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Künstliche Befruchtung: "Würde Lawine auslösen"

22.04.2012 | 18:18 |  ULRIKE WEISER (Die Presse)

Erlaubt man In-vitro-Fertilisation für lesbische Paare, müsse man das Adoptionsrecht ändern, sagt Familienrechtsexperte Bernat. Wird die Bestimmung geändert, könnten die Folgen jedoch weitreichend sein.

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Wien. Soll ein lesbisches Paar durch künstliche Befruchtung ein Kind bekommen? Die Empfehlung der Bioethikkommission hat ein Urteil des Verfassungsgerichtshofs für eine Änderung des Fortpflanzungsmedizingesetzes zumindest wahrscheinlicher gemacht.

Bisher ist In-vitro-Fertilisation (IVF) nur heterosexuellen Paaren erlaubt. Wird die Bestimmung geändert, könnten die Folgen jedoch weitreichend sein. „Das würde eine Lawine auslösen. Zumindest, wenn der Gesetzgeber Nägel mit Köpfen macht“, sagt Erwin Bernat, Familienrechtsexperte an der Uni Graz. Derzeit dürfen homosexuelle Paare ein Kind nicht gemeinsam adoptieren. Der Partner darf auch nicht Kinder des anderen an Kindes statt annehmen. Im Fall einer IVF für lesbische Paare heißt das, dass (anders als bei heterosexuellen) nur die Frau Elternteil wird, die das Kind austrägt. Folgen im Erbrecht inklusive.

Lasse man IVF für lesbische Paare zu, müsse man der Partnerin ermöglichen, in die Vaterrechte einzutreten, so Bernat: „Schon aus moralischen Gründen, denn man erzeugt hier vaterlose Kinder.“ Er verweist aufs britische Recht, in dem eine Regelung für „Co-Parents“ existiert. Und – ein solcher Paradigmenwechsel erfordere dann weitere Änderungen: Eingetragenen Paaren müsse eine gemeinsame Adoption bzw. die Annahme des Kindes des Partners erlaubt werden.

 

Justizministerin wartet ab

Während Juristen über den nächsten Schritt nachdenken, hält sich die ÖVP zurück. Zwar widersprach Frauenchefin Dorothea Schittenhelm der Bioethikkommission, doch Justizministerin Beatrix Karl, die mit Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek Gespräche zum Thema führt, schweigt. Man wolle das VfGH-Urteil abwarten.

Die SPÖ-Minister halten mit ihrer Meinung weniger hinterm Berg: Gesundheitsminister Alois Stöger sprach sich für eine IVF für Lesben und alleinstehende Frauen aus. Auch Heinisch-Hosek ist dafür. In Richtung ÖVP sagt sie: „Die Bevölkerung ist schon viel weiter, als mancher Politiker glaubt. Familie ist nicht mehr Vater, Mutter, Kind. “

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.04.2012)

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58 Kommentare
 
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Gast: Gast777
02.05.2012 12:53
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komische Auslegung der SPÖ

"Auch Heinisch-Hosek ist dafür. In Richtung ÖVP sagt sie: „Die Bevölkerung ist schon viel weiter, als mancher Politiker glaubt. Familie ist nicht mehr Vater, Mutter, Kind. “"

der Vater wird ausgeschlossen, die Mütter nicht - das ganze ist eine radikalfeministische Auslegung

denn für Väter würde das alles nicht gelten, so wie in GB das schon der Fall ist, wo explizit das ganze nur für Frauen gültig ist

Das sind dieselben Leute, Linke, Grünzeug etc. ...

... die gegen Tierversuche sind.

Aber mit Menschen experimentieren sie drauflos, wenn es nur ihrem Fetisch der völligen Beliebigkeit dient.

Gast: freund?
23.04.2012 12:52
7 0

zur zensur :



1848 ist bei der presse nicht angekommen, 1968 dafür penetrant.

Gast: Kinderweisheit
23.04.2012 12:35
11 0

Diversität, Rollenbilder

Befürworter argumentiern u.a., dass ein schon ab der Gerburt bzw. während der gesamten Kindheit fehlender Vater kein Nachteil für ein Kind bedeuten muss, da es Umgang mit anderen Männern aus der Familie und dem Bekanntenkreis pflegen kann, die auch männliche Rollenbilder sein können.

Diese Argumentation berücksichtigt jedoch nicht die besondere Wesensart und den natürlichen Entwicklungsstand von Kleinstkindern und Kleinkindern.

Primäre Bezugspersonen haben eine weit grössere Bedeutung für Kleinstkinder als alle anderen Erwachsenen. Sie präferieren sie von Natur aus erheblich, beschäftigen sich am längsten und intensivsten mit ihnen, können daher von ihnen am meisten lernen und profitieren. Andere Personen können die primäre Bezugspersonen von Kleinstkindern nicht annähernd ersetzen, es sei denn sie übernehmen ernsthaft die Rolle eines vollwertigen sozialen Vaters. Dies gilt auch für Kleinkinder und Kinder, in zunehmend geringerem Ausmass. Aber auch noch für Jugendliche ist es sinnvoll und am schönsten, wenn Mutterfigur und Vaterfigur die eigenen Eltern sind.

Wenn man Kindern die Möglichkeit - d.h. auch Freiheit und Diversität - bieten möchte einen intimen, vertrauensvollen, intensiven, prägenden Umgang mit Erwachsenen BEIDEN Geschlechts zu erleben und profitieren, lässt sich dies jedenfalls für Kleinstkinder und Kleinkinder am Besten realisieren indem man ihnen eine Mutter + einen Vater bietet.

Dieser Vorteil kann durch zwei Mütter, oder auch zwei Väter schlicht nicht realisiert werden und die Mutter-Vater Familie stellt aus diesem Grund die bessere Unterbringungsform dar.

Steht den Allerjüngsten diese Diversität nicht zu?

Gast: ido
23.04.2012 10:28
2 15

Diese Debatte ist heuchlerisch, und sonst gar nichts

Diese immer wieder kehrende Debatte ist an Scheinheiligkeit und Heuchelei nicht zu überbieten.
Wir leben in einer Gesellschaft, in der Kinder bei alleinerziehenden Elternteilen, bei Großeltern, Tanten und Geschwistern aufwachsen, wir lassen Kinder in Heimen und dann bei fremden Eltern leben; Kinder wachsen bei Säufern, Schlägern, Junkies, in der Gosse, und in irgendwelchen versifften Wohnungen auf, und das alles vor uns, hinter uns, neben uns, um uns.

Aber wehe, zwei liebende Menschen, die sich nichts sehnlicher wünschen, als ein Kind großzuziehen, wollen es mit IVF versuchen, DANN legt sich Otto-Normal-Spießbürger sofort quer, denn DASS wäre ja pervers.

Es gibt keine Studie, die belegen würde, das homosexuelle Paare schlechtere Eltern wären. Kinder brauchen in erster Linie Liebe, sonst gar nichts.

Antworten Gast: Hillare
23.04.2012 20:17
6 0

Re: Diese Debatte ist heuchlerisch, und sonst gar nichts

Kinder brauchen Liebe, das stimmt. Aber wer sich nur ein bisschen mit Entwicklungspsychologie und Kindererziehung beschäftigt hat, weiß, dass sie andere Dinge genauso brauchen. Liebe ist wichtig, aber nicht alles in der Erziehung.

Gast: weit gefehlt
23.04.2012 09:33
0 7

Und ich hab gedacht,

die ÖVP und ihre Experten sorgen sich, weil es so wenige Kinder gibt.

Gast: akustikusneurom
23.04.2012 08:56
3 8

Stereotypen...

Es liegt schon sehr naheliegend, dass die Familie aus Vater, Mutter, Kind bestehen soll. Aber das ist eben der "Idealfall" Wenn ich nur diese Werte als annehmbar halte, dann bin ich auch gegen alleinerziehende Mütter. Und sind diese deswegen schlechtere Menschen weil der Vater z.B. abgehauen ist?

Also ich denke, solange alle egal ob heterosexuelle oder homosexuelle ihre Rechte und Pflichten wahrnehmen und eine vernünftige Kindererziehung anstreben, ist das ja alles ok.
Nach Woody Allen: Whatever works!

Antworten Gast: Gast777
02.05.2012 12:51
1 0

Re: Stereotypen...

weit häufiger als der Vater haut die Mutter samt Kind ab, das ist hauptsächlich der kruden Rechtslage geschuldet

ihre Ansichten sind sexistisch und diskriminierend gegenüber den Männern, welche aufgrund der Rechtslage mehr oder weniger rechtslos in Österreich sind

Re: Stereotypen...

So ist es nicht.
Wenn Mütter alleinerziehend sind, weil der Vater "davongelaufen" oder verstorben ist, dann ist diese Situation ja nicht bewusst gewählt. Man nennt so etwas landläufig "Schicksal". Alleinerziehende Mütter sind im normalfall für ihre Leistung zu bewundern, aber die Sitaution für Kinder, ohne Vater aufzuwachsen ist für Entwicklung und Sozialverhalten suboptimal. Solche Schicksalsschläge muss man eben so gut als möglich meistern...
Gleischgeschlechtliche Paare hingegen führen diese Situation vorsätzlich herbei.

Antworten Antworten Gast: ido
23.04.2012 10:19
1 11

Re: Re: Stereotypen...

Quasi jede Studie belegt, das gleichgeschlechtliche Paare genauso gut als Eltern geeignet sind, und die Entwicklung der Kinder dadurch nicht beeinträchtigt wird.

Hier etwas von Vorsatz, Schicksal und suboptimaler Entwicklung herbeizudichten, zeugt nur von Ausgrenzung, und Intoleranz.

Wer seine kirchlich-traditionellen Wertvorstellungen hoch halten möchte, soll das machen, aber nicht am Rücken der Gesellschaft

Antworten Antworten Antworten Gast: Kinderweisheit
23.04.2012 13:40
9 0

Re: Re: Re: Stereotypen...

Die Studien braucht es eigentlich gar nicht, denn es ist evident, dass Mutter + Vater Kindern ein Mehr an Diversität und Vielfalt bieten können. Dieser Vorteil können gleichgeschlechtliche Paare nicht bieten.

Schon die im Haupteil der Stellungnahme der Bioethikkommission als erste aufgeführte Studie hat bedeutende Schwächen. Die 19 Mitglieder die den Haupteil unterzeichnet haben haben diese Schwächen jedoch bei ihrer Abwägung ganz offensichtlich nicht berücksichtigt und nicht erwähnt - obwohl im Sinne der Transparenz im Rahmen einer sorgfältigen, seriösen wissenschaftlich fundierten Stellungnahme die Erwähnung und Berücksichtigung eine Selbstverständlichkeit sein müsste.

Erst die 6 übrigen Mitglieder haben die Schwächen aufgezeigt und haben u.a. genau mit diesen Schwächen ihre abweichende Meinung begründet.

Es geht immerhin um Kinderinteressen - daher sollte ein besonders hoher wissenschaftlicher Konsens bestehen. 24% Gegenmeinung ist eindeutig zu wenig Konsens.

Die restlichen von der Bioethikkommission aufgeführten Studien sollten daher einer strengen, gründlichen Prüfung unterzogen werden.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Gelbb
23.04.2012 20:32
0 0

Re: Re: Re: Re: Stereotypen...

Meiner Meinung nach bräuchte es Fachleute, die sich mit dem Thema auseinandersetzen, und die sind in der Bioethik- Kommission nur wenig vertreten. Sie besteht hauptsächlich aus Theologen, Juristen und Mediziner. Kinderarzt, Psychologe, Erziehungswissenschaftler ist kein einziger dabei.

Hallo Redaktion!

Was ist mit meinen Postings passiert? Passen die nicht in Euer Weltbild? Das wäre wirklich armselig, fast schon wie beim Standard! Also seid bitte so nett und beweist das Gegenteil. Von einer eher nicht so linken Zeitung erwarte ich mit so viel Offenheit!

Antworten Gast: Blauer Himmel
24.04.2012 13:07
2 0

Re: Hallo Redaktion!

Mir ist mehrmals schon aufgefallen, dass bei Themen die mit Lebenspartnerschaften, Homosexualität, Fortpflanzungsmedizin usw. zu tun haben, Postings verschiedener User, die ich als regelkonform eingeschätzt hätte, nachdem sie einige stundenlang - auch schon mal etwa 12 stundenlang - veröffentlicht wurden wieder entfernt wurden. Da stellt sich die Frage welche Prozedur dahinterseckt und warum bleiben sie manchmal vorerst so lange stehen.

Werden manche Postings erst entfernt, wenn eine bestimmte Anzahl von Lesern die Meldefunktion benutzen?

Ist es, weil die nachfolgende Schicht von "Zensoren" andere Masstäbe anlegt?

Oder greifen Anwälte von LGBT - Organisationen zum Hörer und erklären die Mitarbeiter der Presse welche Postings stehen bleiben dürfen und welche nicht?

Re: Hallo Redaktion!

Da kannst lang warten. Hier wird zensiert, dass der Ceaucescu seine Freud hätte!

Gast: Bello
23.04.2012 08:37
2 1

Sorgen haben die Leute

Um die Lesben, so sie sich im reproduzierfähigen Alter befinden müssen wir uns weniger sorgen, zur not geht es ja natürlich. Bei den Schwulen wird es natürlich ein wenig komplizierter.

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Re: Es ist schlicht menschenverachtend was da vorangetrieben wird!

Leihmütter in Entwicklungsländern auszubeuten und Kinder ohne Wurzeln zu züchten nur um die eigene Eitelkeit zu befriedigen ist das Letzte.

Kauft euch ein Haustier!!

Antworten Antworten Gast: ido
23.04.2012 10:31
1 13

Re: Re: Es ist schlicht menschenverachtend was da vorangetrieben wird!

Was haben "Leihmütter in Entwicklunsländern" und "Kinder ohne Wurzeln" hier in der Debatte verloren?

Du postest hier munter irgendwelchen Unfug, um deine eigenen Wertvorstellungen von einem vorgestrigen Weltbild zu befriedigen.

Such dir ein Hobby!

Gast: Suppenkaspar
23.04.2012 08:01
13 6

wie heißen dann die Eltern

bei "Hetero" gibts schon aus biolog Gründen:
VATER und MUTTER !!

bei"Homo" gibts dann den VATER und ???
(Mutterer ??? oder Vaterin ??)

bei den "Lesbi" gibts dann die MUTTER und ???
(Vaterin oder Mutterer oder ???

und wie sichert man dem Kind eine "normale Lebenserfahrung .. vor allem iin der Kindheit und später beim Erwachsenwerden ???

0 8

Sie haben den richttigen Nick gewählt!


Antworten Gast: knoxville
23.04.2012 08:59
1 6

Re: wie heißen dann die Eltern

wie sichert eine alleinerziehende Mutter, Vater zb. gestorben, eine "normale Lebenserfahrung" ????

Re: Re: wie heißen dann die Eltern

Sie haben den Punkt getroffen, bravo!!
Keine alleinerziehende Mutter sichert eine "normale Lebenserfahrung"

Gast: tc_t
23.04.2012 07:59
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kleinbürgerliche scheinheiligkeit sonst nichts


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Re: kleinbürgerliche scheinheiligkeit sonst nichts

Sich um Kinder und deren mögliche, wahrscheinliche Entwicklung Gedanken zu machen, zeigt Verantwortungsgefühl.

Welcher Mensch kann sich möglichst unbelastet entwickeln wenn er erfährt, dass er mit dem Samen eines unbekannten "Spenders" im Reagenzglas gemixt wurde und mit 2 "Mamas" oder "Papas" aufwächst.


Gast: Saiffenstayn
23.04.2012 07:56
20 1

Kinder "er"zeugen ist kein Gaudium für überdrehte Wohlstandsbürger

DAS Interesse des Kindes ist wichtiger als der Spaßfaktor der Eltern ...
Das muß im Gesetz berücksichtigt sein ....

 
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