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ÖVP sucht Glück (auch) bei FDP

17.05.2012 | 18:23 |  REGINA PÖLL (Die Presse)

Die "Initiative Christdemokratie", die Parteichef Michael Spindelegger nahesteht, fühlt sich - und die Volkspartei - durch den "Erfolg" von Christian Lindner und der FDP in Nordrhein-Westfalen beflügelt.

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Wien. Christian Lindner hat die FDP zuletzt vor dem Absturz in Nordrhein-Westfalen bewahrt und doch noch in den Landtag befördert – sogar mit einem Plus. Lindner ist nun der neue Held der Liberalen. Und bald auch jener der – ebenfalls angeschlagenen – ÖVP?

Das ÖVP-nahe Forum „Initiative Christdemokratie“ (ICD), das Parteichef Michael Spindelegger nahesteht, hält große Stücke auf Lindner: ÖAAB-Generalsekretär Lukas Mandl, seit dem Jahreswechsel an der Spitze der laut Eigendefinition „sozialliberalen“ ICD, sagt, er werde sich nun – nach guten Erstkontakten in den Vorjahren – umso mehr mit Lindner austauschen. So wolle er sich „Input“ vom „FDP-Mann der Stunde“ für sich selbst, aber natürlich auch für die ICD-Arbeit holen. Dies nicht in allererster Linie für die ÖVP. Aber mittelfristig könnten die Lindner-Tipps auch dieser zugutekommen.

Wobei der ÖAAB-General seine Partei unter Spindelegger ohnehin bereits als „goldrichtig“ aufgestellt empfindet. Insofern, als sie ihren Bogen von der CSU über die CDU weit spanne – bis hin zur FDP. „Wir sind sehr glücklich, dass Spindelegger die Freiheit in den Mittelpunkt stellt“, sagt Mandl unter Bezugnahme auf die „Österreich-Rede“, die der Parteichef diese Woche gehalten hat. Die Kombination aus „Idealen und Liberalität“ sei entscheidend, glaubt Mandl, das habe sich auch bei der Wahl in NRW gezeigt. Die ÖVP solle „keine FDP“ werden, Orientierung könnten die deutschen Liberalen aber durchaus geben, und in Punkten wie der „Prinzipientreue“ sei man sich ohnehin einig.

 

Wahl-, Entfaltungsmöglichkeiten zentral

Geschärft wird die ICD-Linie seit Februar bei den sogenannten „Mauerbach Meetings“, bei denen nicht nur die Mitglieder der Initiative aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Kirche zusammenkommen, sondern auch Sympathisanten willkommen sind. Die aktuell zentralen Themen der Gruppe sind das „Streben nach Glück“ („Pursuit of Happiness“) analog dem Prinzip aus der Unabhängigkeitserklärung der USA sowie „Good Governance“. So sollte die Politik im Allgemeinen und jene der ÖVP im Speziellen den Menschen die Chance auf Glück einräumen – durch Entfaltungsmöglichkeiten, durch Wahlfreiheiten (zum Beispiel bei der Kinderbetreuungsfrage) oder auch durch steuerliche Entlastung. Und durch eine stärkere direkte Demokratie.

Ob Spindelegger sich durch die ICD- und Mauerbach-Arbeit wird beeinflussen lassen? Die Beziehung ist jedenfalls enger ist als jene unter früheren ÖVP-Chefs wie Kanzler Wolfgang Schüssel. Spindelegger hat mit den einstigen ICD-Leitern, Thomas Köhler und Christian Mertens, auch schon ein Buch herausgegeben. Der Titel: „Stromaufwärts“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.05.2012)

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7 Kommentare
Gast: Suppenkaspar
20.05.2012 16:09
0 0

sich nicht täuschen ....

In NRW wurde doch die Kandidatur
von "ProNRW" verboten!
Wem wählten diese Leute dann ....?
Vielleicht kommt daher
der "Schwung bei der FDP" .......... ?????

Da hilft dann nur
in österreich die FPÖ verbieten,
dann hat die ÖVP was davon ?

Gast: so viele kluge menschen hier
17.05.2012 23:58
3 0

Die ÖVP fühlt sich durch die FDP bestätigt.

Mit Recht.

Die ÖVP wird bei der nächsten NR-Wahl souverain die 5%-Hürde schaffen.

(in Anlehnung an das Ferry-Mayer-Zitat)


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Dieser Steuerentlastungs-Unsinn

bringt doch sowieso nur denen was, die über 5000€ im Monat verdienen. Bei kleineren Einkommen sind die prozentuellen Anteile so gering, dass es praktisch keinen Unterschied macht.
Oder ist irgendjemand der Meinung, dass die nichtmal 15€ die so pro Monat mehr überbleiben irgendjemanden was bringen, wenn ihm dafür das Sozialsystem beschränkt wird?

Gast: UKW
17.05.2012 20:54
6 0

"ÖVP sucht Glück bei FDP"

Find ich richtig passend. FDP-Chef Rösler hat einen ähnlich "charismatischen Auge-des-Tigers-Blick" wie der Herr Spindelegger. Richtig angsteinflößend für die Gegner. Die politischen Mitbewerber beten jeden Tag darum, dass die beiden Herren ihren jeweiligen Parteien noch möglichst lange erhalten bleiben.

Gast: evolution
17.05.2012 19:54
7 1

ÖVP und Christentum???

wie kann sich diese korrupte und menschenverachtende Bande anmassen ???

Gast: freund?
17.05.2012 19:19
4 0

und herrn röttgens selbstmord ist



an schwindeleggers adlerauge vorbeigerauscht ?

Gast: Baur4
17.05.2012 18:47
3 1

Wo noch überall?

Sogar im 3. Wiener Gemeindebezirk gibt es einen Berbauern, der Bergbauerförderung vom ÖVP Landwirtschaftsministerium bekommt.

Eine schwerreiche Industriellengattin betreibt eine Pferdezucht und ist somit "Bäuerin" und kassiert Förderungen.

Praktisch beziehen alle Bauern im Parlament einen Bergbauernzuschlag.

Trotzdem wählen immer weniger Leute diese ÖVP.
(Quelle Zeitung "Österreich")