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Invaliditätspensionen: Berufsschutz wird für Angestellte gelockert

14.06.2012 | 18:47 |  KARL ETTINGER (Die Presse)

Medizinische Rehabilitation statt Invaliditätspensionen für unter 50-Jährige. Um insgesamt 750 Millionen Euro des Arbeitsmarktservices (AMS) tobt ein Verteilungskampf zwischen den Regierungsparteien SPÖ und ÖVP.

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Wien. Angestellte können künftig statt einer krankheitsbedingten Frühpensionierung leichter auf einen anderen Job verwiesen werden. Diese Verschärfung ist Teil des Maßnahmenbündels zur Eindämmung der vielen Invaliditätspensionen. Dieser sogenannte Berufsschutz für Angestellte wird damit gelockert. Wie weit die Entschärfung geht und die genaue Formulierung lautet, ist, wie der „Presse“ erläutert wurde, bei den Beratungen aber heftig umkämpft. Dies ist einer der offenen Punkte, deswegen verzögert sich die von SPÖ und ÖVP im Februar paktierte Vorlage eines Gesetzespakets.

Mit diesem sollen Invaliditätspensionen für Personen unter 50 Jahren abgeschafft und durch ein Übergangsgeld ersetzt werden. Geplant sind weiters Maßnahmen, damit Ältere länger im Job bleiben. Die Regierung hat mittels Protokollanmerkung im Ministerrat vereinbart, dass Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) bis Mitte 2012 ein Maßnahmenbündel liefert. Hundstorfer bekräftigt zwar, er werde vor der Sommerpause des Nationalrats einen Entwurf in Begutachtung schicken – möglicherweise aber nicht bis 30. Juni, sondern ein paar Tage später. Arbeitnehmer sollen weit vor dem 50. Lebensjahr entweder auf andere Berufe umgeschult oder in eine medizinische Rehabilitation geschickt werden, um Invaliditätspensionen vorzubeugen.

 

Tauziehen um Strafen für Firmen

Umkämpft ist neben dem Berufsschutz, der für ungelernte Kräfte bisher lockerer ist, die Höhe allfälliger Strafen für Firmen, wenn ältere Beschäftigte gekündigt werden, beziehungsweise umgekehrt ein Bonus für Firmen, die Ältere im Betrieb halten. Wirtschaftskammervertreter argumentieren, ein hoher Bonus wäre Anreiz für einen späteren Pensionsantritt. ÖGB, rote und schwarze Seniorenvertreter wollen mit Strafzahlungen für Betriebe verhindern, dass Ältere systematisch aus Firmen „hinausgemobbt“ werden.

Hinter all dem steckt eine Kraftprobe zwischen SPÖ und ÖVP. Es geht um insgesamt 750 Millionen Euro, die bis 2016 zusätzlich über das Arbeitsmarktservice (AMS) zur Vermeidung von Invalidität und zugunsten der Beschäftigung älterer Arbeitnehmer ausgegeben werden können. Auch geht es darum, wer unter welchen Auflagen Mittel ausgeben darf. Die Aufteilung muss dann jedes Jahr mit dem Finanzminister beim Budget ausverhandelt werden.

Bei neuen Vorgaben für die Arbeit des AMS mischt Innenministerin Johanna Mikl-Leitner als ÖVP-Arbeitnehmerchefin (ÖAAB) mit. Sie möchte Mittel von der Vermittlung Arbeitsloser zur aktiven Hilfe für noch beschäftigte Arbeitnehmer umleiten.

 

Grüne: „Zumutung“ im AMS

Im AMS hat Hundstorfer noch eine heikle Personalentscheidung am Hals. Alle AMS-Geschäftsführer und -Stellvertreter in den Ländern wurden per Juli neu bestellt. Die Ausnahme ist Wien, wo es bei den Arbeitnehmervertretern im AMS-Verwaltungsrat weiter Widerstand gegen die bisherige AMS-Vizechefin Ingeborg Friehs gibt. Dabei hat sie auch in einem externen Gutachten bestens abgeschnitten.

Das ständige Hinausschieben der Entscheidung ärgert den grünen Sozialsprecher Karl Öllinger: „Das geht doch nicht!“ Im Gespräch mit der „Presse“ bezeichnet er das Hinhalten als „Zumutung“ für Friehs, aber auch für deren Gegenkandidaten Gernot Mitter, AK-Arbeitsmarktexperte, und Petra Draxl aus dem Sozialministerium.

Bei der Liste der Mangelberufe für Fachkräfte gibt der Sozialminister nach: Diplomierte Pflegekräfte werden von ihm doch in die Liste aufgenommen. Städte- und Kommunalpolitiker, angeführt vom Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) sowie Sozialorganisationen, hatten zuletzt den Druck auf den Sozialminister erhöht.

Auf einen Blick

Invaliditätspensionen. Zur Eindämmung der krankheitsbedingten Frühpensionen muss Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) gemäß Protokollanmerkung im Ministerrat im Februar 2012 bis Mitte des Jahres ein Gesetzespaket vorlegen. Für Personen unter 50 Jahren soll es statt einer Pension ein Übergangsgeld sowie mehr Maßnahmen für Umschulungen und medizinische Rehabilitation geben. Der Nationalratsbeschluss ist für Herbst 2012 vorgesehen. Bis 2016 stehen außerdem in Summe 750 Mio. Euro für Maßnahmen zugunsten Älterer am Arbeitsmarkt bereit.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.06.2012)

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10 Kommentare

Klar, lockern wir den Berufsschutz für (hoch) Qualifizierte Menschen.

Soll doch ein Arzt, ein Wirtschaftsjurist oder ein leitender Angestellter als Hilfsarbeiter am Bau arbeiten oder Taxi fahren. Wichtig ist ja nur, dass genug Geld für die maroden Pleitestaaten, die nichts leisten, da ist. Und natürlich für die Banken, die durch den Größenwahn ihrer Möchtegernmanager permanent Steuermittel zur Sanierung herauspressen. Mir fehlen, was die Inkompetenz dieser PolitikerInnen betrifft, die Worte. Im Übrigen übersehen alle, dass die "Jungen" immer später zu arbeiten beginnen, die Invaliden im Schnitt um 11(!) Jahre früher sterben und exorbitante Abschläge in Kauf nehmen müssen. Die kosten jedenfalls nicht mehr als die "Alten", die zum Entsetzen der PolitikerInnen nicht und nicht sterben wollen....

Gast: Danksagung
15.06.2012 14:34
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Das Geld wurde in Griechenland, in der

Kommunalkredit, in der AUA, in der Hypo AA, in den Volksbanken usw. in Milliardenhöhe versenkt und jetzt müssen die österreichische Politiker bei den eigenen Landsleuten, nämlich in Österreich sparen; die Griechen haben ja kein Geld mehr bzw. haben es mittels Steuerhinterziehung in´s Ausland verschoben; ein großes Dankeschön an die Bundesregierung

Gast: Klebemaus
15.06.2012 08:25
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Beamte weiterhin mit 54 Jahren on Vollpension

Rechtstaat? Unrecht als Norm.

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Lauter Lügen

Das Geld soll überwiegend in SÖB Betriebe fließen.Diese werden von SPÖ u.ÖVP nahen Institutionen betrieben unter Beihilfe der Gewerkschaft und der AK die beide ganz super finden,dass Arbeitslose zu Hungerlöhnen dorthin zwangsvermittelt werden,damit die monatliche Arbeitslosenstatistik zur Selbstbelobhudlung des jeweils amtierenden Sozialministers möglichst geringe Zahlen ausweist.Im Manipulieren und Lügen waren unsere Politiker schon immer besonders kreativ.

Re: Lauter Lügen

unser Steuergeld kommt überall dorthin wo direkt oder über 3 Ecken die Politiker ihre Hand im Spiel haben.
Banker welche unsere Spareinlagen verzocken(mit königlichen Salär)geben sich ungenierte Gagen geben sich kurz vor ihrer Pension nochmals fette Aufstockungen um ja noch mehr und mehr für ihren wohlverdienten Ruhestand zu bekommen.
Ich war und bin ein Krebspatient, wurde vor 1 Jahr mit 55 aus der I-Pension geschmissen.
Ich bekam einen Job bei MacDonalds für 7€ Brutto die Stunde.
Nun ist meine Situation mehr als beschi..en. Nach 6 Monaten bei Macy bin ich nervlich sowie körperlich am Ende, habe eine kaputte Schulter(2 OP vor Macy) einen Tinitus, zum darüberstreuen Depressionen.
Also, wenn man tagaus tag ein lesen muß über Griechenland, Italien, Spanien, und wofür sonstnoch unsere Steuergelder fliessen - auch das macht einen krank. Da braucht man keinen Krebs.
Ich wünsche allen unseren POlitikern die Pest an den Hals.

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Re: Re: Lauter Lügen

Leider haben Sie mit fast allem völlig Recht!

Gast: diepaddei
14.06.2012 23:34
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die spö genossen im AMS werden mit 750 mio Euro(10mrd S) steuergeldern versorgt- u dafür sollen die invaliden arbeitnehmer noch ein paar monate schikaniert und sekiert werden. faymann und die SPÖ sind mit ihrer arbeitnehmerschädigenden politik nun ganz unten angelangt.


Antworten Gast: UKW
15.06.2012 00:54
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Re: die spö genossen im AMS werden mit 750 mio Euro(10mrd S) steuergeldern versorgt- u dafür sollen die invaliden arbeitnehmer noch ein paar monate schikaniert und sekiert werden. faymann und die SPÖ sind mit ihrer arbeitnehmerschädigenden politik nun ganz unten angelangt.

Besser nur einen Beitrag unter einem Namen schreiben und dafür ein wenig auf die Rechtschreibung achten.

Gast: wienerpraterpolitik
14.06.2012 23:11
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die faymann/hundstorfer SPÖ schiebt den eigenen ams sozigenossen wieder hunderte millionen steuergelder zu- zum schaden der schwachen und invaliden asvg arbeitnehmer betreibt die SPÖ eine miese sozialabbaupolitik. -die SPö wird dafür wohl 2013 abgewählt werden.


Gast: UKW
14.06.2012 21:15
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750 Millionen Euro Steuergeld wird hinausgeschmissen um damit kranke und/oder arbeitslos gewordenen ASVG-Menschen von den beamtete Genossen vom AMS schickanieren zu lassen

Während Bundesbeamte, ÖBBler und vor allem die Beamten der Stadt Wien weiter mit 50 Jahren in den "wohlverdienten Ruhestand" treten dürfen. Danke an den ehemaligen Wiener Gemeindebediensteten Gewerkschafter und jetzigen "Sozialminister" Rudi Huundi. Danke. Richtig Sozial, Genosse.