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Kanzleramt: Keine Argumente für Vorratsdatenspeicherung

03.05.2012 | 18:36 |   (Die Presse)

Kanzleramt sieht bei der Datenspeicherung Grundrecht-Konflikt. US-Rechtsexpertin Samuelson rügt anlässlich einer SPÖ-Tagung das Acta-Abkommen über den Schutz des Urheberrechts, das derzeit vom EuGH geprüft wird.

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. . Bereits seit einem Monat müssen Verkehrsdaten von Telefon und Internet gespeichert werden, und noch immer gibt es Proteste gegen die Vorratsdatenspeicherung. Nun äußert sogar das Bundeskanzleramt Bedenken. „Zwingende Argumente für ein solches Instrument“ seien nicht ersichtlich, heißt es in einer Stellungnahme zur Bürgerinitiative „Stoppt die Vorratsdatenspeicherung“. Die Speicherung stehe „in einem offenkundigen Spannungsverhältnis mit den Grundrechten“, das Bundeskanzleramt sei daher „kritisch-ablehnend“.

Näheres über die Haltung wollte man im Bundeskanzleramt gestern aber nicht sagen, aus der Stellungnahme geht jedoch hervor, dass eine Aufhebung der Vorratsdatenspeicherung derzeit trotzdem keine Option ist. Denn das Gesetz dazu basiert auf einer EU-Richtlinie. Bei Aufhebung drohen Strafzahlungen. Die aktuelle Regelung solle aber vom Gerichtshof der EU (EuGH) geprüft werden, heißt es in der Stellungnahme. Sollte sich eine Unvereinbarkeit mit der EU-Grundrechte-Charta zeigen, „wäre innerstaatlich der Weg frei für eine Anpassung der Rechtslage“.

Die Vorratsdatenspeicherung ist aber nicht das einzige internet-affine Thema, das derzeit die SPÖ beschäftigt: Gemeinsam mit der SPD und der Fraktion der Europäischen Sozialdemokraten veranstaltet man heute, Freitag, die Tagung „Das Recht auf Wissen – Für eine progressive Netzpolitik“. Gastrednerin ist US-Rechtsexpertin Pamela Samuelson. Sie hat kürzlich unter anderem mit Juristen von Disney und IBM 25 Vorschläge für eine Reform des US-Urheberrechts ausgearbeitet.

 

Acta: „zutiefst undemokratisch“

Bei einem Pressegespräch am Donnerstag kritisierte Samuelson das Acta-Abkommen über den Schutz des Urheberrechts, das derzeit vom EuGH geprüft wird. Das Zustandekommen sei intransparent und zutiefst undemokratisch gewesen, so Samuelson. Inhaltlich sei eine überzogene Ausweitung des Schadenersatzes zu befürchten. „Wenn junge Menschen Urheberrecht nicht respektieren, hat das auch damit zu tun, dass die Regelungen zu hart sind“, sagt Samuelson. Und: „Will man Filesharer ins Gefängnis schicken?“ Einer „Kulturflatrate“ (Internetuser zahlen eine Pauschale, dafür wird der persönliche Download entkriminalisiert) steht sie positiv gegenüber. Eine Festplattenabgabe, wie von SPÖ und ÖVP vorgeschlagen, sieht sie kritisch. Auch aus Fairness-Gründen: Computerbesitzer würden mehr zahlen, auch wenn sie nichts herunterladen. Kompliziert sei auch die Verteilung des Geldes.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.05.2012)

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9 Kommentare
Gast: Lukas
06.05.2012 09:04
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zuviel Macht in den Händen der Politiker

führt zu Fehlentwicklungen wie der Datenvorratsspeicherung. Mehr direkte Demokratie würde eine derart unverschämte Bürgerbespitzelung mit Sicherheit verhindern!

Gast: Klaus
05.05.2012 22:11
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jawoll

Wenn man keine Eier hat dann gibt es keine Option.

Rückgrat und so ... aber das gibt's nicht zu kaufen, das muss man haben.

welcher ministerarsch hat in Brüssel zugestimmt???


Gast: pensionär
05.05.2012 07:14
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Merkt ihr nicht

... "1984" George Orwell's und "Schöne neue Welt" von Aldous Huxley ... wir sind auf dem Weg dorthin.

Gast: pensionär
05.05.2012 07:10
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Merkt ihr nicht ...

... "1984" George Orwells und "Schöne neue Welt" von Aldous Huxley ... wir sind auf dem Weg dorthin.

Gast: Max Klabautermann
04.05.2012 21:40
1 0

ohne wenn und aber

ja so haben uns Max und Moritz(Eder und Mock) damals in die eu hineingelogen..und wurden wie kleine Kinder über den Verhandlungstisch gezogen.
Was wir brauchen ist eine EU-light und nicht eine Migliedschaft ohne wenn und aber !
Sicher gibt es einige Vorteile einer europäischen Partnerschaft-deshalb müssen wir aber nicht geknebelt werden.
Daher immer wieder verhandeln und VETO einlegen..im Interesse der Österreicher und nicht im Interesse der Konzerne und Machthaber,Lobbisten etc.

eu mitgliedschaft zur disposition

Welche Vortheile gegen welche Nachtheile wog man seinerzeit ab dass dieses Alpenland der EU beitreten musste?

Antworten Gast: Eisbär 4711
04.05.2012 10:19
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Re: eu mitgliedschaft zur disposition

es ging und geht nachwievor nur um die Vorteile der europ. Konzerne und Banken, das Ergebnis ist ja sichtbar. Beschneiden der Grundrechte, Überwachung, Profitgier, Rekordarbeitlosigkeit, Ratlosigkeit, ABER dafür dürfen wir eine Gemeinschaftswährung im Taschl haben die einen dreck wert ist, und ohne Reisepaß nach irgendwo fahren. No ist das nicht Toll!! Wie beneidenswert sind doch die Schweizer und Norweger.

Antworten Antworten Gast: ölsdjh
04.05.2012 11:27
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Re: Re: eu mitgliedschaft zur disposition

Da wir Europäer eh schon "unter einer Decke" stecken - ENDLICH -, werden NACH dem Ändern die positiven Effekte auch für ALLE gelten.

Leute mit Verfolgunswahn, die rückwärts gehen, KÖNNEN gar nicht sehen, wohin es geht...