Kickl hält an Graf fest, Steger ist "schockiert"

09.06.2012 | 15:46 |   (Die Presse)

Der ehemalige FPÖ-Chef Steger und Kärntens Landeshauptmann Dörfler zeigen sich nach den jüngsten Vorwürfen empört. Die Bundespartei hält dagegen weiter zu Graf.

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Wien. Noch hält die FPÖ-Führung an ihrem Dritten Nationalratspräsidenten fest. „Das ist Rufmord“, klagt FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl. Martin Graf als Hochstapler zu bezeichnen, nur weil es im „bürokratischen Prozess“ Fehler gegeben habe, sei „abenteuerlich“. Einen Rücktritt Grafs schloss er im „Presse“-Gespräch aus.
Doch nicht alle in der FPÖ sehen das so. Der ehemalige Parteichef Norbert Steger ist „schockiert“ über Graf. „Noch jeder Abgeordnete hat sich den Eintrag auf dem Wahlvorschlag ganz genau angeschaut.“ So einen Fall habe er in seiner gesamten Karriere noch nicht erlebt. „Das erinnert an eine Köpenickiade. Er hat sich als jemand ausgegeben, der er nicht ist.“ Die Frage, ob er zurücktreten sollte, müsse sich Graf selbst stellen. „Man glaubt Graf nicht mehr. Und wenn in der Politik der Glaube verloren geht, ist es zu Ende“, so Steger in „Österreich“. „Sprachlos“ gab sich Kärntens FPK-Landeshauptmann Gerhard Dörfler im „Kurier“: Positive Wahlwerbung sei das keine.

Martin Graf hatte bei den Nationalratswahlen 1994 und 1999 auf der FPÖ-Liste unter der Berufsbezeichnung „Rechtsanwalt“ kandidiert, er war aber nur Rechtsanwaltsanwärter. 1999 war er vom damaligen Wiener FPÖ-Chef Hilmar Kabas in einer Parteiaussendung ebenfalls als Rechtsanwalt präsentiert worden.
Graf selbst kann sich das nicht erklären: Er habe niemals in seinem Leben eine falsche Berufsbezeichnung verwendet. Sein Sprecher legte der „Presse“ ein Schreiben aus dem Jahr 1994 vor, das zeigt, dass Graf der Bundespartei damals in seinem Lebenslauf die Berufsbezeichnung „Rechtsanwaltsanwärter Rechtsanwaltskanzlei Dr. Friedrich Frühwald“ übermittelt hat. Erst 2002 stand dann tatsächlich „Rechtsanwaltsanwärter“ auf dem Wahlzettel, 2006 „Geschäftsführer“ und 2008 „Nationalratsabgeordneter“.
Die Grünen, die Mittwoch im Parlament erneut einen Antrag auf Abwahlmöglichkeit von Nationalratspräsidenten einbringen wollen, werfen Graf zudem vor, als Vorstand der Stiftung Gertrude Meschars 50.000 Euro in eine Beteiligung an Kühlschiffen für Bananen fehlinvestiert zu haben.

Stiftungscausa
Die heute 90-jährige Gertrud Meschar hat 2006 ihr gesamtes Vermögen (rund eine Millionen Euro) in eine Stiftung eingebracht. Der Dritte Nationalratspräsident Martin Graf (FPÖ) wurde in den Vorstand berufen. Erst Jahre nach der Gründung der Stiftung habe sie erfahren, dass sie über ihr Vermögen nicht mehr bestimmen kann, sagt Meschar. Die Stiftung soll dann aus dem Vermögen der Frau sowie über einen Kredit einen Hausanteil gekauft haben, in welchem das Gasthaus von Grafs Bruder eingemietet ist. Die Stifterin bezweifelt, ob der Kaufpreis angemessen war, auch habe es bei den Mieteinnahmen Rückstände gegeben. Der Stiftungsvorstand weist die Vorwürfe zurück. Am Wiener Handelsgericht ist ein Verfahren anhängig. Graf ist mittlerweile aus dem Vorstand ausgeschieden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.06.2012)

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601 Kommentare
 
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Gast: Boris Godunov
13.06.2012 09:05
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Es gehört offensichtlich

in unserem schönen Lande zur Selbstverständlichkeit, wenn Poltiker gelinde gesagt unsauber agieren und hart an der moralischen Gesinnung vorbeischrammen. Das es sich im gegenständlichen Fall um einen der höchsten Funktionäre, nämlich den 3.NRP handelt setzt dem ganzen noch die Krone auf. Traurig erscheint allerdings, dass offensichtlich viele Bürger das als "normal" empfinden und den Herrn auch noch verteidigen. Ja, jedes Land bekommt die Politiker, dies es verdient.

WK-Wahl 2010

Was ist eigentlich aus dem Einspruch von Graf gegen die Wiener WK-Wahlen 2010 geworden? Da hat er sich ja aufgeregt das so viele seiner Kandidaten mangels Berechtigung gestrichen wurden.

Die Entrüstung Stegers überrascht nicht

Steger gehört zu der Riege erfolgloser Liberaler, die, ähnlich wie auch Heide Schmidt, offenbar starke Ressentiments gegen Leute haben, die es politisch weiter gebracht haben als sie. Ob Grafs Weste weiß ist oder nicht, sollte durch gerichtliche Untersuchungen geklärt werden, nicht durch irgendwelche Leute, die ihr eigenes Süppchen kochen wollen. Dem Vernehmen nach hat sich das Formular gefunden, auf dem Graf handschriftlich und korrekt "Rechtsanwaltsanwärter" eingesetzt hat. Würde man die Biographien der Politiker anderer Parteien mit dem gleichen Übereifer durchforsten (was man wohlweislich unterläßt), so säße so mancher nicht mehr auf seinem Sessel.

Re: Die Entrüstung Stegers überrascht nicht

Heide Schmid hat ihre Gründe warum sie ausgetreten ist umfassend genug dargestellt und ist ihrer Linie auch nachher treu geblieben. Es ist nur traurig zu sehen wie wenig Kompetenz zur Selbstreflexion bei manchen Menschen besteht. Auf der einen Seite bekriteln sie, dass Herr Graf vorverurteilt wird und auf der anderen Seite machen sie es im selben Schriftzug mit anderen Politikern. Sie sind um nichts besser als die Leute die sie abwerten Frau Waltraud Kupf. Oder: Herr Kickl sind sie es??

Die Konservativen & die Korruption

In ihrem Integritätsbericht hat die Antikorruptionsorganisation Transparency International (TI) auf den Zusammenhang zwischen Korruption und der Finanzkrise hingewiesen. Überall dort, wo in den letzten Jahren oder gar Jahrzehnten die Konservativen an der Macht waren, hat es die schlimmsten Korruptionsskandale gegeben, welche letztendlich diese Staaten in den Bankrott getrieben haben, siehe Griechenland, Portugal, Spanien oder gar die USA, siehe auch FPÖVPBZÖ-Regierungszeit in Österreich.
Man kann daher annehmen, dass konservativ ist gleich korrupt bedeutet. Würde man alle Politiker der konservativen Parteien auf einen Schlag weltweit ohne Verurteilung einsperren, würde es mit absoluter Sicherheit keinen einzigen Unschuldigen treffen, denn auch jene, die nicht selbst etwas angestellt haben, haben zumindest etwas gewusst und sind somit aufgrund ihres Schweigens ebenfalls schuldig.
Okay, auch die anderen Parteien stecken teilweise mit im Sumpf, doch die Super-Gangster findet man zumindest in Ösiland bei ÖVP, FPÖ und BZÖ, letztere insb in der Polit-Kloake Kärnten. Für die FPÖ hat Graf als Erbschleicher, wieder einmal bewiesen, was Rechte Anständigkeit in Wirklichkeit bedeutet. Und über die neue Kleinpartei ÖVP gibt es sowieso nicht viel zu diskutieren.

Nun ja, EU! Wer in Zukunft konservativ wählt, ist selber schuld, wenn er nun bald am Hungertuch nagt. Ich wünsche Mahlzeit!

2 2

Böse Omi, aaarmer Graf-Bub!

Da hätt´er der armen alten Omi ja gleich das Handtascherl fladern können, der Graf!
...kommt auf´s gleiche raus!
Naja, wenn er´s braucht der arme Anwaltslehrbub!
Es gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung!!!! (eh wie immer)

Antworten Gast: Maxx
11.06.2012 10:41
0 1

die Unschuldsvermutung

ja wirklich. Immer diese lästige Unschuldsvermutung. Wer braucht die schon?

Der allwissende Zeitungsleser jedenfalls nicht. Der hat sich ohnehin schon nach der Überschrift oder allerspätestens nach dem ersten Absatz sein unabänderliches Urteil gebildet.

Re: Böse Omi, aaarmer Graf-Bub!

Wer sagt denn, dass die Omi bös ist?

Aber wer steht denn da noch hinter einem Sinneswandel, nachdem die Omi zweimal VOR EINEM ORDENTLICHEN GERICHT genau die bestehende Form der Stiftung gefordert und natürlich auch erhalten hat?

Wer hat diesen Fall hochgespielt? Oder kommt jede 90-jährige Omi in den Genuss einer ORF-Kampagne, in der der ORF "mit allen seinen Programmen" auf breiter Front die Muskel spielen lässt.

Was ist da los?


Strache behauptet: „Wir haben am Wochenende alle Akten und Unterlagen durchsucht. Und natürlich sind wir fündig geworden.“
Aufgetaucht sind laut Strache nämlich die betreffenden Kandidatenformulare. Graf habe sich korrekt als Rechtsanwaltsanwärter bezeichnet.

Was hat der ORF recherchiert?
Warum findet man nichts darüber in den ORF-Berichten?

Re: Was ist da los?

Weil der ORF auf der Seite jener steht, die an der Demontage Grafs interessiert sind. Das Formular kann im Internet eingesehen werden.

Was werden die rotgrünen Reaktionen sein,

wenn in 4 Wochen die Blauen besser dastehen als vor der ganzen Graf-Suderei?

Werden sie sich noch erinnern, welche ihrer Handlanger im ORF für dieses Fiasko verantwortlich sind? Werden im ORF dann die Köpfe rollen?

Der schwache Versuch einer rotgrünen Menschenhatz


kann doch die Blauen nur in Sicherheit wiegen. Ist das vielleicht Absicht?

Ist die rotgrüne Hilflosigkeit Teil einer Strategie?

1 1

Die Strategie der rotgrünen Menschenhatz wird ein voller Hosenknaller, und zwar weil:


- er zu früh initiiert wurde um bei den Wahlen den Wählern noch vermittelbar sein wird. Das Interesse wird lang ermüdet und durch andere Themen überlagert sein.
- weil es der linken Basis schwer erklärbar ist warum ein stiftende Millionärin plötzlich unter die Schutzmacht der historisch die grobe Arbeiterfaust verteidigende SPÖVPGrünBande fällt.
- Warum die Stiftungen von Meschar und der SPÖ gut, lobenswert und nach Schutz schreien aber jene von Grasser böse und staatsschädigend sein sollen.

STEGER ist genauso korrupt

wie JEDER andere POLITIKER der WELT
KORRUPTION ist VORAUSSETZUNG für den POLITIKER "Beruf"
Es sind professionelle Räuber, Betrüger und Lügner, die gegen das VOLK wirken!

3 0

Re: STEGER ist genauso korrupt

Ohne jetzt die Aussage an sich bewerten zu wollen, Steger ist wenigstens ein 'richtiger' Rechtsanwalt.
Er braucht sich nicht mit falschen Federn schmücken.

Re: Re: STEGER ist genauso korrupt

Zu Zeit hat es den Hr. Graf noch keiner nachweisen können dass er sich als Rechtsanwalt ausgegeben hat. Nur als Rechtsanwaltanwärter. Sehe da keine falsche Federn,ganz im Gegenteil uns haben die Politiker schon die Federn gerupft u. unseren Politikern Allen gehören sie gerupft.

1 0

und Raymann ist ein 'richtiger' Grundschüler


Gast: schongewusst?
10.06.2012 13:27
6 3

ein nazl hackt dem anderen kein auge aus

ein altes sprichwort im burschikalender!

Antworten Gast: Free
10.06.2012 18:01
1 3

Re: ein nazl hackt dem anderen kein auge aus

Ganz aufgeregt der kleine Sozi.
Hahahahaha

Pandi, sag uns bitte was wir tun sollen!

:))

Antworten Gast: ein Kroneleser
10.06.2012 18:28
1 1

Re: Pandi, sag uns bitte was wir tun sollen!

heirate die Pressesprecherin vom Failmann, dann weißt du es!

Re: Re: Pandi, sag uns bitte was wir tun sollen!

lol, gut! :)

Gast: Konservativer
10.06.2012 13:13
6 5

Graf muss leider weg.

Sehen wir die Sache mal realistisch:

Graf wird 2013 massiv von den Linksparteien im Wahlkampf gegen die FPÖ ausgenutzt werden und, egal wie die Fakten liegen, etwas bleibt immer hängen und eine auf Graf aufbauende Attacke gegen die FPÖ wird sehr erfolgreich sein.

Daher ist es im Interesse der FPÖ, Graf möglichst bald in der Versenkung verschwinden zu lassen. DABEI TUT ES NICHTS ZUR SACHE, INWIEFERN DIE VORWÜRFE GERECHTFERTIGT SIND! Das oberste Ziel MUSS die Kanzlerschaft von H.C. Strache sein, und wenn man dafür Zugeständnisse machen muss, so geht das in Ordnung.

Die FPÖ MUSS jetzt an Ihre Prioritäten denken:

Hauptsache, Strache wird Kanzler.

Re: Graf muss leider weg.

Strache wird sicher nicht Bundeskanzler. Mit und ohne Graf.
Dafür wird die nächste Wahl entweder eine rotgrüne oder eine rot/schwarze Regierung ergeben, mit dem Ergebnis einer unerträglichen Frustration der Wähler.

Wer danach regiert weiß heute keiner.

Antworten Gast: wir brauchen eine Wende
10.06.2012 15:09
5 3

Graf soll bleiben!

denn wenn die linke Medienhetze anhält hat die FPÖ mehr Chancen. Nach der gestrigen Umfrage der Zeitung Österreich führt die FPÖ mit 28% vor der SPÖ! Laßt die aufgehetzten Linken also toben, was Besseres kann der FPÖ nicht passieren...

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Bursche heraus ! (aus dem Parlament)


 
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