19.05.2013 00:37 Merkliste 0

SPÖ bereit zu Volksentscheid vor der Wahl

29.05.2012 | 18:16 |  KARL ETTINGER, THOMAS PRIOR UND ULRIKE WEISER (Die Presse)

Die ÖVP will eine rasche Volksabstimmung über die Reform. Die SPÖ ist dafür offen. Aber für einen „Zeitfahrplan“ müsse man die Abstimmungsthemen kennen.

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Wien. „Man muss das Eisen jetzt, wenn es heiß ist, schmieden.“ Beim Ausbau der direkten Demokratie und mehr Volksabstimmungen drückt jetzt die ÖVP aufs Tempo – und bringt so den Koalitionspartner SPÖ unter Druck. Vizekanzler Michael Spindelegger bekräftigte am Dienstag im Gespräch mit der „Presse“, er sei „absolut“ dafür, dass die Österreicher noch vor der Nationalratswahl 2013 in einer Volksabstimmung über ein Demokratiepaket entscheiden. „Nicht zerreden, sondern Nägel mit Köpfen machen“, fordert Spindelegger.

Die SPÖ sei bezüglich des Zeitpunkts „gesprächsbereit“, heißt es aus dem Büro von Kanzler Werner Faymann. Bisher präferierte man in der SPÖ eher eine Koppelung von Nationalratswahl und Abstimmung. Bevor man über den „weiteren Fahrplan“ reden könne, heißt es aus dem Kanzlerbüro, müsse die ÖVP klarlegen, „über welche Themen sie das Volk abstimmen lassen will bzw. über welche nicht“.

Worüber sie abstimmen lassen will, wird der ÖVP-Parlamentsklub am Freitag klären: Nach Informationen der „Presse“ sind die Vorschläge, was künftig nicht einer Volksabstimmung unterzogen werden dürfe, weit gediehen. Ex-Nationalratspräsident und ÖVP-Seniorenchef Andreas Khol hat maßgeblich daran mitgewirkt. Ausgeklammert bleiben folgende Bereiche: Grundprinzipien der Bundesverfassung, völkerrechtliche Verpflichtungen, EU-Primärrecht, Menschenrechts- und Grundrechtsfragen sowie Budget- und Steuerfragen.

Khol: „Eine Minarettvolksabstimmung darf es bei uns nicht geben.“ Der konkrete Gesetzesvorschlag müsse weiters „zur Vollziehung geeignet“ sein. Aber: „Da bleibt noch wahnsinnig viel übrig.“ Fixpunkt in dem ÖVP-Konzept für Volksabstimmungen ist, dass zuvor eine Vorprüfung der Frage durch den Verfassungsgerichtshof vorgenommen wird. Bisher prüft der Gerichtshof nur bestehende Gesetze auf ihre Verfassungsmäßigkeit.

 

Jurist: Über Finanzen abstimmen

Die Vorabprüfung hält auch Klaus Poier, Verfassungsjurist an der Uni Graz, für wichtig, es sei aber ein Fehler, Finanzthemen – Budget und Steuern – bei Abstimmungen auszusparen: „In der Schweiz ist das Finanzreferendum das Wichtigste überhaupt.“ Das Urteil Poiers ist insofern interessant, als der Jurist, der u.a. die Frank-Stronach-Forschungsgruppe zu demokratie- und gesellschaftspolitischen Fragestellungen leitet, im Demokratiepaket der Jungen ÖVP zitiert wird – diese übernahm sein Modell der Direktmandate.

Als thematische Grenzen für eine Volksabstimmung genügen Poier die Grund- und Menschen- bzw. Minderheitenrechte (Asylrecht). Damit habe man „die schlimmsten Dinge im Griff“. Denn es bestehe die Gefahr, dass die Bevölkerung anonym „schärfere Entscheidungen“ als die Politiker treffe. Vom Ablauf der Volksabstimmung findet er das dreistufige Modell am besten, das Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) propagiert und das sie in der Sitzung der parlamentarischen Arbeitsgruppe zur Demokratie diesen Donnerstag diskutieren will: Der Prozess startet mit einer Gesetzesinitiative, die ab einer bestimmten Unterschriftenanzahl im Nationalrat verhandelt wird. Kommt kein Kompromiss zustande, folgt ein Volksbegehren plus neuer Verhandlungsrunde. Am Schluss steht eine Volksabstimmung, bei der der Nationalrat einen Gegenvorschlag vorlegen kann. Ein ähnliches Modell präferieren die Grünen. Praktiziert wird das Modell seit einigen Jahren in den deutschen Bundesländern. Für Poier sind sie für Österreich das bessere, weil realistischere Vorbild als die Schweiz.

Apropos kleine Ziele: SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter beharrt auf einer Enquete vor einer Volksabstimmung über die Demokratiereform – „mit allen Parteien, den Ländern, Initiativen und Experten“. Der SPÖ-Politiker ist skeptisch, ob sich die Abstimmung vor der Nationalratswahl ausgeht.

 

Befragung über Wehrpflicht

Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) bleibt indessen bei seiner Forderung: Die Wähler sollten in dieser Legislaturperiode über das künftige Wehrsystem – Berufsheer oder Wehrpflicht – befragt werden. Soll die Befragung mit einer Abstimmung zur Demokratiereform gekoppelt werden? Darüber könne man diskutieren, hieß es gestern aus dem Büro von Darabos.

Auf einen Blick

Bei den Zahlen ist die Kluft in der Koalition überschaubar: Laut ÖVP soll ein Volksbegehren ab 650.000 Unterschriften zur Volksabstimmung führen. Die SPÖ präferiert 700.000. Die Opposition legt die Latte niedriger: 250.000 (Grüne, FPÖ), 400.000 (BZÖ). Auch die Demokratiereform selbst muss laut Entscheid des Verfassungsgerichtshofs einer Volksabstimmung unterzogen werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.05.2012)

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114 Kommentare
 
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Gast: ein schwarzes Schaf unter den roten
02.06.2012 04:15
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die Paddel und Berufspolitiker hätten die Interessen des Volkes wahrzunehmen und kompetente Fachleute mit der Regierung zu betrauen.

. . . nope, skrupellos missbrauchen sie mit ihrer Privilegien- und Pfründewirtschaft die Verwaltung und Gewerkschaft, ihr Stimmvieh im eigenen Interesse.
Österreich sollte die kompetenteste Verwaltung haben. Für junge Menschen mit Erfahrung und Bewährung aus der Privatwirtschaft müssten Karrieremöglichkeiten in allen Verwaltungsbereichen geboten werden.

Gast: Gast 2012
31.05.2012 08:29
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Volksabstimmung ja, Volksbefragung nein

das teure Kasperltheater der Volksbefragungen die im Papierkorb des Parlaments landen haben die Österreicher satt. Bindende Volksabstimmungen sind für SPÖVP aber seit Kreisky's Zwentendorf ein rotes Tuch!

55 Jahre hatte SPÖVFP Zeit, dem Volk die Macht zurückzugeben !!


Doch man hat eine moderne Form des Ständestaates bevorzugt, statt Richtung Schweiz zu gehen.

Auch unser Bundesheinzi bekommt keinen Brechreiz beim Vergleich mit der Schweiz !!!

Vielleicht träumt er vom System Pjöngjang ??

Wer vertreibt diese Zyniker ?????


Gast: smilefile
30.05.2012 13:20
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10 Gebote in der Demokratie (1)

1.
Du sollst das Recht Deines Nächsten, das deinem gleichwertig ist, vorbehaltlos anerkennen.
2.
Du sollst tolerarnt sein gegen jeden Vertreter einer anderen Meinung, soferne er auch deine Meinung toleriert.
3.
Du sollst niemals die Tür zu Verhandlungen mit Deinem Gegner zuschlagen.
4.
Du sollst immer selbst den ersten Schritt tun, um zu einem Ausgleich der Meinungen zu gelangen

Gast: smilefile
30.05.2012 13:19
0 1

10 Gebote in der Demokratie (2)

5.
Du sollst fortgesetzt bemüht sein, Dein Wissen um die Gesellschaft und um ihre Probleme zu erweitern, und die Erkentnisse daraus zur Grundlage Deiner Überlegungen und Handlungen zu machen.
6.
Du sollst kein Hehl aus Deiner Gesinnung machen und sollst auch vor allem Menschen danach leben.
7.
Du sollst immer bereit sen, Deine Erfahrungen und Deine Meinung allen, die sie wissen wollen, rückhaltlos mitzuteilen.
8.
Du sollst die Menschenrechte, wie sie heute deklariert sind, anerkennen und für sie eintreten: Freiheit der Persönlichkeit und Gleichheit der Geschlechter, Rassen und Religionen.
9.
Du sollst alle Bestrebungen, die dem demoratischen Gedanken nützlich sein können, ernsthaft prüfen und ihnen, wenn sie zu billigen sind, Deine uneingeschränkte Unterstützung geben soweit Du dazu in der Lage bist.
10.
Du sollst nicht mit deiner Gesinnung Geschäfte machen

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Gebt der Bevölkerung die Möglichkeit Steuern zweck zu widmen und Abstimmungen und Wahlen werden bedeutungslos.

Was hilfts uns wenn wir uns über Alles beschweren dürfen aber weiterhin Alles finanzieren müssen.
Direkter als mit einer Steuerwidmung kann man Demokratie nicht mehr machen.

Antworten Gast: Idee gut, aber sehr gefährlich
30.05.2012 17:04
0 0

Re: Gebt der Bevölkerung die Möglichkeit Steuern zweck zu widmen und Abstimmungen und Wahlen werden bedeutungslos.

Bei eienr durchgreifenden Bindung der Steuern an die Vorgaben der Steuerzahler fürchte ich, dass bei der Interesses an Bildung in der breiten Öffentlichkeit für Bildung kaum Steueranteile gewidmet werden mit dem Erfolge einer in kurzer Zeit drastisch abnehmenden Wettbewerbsfähigkeit Österreiches. Dafür werden sicher sehr große Mittel für den ausbau der Autobahnen gewidmet werden, die niemand braucht und uns weitere Strafzahlungen aufgrund des Kyotoprotokolls bescheren wird. Weiteres wird es zu einer altersmäßigen Schichtung kommen. Die Älteren werden ihre Steuerleistung für Pflege und Pensionen widmen und die Jüngeren für eine Subventionierung des Führerscheins und vielleicht auch des ERstautos. Für Kunst und Kultur wird dann wohl nichts übrig bleiben.
Vielleicht bin ich zu pessimistisch Vernünftiges wird dabei wohl nicht heraus kommen. Eine derartige Widmung der Steuerleistung dürfte sich daher bestenfalls auf 1% der Steuerleistung erstrecken

Re: Gebt der Bevölkerung die Möglichkeit Steuern zweck zu widmen und Abstimmungen und Wahlen werden bedeutungslos.

SOA - service oriented architecture von staatlichen Services.

Alle Services der Verwaltung könnten direkt von den Kunden&Auftraggebern (Bürgern) via Crowd-Funding finanziert werden. Ein Service, das niemandem (demokratisch: zu wenigen) wichtig genug ist, um es sich zu leisten, entfällt.

Mit einem (hoffentlich transparenten) Steuersystem könnte man dann die (hoffentlich effizienten, kostenoptimierten, verwaltungsminimierte) Sozialleistungen finanzieren.

Oder auch dort SOA - crowd funding für Sozialleistungen. Die Bürger entscheiden, wie viel sie bereit sind, für diese auszugeben (was ihnen diese wert sind).

Das wäre i.m.h.o. noch demokratischer, als Zweckwidmung von Steuern - direkte Finanzierung erwünschter Services.

Antworten Antworten Gast: StVO
30.05.2012 17:09
0 0

Re: Re: Gebt der Bevölkerung die Möglichkeit Steuern zweck zu widmen und Abstimmungen und Wahlen werden bedeutungslos.

Das Problem bei diesem System wird wohl sein, dass solange für den Betreffenden kein Anspruch auf Sozialleistungen besteht, er für diese Leistungen kein Geld ausgeben wird und erst dann wenn er zum Sozialfall wird er Leistungen beziehen möchte. Das System des Rosinenpickens geht leider nicht sehr lange.

Gast: Van Forlan
30.05.2012 12:32
5 0

Es zählen Taten und nicht Worte. Und schon gar nicht, uns mit Worten hinzuhalten.


Gast: hk1190
30.05.2012 12:11
6 0

Grundprinzipien

Ich habe es nicht anders erwartet: die Grundprinzipien und einiges andere mehr sollen ausgeklammert sein - befinden die Besitzstandswahrer! Kohl insbesondere fürchtet sich, daß das Volk die Republik abschaffen könnte! Na und???? Das Recht geht angeblich vom Volk aus!
Wenn das Ganze dem Volk nichts mehr wert ist, dann soll es so sein. Oder möchte Herr Kohl lieber eine Revolution provozieren? Die könnte durchaus drohen, wenn die Griechenland- in eine Spanien- und Italienkatastrophe übergeht und unsere Vorzeigepolitiker durch ihre Glanztaten die Situation noch verschlimmern.
Da sollten dann vor dem Katastropheneintritt baldmöglich Instrumente vorhanden sein, die mithelfen, den Willen zu kanalisieren und nicht wild ausufern zu lassen. Alles, was heute geschieht, haben Politiker von der Sorte Kohl mit zu verantworten.
Ich kann es nur wiederholen: ich war einmal vom Europagedanken getragen und von der Stabilität und Hochwertigkeit unseres Systems (in Relation zu anderen Staaten). Das System hat abgewirtschaftet und das besteuerte Volk muß die Möglichkeit bekommen, eine geordnete Übergabe in ein neues System zu wählen. Die formalen Voraussetzungen dafür haben die Politiker zu setzen – und keinen Widerstand zu leisten, indem sie das Volk weiterhin für dumm verkaufen.

Antworten Gast: Johann S
30.05.2012 18:01
0 0

Re: Grundprinzipien

Allein durch Ausklammerung der Menschenrechte(UNO1948)wäre dieAbschaffung der Republik nicht möglich.

Antworten Antworten Gast: hk1190
31.05.2012 12:01
0 0

Re: Re: Grundprinzipien

An die Ausklammerung von Menschenrechten ist nicht gedacht. Ich will schon darauf hinweisen, daß die Einhaltung von Menschenrechten nicht an die Existenz einer Republik gebunden ist!

Antworten Antworten Antworten Gast: Johann S
31.05.2012 14:45
0 0

Re: Re: Re: Grundprinzipien

Die30 Artikel lesen.
Das Gleichheitsprinzip würde die Restauration der Monarchie verunmöglichen.
Fr Gr

Gast: Gekko
30.05.2012 12:05
3 0

Überall auf der Welt gilt, .....

demokratie funktioniert nur wenn sie sofort u. bedingungslos umgesetzt wird(bei allem chaos u. ungereimtheiten die gegebenenfalls auftreten können),zu meinen nicht sofort u. nicht alles auf einmal frei entscheiden zu lassen,zuerst einen übergang, um "einiges" vorher noch in die richtigen bahnen zu lenken etc. etc. funktioniert nicht (u. um minderheiten zu schützen muss es eben einen ausgeprägten minderheitenschutz geben) !! u. dass es nicht funktioniert sieht man tagtäglich wenn man nachrichten sich ansieht oder zeitung liest --->überall auf der welt gibt es "sie" die meinen zu wissen was ein volk braucht!! wir in österreich sind hier schon einiges weiter als viele andere länder u. gerade deshalb sollte man ideen zur beschneidung bzw. das nicht zulassen von mehr u. direkter demokratie im keim ersticken,wobei ich wiederum das öst. volk nicht verstehe warum es einen typen zum staatsoberhaupt gewählt hat der ganz offensichtlich ein eigenartiges verhältnis(höfflich ausgedrückt) zur demokratie hat !! diagnose für letzteres: österreich ist noch keine bedingungslose demokratie,zu viel gelenkt durch politische machenschaften, durch diverse printmedien,staatl. rundfunk u. staats bzw. staatsnahe unternehmen/banken!! jetzt wäre es an der zeit ,denn auch wirtschaftlich gesehen ist jeder demokratisch gemachte fehler günstiger u. leichter zu beheben als der staatlich gelenkte,jetzt wäre es an der zeit sich der apparatschik's auf alle zeit zu entledigen(auf demokratische weise natürlich) !

Antworten Gast: StVO
30.05.2012 17:20
0 0

Re: Überall auf der Welt gilt, .....

Einspruch: Um über eien Materie vernünftig entscheiden zu können, bedarf es entsprechender Kenntnisse beim Entscheidungsträger. Möchten Sie sich z.B. die Zähne von einem Banker behandeln lassen ud sich dafür von einem Zahnarzt komplizierte Finanzprodukte erklären lassen?
In vielen Belangen eines modernen Staates bedarf es entsprechender Kenntnisse, die in der breiten Öffentlichkeit nicht vorhanden sind. Die Bedenken von BP Fischer finde ich daher durchaus angebracht, was aber nicht heißt, dass die Bevölkerung nicht in Entscheidungsprozesse eingebunden werden soll. So dürfte es wohl zweckmäßiger sein, bei allen Projekten, ob es nun solche baulicher Natur sind oder GEsetze die interessierte und auch betroffene Bevölkerung bereits bei Beginn der Planungen zu informieren und einzubinden.
Eien Volksabstimmung z.B. über eine Änderung der Pensionsberechnung halte ich für wenig sinnvoll, da große Teile der Bevölkerung bereits mit der Addition und Subtraktion erhebliche Probleme haben und kaum im Stande ist einen GEsetzestext zu verstehen. So wird in den Schulen kaum formalistisches Denken gelehrt oder gefördert.

Gast: Ruhepol
30.05.2012 11:59
3 0

völkerrechtliche Verpflichtung


Genau darüber möchten wir aber abstimmen!

http://www.welt.de/politik/deutschland/article106390892/Der-ESM-hat-mit-Europa-angeblich-nichts-zu-tun.html

Mit dem ESM gehen sie eine Verpflichtung ein, die uns die Souveränität über den Staatshaushalt nimmt, damit sich die maroden Banken gleich direkt bedienen können. Sie haben das Volk verraten und verkauft!

Gast: alex111
30.05.2012 11:42
9 0

Beim Thema Islam wollen sie anscheinend dem Volk den Mund verbieten!


Gast: Alles oder nichts
30.05.2012 11:30
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In einer echten Demokratie

darf es keine Tabus geben und nicht schon im Vorfeld herumgejeiert werden dass über dies und jenes nicht abgestimmt werden darf. Damit outen sich unsere Demokratiefeinde ganz deutlich, dass sie diesbezüglich schon deutlich hörbares Muffensausen haben.

Re: In einer echten Demokratie

Korrekt. Die Frage bleibt natürlich, ob diese Ängste a. echt und b. berechtigt sind.

Entscheidend ist Frage b. Darüber kann und soll man sich durchaus vorgängig Gedanken machen. Z. B.:

- ist die Angst bezüglich einer "Wierholung" der Ereigniss in den 30er-Jahren des vorherigen Jahrhunderts bereichtigt, oder sind die Menschen nicht aufgeklärter, (politisch) verantwortungsvoller und mündiger als dannzumal?
- hätten gewisse unliebsame Resultate (Minarettverbot?) tatsächlich unangenehme bis fatale Folgen für die österreichische Bevölkerung?
- ist die Angst vor möglichen essentiellen/tatsächlichen (nicht "Pseudoverletzungen") Menschenrechtsverletzungen berechtigt?
- etc.

In der CH sehe ich solche "Fehlentwicklungen" nicht, auch wenn die Resultate der "Minarettinitiative" oder auch der "Ausschaffungsinitiative" für teilweise helle Empörung gesorgt haben; ich sehe keinen Grund, weshalb man von "menschenrechtsverletzenden Tendenzen" sprechen müsste. Ich würde im Gegenteil folgendermassen argumentieren: Durch den permanenten Ausschluss der Bevölkerung von der aktiven Teilnahme am politischen Entscheidungsprozess, steigt die Gefahr, dass z. B. fremdenfeindliche Strömungen auftrieb erhalten, die später nur mehr schwer zu kontrollieren sein werden. Das Ventil der direkten Demokratie ist gerade auch im Hinblick auf diesen Aspekt von grosser Bedeutung.

MfG

Antworten Antworten Gast: StVO
30.05.2012 17:28
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Re: Re: In einer echten Demokratie

Bezüglich Ihrer Befürwortung nach Volksentscheid auch Menschenrechtsverletzungen zu setzen möchte ich zu Bedenken geben, dass ein wesentlicher Faktor unseres Wirtschaftsstandortes die Rechtssicherheit ist, die Sie untergraben wollen.
Die Menschenrechtskonvention wurde auch mit begeisterter Zustimmung der FPÖ ratifiziert, auch wenn sie jetzt Teile dafon negieren möchte, freilich ohne dies konkret auszusprechen. Es geht nach der MRK eben nicht ohne weiteres eine Person in ein anders Land abzuschieben. Dies ist nur möglich, wenn dieser Person im Zielland keine Gefahr an Leib und Leben droht un sie dort keine menschenunwürdige Behandlung zu erwarten hat.
Eine Teilung der Menschenrechte in tatsächliche und Menschenrechte und Pseudo-Menschenrechte, von der Sie vermutlich ausgehen ist nicht möglich.

Re: Re: Re: In einer echten Demokratie

Herzlichen Dank. Spannende Kontrapunke. Zwei Entgegnungen: 1. Rechtssicherheit ist in der Tat wesentlich für einen gut funktionierenden Staat. Ich wäre keineswegs ein Befürworter einer Schwächung dieser ,Institution'. Gerade das Beispiel CH zeigt jedoch, dass ein direktdemokratisches Politsystem zumindest nicht zu einer (konstanten) Schwächung der Rechtssicherheit führt. 2. Zum letzten Absatz: Menschenrechte sind oftmals nicht genau umschrieben, wie Sie sicher wissen. Es gibt einen unbestreitbaren Kerngehalt, der Rest ist oftmals durch Fallrecht definiert. Dabei spielt die aktuelle Meinung in Bevölkerung, Medien, etc. eine wichtige Rolle. Zur Zeit herrscht leider die Tendenz diese Rechte auszudehnen. Z. T. führt dies - meiner Meinung nach - zu abstrusen Ergebnissen. Dies bezeichne ich als 'Pseudomenschenrevhten'. MfG

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Moderndenkender
08.07.2012 14:35
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Re: In einer echten Demokratie

Hallo Helvetier: auch meinerseits folgendes zur direkten Demokratie: so soll die auch auf den ersten Blick erscheinen mag, so "gefaehrlich" kann sie auch dann werden:

Gaebe es in Oesterreich zb. eine Abstimmung ueber die Umwandlung des (verpflichteten) Zivildienstes in einen verpflichteten Sozialdienst nach Abschaffung der Wehrpflicht, so kann ich mir vorstellen, dass die Bevoelkerung hier Ja sagen wuerde. Man hat hier Angst, dass den zivilen Organisationen dann "viele wertvolle" Gratis-Helfer fehlen wuerden.

Was man vergisst: (1) Zwangsarbeit ist nach internationalen Bestimmungen verboten. (2) Der "Gratis-Zivildiener" ist nur fuer die Organisation gratis. Indirekt "bezahlt" er selbst: er verliert ein Einkommen in der Hoehe der Dauer seines Zivildienstes.

Zu 1): die Bevoelkerung ist also sehr wohl faehig, menschenrechtlich bedenkliche Entscheidungen zu treffen.

Bei CH faellt mir auf, dass man sich Volksabstimmugen eigentlich sparen koennen, weil die Antwort fast immer schon vorher klar ist: es kommt naemlich, fast egal um was es auch geht, fast immer ein Nein heraus.

Gast: Geld istweg!
30.05.2012 11:09
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Klar dass die Koalition jetzt auf den Zug der FPÖ aufspringt und noch rasch eine Alibihafte direkte Demokratie mit einer "Volksabstimmung light"

vor der Wahl durchpeitschen möchte.

Nach der Wahl mit einer erstarkten FPÖ, wo möglicherweise die FPÖ in eine Kaloition geholt werden muss, wäre das ungleich schwerer. Denn die FPÖ ist derzeit die einzige Partei, welche glaubhafte die Einführung der direkten Demokratie anstrebt! Und die Experten der ÖVP entlarfen sich alleine durch die Aussage, dass "das Volk immer schärfere Entscheidungen möchte als die Politiker".

Frage an dioe VP, was ist scho schlecht daran, wenn das Volk eine andere Entscheidung möchte als die Politik? Ist es nicht die Aufgabe der Politik in einer echten Demokratie, die Wünsche des Volkes umzusetzen?

Antworten Gast: StVO
30.05.2012 21:12
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Re: Klar dass die Koalition jetzt auf den Zug der FPÖ aufspringt und noch rasch eine Alibihafte direkte Demokratie mit einer "Volksabstimmung light"

Schlecht ist es sicher nicht, wenn das Volk die Möglichkeit hat eine andere Entscheidung zu treffen als die Politik. Es fragt sich allerdings, ob das für eine sinnvolle Entscheidung nötige Sachwissen im Volk in ausreichendem Ausmaß vorhanden ist, um die Tragweite einer Entscheidung abschätzen zu können. Nicht dass alle Politiker dies könnten, nur diese haben leichtern Zugang zu entsprechenden Fachleuten und die Entscheidung durch Politiker kommt billiger als eine Volksabstimmung. In Zeiten eines großen Einsparungsbedarfs sollte man auch daran denken.

Re: Re: Klar dass die Koalition jetzt auf den Zug der FPÖ aufspringt und noch rasch eine Alibihafte direkte Demokratie mit einer "Volksabstimmung light"

Die Experten haben uns sehr professionell in den Schlamassel hineingeritten, finden Sie nicht?

Wäre das Volk befragt worden, hätten die GR kein Geld von uns gesehen und wir auch keine Haftungen übernommen. Die GR wären damit gleich Pleite gewesen und das Geld wäre für Aufräumarbeiten da gewesen.

Die "Experten" werden eine Pleite GR nicht verhindern können-sie haben sie nur sehr teuer herausgezögert. Als Konsequenz fehlt jetzt das Geld zum Aufräumen.

Also was wäre jetzt besser gewesen?


 
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