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Moser: „Nicht die Transparenz, die man eigentlich will“

15.05.2012 | 18:21 |  REGINA PÖLL UND IRIS BONAVIDA (Die Presse)

Rechnungshof-Chef Josef Moser kritisiert die fehlende Prüfrolle und Schlupflöcher nach dem Transparenzpaket. Kontrollieren soll die Parteienförderung künftig der Rechnungshof.

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Wien. Seit Dienstag liegt das Transparenzpaket der Regierung vor. Kontrollieren soll die Parteienförderung künftig der Rechnungshof. Doch eigentlich „kann er das gar nicht“, wie Rechnungshof-Präsident Josef Moser im Interview mit der „Presse“ sagt: Immerhin sehe der Plan von SPÖ und ÖVP vor, dass „nur“ zwei Wirtschaftsprüfer Zugang zu den Büchern und Belegen der Parteien erhalten. Und diese sollen dann dem Rechnungshof die Rechenschaftsberichte der einzelnen Parteien mit ihren Prüfvermerken vorlegen. „Die Rolle des Rechnungshofs fokussiert sich damit auf Entgegennahme, Verwalten und Transparentmachen von Information. Eine originäre Prüfrolle fehlt“, so Moser.

Tatsächlich will die Regierung, dass der Rechnungshof die Listen der Parteien mit sämtlichen Spenden (ab 5000 Euro) öffentlich macht. Die Einrichtung könne aber nicht gewährleisten, dass die Listen auch inhaltlich (und nicht nur nach formalen Kriterien) stimmen: „Aus den Rechenschaftsberichten der Wirtschaftsprüfer lassen sich keine konkreten Anhaltspunkte für unrichtige Angaben ableiten“, sagt Moser: Die Listen könnten am Ende falsch sein, „und das ist sicher nicht die Transparenz, die man eigentlich will“. Vielmehr sollte der Rechnungshof selbst „an die Quelle“ gehen können – also selbst die Originalunterlagen prüfen können, so wie er das auch in anderen Bereichen kann und darf.

Zudem weist der Präsident darauf hin, dass der jüngsten Regierungsvorlage gemäß die bestehende Zweckwidmung der Parteienförderung für Öffentlichkeitsarbeit fallen soll: „Es geht nur noch um Ausmaß und Höhe, nicht um die Bestimmung. Das heißt, dass in Zukunft eine Überprüfung der widmungsgemäßen Verwendung nicht mehr möglich ist.“

Einen „enormen Verwaltungsaufwand“ sieht Moser dadurch auf seine Einrichtung zukommen, dass der Rechnungshof künftig aktiv bei allen Unternehmen und sonstigen Rechtsträgern, die er prüft, nachfragen soll, ob sie mit parteinahen Firmen Rechtsgeschäfte machen. Einfacher wäre es, müssten diese Firmen beziehungsweise Rechtsträger die Geschäfte von sich aus melden. Außerdem wäre es transparenter, wenn künftig jedes einzelne Geschäft und nicht, wie derzeit in der Regierungsvorlage vorgesehen, nur der Gesamtbetrag aus allen Geschäften gemeldet werden muss. Sonst bestehe ein großes „Risiko mangelnder Transparenz“. Einzelgeschäfte könne der Rechnungshof auch viel besser prüfen.

Unternehmen wie die Telekom Austria, an der der Staat 28,42Prozent hält, werden vom Transparenzpaket gar nicht erfasst. Dabei hat gerade die Telekom mit mutmaßlichen Schmiergeldzahlungen einen Anlass für schärfere Regeln gegeben. Moser hält die 50-Prozent-Grenze zumindest für „überdenkenswert“: „Der Rechnungshof hat bereits darauf hingewiesen, dass es keine kontrollfreien Räume geben darf. Noch gibt es sie aber.“ Kommt das Transparenzpaket – ob in der jetzigen oder in abgeänderter Form –, müssten außerdem bald die Ressourcen des Rechnungshofs ausgedehnt werden, sagt Moser. Ob das heißt, dass konkret das Personal aufgestockt werden muss, darauf will er sich nicht festlegen. Aber: Aus dem Transparenzpaket, der neuen Prüfkompetenz in den Gemeinden oder den neuen Aufgaben nach dem Medientransparenzgesetz ergebe sich ein „großer Mehrbedarf“.

 

Fiedler für 2500-Euro-Grenze

Auch Mosers Vorgänger Franz Fiedler sieht noch Verbesserungsbedarf beim Transparenzpaket. Außer dem „Umweg“ über die Wirtschaftsprüfer („eine eigenartige Regelung“) kritisiert er vor allem, dass als „Spende“ nach der aktuellen Vorlage „nur gilt, was Gegenstand einer Zahlung ist“. Das sei zu eng gefasst, solange nicht etwa auch Sachleistungen darunterfallen. Und auch Spenden an Regierungsmitglieder, die keine Abgeordneten sind, oder an die Angestellten von Parteien fehlten. Überhaupt sei die 5000-Euro-Hürde zu hoch gesetzt, so Fiedler zur „Presse“: Er wünscht sich eine Meldepflicht bereits ab 2500 oder noch weniger Euro.

Der Parteienfinanzierungsexperte Hubert Sickinger kritisierte am Dienstag erneut den unabhängigen „Parteien-Transparenz-Senat“, der laut Rot-Schwarz Geldbußen bei Verstößen gegen die Meldepflicht verordnen soll. Entscheidungen sollen hier einstimmig fallen. Sickinger hält aber Mehrheitsbeschlüsse für zielführender.

Der Nationalrat muss die Gesetzesnovelle mit Zweidrittelmehrheit absegnen, planmäßig soll das bis zum Sommer passieren.

Zur Person

Josef Moser, 56, ist seit 2004 Präsident des österreichischen Rechnungshofes. Der gebürtige Osttiroler, Absolvent eines Jusstudiums, war vor seiner Bestellung kurz im Vorstand der ÖBB-Holding AG und Vorstandsdirektor der Eisenbahn-Hochleistungsstrecken AG. Von 1992 bis 2003 war er Direktor des FPÖ-Parlamentsklubs. Zudem war Moser Mitglied des Österreich-Konvents für eine grundlegende Staats- und Verfassungsreform.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.05.2012)

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29 Kommentare
 
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Unnütze, korrupte, unfähige Privatvereine

Parteien sollen sich transparent aber privat finanzieren !!! Keinen Euro Steuergeld für Parteien !!!

Unehrliche Regierungsparteien

Sie krümmen, winden sich und tricksen um die Parteienfinanzierungen nicht transparent zu machen !!! Zum kotzen !!!!

Gast: der exekutor..
16.05.2012 11:16
2 0

diese beiden parteien sind echt zum kotzen..

hoffentlich werden alle diese verfl... verbrecher irgendwann mal für ihre gaunereien u. betrügereien am volk zur rechenschaft gezogen u. müssen mit leib u. leben für ihre schandtaten geradestehen..

Die nächste Augenauswischerei der Regierungsparteien aber eine geeinte Opposition kann einen eigenen Gesetzantrag einbringen und dann können 1/3 der Abgeordneten eine Volksabstimmung fordern damit endlich Licht in die Parteienfinanzierung kommt

Der wahre Verlierer dieser Regelung ist wieder einmal der Steuerzahler, denn obwohl die Parteien durch ihr Verhalten bzw. ihre Politik bereits fast 50 % der Österreicher und Österreicherinnen von der Wahlurne vertrieben haben, bekommen sie in Relation zu den abgegebenen Wählerstimmen immer mehr Geld. Wesentlich gerechter wäre es die Parteienförderung an die Wahlbeteiligung zu knüpfen und einen Teil der freiwerdenden Mittel auf Basis vorher definierter Bestimmungen Bürgerinitiativen für ihren direkten Demokratieaufwand (z. B. Flugblätter, Gutachten, usw.) zur Verfügung zu stellen und den Rest einzusparen. Nähere Informationen sind unter dem Artikel "Ist die Förderung der Meinungsvielflat legal, scheissegal oder vielleicht sogar illegal" nachlesbar. Einfach googeln, lesen, eigene Meinung bilden und bei Gefallen an Freunde und Bekannte weiterempfehlen.

http://www.wienerzeitung.at/meinungen/gastkommentare/455425_Der-groesste-Betrug-bzw.-Selbstbetrug-in-der-Geschichte-der-2.-Republik.html

Sie (die Parteien) haben NICHTS begriffen!

Denn Sie "genehmigen" sich zusätzliches Steuergeld zur Förderung der Bundesparteien - weil die Landesparteien durch das "Transparenzpaket" ja weniger bekommen könnten. Nein, "die" verstehen wirklich nichts (mehr)!

3 0

l-m-a-a DAS ist schon wieder ein klares Beispiel wie Österreich und wie die Politik(er) funktioniert!!! das ist der nächste Knieschuss der Politik(er). WARMDUSCHER!!!


Transparenz? Die sogenannte "Regierung" besch... uns wieder ganz gewaltig!


Moser macht das echt gut,

weiter so!

Moser macht das echt gut,

weiter so!

6 0

Die Scheinheiligen

blenden wieder einmal das einfältige Volk.
http://www.youtube.com/watch?v=q9nYWdARoTo&feature=g-all-u

Gast: Pures Kasperltheater für ganz Blöde
15.05.2012 18:17
2 0

Alles nur Augenauswischerei – Nachhilfe, wie es dennoch funktioniert, liefert uns allen der Insider Jack Abramoff

Wie das trotzdem weiterhin lustig florierende Geschäft funktioniert, erklärt uns der Held bzw. das Rollenmodell aller Parteigranden Jack Abramoff ziemlich effektvoll:

http://www.youtube.com/watch?feature=endscreen&v=CHiicN0Kg10&NR=1
buy powerful friends + push thru legislation!!!!!!!!!!
Fast genauso funktionieren Österreich/Ministerien + Brüssel; österr.Spezialität: Bei uns sitzen die Lobbyisten wohlversorgt im Parlament…

Crooked lobbyist Jack Abramoff (“The Man Who Bought The Congress“) explains how he asserted his influence in Congress for years, and how such corruption continues today despite ethics reform. Buch „Capitol Punishment“

http://www.youtube.com/watch?v=K1F_6hNk9Wk&feature=relmfu Therapie

http://www.spiegel.de/thema/jack_abramoff/

http://www.sourcewatch.org/index.php?title=Jack_Abramoff

http://en.wikipedia.org/wiki/Jack_Abramoff

Hört bzw. liest man das, erkennt jeder, wie sie uns schon wieder verarxchen.

Weil das alles nicht so harmlos ist, wie es den Anschein hat, saß Abramoff 3,5 Jahre im Knast. Allerdings in den USA. Bei uns hingegen beherrscht uns schlawienerisch die im Heucheln versierte ehrenwerte Gesellschaft ordengeschmückt ungestört weiter, dank zahnloser bzw. abhängiger Justiz. Und wenn sie noch nicht gestorben sind, erhalten wir all die gloriosen Mehrfachpensionäre noch weiter. Bis zu unserem Bankrott.

Bis dahin speist man pläneschmiedend elitär im Wiener Restaurant „Fabios“ (Treichl-Beteiligung lt. "Trend") oder in Girtlers Sacher...

Gast: Seppi 8
15.05.2012 18:04
3 0

Wahltag ist Zahltag!

Die nächsten Wahlen kommen bestimmt!

2 0

Re: Wahltag ist Zahltag!

Herr strache, was meinen sie?
transparenz bis zum letzten Euro und nachvollziehbar. sie hätten eine stimme mehr.
das sollte übrigens für alle Ausgaben des Staates, speziell Förderungen genauso gelten.

3 0

Re: Wahltag ist Zahltag!

Die Wähler sind aber leider dümmer als sie denken.
http://www.youtube.com/watch?v=q9nYWdARoTo&feature=g-all-u

Gast: Bello
15.05.2012 17:49
9 0

Milde ausgedruckt: Ein Sauhaufen!!!

Parteiförderungen werden erhöht aber für die Pensionisten (angehenden Pensionen) ist kein Geld da!!! Was glauben die Eierköpfe überhaupt wie lange wir uns diese Lügereien noch gefallen werden? Nicht mehr lange!!!

Wichtig !!

Endlich eine Partei der ASVG'ler (Aktive und Pensionisten), denn bis jetzt waren die ASVG'ler immer die Verlierer !!!!
Zusätzlich wäre dies eine Möglichkeit die Dominanz der beiden Großparteien zu brechen und endgültig Reformen durchzusetzen !!!!

3 0

Re: Milde ausgedruckt: Ein Sauhaufen!!!

das müssen sie wohl tun, den schon durch dieses lasche Gesetz wurde sonst sichtbar werden, wo sich die Herrschaften selbst bedient haben.

3 0

Re: Milde ausgedruckt: Ein Sauhaufen!!!

sehr lange noch. die masse am Futtertrog ist sehr groß.

Diesen

Gangstern gehört der Strick,kein Geld.

Parteienförderungen erhöhen????

Gehts noch ganz gut "da oben"????

Wir brauchen einen schlanken Staat mit schlanken Parteien, aber nicht schon wieder mehr für die Parteien!!!!!!!!!!!


Gast: Baur4
15.05.2012 17:15
7 0

Immer wieder beschäftigen sie sich mit Nebensächlichkeiten!

Immer wieder sichern sie sich ihre eigenen Pfründe!

Weiterhin keine:

Verwaltungsreform
Bildungsreform
Heeresreform
Pensionsreform
Gesundheitsreform
Statsreform
Universitätsreform
usw...

VERsprechen, VERsprechen. wo bleiben die VERhaftungen


2 0

Transparenz: Regierung segnet Gesetzespaket ab

und neimand aus der Opposition geht da mit, weil es ein Papierl zum auswischen darstellt, welches ja auch derzeit ohne präsent ist !

So etwas nennt oder getraut es sich Regierung zu nennen ???

Qou vadis Austria ?!

Gast: Die Wahrheit altert NIE!
15.05.2012 16:25
2 0

Transparenz: Regierung segnet Gesetzespaket ab???.....

....mir ist das ein Rätsel!....WIE kann eine Regierung noch Gesetze absegnen, obwohl angeblich gegen den Kanzler in einer 7 Millionen Euro-Inseratenaffäre(Hundert Millionen alte Schillinge) ermittelt wird.....BITTE, WIE GEHT DAS UND WO LEBE ICH???

Gast: 1. Parteiloser
15.05.2012 13:47
14 0

Voll gegen die Interessen von Österreich!

Dieses Gesetz wird ein Gesetz für die Parteien und gegen Österreich. Die Transparenz ist doch so überhaupt nicht gewährleistet weil es einfach viel zu viele Schlupflöcher gibt. Die Geringbeträge, welche nicht veröffentlich werden widersprechen einem ethischen Handeln genauso wie auch das Aussparen der Vereine, welche Hochburgen von Geldwäsche geworden sind. Dass das Abkassieren von weit über 100 Mio. Euro aus den öff. Geldern für die Parteien ein Raubzug an den volkswirtschaftlichen Leistungen der Österreicher ist, das können diese Totalversager auch nicht erkennen.

Diese Transparenzgesetz dient nur dazu die grausigen Handlungen der Parteien zu legalisieren und stellen Handlungen gegen die Bürger Österreichs dar.

Genauso krank sind die Ambitionen den grausigen Lobbyismus unter Kontrolle zu bekommen. Österreich hat schon traditionell das Problem, dass die Interessensvertreter direkt bei der Gesetzgebung die Mehrheit haben und sich schon immer die Gesetze in eigener Sache gemacht haben. Daher haben in Österreich die Lobbyisten (=Interessensvertreter) die Lobbyisten eine Kontrolle über ganz Österreich bekommen und genauso schaut die grausige Umverteilung auch aus.

Um das Problem mit den Lobbyisten bei der Gesetzgebung zu lösen, da wollen die Totalversager nun eine Listung der Lobbyisten bei der Gesetzgebung machen und denken, dass damit dem Sinn der Verfassung und den Menschenrechten genüge getan wird.

Denen muss es doch die letzten Sicherungen gezischt haben.

Volle Zustimmung !!!


 
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