

Gast: freund?
16.04.2012 16:45
8

chaotentruppe, deren einziger wert



in der zersplitterung der grünlinge liegt .

Antworten Gast: so viele kluge menschen hier
16.04.2012 16:57
4

Re: chaotentruppe

Und wieviele ÖVP-Splittergruppen gibt es in Innsbruck ? Dürfte sich um ein lokales Phänomen handeln.

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