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Renate Brauner: Transparenzdatenbank „zu kompliziert“

25.05.2012 | 18:39 |  ULRIKE WEISER (Die Presse)

Die Vizebürgermeisterin skizziert, wo Wien eine Milliarde einsparen will. Der Vorwurf, dass die Wiener SPÖ den ORF nach St. Marx zwingen will, sei „Schwachsinn“.

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Die Presse: Angeblich will die Stadt dem ORF in St. Marx ein fertiges Gebäude hinstellen. Zur „Presse“ hieß es aus Ihrem Büro: „In dieser Form stimmt das nicht ganz.“ In welcher dann?

Renate Brauner: Es gibt viele Möglichkeiten für Synergien. Wie es konkret aussieht, wird auf der operativen Ebene verhandelt. Wir sind jedenfalls sehr flexibel.

Wie schlimm ist es, wenn der ORF nicht kommt?

Es wäre schade für das Projekt und den ORF. Aber Neu Marx wird so oder so boomen. Es gibt viele andere Interessenten.

Die Stadt gewährt dem ORF bis Juli Rabatt auf den Grund. Wie groß ist dieser ORF-Bonus gegenüber anderen Interessenten?

Es geht nicht um einen ORF-Bonus, sondern das ist üblich: Wenn es rascher geht, ist uns das was wert.

Wird das Rabatt-Angebot verlängert, wenn der ORF länger braucht?

Man geht davon aus, dass der ORF den Zeitplan einhält. Alles andere muss man dann entscheiden.

Die generelle Lesart ist, dass der ORF nach St. Marx ziehen soll, weil der Bürgermeister sich das wünscht.

Schwachsinn. Aus dieser Frage eine parteipolitische zu machen, ist dumm und wird der Bedeutung eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks, der in die Zukunft geführt werden soll, nicht gerecht.

Apropos Zukunft: Wien soll bis 2016 eine Milliarde einsparen, gleichzeitig bekommt man Geld aus zusätzlichen Steuereinnahmen des Bundes. Wie viel muss man unterm Strich real sparen?

Wir gehen davon aus, dass wir auch mit den Einnahmen knapp unter der Milliarde sein werden.

Wo wird man sparen? Zuletzt hatte man den Eindruck: Geld kommt vor allem aus höheren Gebühren.

Es gab eine echte, zugegeben, wirklich große Erhöhung beim Wasser, der Rest sind Valorisierungen. Auch die Erhöhung beim Wasser kam zustande, weil es länger keine Valorisierung gab. Mit dem Thema Sparen hat das nichts zu tun, das Geld geht direkt in die Wiener Versorgung. Sparen werden wir erstens, indem wir Schwerpunkte wie Bildung setzen, zweitens durch Innovationen wie die Wohnbauanleihe (Anm.: Stadt gibt Wohnbauträgern günstige Kredite), drittens sparen wir bei den Strukturen. Ein Riesenbrocken ist die Gesundheit und es wird eine Nulllohnrunde bei allen Beamten geben.

Was ist mit den Wirtschaftsförderungen? Die wollten Sie evaluieren lassen.

Wir sind noch nicht fertig. Ich will aber keine großen Erwartungen wecken. Wir werden nicht 80 Prozent streichen, sondern sie nach Wirksamkeit durchforsten.

Die Transparenzdatenbank ist noch weit weg, aber Oberösterreich hat seine Förderungen online einsehbar gemacht. Warum Wien nicht?

Die Förderungen sind bekannt. Zu sagen, wer wie viel bekommt – da kann ich keinen Nutzen erkennen.

Vermeidung von Mehrfachförderung?

Jeder, der eine Förderung beantragt, muss sagen, welche anderen Mittel er bekommt. Überhaupt will ich nicht verhehlen: Das, was ich von der Transparenzdatenbank gehört habe, macht mich skeptisch.

Sind Sie dagegen?

Der aktuelle Vorschlag ist ungeeignet. Er ist entsetzlich kompliziert und bedeutet einen wahnsinnigen bürokratischen Aufwand. Das Einzige, was es bringt, sind Dienstposten. In Wien bräuchten wir achtzig Leute, um die Datenbank zu betreuen. Ich sehe das pragmatisch: Bewusste Doppelförderung ist nicht schlecht. Beim Life-Science-Center in Marx habe ich mich damals mit dem Wissenschaftsminister zusammen geredet, wer was zahlt.

Wenn alles so toll ist, warum kritisiert das Wifo den Förderdschungel?

Auch das Wifo wird von uns gefördert. Sie werden ja wohl nicht sich selbst meinen.

Thema Transparenzpaket: Ist es gut, dass die Parteienförderung mitgeregelt wurde?

Der Bürgermeister hat es gesagt: Wir sind zufrieden.

Wien wird kürzen müssen. Bisher hatte man die höchste Förderung. Warum?

Wir sind Land und Gemeinde. Ich habe viele Freunde, die in kleineren Gemeinden politisch aktiv sind, da geht man von Tür zu Tür, trifft sich beim Feuerwehrfest. In einer Großstadt ist das anders.

Wo im Korridor zwischen 10 und 22 Euro pro Wahlberechtigtem wird man fördern?

Wir warten einmal, was auf Bundesebene rauskommt.

Manche Länder warten nicht, sondern geben sich strengere Transparenzregeln. Tirol will ab 1000 Euro Spenden offenlegen. Warum Wien nicht?

Weil es die Regeln des Bundes gibt.

Künftig sollen Unternehmen, an denen Parteien beteiligt sind, im Rechenschaftsbericht gelistet werden. Manche mutmaßen, dass die SPÖ die Zeit bis zum Inkrafttreten für Umstrukturierungen nutzt.

Unsinn. Die Unternehmen sind kein Geheimnis, ich verstehe diesen ganzen Mythos nicht. Abgesehen davon, finde ich es nicht schlimm, wenn Parteien an Unternehmen beteiligt sind.

Zur Person

Renate Brauner ist seit 2007 Wiener Vizebürgermeisterin und Stadträtin für Finanz und Wirtschaft. Die 55-jährige Ökonomin war für die SPÖ in vielen Parteifunktionen tätig. Ihre Chancen auf eine Häupl-Nachfolge sollen zuletzt gesunken sein.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.05.2012)

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50 Kommentare
 
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Vermeidung von Mehrfachförderung?

Antwort: "Jeder, der eine Förderung beantragt, muss sagen, welche anderen Mittel er bekommt."
Gehts noch ein bissl naiver???

Gast: Argesauge
28.05.2012 09:21
1 0

die dame

betoniert sich aber ziemlich ein!

Frau Brauner sie haben die zeichen der zeit nicht erkannt !

Auch das rote Wien muss mal ausmisten - und da gibts genug unerträgliche FREUNDERLSCHAFT !


Gast: Hubertus
28.05.2012 09:20
1 0

Kompliziert

Die Transparenzdatenbank ist bürokratisch und kompliziert? Wenns bürokratisch ist ,müßte man bei der Gemeinde Wien ja geradezu begeistert sein. Und kompliziert? Vielleicht für Frau Brauner. Das hat sie mit einem ehemaligen SPÖ Bundeskanzler(Sinowatz) gemeinsam. Der hat auch gemeint: Alles ist sehr kompliziert. Von ihm stammt auch der Spruch: Ohne Partei sind wir nichts. Könnte auch von Frau Brauner sein. Zusammenfassend: Wir wollen das nicht. Das könnte uns in unserer Klientelpolitik stören.

blablabla

ich liebe das deutsch unserer politiker: "Es gibt viele Möglichkeiten für Synergien. Wie es konkret aussieht, wird auf der operativen Ebene verhandelt. Wir sind jedenfalls sehr flexibel." soll heissen: wird schon in diese richtung gehen, sagen darf ich dazu aber noch nix, der michi hat's mir verboten.

Gast: Grausam ist es...
27.05.2012 16:13
1 0

c4

...wenn der Wähler Transparenz oder gar Rechenschaft von seinen Vertretern einfordert.

In der Politik bleibt man lieber unter sich - wie bereits die salbvollen Worte unseres Herrn Bundespräsidenten zeigen - und klärt monetäre Angelegenheiten ohne den Wähler.

Dieser hat in all den Jahren gelernt, dass die Welt ohne unsere Altparteien untergeht und er daher gar keine andere Wahl hat, als immer wieder sein Kreuzerl bei rot/schwarz/blau/orange oder gar grün zu machen.

Tragisch, dass genau dieser Wähler das einzige Instrument ist, um wirklich etwas zu ändern.

Der entlarvendste Satz im Interview...

... ist meiner Ansicht nach: "Auch das Wifo wird von uns gefördert. Sie werden ja wohl nicht sich selbst meinen."

Übersetzt heisst die Botschaft: "Liebes Wifo. Vergesst bitte nicht, auch ihr kommt massiv in den Genuss des sozialistischen Füllhorns in Form fremden Geldes. Das mindeste an Dank könnte also sein, wenn ihr uns schon nicht ständig über den grünen Klee lobt, das ihr uns wenigstens nicht kritisiert, sonst ist es bald aus mit der Freundschaft. Haben wir uns verstanden (in aller Freundchaft)? Als kleine Wiedergutmachung wird Genosse Schulmeister mindestens 3 Artikel in Standard und Presse veröffentlichen, das die Spekulanten an allem schuld sind und Rohstoffpreise am besten von einem internationalen sozialistischen Zentralkomitee festeglegt werden sollten (dazu darf er ruhig Textbausteine aus seiner vorherigen 300 Artikeln gleichen Inhalts verwenden). Eure Renate."


heisst diese frau "eva"??

wie naiv oder berechnend kann man sein????

Gast: Es gilt die Unschuldsvermutung
26.05.2012 17:04
6 0

Oder anders herum: Läuft alles unter Anstands–Vermummung

Mit flexibel meint sie doch etwa nicht die Händchen aufhalten? Allein was diese Frau (Michaels Fass ohne Boden) in den letzten Jahren an Steuermitteln ratzekahl und uneinsichtig verbraten hat, ist schon für sich eine Meisterleistung faustischer Königsmacherei.
PS. Donauspital. Von der U-Bahnhaltestelle gibt es nach wie vor keinen direkten Rollstuhl- u. Behindertengerechten Zugang zum SZM-Ost. Ob man die Autolosen Kranken mit dem beschwerlichen Anmarsch bewusst abschrecken will? Für mich signalisiert ein solches Verhalten, miesestes Politikerversagen.

13 0

mit einer Brauner und Co eine Mrd einsparen ?

kann, darf und wird niemals gelingen, denn sie sieht ja auch die Transparenz als gefährliches Instrument !

Die seltsamsten Förderungen wurden und werden ja weiterhin gewährt statt beschnitten, wie man sich anhand der Rathausberichte ansehen kann.

Solange rot und neuerdings grün in Wien ihr Unwesen treiben dürfen, solange werden nicht nur die Schulden explodieren, sondern viele andere negative Entwicklungen ebenso !

Gast: Kotzmann
26.05.2012 12:49
19 0

Aber

die flächendeckende Parkpickerlabzockerei ist euch
nicht zu kompliziert, Kalnutte.

Re: Aber

Die flächendeckende Parkpickerlabzockerei ist dringend notwendig - unsere Städte drohen an Verkehrsinfarkt zugrunde zu gehen, natürlich muss öffentlicher Verkehr gefördert und Individualverkehr weniger attraktiv gemacht werden, auch wenn einem persönlich das unangenehm ist.

Antworten Antworten Gast: Anfang vom Tag
26.05.2012 17:57
2 0

Re: Re: Aber

Klar. Jeder soll sich mindestens zwei Autos leisten, sonst jammert die Autoindustrie und wir führen Abwrackprämien ein. Aber fahren sollen wir nicht damit, weil das stinkt ja. Sprit verbrauchen sollen wir wiederum schon, sonst sind die Einnahmen der MöSt dahin. Ist tatsächlich kompliziert ......

Antworten Antworten Gast: UKW
26.05.2012 15:28
6 0

Re: Re: Aber

Weil wir im Verkehr ersticken besteuern wir das Parken und nicht das Fahren. Klingt logisch.

Und wenn Grünland in Bauland umgewidmet wird, kassiert die Gemeinde Wien künftig kräftig ab. Der ökologische Effekt ist auch hier nicht zu übersehen. Pflastern wir die Stadt zu damit die Rotgrüne Bande grüne Scheine abzocken kann. Grüne Scheine für die grüne Partei = Öko.

Re: Re: Aber

@Ende der Nacht: Teilweise haben Sie recht. Aber schauen Sie mal Zürich an, dort gibt es kaum Staus in der Stadt und warum, weil sich Stadtregierung und Bevölkerung darin einig sind und ein Weg gefunden wurde. Die Stadt und die Region um Zürich bauten ein beispielgebendes Öffi-Netz noch aus (ohne U-Bahn!) und die Bevölkerung reagiert darauf positiv und lässt das Auto großteils zuhause stehen. Nur so kann ein Erfolg erzielt werden, indem Stadt UND Bevölkerung gemeinsam das Problem angehen. Die Bevölkerung muss in die Planungen miteinbezogen werden und die Leute müssen anfangen zu denken. Allerdings zahlt man in einigen schweizer Städten auch für einen Laterndlparkplatz, Beispiel Luzern. Da zahlt man in der Stadt bis zu 80 Franken im Monat und in den Randgebieten bis zu 60 Franken.

Antworten Antworten Antworten Gast: fugazi
27.05.2012 00:49
0 1

Re: Re: Re: Aber

ja und zürich ist ja auch 5 mal so gross wie wien gelt?

übrigens ich hab nie einen parkplatz unter 80franken gefunden, ausser jetzt in der natur im aargau mit ausblick auf ihren gastnamen ;-)

Gast: international_
26.05.2012 12:25
20 0

transparenz ist nur kompliziert, wenn man sie nicht will

transparenz ist sehr einfach zu erreichen. jeder arbeitgeber ist verpflichtet, jährlich an das finanzamt zu melden, was jeder mitarbeiter verdient hat.

was man von jedem arbeitgeber verlangt kann ja wohl auch für öffentliche kassen nicht zuviel verlangt sein. immerhin leben wir ja schon ein paar jährchen im computerzeitalter.

d.h. jede öffentliche stelle meldet einfach, wieviel förderungen oder unterstützungen firmen oder personen im vorjahr bezogen haben - und schon haben wir eine transparenzdatenbank.

vielleicht will man aber gar nicht, dass irgendwer draufkommt, wer oder was da so gefördert und unterstützt wird?
haben sie angst, dass die freunderlwirtschaft auffliegt, frau brauner??

Gast: pächter der wahrheit
26.05.2012 12:01
12 0

Zusammengefasst

Die SP will nicht. Und angesichts der leeren Kassen kann sie auch nicht. Die VP detto.

Deshalb ist ja alles sehr kompliziert. (c) Fred Sinowatz

Antworten Gast: UKW
26.05.2012 12:49
9 0

Re: Zusammengefasst

In Wien gibt es eine Rotgrüne Stadtregierung und keine Rotschwarze. Erst wenn Sie diesen Umstand erkannt haben, sollten Sie über größere Dinge philophieren.

Ein Sittenbild der GroKo

Soviel Worthülsen hab ich noch nie gelesen.
Hauptsache kalmieren und erzählen wie toll man selber doch sei. Entscheidungen verzögern, gefallene Entscheidungen kritisieren, schönfärben.
Sie war halt einmal ein Gspusi vom Häupl - das muß, was die Kompetenz betrifft, halt reichen.

Einfach armselig.

Antworten Gast: wahrsein
26.05.2012 13:18
6 0

Re: Ein Sittenbild der GroKo

Nicht "GroKo", sondern lupenrein "Wampo mit GrüPendix"

http://www.salzburg.com/nachrichten/kolumne/purgertorium/sn/artikel/die-corruption-in-oesterreich-14436/

Zitate aus der Abhandlung "Die Corruption in Österreich", erschienen in Leipzig im Jahre 1872, zusammengestellt von Alexander Purger - wirklich interressant..

18 0

Frau Brauner

das sind keine Antworten auf die gestellten Fragen, das sind Phrasen, aus denen hervorgeht, dass Sie nicht willens sind, ehrlich zu reden. Die Bürger haben Anspruch auf konkrete Ausführungen und Erklärungen und nicht auf heiße Luft. Doch eines können Sie sicher sein, dass nämlich die Bürger dieser Stadt sich ihren Reim darauf machen und (wahrscheinlich) bei den nächsten Wahlen entsprechend reagieren werden. Das allerdings könnte für Sie dann problematisch ausgehen.

Die Aussage ist entlarvend!

Die Förderungen sind bekannt. Zu sagen, wer wie viel bekommt – da kann ich keinen Nutzen erkennen. Ja Sie nicht Frau Brauner. Der Zahler dieser "Wohltaten" allerdings schon - manchmal kommt ihm da allerdings das Zähneknirschen. Was ist an einer Transparenzdatenbank kompliziert? Sortiert nach Empfänger/auszahlende Stellen (!!)/Beträge - das müßte doch gehen! W.


Gast: AuskennerIn
26.05.2012 10:46
12 0

Schiebung!!

Der ORF geht nach St. Marx, da fährt die Eisenbahn drüber, weil ein paar Großinvestoren aus dem Bau- und Bankenbereich das mit der Stadt Wien genauso vereinbart haben.
Wer was anderes erzählt, lügt uns mit voller Absicht die Hucke voll.

PS: Die Resetarits macht mit ihrem Wirtshaus das Geschäft ihres Lebens. Es lohnt sich, bei den Sozis mitzuschwimmen und dafür frühzeitig nützliche Informationen abzustauben ...

Ist das jetzt die monatliche.......

maerchenstunde der fr. brauner in der presse?? - ihre aussagen, sind auch fuer ein lokalblatt zu schwach - warum gibt sich die presse fuer soetwas her?? ...........

Re: Ist das jetzt die monatliche.......


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Mein post haben sie gelöscht!


 
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