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Huber: "Ich lüge für niemand, auch nicht für Faymann"

09.05.2012 | 18:12 |  von HEDI SCHNEID UND REGINA PÖLL (Die Presse)

Ex-ÖBB-Chef Martin Huber kontert den Vorwurf von Bahn-Aufsichtsratspräsident Horst Pöchhacker, er führe gegen diesen einen Rachefeldzug. Es ging um Provisionen für den Terminal Tower.

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Wien. Was tut man, wenn man Chef eines Konzerns werden will, an der Spitze aber ein altgedienter Zampano fest im Sattel sitzt? Man geht – nicht ganz im Frieden – zu einem anderen Konzern. Blöd nur, dass in diesem Unternehmen dann der ehemalige Chef Aufsichtsratspräsident wird und selbst dafür sorgt, dass man dort auch gehen muss. So widerfuhr es Martin Huber, der von der Porr zur ÖBB wechselte und dort von Bahn-Präsident Horst Pöchhacker gefeuert wurde.

Als „Rachefeldzug“ stellte Pöchhacker am Mittwoch im U-Ausschuss auch die Aussagen von Huber zu mutmaßlichen Schmiergeldzahlungen im Zusammenhang mit dem Terminal Tower in Linz hin. Dieses Projekt ist wie der Justiz Tower in Wien und die Nordbergstraße ein „Nebenschauplatz“ der Buwog-Affäre. Im Zuge der Ermittlungen ist die Justiz auch auf Geldflüsse bei diesen Projekten, die alle in die Ära Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grassers fallen, gestoßen. Die Empfänger: Peter Hochegger und/oder Walter Meischberger. Eine Schlüsselrolle hatte immer Immobilienmakler Ernst Karl Plech.

Huber hatte als Zeuge ausgesagt, dass Pöchhacker von guten Chancen gesprochen habe, mit Unterstützung Plechs die Finanzlandesdirektion als Mieter in den Terminal Tower zu bringen. Pöchhacker soll gemeint haben, Plechs Provisionsvorstellung würde bei 700.000 Euro liegen. „Ich habe das damals abgelehnt, und die Sache war für mich erledigt“, bekräftigte Huber. Rache stehe ihm fern. Vielmehr „lüge ich nicht, weder für Faymann (in der Inseratenaffäre, Anm.) noch für jemand anders“.

 

„Politische Landschaftspflege“

Pöchhacker wollte weder von 700.000 Euro noch von 200.000 bzw. 25.000 Euro etwas wissen. Zu den beiden letzten Beträgen gibt es Rechnungen von Hocheggers zypriotischer Firma Astropolis und auch belastende Mails („Die Presse“ berichtete exklusiv). Allerdings ging es offiziell um ein Autobahnprojekt in Ungarn und eine Marktstudie für Rumänien. „Alles rechtens“, meinte Pöchhacker – an Details der Vorgänge beim Terminal Tower zwischen 2004 und 2006 konnte oder wollte er sich ohnehin nicht erinnern. Die Korruptionsstaatsanwaltschaft geht wegen bei Razzien festgestellter Mails und anderer Unterlagen von Scheinrechnungen aus.

Lieber als über den Terminal Tower plauderte Pöchhacker über den „Klimawechsel“ in der Politik nach der schwarz-blauen Wende. Statt mit Beamten und Experten sei man bei Bauprojekten mit „Vermittlungspersonen“, auch „Trittbrettfahrern“, konfrontiert gewesen. Als Beispiele für diese Meister der „politischen Landschaftspflege“, wie es der Grüne Peter Pilz bezeichnete, nannte Pöchhacker Plech, Meischberger und Hochegger. Dabei sei durchaus Geld gefordert worden. Bauaufträge könne man vom „politischen Milieu“ nicht trennen, so Pöchhacker.

Keine Neuigkeiten gab es in der Buwog-Affäre. Nur der frühere Kabinettsmitarbeiter Grassers, René Oberleitner, berichtete, der Ex-Minister habe tatsächlich an der wichtigen informellen Sitzung zum Verkauf der 58.000 Bundeswohnungen am 7. Juni 2004 teilgenommen, auf der die Preisanbote von Immofinanz und CA Immo besprochen wurden. Er, Oberleitner, sei nicht dabei gewesen. Für Pilz war das ein zentraler Hinweis, dass sich der Kreis der Verdächtigen, die den Preistipp in Richtung Immofinanz verraten haben könnten, auf Grasser einengt: „Grasser ist anklagereif“, sagte Pilz mit Verweis auf eine mögliche Teilanklage wegen Amtsmissbrauchs. Auch Hannes Jarolim (SPÖ) rechnet „zwangsläufig“ mit einer Anklage. Die Manipulationen beim Buwog-Verkauf seien offensichtlich, meinten weitere Abgeordnete.

 

In Sachen Penthouse: Petzner fehlt

Stefan Petzner verließ den Ausschuss später: weil er keine Fragen an die letzten drei Geladenen habe. Die anderen Fraktionen hielten dem BZÖler vor, er habe nicht mehr dabei sein wollen, weil einer der Befragten Günter Geyer war, Vorstand der Wiener Städtischen, die 2004 Teil des siegreichen Bieterkonsortiums war. Von der Wiener Städtischen hatte Petzner behauptet, sie hätte einen Lobbyisten zum BZÖ geschickt, um das Thema „Grassers Penthouse“ aus dem U-Ausschuss herauszuhalten. Die Wiener Städtische ist Vermieterin der Luxusimmobilie Grassers und seiner Frau, wie Geyer auch bestätigte. Aber: „Der Mietvertrag hat keinen Zusammenhang zur Buwog.“ Und man habe nie einen Lobbyisten in der Sache losgeschickt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.05.2012)

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41 Kommentare
 
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"...Auch Hannes Jarolim (SPÖ) rechnet „zwangsläufig“ mit einer Anklage...."

Dabei darf man nicht vergessen, dass Jarolim einer der wenigen hochqualifizierten Spitzenjuristen in diesem Club ist; vermutlich sogar der einzige; was im Übrigen nichts mit der Couleur zu tun hat.

Gast: Hermann vom Gipfel
10.05.2012 12:09
1 0

d.h. Faymann ist ein Niemand, für den er gelogen hat?

Was sonst soll es heissen? (Freimaurer unter sich)

Gast: Entferner
10.05.2012 11:12
5 0

Darum hat ihn Faymann auch entfernt - weil er nicht für ihn lügen wollte


Gast: Ein Ätzer
10.05.2012 08:01
2 0

Schneid/Pöll: „Ich lüge für niemand"

Deutsch: „Ich lüge für niemanden".


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Re: Schneid/Pöll: „Ich lüge für niemand"

Österreichisch: "NEAMD"

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Re: Re: Schneid/Pöll: „Ich lüge für niemand"

Niederösterreichisches Hochdeutsch: "Für niemand nicht!"

Re: Schneid/Pöll: „Ich lüge für niemand"

Schauen Sie sich doch einmal zB. nach einem Ministerrat die Typen etwas genauer an. Zwei in dunklen Maßanzügen gekleidete Kasperla halten eine Doppelconférence bei dem es nur zwei Dumme gibt und im Auditorium sitzen ein paar struppige Typen mit imbezilem Gesichtsausdruck, die sich überlegen, wie sie eine möglichst reißerische Schlagzeile verkaufen können. Da verlangen sie Deutschkenntnisse?

Antworten Gast: xxxx
10.05.2012 12:38
0 0

Re: Schneid/Pöll: „Ich lüge für niemand"

Seiens doch nachsichtig.
Der kommt vom Bau!
Freut mich schon, wenn er nicht sagt : "Der kriegt kein Bier von mir!"

ich bleib dabei

mag sein das der grasser was verbrochen hat, aber das steht in keiner relation zur "rot en ma f ia" ! die spö hat diesem land mehr geschadet als die schwarzen und/oder blauen !
hypo alpe adria, buwog sind "peanuts" zu bawag, sky link, konsumpleite, eurofighternachverhandlung, AKH skandal (!!!), orf,....

Antworten Gast: Biobsi
10.05.2012 10:29
4 1

Re: ich bleib dabei

Die Bawag wurde nicht durch den Staat gerettet.

Konsum ebenfalls nicht.

Eurofighter war eine Entscheidung unter schwarz/blau.

Wenn Sie schon Skandale aufzeigen, dann bitte ordentlich und nicht nur aus Abneigung gegen eine politische Partei. Was aber nicht bedeuten soll, dass die roten eine weisse Weste haben. Deren Weste ist genauso schmutzig wie der blauen, orangen und schwarzen.

Wieso wählen Sie nicht einmal eine andere Partei?

Antworten Antworten Gast: elbeastoh
10.05.2012 12:32
1 0

Re: Re: ich bleib dabei

gerettet? und? z.b. am konsum haben sich zahllose leute unrechtmäßig bereichtert, dieses unternehmen wurden fahrläßig/korrupt geführt. glauben Sie, nur deswegen weil nicht "der staat" gerettet hat, die schulden des konsums nicht real bestanden haben? möchte nicht wissen wie viele zulieferer durch die pleite pleite gegangen sind. wer hat die schulden bei sozialversicherung, finanzamt gezahlt? wahrscheinlich die stromsteckdose! stimmts? der konsumskandal ist einfach unter den tisch gekehrt worden. und zwar weil das korruptionsnetzwerk der spö auch medien & justiz beinhaltet. noch viel schlimmer die bawag.

"..Politik nach der schwarz-blauen Wende. Statt mit Beamten und Experten sei man bei Bauprojekten mit „Vermittlungspersonen“, auch „Trittbrettfahrern“, konfrontiert gewesen."

das system schüssel/haider/grasser halt.
ohne weitere worte....!

Re: "..Politik nach der schwarz-blauen Wende. Statt mit Beamten und Experten sei man bei Bauprojekten mit „Vermittlungspersonen“, auch „Trittbrettfahrern“, konfrontiert gewesen."

von was leben Androsch, Blecha, Vranitzky und Falotten???

Antworten Gast: Rekrut_Wurstsemmerl
10.05.2012 09:07
6 0

Re: "..Politik nach der schwarz-blauen Wende. Statt mit Beamten und Experten sei man bei Bauprojekten mit „Vermittlungspersonen“, auch „Trittbrettfahrern“, konfrontiert gewesen."

Sie haben schon recht mit Ihrem System Schüssel/Haider/Grasser.
Mir fällt allerdings auf, auf dem linken Auge sind Sie blind. Zu den ganz großen Skandalen habe ich noch nie ein Wort von Ihnen gehört.

Re: Re: "..Politik nach der schwarz-blauen Wende. Statt mit Beamten und Experten sei man bei Bauprojekten mit „Vermittlungspersonen“, auch „Trittbrettfahrern“, konfrontiert gewesen."

bleiben wir bei der realität:
es geht um den u-ausschuss. in diesem soll in erster linie die schüssel -zeit aufgearbeitet werden.

ich verstehe ihren hinweis auf meine blindheit am linken auge nicht. wann im letzten jahrzehnt gab es sonstige "ganz große skandale" in dieser gegend?

Antworten Antworten Antworten Gast: General Kebap
10.05.2012 10:54
3 0

Re: Re: Re: "..Politik nach der schwarz-blauen Wende. Statt mit Beamten und Experten sei man bei Bauprojekten mit „Vermittlungspersonen“, auch „Trittbrettfahrern“, konfrontiert gewesen."

"wann im letzten jahrzehnt gab es sonstige "ganz große skandale" in dieser gegend?"
AKH? Skylink? Prater? ARBÖ? Bank Burgenland? Und das sind erst die neueren.... an die alten wollen Sie sich wohl gar nicht gern erinnern. Obwohl es schon belustigend ist, wie schnell Genossen innerhalb von 30 Jahren vergessen...

Re: Re: Re: Re: "..Politik nach der schwarz-blauen Wende. Statt mit Beamten und Experten sei man bei Bauprojekten mit „Vermittlungspersonen“, auch „Trittbrettfahrern“, konfrontiert gewesen."

akh war vor ewigen zeiten.
skylink prater, bank burgenland etc: reden wir jetzt vom bund oder von den ländern? oder gar von den gemeinden? da können wir quer durch övpspöfpö bis morgen früh leichen ausgraben. also bleiben wir lieber beim bund, um den geht es auch im u-ausschuss.

ich bin ja richtig froh, dass sie nicht noricum usw auch gebracht haben. dort wo es ministerrücktritte, ende der politkarriere und gerichtsurteile gab.

ja, ich liebe das presse-forum. NIRGENDS sonst wird derart viel an schmarrn und vorurteilen transportiert wie hier!

gott sei dank ist es so derart klein und unbedeutend. denn bei einer höheren zahl SOLCHER bürger würde ich mir sorgen machen ums land.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: General Kebap
10.05.2012 21:44
1 0

Re: Re: Re: Re: Re: "..Politik nach der schwarz-blauen Wende. Statt mit Beamten und Experten sei man bei Bauprojekten mit „Vermittlungspersonen“, auch „Trittbrettfahrern“, konfrontiert gewesen."

Wow! Ich bin begeistert, meinen Respekt! Selbst keiner dieser Revisionisten-Freaks kann so schnell aus der Hüfte schiessen wenns ums Relativieren geht, wie Sie! Da kriegens von mir den Lenin-Orden aus Stanniol!
Uij, der AKH-Skandal war vor ewigen Zeiten? Da wird einer schneller von der Wirklichkeit eingeholt als er Maotsetung sagen kann: http://diepresse.com/home/panorama/wien/756729/Vergabe-im-AKH_Diktierte-der-Bieter-die-Konditionen?_vl_backlink=/home/index.do" target="_blank">http://diepresse.com/home/panorama/wien/756729/Vergabe-im-AKH_Diktierte-der-Bieter-die-Konditionen?_vl_backlink=/home/index.do
Und dabei ist das nur die Spitze des Eisberges was sich momentan im AKH abspielt.
Und ja! Wir reden von allen! Egal ob Bund, Länder oder Gemeinden. Oder ist Korruption differenzierbar? Und ein Laububenstreich wenns "nur" auf Landesebene geschieht? Sind die Millionen Euros aus Linz, die die SPÖ korrupterweise verschleudert hat jetzt plötzlich nimmer gar so schlimm? Selbst dann nicht wenn die Stadt bankrott geht und ALLE Steuerzahler einspringen müssen?
Na lieb, da hat es Ministerrücktritte gegeben - wie niedlich. Und? Heute werden dieselben Leute als Altpolitiker geehrt, sind offizielle Interessensvertreter ihrer Partei oder sogar Parteivertreter bei Volksbegehren, wo sie sich rührend um unser aller Zukunft Sorgen machen. Lügner, Betrüger und Verbrecher.
Und dann gibts solche wie Sie, die das auch noch verteidigen. Mann, eigentlich tun Sie mir fast leid - zu spät geboren! In so manchem Regime hätten Sie eine steile Karriere vor sich!

Re: Re: Re: Re: Re: Re: "..Politik nach der schwarz-blauen Wende. Statt mit Beamten und Experten sei man bei Bauprojekten mit „Vermittlungspersonen“, auch „Trittbrettfahrern“, konfrontiert gewesen."

hupf in gatsch, du kasperl!

und such dir jemand, der dich ernst nimmt (ich mein jetzt nicht im kasperl-forum sondern im richtigen leben!)

sowas von verbittert und fanatisiert ist echt selten, wo kann man dich besichtigen?

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: "..Politik nach der schwarz-blauen Wende. Statt mit Beamten und Experten sei man bei Bauprojekten mit „Vermittlungspersonen“, auch „Trittbrettfahrern“, konfrontiert gewesen."

sie sollten in sich gehen!

Gast: freund?
09.05.2012 21:53
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ich lüge NUR für mich !



und EINSCHIEBEN , über die scheinfirma meiner frau, tu ich auch gern was.

Gast: gast45
09.05.2012 21:48
4 0

nebenbei ..

vieles funktioniert weil die leute die dinge nicht beim namen nennen

also :
gauner statt politisches mileu
schmiergeldzahlungen statt parteienspenden
deppen anstatt bildungsferne bürger
parteiaufpasser anstatt aufsichtsräte
entscheidungsabnicker statt berater.

man könnte übrigens ersatzlos alle amtstitel streichen : also nicht mehr herr bundeskanzler sondern herr faymann, nicht frau bundesminister sonder frau bures usw. usw.

wetten es ändert sich einiges, wenn die leute sich nicht mehr hinter ihren amtstiteln verstecken können ....


Gast: Manfred Mann
09.05.2012 20:53
16 2

Huber: „Ich lüge für niemand, auch nicht für Faymann“


Das hat ihn wohl auch seinen Job gekostet, als die Burli übernommen hat.

Mit so jemandem kann die SPÖ nicht zusammen arbeiten.

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Re: Huber: „Ich lüge für niemand, auch nicht für Faymann“

Huber und Von Walde haben absolut nichts gebracht außer einer Bürokratie die seinesgleichen sucht. Huber war sogar am Wahlplakat von Klasnic. Das hat sich sonst niemand getraut

Gast: Lumpi
09.05.2012 20:37
5 1

Der Huber hat den Staat auch Unsummen gekostet

Er und seine Frau hatten keinen Schaden davon, ganz im Gegenteil.

Re: Der Huber hat den Staat auch Unsummen gekostet

rettet dem dativ!

 
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