21.05.2013 15:44 Merkliste 0

Bund-Länder-Gipfel: Stabilitätspakt wird unterzeichnet

09.05.2012 | 17:28 |   (DiePresse.com)

Die Gemeinden sollen nun offenbar doch bereit sein, zuzustimmen. Wie genau der Defizit-Spielraum geregelt wird, ist weiter unklar. Auch die Transparenzdatenbank soll am Gipfel in Wien besprochen werden.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Im Bundeskanzleramt in Wien hat am Mittwochnachmittag der Bund-Länder-Gipfel begonnen. Ein guter Teil der Bundesregierung empfängt dabei die Landeshauptleute. Hauptpunkt der Sitzung wird die Unterzeichnung des vergangene Woche in der Steiermark ausgehandelten innerösterreichischen Stabilitätspaktes sein. Eine Einigung gibt es offenbar auch mit den Gemeinden, die bis zuletzt ihre notwendige Unterschrift von der Zusage eines Anteils am gemeinsamen Defizit-Spielraum abhängig gemacht haben.

Er gehe davon aus, dass auch der Gemeindebund dem Pakt zustimmt, sagte der Vorsitzende der Landeshauptleutekonferenz, der steirische Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) bei seinem Eintreffen im Kanzleramt. Gemeindebund-Präsident Helmut Mödlhammer gab vor der Sitzung kein Statement ab, war aber laut seinem Sprecher zur Aussprache eingetroffen. Unklar ist nach wie vor, in welcher Form die Länder den Gemeinden die Zusage geben, dass die Kommunen ab 2017 den von ihnen geforderten Defizit-Spielraum von 0,02 Prozent des BIP garantiert bekommen. Insgesamt dürfen Länder und Gemeinden ab 2017 ein strukturelles Defizit von maximal 0,1 Prozentpunkte machen.

Stimmen, die den Stabilitätspakt als weichen Kompromiss bezeichnet hatten, wiesen die Landeschefs zurück: Voves sprach erneut von einem "Paradigmenwechsel", Burgenlands LH Hans Niessl (SPÖ) sagte, die jetzige Einigung ermögliche "Sparen und Finanzieren" gleichzeitig. Auch Kärntens LH Gerhard Dörfler (FPK), der zuletzt skeptisch war, bezeichnete die Einigung als vernünftige Lösung.

Zeitplan für Transparenzdatenbank

Auch die Transparenzdatenbank ist Thema beim Bund-Länder-Treffen. Letzte Woche war bei der Konferenz der Landeshauptleute ein Zeitplan erarbeitet worden, bis zum Sommer soll ein Abgleich des Leistungsangebotsspektrums von Bund und Ländern erfolgen, bis zum Herbst dann die kostenintensiven Mehrgleisigkeiten bei Bundes- und Landesförderungen abgestellt werden. Der Zeitplan soll nun besiegelt werden.

Ebenfalls auf der Agenda des Sitzung steht die Verschlankung der Schulverwaltung, geplant war bis zuletzt ein sieben Punkte umfassendes Papier zur weiteren Vorgangsweise. Ob es hier bereits zu ersten Ergebnissen kommt, scheint dem Vernehmen nach fraglich.

 

 

(Ag.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

1 Kommentare
Gast: 1. Parteiloser
09.05.2012 17:48
0 0

Der Stabilitätspakt ist ein Beweis für das Versagen der Entscheidungsträger!

Es ist doch klar, das Schulden Verpflichtungen mit sich bringen. Verpflichtungen, welche die Freiheit einengen und, in Abhängigkeit der Schuldenhöhe, die Selbstbestimmung immer mehr nehmen. Griechenland kann heute als das beste praktische Beispiel dienen.

Österreich wurde aber von den Entscheidungsträger schon in Verpflichtungen getrieben, welche die eigene Herrschaft über die Handlungen und das eigene Leben schon ordentlich beengt hat. Die Entscheidungsträger haben damit nichts anderes gemacht als die Demokratie zu verkaufen.

Weil aber die demokratisch gewählten Parteien (Parteienwahlrecht beachten) die Demokratie verkauft haben, also die finanzielle Stabilität nicht sichergestellt haben, so haben diese die Demokratie schwer beschädigt, irgendwie verkauft.

Und, weil deren Versagen in dieser wesentlichen Frage os groß war, so machen die einen Stabilitätspakt, welcher einen weitere Schuldenerhöhung zum Inhalt hat. Brauchbare Parteien zur Volksvertretung würden gar keinen Stabilitätspakt brauchen, die würden das ganz natürlich machen.

Bei einer Republik, welche von einem korrupten Inseratenkanzler geführt wird, unterstützt noch von einem amtsmissbrauchen Vizekanzler, das scheinen diese grausigen Vorgänge zu Selbstverständlichen gar nicht mehr aufzufallen.

Die Parteien sind subversive Organisationen, welche schon einen gewaltigen Schaden angerichtet haben und diesen Schaden auch noch größer machen wollen.