Eine Diskussion über die Errichtung einer 110-kV-Leitung hat am Dienstag in der Kärntner Landesregierung einen Eklat ausgelöst. SPÖ-Landesrätin Beate Prettner verließ verärgert die Sitzung, nachdem sie von freiheitlichen Regierungsmitgliedern unter anderem als "fachliches Hascherl" und als "perfide Lügnerin" bezeichnet worden war.
Prettner fordert eine Entschuldigung: Ich habe es nicht notwendig, mich in einem verunglückten Wortspiel als 'peinliche Prettner' oder als 'fachliche Katastrophe' verunglimpfen zu lassen, dieses Niveau ist einer Landesregierung unwürdig. "So lasse ich mich als Mensch, als Frau und als Regierungsmitglied nicht behandeln."
"Eines Landeshauptmanns nicht würdig"
Prettners SPÖ-Regierungskollege Peter Kaiser meinte, er habe nach dem Auszug der Landesrätin aus der Sitzung von Landeshauptmann Gerhard Dörfler und Landesrat Harald Dobernig (FPK) eine Entschuldigung verlangt. Diese sei jedoch verweigert worden. Daher habe auch er die Sitzung verlassen. Er betonte, dass man nicht jedes Wort auf die Goldwaage lege. Dass sich aber Dörfler derart im Ton vergreife, sei eines Landeshauptmannes nicht würdig.
Dörfler erklärte, er stehe zu den Äußerungen und denke nicht an eine Entschuldigung. Prettner sage die Unwahrheit, sei daher eine Lügnerin. In der Frage der Starkstromleitung beweise die Landesrätin als Energiereferentin seit 2010 ihre Inkompetenz. Zudem habe sie ihm als Regierungschef Vorwürfe gemacht, obwohl die Causa in ihrer alleinigen Kompetenz liege. Dörfler: "Ich sehe daher keinen Grund für eine Entschuldigung, im Gegenteil, eigentlich müsste sich die Landesrätin Prettner entschuldigen."
(APA)
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