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"Information über den Preis bekam ich von Hochegger"

26.04.2012 | 20:28 |  von Hedi Schneid und Regina Pöll (Die Presse)

Es waren "Scheinleistungen auf Scheinrechnungen", sagt der ehemalige Immofinanzchef Petrikovics zur Buwog-Provision an Lobbyist Hochegger. Seine Mitarbeiterin Postl sieht das Finanzressort in der Pflicht.

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Wien. Er hätte sich der Aussage entschlagen können. Denn Karl Petrikovics ist als Exchef der Constantia Privatbank (CPB) und der von ihr gemanagten Immofinanz gleich in zwei Verfahren - Immofinanz und Buwog - beschuldigt. Der Banker konnte oder wollte sich am Donnerstag im U-Ausschuss auch nicht an alle Details der Vorgänge rund um die Privatisierung der 58.000 Bundeswohnungen (Buwog) im Jahr 2004 erinnern.

Trotzdem sorgt er gleich zu Beginn für einen Knalleffekt: „Die Information zu den 960 Millionen bekam ich von Hochegger", erklärt er auf die Frage, woher er den für den Sieg über den Konkurrenten CA Immo entscheidenden Tipp hatte. Woher der Immofinanz-Berater Peter Hochegger diese Zahl aus dem laut Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser streng vertraulichen Bieterverfahren wusste, habe er den Lobbyisten damals aber nicht gefragt. Er habe die Summe jedenfalls umgehend an Georg Starzer von der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich weitergegeben, die Führerin des Kaufkonsortiums war.

Die Immofinanz gewann 2004 das Match um die Buwog. Sie zahlte mit 961,57 Mio. Euro nur eine Mio. Euro mehr als die CA Immo. Hochegger, der sich der Immofinanz als Lobbyist angeboten hatte, erhielt 9,9 Mio. Euro Provision - 300.000 Euro mehr als vereinbart. Die nicht versteuerte Provision teilte er mit seinem Partner, Grasser-Freund Walter Meischberger.

Als Abgeordnete aller Couleurs versuchen, die Vorgänge um die ur-sprünglich nicht vorgesehene zweite Bieterrunde aufzuhellen, bleibt Petrikovics stur. Nicht er habe die Extrarunde verlangt, bei der dann die CA Immo ausgebremst wurde. „Hochegger hat das bewirkt."

Peter Pilz (Grüne) und Stefan Petzner (BZÖ) lassen nicht locker und rekonstruieren das Nachrichtenkarrussell zwischen 4. und 11. Juni 2004, wobei sie sich auf Zeugenaussagen vom Mittwoch beziehen. Da wurde bekannt, dass Grasser selbst die entscheidende Sitzung der Vergabekommission abgesagt hatte, um eine zweite Runde zuzulassen. Überrascht von dem um 85 Mio. Euro höheren Offert der CA Immo, dürften Grasser oder sein Beamter Heinrich Traumüller diese Information an Meischberger weitergegeben haben, mutmaßen die Abgeordneten. Dieser habe Hochegger unterrichtet, jener Petrikovics und dieser Starzer. Von der RLB OÖ sei der neue Vorschlag über 961 Mio. Euro gekommen.

Petrikovics kommentiert das nicht, lässt aber mit Details zur Provision aufhorchen: Die Zahlungen seien auf Hocheggers Wunsch an dessen zypriotische Firma Astropolis gelaufen. Bei den fünf Rechnungen sei es um „Scheinleistungen auf Scheinrechnungen" gegangen. Die erfundenen Rechnungsinhalte habe er, Petrikovics, mit Ex-Immofinanz-Vorstand Christian Thornton besprochen. Hochegger habe seine Provision „mit jemandem aus dem Finanzministerium teilen müssen", sagt dazu die frühere Petrikovics-Mitarbeiterin Martina Postl. Und: Die „Geheiminfo" über das Anbot der CA Immo habe nur aus dem Ressort stammen können.

Grasser unter Druck

Die Hinweise darauf, dass Grasser selbst die Information (zuerst an Hochegger und Co.) hinausgegeben haben könnte, verdichten sich bei der Befragung von Grassers Ex-Kabinettschef Traumüller: Er bestätigt, dass der Minister eine zweite Bieterrunde wollte - die wohl nicht zufällig auf den 13. Juni gelegt wurde. Damals war EU-Wahl, die öffentliche Aufmerksamkeit für die Buwog-Vergabe also kleiner. Und: Traumüller lässt auch erkennen, dass es im Vorfeld - am 7. Juni - eine inoffizielle Sitzung führender Vertreter des Ministeriums (darunter Grasser) und der Immo-Branche gab. Für eine Absprache für die zweite Bieterrunde? Dazu habe er „keine Wahrnehmung", windet sich Traumüller.

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.04.2012)

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39 Kommentare
 
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Gast: Tutenchamun
29.04.2012 11:02
0 0

Boris Nemsic packt am 8. Mai aus


Poris Nemsitsch packt aus:

* über das kleine Heer innovativer Knechte, die der Bourgeoisie ewigen Ruhm und Ansehen verschaffen

* über die dringende Notwendigkeit permanenter Innovation als Grundlage für Geldwäsche und Manager-Boni in Milliardenhöhe

* über die organisierten Methoden innovative Knechte für immer und ganz ohne Bezahlung an die Familie zu ketten

* sowie über Jagdgesellschaften, Schottland, Golf, Yachten und andere Plätze der Innovation

Informationen zur Veranstaltung: http://tinyurl.com/cb2ktnp/

In der ersten Reihe werden sitzen: Altrektor Skalitzky, Mensdorff-Puilly, KHG (?), uvam.

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WANN lässt man endlich unabhängige und integere LEute wie eien nFranz Fiedler ohne Grenzen werken,

indem man solche in wichtige Ministerien entsendet ?!

Haben denn bisher all die bestellten (weil anderswo brav oder gescheiterten) Figurellas nicht schon genug Unsinn angestellt um sie für alle Zeiten an den wahren Schaltstellen verhindern zu können ???

Gast: tja
27.04.2012 10:30
0 0

dieser mann...


ist nicht besser wie herr elsner (oder randa). was passiert ihm - gar nix !


Prüfstein für Staatsanwaltschaft und Justiz

Die Ohnmacht unseres Rechtssystems wird sichtbar. Auch nach der Aussage des ehemaligen Immofinanzchefs Petrikovics, die Hochegger belastet, verharrt die Staatsanwaltschaft in ihren Büros. Eigentlich unglaublich, aber fester Bestandteil des laufenden Verfahrens.

Es verstärkt sich die Gefühlslage, dass die Staatsanwaltschaft entweder nicht handeln will oder darf.
Der U-Ausschuss wird immer mehr zum Prüfstein für die Legitimität der Staatsanwaltschaft und des Justizressorts.

Freundschaften können so schnell enden


Gast: LegendIn
27.04.2012 09:45
1 4

Nur um es festzuhalten:

Durch die zusätzliche Bieterrunde hat die Republik Österreich also 85 Millionen Euro mehr Geld erhalten als es ohne dieser zusätzlichen Bieterrunde der Fall gewesen wäre.

Grasser oder werauchimmer hat also der Republik Österreich 85 Millionen Euro erwirtschaftet.

Was daneben gelaufen ist ist natürlich strafbar, hat aber die Republik Österreich nicht geschädigt, die Immofinanz-Provision war ja Firmengeld.

Nur um das mal festzuhalten.

§ 138 BGB Sittenwidriges Rechtsgeschäft

wer und wieviel hat bei diesen dubiosen deal mitgeschnitten(es gilt die unschuldsvermutung). allein wenn ich vom verkaufspreis ausgehe, ist das schon eine schweinerei. meine gemieteten 70 m2 wurden mir um 135.000 € angeboten m2 preis=1.928 €. gekauft wurden v. d. immofinanz 60.000 einheiten um 961,000.000. durchschnittlicher einkaufspreis einer einheit 16.000 €. ergibt einen m2 preis v. 229 €.
nächste abzocke aktion siehe hier:
http://kaernten.orf.at/news/stories/2530534/

Gast: tzurn
27.04.2012 08:29
3 1

Nach solchen Aussagen muss nun jeder Verkauf

öffentlichen Eigentums unter diesem Finanzminister geprüft werden.

Warnung!

jeder der jemals daran denkt, ÖVP, FPÖ oder BZÖ zu wählen soll sich das wirklich gut überlegen.

Antworten Gast: unschuldsvermuter
27.04.2012 08:55
4 1

Re: Warnung!

genauso verhält es sich auch mit der SPÖ und wer sieht was die GRÜNEN in wien veranstalten sind die es auch nicht wert gewählt zu werden, alles ein verlogenes und korruptes pack, es gilt die unschuldsvermutung

Gast: jetztaberdalli
27.04.2012 08:17
1 0

wird der Verkauf vom Dorotheum auch aufgearbeitet?


Gast: Tutenchamun
27.04.2012 07:56
0 0

Mir ist nichts erinnerlich:

Boris Nemsic packt aus:
http://tinyurl.com/cb2ktnp/

Gast: habediehre
27.04.2012 07:23
3 2

es wird zeit

bin neugierig, wie lange es noch dauert, bis der grasser endlich fällt. ist ja schon unglaublich, wie lange er uns allen auf der nase herumtanzt.
eines steht aber jetzt schon fest:
2013 övp abwählen - denn grasser gab es nur durch schüssels gnaden und die övp ist, obwohl uns die causa grasser das immer wieder kurz vergessen lassen soll, mit abstand die korrupteste partei österreichs.
aber da fällt mir wieder gusenbauer mit seinem € 5.000.- diner bei kim, auf kosten der telekom, ein. oder die inserate von faymann.
na ja, die SPÖ ist ja sowieso unwählbar.......

Re: es wird zeit

schon vergessen? der Grasser ist ein FPÖler!!!!!!

Antworten Antworten Gast: Horst Müller
27.04.2012 11:33
1 0

Re: Re: es wird zeit

Sie scheinen wirklich nur ihr Kaffeesud zu lesen, sonst würden Sie wissen, daß Grasser im ÖVP-Team als Finanzminister gesessen ist. Er war ja auch immer bei den ÖVP-Veranstaltungen dabei.

Gast: Gleich und Gleicher
27.04.2012 04:45
3 0

Unglaublich

Das dieser Petriko. nicht gleich an Ort und Stelle verhaftet wurde.
Was geht denn hier ab,Herr Staatsanwalt? Müssen die zuerst vor laufender Kamera einen umbringen,damit man diese Leute aus dem Verkehr zieht?
Ich glaube mit dieser Justiz stimmt etwas nicht.

3 0

und was jetzt - Herr Staatsanwalt?

nach dem de facto Geständnis sitzt die Staatsanwaltschaft noch immer fest auf ihren Händen und schaut betreten zur Seite?

- wohl wieder eine Weisung aus der Löwelstrasse angekommen?

Gast: MH
26.04.2012 21:14
5 0

Untätige Justiz

man könnte ersthaft meinen, unsere untätige Justiz sei schon längst auf der Seite der Gauner u. im Eigentum der Ganoven.

Re: Untätige Justiz

Scheinrechnungen
Scheinleistungen
Scheinheilige

Mir SCHEINT, die unabhaengige Justiz ist eher eine
ScheinAG, wird an einer Scheinboerse gehandelt, wo sich die Geldigen hier mit Scheingeld aus Scheinrechnungen fuer Scheinleistungen Scheinaktien kaufen, real oder nur scheinbar.

beim SCHEIN kann man das n auch durch ss ersetzten.

Gast: Anstatt
26.04.2012 15:12
2 0

das

Steuergeld für diesen unnötigen U-Ausschuss zu vergeuden wäre es besser man würde mit diesem Geld ein Inquisitionsgericht für diese Causen und diese ach so vergesslichen Leute finanzieren.

Nach einer Woche wäre alles am Tisch.

Ein akuter Fall von Amnesie?

Herr Meischberger erinnert sich nicht mehr, von wem er die Information erhalten hat, dass mehr als 960 Millionen geboten werden müssen? DIE zentrale Information, die schließlich 9,9 Millionen Honorar wert war?

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Re: Ein akuter Fall von Amnesie?

es muss ja noch ein 2te Person geben die sich nicht erinnern kann.
10 bis 12 wussten angeblich von dieser Summe.

Gast: Orange-in-Wien
26.04.2012 13:31
4 0

und das Pendant(bessere Hälfte)


Am Donnerstag sagte im U-Ausschuss eine der Schlüsselfiguren der Buwog-Affäre aus. Und dabei kam es zu einem Knalleffekt. Denn von Stefan Petzner (BZÖ) zu Scheinrechnungen befragt, gab der frühere Immofinanz-Chef Karl Petrikovics zu: "Ja, es gab Scheinrechnungen".

Gesehen hier:

http://tinyurl.com/6vbmwxx

Gast: Kleinkramm
26.04.2012 13:15
14 0

Jetzt schliesse ich mich auch den Deutschen an: Ösiland wird zur Lachnummer

Eine ganze Horde von Spitzenmanager kann sich an nichts erinnern, was irgendwie entscheidend ist, und ganz Österreich kann damit leben und bleibt seiner Linie treu.

Wie dumm kann man nur sein und diesen Parteistrizzis weiterhin wählen. Lieber begibt sich der Ösi in partepolitische Kleinhickhack, während er ausgenommen und vereppelt wird.

Ihr seid die Doddeln und nicht die Horde, die sich rechtfertigen versucht! Aber euch kann geholfen werden: Wäht nicht mehr BZÖ,FPÖ, SPÖ und ÖVP.


Antworten Gast: c4
26.04.2012 16:12
1 0

Re: Jetzt schliesse ich mich auch den Deutschen an: Ösiland wird zur Lachnummer

Dem schließe ich mich zu 100% an.
- solange wir immer die gleichen (alten) Parteien wählen, wird sich nichts zum besseren ändern und der Wähler von einer Wahl zu nächsten immer mehr und mehr verhöhnt werden.

Deshalb - wählt, wen ihr wollt, aber nicht mehr das alte Pack, dass seine Unfähigkeit und Korruptheit schon tausendfach unter Beweis gestellt hat.

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Re: Re: Jetzt schliesse ich mich auch den Deutschen an: Ösiland wird zur Lachnummer

und irgendwo läuft schon der nächste Skandal

 
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