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ÖVP-Frauen fordern Reißverschlusssystem auf Listen

30.05.2012 | 18:07 |   (Die Presse)

Es gibt einen Vorstoß für Kandidatenlisten, auf denen abwechselnd Frauen und Männer stehen. Die ÖVP-Politikerinnen sehen Innenministerin Mikl-Leitner als ihre „starke Verbündete“.

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Wien/Ett. Der Vorstoß wird unter den männlichen Abgeordneten für einige Aufregung sorgen: Die ÖVP-Frauen wollen mit einem Reißverschlusssystem, bei dem abwechselnd Männer und Frauen auf den Kandidatenlisten aufgestellt werden, erreichen, dass nach Wahlen ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen den Geschlechtern bei der Mandatsverteilung gesichert ist. Die ÖVP-Frauen, angeführt von Chefin Dorothea Schittenhelm, wollen die von der ÖVP vorangetriebene Diskussion um ein Demokratiepaket nützen, um einen neuen Vorstoß für dieses Anliegen zu unternehmen.

Der ÖVP-Parlamentsklub wird sich morgen, Freitag, intern ausführlich mit dem Demokratiepaket befassen. Dort werde das Reißverschlusssystem, auf das sich die ÖVP-Frauen festlegt haben, auch ein „Teilaspekt“ sein, heißt es im Bundesbüro der ÖVP-Frauen. Im ÖVP-Grundsatzprogramm aus dem Jahr 1995 wurde eine Frauenquote festgeschrieben. Im Gegensatz zur nun angestrebten Halbe-halbe-Regelung mittels „Reißverschluss“ bei den Kandidatenlisten wurde damals lediglich eine 30-Prozent-Quote festgelegt.

 

ÖAAB-Chefin in Schlüsselrolle

Der Vorgänger des amtierenden ÖVP-Obmanns Michael Spindelegger, Josef Pröll, hat beim Bundestag der ÖVP-Frauen im November 2010 den schwarzen Frauen grundsätzlich Unterstützung zugesagt. Jetzt setzen die ÖVP-Politikerinnen vor allem auf die Chefin des ÖVP-Arbeitnehmerbundes (ÖAAB), Innenministerin Johanna Mikl-Leitner. Denn diese hat eine Schlüsselrolle inne: Sie führt die Gespräche auf ÖVP-Seite mit der SPÖ. „Gerade mit der Innenministerin haben wir eine starke Verbündete in Frauenfragen“, betont die Bundesleiterin der ÖVP-Frauen, Bernadette Thaler, im Gespräch mit der „Presse“. Dieses Modell soll aber nicht nur bei der nächstjährigen Nationalratswahl zum Tragen kommen, sondern auch in Ländern und Gemeinden. Gerade in den Kommunen betrage der Anteil der Bürgermeisterinnen laut Thaler nur rund fünf Prozent.

Mikl-Leitner hat im Gespräch mit der „Presse“ bereits vor Wochen grundsätzlich ihre Unterstützung ein Reißverschlusssystem bekundet. Im Vordergrund steht für sie, eine Stärkung des Elements der Persönlichkeitswahl im Zuge des Demokratiepakets. Bei diesem geht es auch um einen Ausbau der direkten Demokratie.

Die SPÖ hat beim Bundesparteitag 2010 eine 40-Prozent-Frauenquote plus Reißverschlusssystem beschlossen. Die SPÖ-Frauen mit ihrer Vorsitzenden Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek rüsten nun für die nächste Bundesfrauenkonferenz im Oktober und den tags darauf folgenden Parteitag.

 

Premiere bei den SPÖ-Frauen

Beim Leitantrag der SPÖ-Frauen kommt es zu einer Premiere: Um eine breite Einbindung von Frauen zu ermöglichen, wurden diese ermuntert, sich „einzumischen“ und an der Erstellung des Leitantrags mitzuwirken. Die erste Phase ist abgeschlossen, 370 Beiträge sind eingelangt. Heinisch-Hosek verriet der „Presse“ die Schwerpunkte: bessere Bezahlung von Frauen, prekäre Arbeitsverhältnisse, Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.05.2012)

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13 Kommentare

zum thema quote

fr. heinisch - hosek, eine schöne quote wäre doch wenn 50% aller alleinerziehenden in Zukunft Männer wären und 50% der unterhalspflichtigen frauen wären.

solche quoten darf man bei all dem quoten wahnsinn dann aber auch nicht vergessen!

in diesem sinne würde ich auch festhalten dass jede 2 Hausfrau durch den Hausmann ersetz werden muss!

ich könnte mir

eine quote vorstellen wo 50% der wählbaren politiker einen gesunden menschenverstand vorweisen müssen. :) Frauen wie die Innenministerin könnten dann die anderen 50% darstellen.

heute sind es quoten für frauen, morgen wird es lauten 25% aller vorstandsmitglieder in betrieben müssen taube zentralfrikaner sein, oder gehbehinderte aus den ardennen.

oder 25% der Redaktionsmitarbeiter sollte aus analphapten bestehen.

bin schon gespannt wann durch dieses vorschreiben von quoten die qualität in österreich so weit unten ist dass die lichter ausgehen. aber dann wird man lesen und hören es hat jeder auch eine selbstverantwortung und muss den ganzen blödsinn ja nicht mitmachen.

In diesem Sinne 50% der Herren-Fussbalnationalmannschaft sollten Frauen sein! Weil Schlimmer, geht's nimmer!

Ideologie

Offensichtlich ist Qualifikation überhaupt kein Thema mehr, sondern nur mehr das Geschlecht einer Person.

Allen ÖVP-Frauen die in dieser Sache agitieren sei gesagt, dass christlich und konservativ im Widerspruch zu den tatsächlichen Zielsetzungen des Gender Mainstreaming steht.

Wie wäre es mit...

Halbe/Halbe beim Präsenzdienst Frau Innenminister?

2 0

Bitte, ....

.... schreibts die Damen alle in die erste Reihe (Ladies first quasi) sonst gibts da wieder eine monatelange Diskussion die nix wert ist und nix bringt.

auch ohne rote

gibts jetz schon die quote :)

Die Quotenfrau ...

... das bringt einer Partei sicher mehr Erfolg, es muss die Qualität ja so sicherzustellen sein!

Gast: el magnifico
30.05.2012 21:04
7 0

meine vision

ich träume von einer welt, in der die menschen aufgrund ihrer qualifikation erhalten und nicht aufgrund gesellschaftlicher "tradition" oder gesetzlicher quoten

10 0

Das Erfolgsrezept....

Quoten!

Die nächste Wahl kann kommen, jetzt kann ja nichts mehr schiefgehen.....

Langsam reicht's dann.

Wir haben wirklich schon genug minderqualifizierte überaffektierte Quoten FrauInnen auf unserer Polit-Gehaltsliste.

Wozu sind hier überhaupt Kommentare möglich?

Wird sowieso alles von der Zensur wieder entfernt.

Re: Wozu sind hier überhaupt Kommentare möglich?

hahahahahaha

Ende der Demokratie

Bernadette Thaler und Mikl - Leitner haben ja anscheinend jede Wahl, die nicht von den obersten Parteiorganen angeordnet wurde, verloren - man muß ja nur den Lebenslauf der beiden Damen verfolgen.
Frauensprecherin Dorothea Schittenhelm hat ja diese "Erfolgsträgerin" Thaler aus der Politischen Akademie der ÖVP an ihre Seite geholt, da sich ihre "Wahlerfolge" in Wien Mariahilf sehr in Grenzen hielten.
Jetzt versuchen sie mit einem Schwachsinnsystem einfach das Ende der freien Entscheidungsfindung herbeizuführen in dem sie jeder Ortsgruppe vorschreiben wollen, wen sie aufzustellen haben.
Für die ÖVP kann man nur hoffen, daß sie statt dem Reißverschlusssystem die Reißleine zieht.