Bogner: "Uns schien der Preis nicht überhöht zu sein"

02.05.2012 | 17:56 |   (DiePresse.com)

Der WU-Professor Stefan Bogner war immer für Lehman. Die Investmentbank hätte die Mitarbeit von CA-IB nicht gebraucht. An der entscheidenden Sitzung, in der Lehman der Zuschlag erhielt, habe er nicht teilgenommen.

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Stefan Bogner, Professor der Wirtschaftuni Wien, hat die Vergabe der Abwicklung der Buwog-Privatisierung an die US-Investmentbank Lehman Brothers am Mittwoch im Korruptions-Untersuchungsausschuss verteidigt. "Ich war immer der Meinung, dass Lehman der Bestbieter war", sagte Bogner. Der im Vergleich zur österreichischen CA-IB um drei Millionen Euro höhere Preis sei durch die bessere Qualität des Angebotes wett gemacht worden. Er sei außerdem gerechtfertigt, weil man damit eine der führenden Investmentbanken für eine Privatisierung nach Österreich bekommen habe: "Uns schien der Preis nicht überhöht zu sein."

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Nach Ansicht Bogners wären Lehman Brothers durchaus in der Lage gewesen, die Privatisierung der Buwog alleine durchzuführen. Warum später die CA-IB von Lehman als Subunternehmer beauftragt wurde, konnte Bogner nicht erklären. Ein wesentliches Auswahlkriterium war laut Bogner, "dass sie mir eine bestmögliche Investorenansprache garantieren". Man habe für die Durchführung der Privatisierung einen Partner gebraucht, der den besten Zugang zu Investoren hat.

Die Internationalität der Investmentbank sei zwar kein explizites Auswahlkriterium, aber die internationalen Erfahrungen wichtig für die Zielerreichung gewesen.

"Dynamische Diskussionen" bei Sitzungen

Bei den Sitzungen habe es eine "dynamische Diskussion" gegeben, von "Schreiduellen" würde er aber nicht sprechen, sagte Bogner. Er selbst habe aber nur an der Sitzung am 5. September 2002 teilgenommen, nicht am entscheidenden Treffen am 6. September, in der über die Vergabe der technischen Abwicklung des Verkaufs an Lehman entschieden wurde. An eine Abstimmung am 5. September kann sich Bogner nicht erinnern, somit auch nicht daran, dass eine solche Abstimmung ursprünglich mit 9:0 Stimmen für die CA-IB ausgefallen wäre und erst Interventionen von Grasser zur Auswahl von Lehman geführt hätten. Den damaligen Finanzminister Karl-Heinz Grasser habe er bei solchen Sitzungen nie gesehen, "auch nicht davor oder danach", so Bogner.

(APA)

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8 Kommentare
Gast: Hermann vom Gipfel
10.05.2012 12:06
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Wie praktisch sich doch alles zusammenfügt.

Am Ende wars der Hofer!

Gast: Schnäppchenjägerjäger
08.05.2012 14:11
0 0

Beim Bärenfellzerlegen

kanns bald einmal heiss hergehen. Ist so wie im 1€ Shop für die Unterprivilegierten. Schließlich sind solche Schnäppchen selten.

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Der im Vergleich zur österreichischen CA-IB um drei Millionen Euro höhere Preis sei durch die bessere Qualität des Angebotes wett gemacht worden

welche Qualität denn, Hr. Professor (für was genau); SO jemand erklärt der jugend die Wirtschaft ?!

Auch sehr abstrus, wie man Preise heute sogar qualifiziert weil man von Beginn an für einen einzigen Bieter gewesen war.

Antworten Gast: Bürger1
08.05.2012 13:51
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Re: Der im Vergleich zur österreichischen CA-IB um drei Millionen Euro höhere Preis sei durch die bessere Qualität des Angebotes wett gemacht worden

Wie hiess der am Ende unterlegene Bieter? CA Immo?

Da wäre doch die alleinige Betreuung der Privatisierung durch die CA IB viel viel besser gewesen.

Honi soit qui mal y pense.

Gast: gast45
03.05.2012 11:41
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aus dem lebenslauf des herrn bogners ..

Conference chairs • Workshop of the Austrian Working Group on Banking and
Finance (1999, 2004)

na und woher haben wir den "conference chair ".. wohl vom damaligen finanzminister :-)

Was sagt Herr Pilz dazu?

Sieht er immer noch korrupte Geister herumschweben?

Der Deal war vollkommen in Ordnung.

Gast: triernpurg
02.05.2012 19:39
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ca....

<Warum später die CA-IB von Lehman als Subunternehmer beauftragt wurde> ...kann ich erklären: Schweiggeld für den früheren bestbieter....

3 gewinner, ein verlierer (der steuerzahler)

Antworten Gast: leRenard
02.05.2012 19:54
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Re: ca....

Sie sagen es. Dabei hätte man das ja inhouse auch abwickeln können (sprich das Finanzamt). Ich bin mir sicher .... der Herr Bogner hat auch ein Konto in einer Steueroase.

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