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Neues Gesetz für das Geschäft mit der Schönheit

Symbolbild
Neues Gesetz für das Geschäft mit der Schönheit / Bild: Reuters 

Der "Beauty-Doc" hat ab 1. Jänner ausgedient. Für Teenager und Werbeleute sind Schönheits-OPs künftig tabu. Bei Verstößen gegen das Gesetz drohen hohe Geldstrafen.

 (DiePresse.com)

Ein neues Gesetz, das Schönheitsoperationen in Zukunft strenger regeln soll, hat am Dienstag den Ministerrat passiert. Am 1. Jänner 2013 wird es laut dem Gesundheitsministerium in Kraft treten. Zum ursprünglichen Entwurf gab es kaum Änderungen: Schönheits-OPs sind künftig bis 16 Jahren verboten, außerdem dürfen entsprechende Eingriffe nicht mehr beworben werden, und es wird klar gestellt, dass nur noch einschlägig ausgebildetes Personal tätig sein darf.

Die Eckpunkte

In Zukunft sind Jugendliche besonders geschützt. Für unter 16-Jährige ist die Durchführung von Eingriffen ohne medizinische Indikation aufgrund der damit verbundenen Gefahren für den noch im Wachstum begriffenen Körper komplett verboten. Bei 16- bis 18-Jährigen dürfen Schönheitsoperationen nur durchgeführt werden, wenn eine psychologische Beratung erfolgt ist, die Einwilligung durch die Erziehungsberechtigten und die Einwilligung durch den Patienten vorliegt sowie eine Wartefrist von acht Wochen zwischen Einwilligung und Operation eingehalten wurde.

Wer darf operieren?

Durch das neue Gesetz ist es nur mehr Fachärzten für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie erlaubt, jegliche Art von Schönheitsoperationen durchzuführen. Fachärzte wie für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten oder für Haut- und Geschlechtskrankheiten, aber auch Allgemeinmediziner werden nur noch für die Durchführung bestimmter ästhetischer Eingriffe infrage kommen, zu denen sie aufgrund ihrer Ausbildung berechtigt sind. Zur Erbringung dieses Nachweises haben Allgemeinmediziner noch bis 1. Juli 2013 Zeit.

Einheitliche Berufsbezeichnung

Um für die Patienten Klarheit im Bezeichnungsdschungel zu schaffen, dürfen Mediziner in Zukunft zusätzlich zur entsprechend der Facharztausbildung erworbenen Berufsbezeichnung nur mehr zwei Zusätze wie "Ästhetische Behandlungen" oder "Ästhetische Medizin" verwenden und anführen. Die Verwendung des Zusatzes "Beauty-Doc" oder Ähnliches ist in Zukunft nicht mehr erlaubt.

Werbung und Provision

Das Gesetz enthält gegenüber dem Ärztegesetz verschärfte Werbebeschränkungen sowie ein Provisionsverbot. Damit soll der medizinische Laie nicht mehr beeinflusst werden können. Eine vergleichende bildliche Darstellung des Behandlungserfolges durch "Vorher-Nachher"-Bilder soll verboten sein.

Hohe Geldstrafen bei Gesetzesverstößen

Bei Verstößen gegen das Gesetz könnte in Zukunft eine Geldstrafe in der Höhe von 15.000 Euro fällig werden, im Wiederholungsfall oder bei einer schwerwiegenden Gefahr für Leben oder Gesundheit eines Menschen sogar eine Geldstrafe von bis zu 25.000 Euro. Ästhetische Behandlungen, die vor Inkrafttreten des neuen Gesetzes begonnen oder vertraglich vereinbart wurden, fallen nicht unter das neue Gesetz.

Plastic Surgery: So jung, so operiert

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(APA)

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8 Kommentare
Gast: Argesauge
16.06.2012 01:29
1

Lächerlich

die Strafen - das verdient so ein promifleischhauer mit einer! Patientin !!!!

Gast: Argesauge
16.06.2012 01:26
1

hypokratischer eid

ist offenbar sehr weit auslegbar

diese Beauty docs sollen bitte Menschen helfen die Hilfe brauchen und nicht Menschen verunstalten um sich ihr dekadentes leben zu finanzieren !

Widerliche Industrie !

die Ärztekammer schaut tatenlos zu !

mithilfe des primitivo privat-tv Senders wird dafür auch noch kräftig Werbung gemacht - fällt unter die Rubrik verachtenswert was hier aufgeführt wird!

Gast: international_
14.06.2012 10:32
2

genau genommen ...

verstoßen ärzte und ärztinnen gegen die medizinische ethik, wenn sie unnötige und unsinnige operationen durchführen um gled zu scheffeln.

für die meisten schönheits-patientinnen wäre eine psycotherapie das angebrachtere mittel, das ohne körperverletzung zum erfolg führen kann.

Gast: Frauengesundheitszentrum
13.06.2012 14:45
0

Immer jünger immer schöner?

Die Pubertät ist eine Zeit der Suche und der Zweifel. Pubertierende Mädchen sind daher die ideale Zielgruppe für die Schönheitsindustrie. Gegen die Sehnsucht nach Anerkennung und mangelnden Selbstwert kommt man mit gut gemeinter Belehrung nicht an. Umso wichtiger ist ein gesetzlicher Rahmen, der die Jugendlichen schützt und ihre Eltern unterstützt. Wichtig bleibt es auch Angebote zu fördern, die Mädchen früh und konsequent in ihrem Selbstbewusstsein und ihrem Körpergefühl stärken - und unermüdlich Alternativen zum glatten Schönheitsideal zu zeigen.
Information im Frauengesundheitszentrum: www.fgz.co.at, 0316/83 79 98.

Dr.in Felice Gallé,
Frauengesundheitszentrum
Joanneumring 3, 8010 Graz

Legt diesen Geld Sadisten das Handwerk

wie stark müssen Persönlichkeitskomplexe und Dummheit sein und welche seelischen Schmerzen müssen Menschen erleiden, damit sie körperliche Schnippseleien über sich ergehen lassen?

Primitve Schicki Micki Typen machen offenbar auch mit Gesundheitsrisiken ihr fettes Geld...oder ihre fette Beute.....

Unsinniges Gesetz!


Die unnötige HeiHo glaubt doch ernsthaft wir haben eine DDR-ähnliche Mauer um Österreich!

Das wünscht sie sich ja offenbar...

Das wird nur den Operationstourismus in den Osten fördern, mit allen damit verbundenen Risken!


Antworten Gast: hmm
14.06.2012 14:14
2

Re: Unsinniges Gesetz!

bin kein freund der hh. aber ich kann einfach keinen schaden darin entdecken das zukünftig nur noch dafür auch ausgebildete plastische chirurgen plastische chirurgie durchführen dürfen und herumpfuschenden haut und praktischen ärzten dies verboten wird.

Antworten Gast: yoshi1
12.06.2012 17:56
5

Re: Unsinniges Gesetz!

Ich finde das Gesetz gut und sinnvoll. Warum sollten wir Schönheitsoperationen bei Menschen von unter 16 Jahren billigen? Es ist medizinisch mit Sicherheit sinnvoll, moralisch muss es eine Gesellschaft für sich bewerten. Die unsere hat es meines Erachtens nach richtig gemacht.

Warum sollte man mit derlei Dingen nicht warten können bis man 16 Jahre alt ist? Die Eltern, die ihre 15-jährigen Kinder darum im Ausland operieren lassen, kann man hoffentlich an einer Hand abzählen.

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