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Transparenzdatenbank startet 2015 - oder auch nicht

10.05.2012 | 18:15 |   (Die Presse)

Bund und Länder unterzeichneten einen neuen Zeitplan für die Transparenzdatenbank. Doch ob das Projekt je umgesetzt wird, ist höchst fraglich und wird frühestens nach einer Evaluierung Anfang 2014 feststehen.

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Wien/Pri/Apa. In der Geburtsstunde, im Oktober 2009, hieß sie Transferkonto, erfunden vom damaligen Vizekanzler Josef Pröll. Seither wurden Verhandlungen sonder Zahl über die Transparenzdatenbank geführt, Absichtserklärungen unterschrieben und (Zeit-)Pläne erstellt. Doch von einer Umsetzung ist das Projekt, das den heimischen Förderdschungel durchleuchten soll, nach wie vor weit entfernt.

Daran ändert auch ein neuer Zeitplan nichts, den Bund- und Ländervertreter am Mittwoch im Kanzleramt mit ihrer Unterschrift besiegelten. Zumal sich die Politik auch mit dieser (15a-)Vereinbarung einige Hintertüren offenlässt. Ob die Transparenzdatenbank jemals in der angedachten Form online geht, wird frühestens nach einer Evaluierung feststehen, die Anfang 2014 beginnen soll.

Einen Zieltermin gibt es, immerhin: „Nach Möglichkeit streben die Parteien an, die Mitteilung personenbezogener Daten ab dem 1.Jänner 2015 vornehmen zu können“, heißt es in dem Schriftstück. Dafür bräuchte es freilich eine weitere Bund-Länder-Vereinbarung.

 

Daten der Länder bleiben geheim

Der vorliegende Pakt bezieht sich nur auf die Vorstufe zum Projekt. Denn in der sogenannten Leistungsangebotsdatenbank werden einmal pauschal alle Leistungen aufgelistet, die Bund, Länder und die EU (in Österreich) ausbezahlen. Die Krux dabei: Länder und Gemeinden verpflichten sich nicht, Einblick in ihre personenbezogenen Daten zu gewähren – sprich: darzulegen, welche Förderung welcher Bürger oder Betrieb bezieht.

Der Bund hingegen wird schon ab April 2013 öffentlich machen, wen er in welchem Ausmaß subventioniert. Den Ländern entsteht daraus ein Vorteil, weil sie diese Daten dann bei ihren Fördervergaben berücksichtigen können.

In einem ersten Schritt muss der Bund bis spätestens Ende 2012 seine Leistungsangebote kategorisieren, also die Art der Förderung angeben – exklusive Summe. Die Länder haben bis Mitte 2013 Zeit, ihre Subventionen aus den Bereichen Mindestsicherung, Forschung und Entwicklung, Familie, Sport und Freizeit bzw. Tourismus aufzulisten. Der Rest muss bis Ende 2013 folgen, damit die Evaluierung mit Jahresbeginn 2014 starten kann.

Konkretere Ergebnisse förderte der Bund-Länder-Gipfel zu einem anderen Thema zutage: Die staatliche Parteienförderung, die zwischen Bund (3,31 Euro pro Jahr und Wahlberechtigtem) und Ländern bzw. länderweise stark variiert (von acht Euro im Burgenland bis zu rund 23 Euro in Wien) wird vereinheitlicht. Außerdem soll die Praxis der Wahlkampfkosten-Rückerstattung, die bei Nationalrats- und EU-Wahlen im Bund bzw. in Kärnten und Tirol Usus ist, abgeschafft werden. Bleibt die Frage, wie?

 

Parteienförderung: Die Zeit drängt

Eine Möglichkeit wäre, die Wahlkampfsubventionen in die allgemeine Parteienförderung zu integrieren. Der Politikwissenschaftler Hubert Sickinger, Experte für Parteifinanzen, hat errechnet, dass die Parteien im Zeitraum von 2008 bis 2012 durchschnittlich 4,2 Euro pro Wähler durch die Refundierung der Wahlkampfkosten kassierten. Würden diese Gelder in die allgemeine Parteienförderung überführt, kämen 50 Cent im Jahr dazu. Die entscheidende Frage sei jedoch, wie man die unterschiedlichen Förderhöhen in den Ländern zu harmonisieren gedenke, sagte Sickinger.

Mit – unter anderem – dieser Frage befasst sich die Regierung heute, Freitag. Die Zeit drängt, denn die reformierte Parteienförderung soll samt Transparenzpaket (das unter anderem die Parteispendenpraxis neu regelt) am Dienstag im Ministerrat beschlossen werden. Und mit Juli in Kraft treten.

Auf einen Blick

Bund und Länder unterzeichneten Mittwochabend einen Zeitplan für die Transparenzdatenbank. Eine Reihe von Fragen ist allerdings nach wie vor nicht geklärt. Über die Reform der Parteienförderung wird heute, Freitag, verhandelt. Das Gesetz soll mit Juli in Kraft treten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.05.2012)

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8 Kommentare

nach den nächsten wahlen ist wieder alles vergessen

jetzt wird solange taktiert bis das interesse der öffentlichkeit erloschen ist.
dann kommt eine abgespeckte version light, die jeden mindestsicherer an den pranger stellt, die millionensubventionen und spenden an die parteien aber unter den tisch fallen lässt.

wetten?


Gast: baumisms
10.05.2012 21:55
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Eigentlich hatte sich die ÖVP das ganze ja völlig anders vorgestellt:

Als Grundlage für die Möglichkeit, ständig auf Bezieher von Arbeitslosengeld, Pensionen und Mietzinsbeihilfe hindeuten zu können, wie gut es denen doch auf Kosten der "Steuerzahler" so gehe.
Nachdem in den Verhandlungen dann herauskam, dass auch die "Wirtschaft" und die Bauern erfasst werden sollen, ist das Interesse der ÖVP gegen Null gesunken...

Gast: 1. Parteiloser
10.05.2012 19:20
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3 Jahr war NICHTS, in 3 Jahren wird wieder NICHTS sein!

Der Grund dafür ist auch ganz einfach. Dann würde es ja ganz offiziell werden, dass es kaum Leistungen für die Bürger Österreichs gibt und fast alles in den Parteibonzenhochburgen, also in der Verwaltung, stecken bleibt.

Wo sind denn die irren Staatsausgaben über knapp 160 Mrd. Euro, welche 44.000.- Euro pro Haushalt entsprechen? Das wissen wohl nur Verwaltung und die Empfänger der Mittel und die werden sich hüten die realen Daten zu veröffentlichen.

Antworten Gast: Baur4
10.05.2012 21:12
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Re: 3 Jahr war NICHTS, in 3 Jahren wird wieder NICHTS sein!

10.4.2010: Parteien kassieren 170,6 Mio Steuergeld, im Vorjahr 168 Mio

10 Mio haben sich ÖVP und SPÖ Seniorenvertreter aus dem Sozialbudget selbst genehmigt. Rechnungshofpräsident Fidler kritisiert das als verdeckte Parteienförderung. Es handelt sich bei beiden Gruppen um Vorfeldorganisationen von SPÖ+ÖVP. Nachdem nun zu wenig Geld im Sozialtopf vorhanden ist, müssen ALLE Pensionisten beim kommenden Belastungspaket dafür zahlen!

Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
11.05.2012 14:43
0 0

Die brutale Wahrheit!

Bei einer Gesamtbetrachtung hat diese Kotzstaatlichkeit Gesamtausgaben von 155.000 Mio. Euro pro Jahr (2011).

Von diesen Ausgaben werden dann knapp 30 Mrd. an die ASVG Pensionisten ausbezahlt, weniger als 3 Mrd. an die Arbeitslosen und Notstandsbezieher und dann noch weniger als 1 Mrd. für die Mindestsicherung. Sonstige monetäre Leistungen des Staates für die Bürger gibt es ja kaum, weil ja auch der Förderwahnsinn meist in geschützte Bereiche geht (Agrarindustrie, ÖBB, Gemeinden).

Es ist also so, dass den Staatsausgaben über die 155.000 Mio. Euro nur monetäre Leistungen des Staates in der Höhe von etwa 35.000 Mio. Euro gegenüberstehen. Diese Kotzstaatlichkeit frisst also selber schon fast 80% der Staatsausgaben selber (120.000 Mio.) und erbringt5 dafür immer schlechtere Leistungen für die Österreicher.

Bei diesem Wahnsinn sind dann auch die 170 Mio., welche sich die Parteien selber zugeteilt haben, nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Aktuell läuft also das größte, jemals begangene, Wirtschaftsverbr.echen in Österreich am Höhepunkt. Auch wenn die Entscheidungsträger versuchen dieses Wirtschaftsverb.rechen noch zu erweitern (einnahmenseitiges Sparpaket), so wird es bald zum dem Ende zugehen.

Gast: b754
10.05.2012 18:39
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solange leute wie pröll schüssel fekter in der övp das sagen haben

wird die korruption weiter blühen

Re: solange leute wie pröll schüssel fekter in der övp das sagen haben

und was ist mit Faymann?

Gast: 1. Parteiloser
10.05.2012 13:23
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Einer der wesentlichen Schwachpunkte ist auch, dass die Vereine ausgenommen sind!

Das Vereinsrecht in Österreich ist so gestaltet, dass Geldflüsse in sämtliche Richtungen und auch ungeprüft fließen können. Es ist doch vielen Insider heute schon klar, dass über die Vereine ein Haufen von Schmiergeldern, vielleicht Parteifinanzierungsgelder, fließen.

Das geht dann auch in der Praxis sehr einfach, wie folgendes Beispiel zieg:

Eine Gebietskörperschaft tätigt einen Einkauf und verlangt ein "Sponsoring" eines bestimmten Vereines. Das ist für den Lieferanten auch kein Problem, weil dieses Sponsoring auch im Rahmen von Werbungskosten gebucht werden kann. Die Gebietskörperschaft (oder deren Einkäufer) hat dann die Kontrolle über die Parteienfinanzen und leitet die Gelder nach Wunsch weiter. Es gibt kaum brauchbare Rechtsvorschriften zu den finanziellen Gebarungen von Vereinen, auch keine Überprüfungen. Eigentlich genügt ein Kaszettel um als Verein Zahlungen zu tätigen.

Wäre doch mal interessant die Vereine genauer zu überprüfen, besonders Vereine, welche Sponsorgelder der bekannten Schmierfinken M-P, Banken, Telekom, ORF, Kammern, Länder und Unterorganisatione, eigentlich alle Staatsunternehmen, AK etc. erhalten haben.

Ich selber bin überzeugt, dass das aktuelle Vereinsrecht von dem Misthaufen Parteien und Parteibonzen missbrauctht wird.